Zeitgleich mit Schnappi schnappte auch die Selbst(hilfe)organisation der Münchner IT- und Medienindustrie, der Förderkreis IT- und Medienwirtschaft München (FIWM e.V. ) zu - und sprach hat sich in einer Pressemeldung gegen das Mobilfunk-Volksbegehren aus.
Schauen wir uns einmal an, was der Verein, der Wirtschaftsinteressen vetritt, gegen die Interessen der Bürger vorzubringen hat. Das in der Pressemeldung von Daniel Melter, Leiter des Arbeitskreises Mobile Dienste und Anwendungen des FIWM, vorgebrachte Hauptargument lautet:
"Das Ergebnis (des erfogreichen Volksbegehrens) wären höhere Immissionen. Mobilfunksender müssen auch künftig zwingend in der Nähe der zu versorgenden Handynutzer errichtet werden, weil sonst die Strahlung erhöht werden muss".
Ungewollt sagt Melter: Ist der Sender weiter weg und deshalb die Feldbelastung für Handytelefonierer höher (nicht für die Anwohner), dann tut das den Handytelefonierern (wegen der erhöhten Strahlung) nicht gut. Wir sagen dazu: Stimmt, Herr Melter, wir erkennen daran, dass Sie dem Vorsorgegedanken, der dem Volksbegehren innewohnt, keineswegs abgeneigt sind - ohne dafür freilich auch nur einen Finger krumm machen zu wollen.
Unglücklicherweise sorgt sich Melter nur um die Personen, die mit Handys telefonieren. Denn wenn Mobilfunksender zwingend in der Nähe der zu versorgenden Handynutzer errichtet werden, am besten mittendrin, dann stellt dies zwar Handytelefonierer besser, jedoch - und dies verschweigt Melter kurzerhand - eindeutig zu Lasten der Anwohner im Nahfeld solcher Masten. Denn es ist ja keineswegs so, dass Personen mit Handys nur in der Nähe von Masten telefonieren, telefoniert wird überall. Die Nachbarn von Masten aber bekommen die Strahlung pausenlos und unfreiwillig ab. Ganz im Gegensatz zu den Handytelefonierern. Wir meinen, Grund genug für ein Mobilfunk-Volksbegehren, das diesen unhaltbaren Zustand ändern möchte.
Auch das sollten Sie wissen. Schon mal was von Volker Rockel gehört? Er sitzt im Beirat der FIWM. Außerdem leitet er die Geschäftskunden-Niederlassung Süd der Deutschen Telekom. Zufälle gibt's ...
Die unnötige Pressemeldung des FIWM zeigt die Kluft, die sich zwischen Bürgern und den Lobbyisten der Wirtschaft aufgetan hat. Das Volksbegehren ist deshalb auch als Kraftprobe zu sehen zwischen Bürgern auf der einen Seite sowie Industrie und Politik auf der Gegenseite.