Ein paar Anmerkungen zum STOA (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 12.06.2005, 18:40 (vor 5210 Tagen) @ M. Buchmann

Im aktuellen Heft der Zeitschrift BIO ist ein Artikel über Elektrosmog: Elektrosmog - der (un)heimliche Krankmacher

Nicht übel, der Artikel. Die erwähnte "STOA-Studie" der EU ist aber ein bißchen eine Übertreibung. Das STOA ist vergleichbar zum Büro für Technologiefolgen-Abschätzung des Deutschen Bundestags (TAB), also eine Organisation, die für andere Entscheidungshilfen bereitstellt, im Falle des STOA für die Komitees des Europäischen Parlaments. Die Themenpapiere des STOA zum Mobilfunk sind jedoch nicht als Studien der STOA zu sehen, da sie auch von Fremdautoren verfasst werden, die in dem Papier dann ihre Meinung vertreten (Beispiel). Wenn z. B. von Klitzing so ein STOA-Themenpapier verfassen würde, kann man sich gut denken, was drinstehen würde. Von Klitzing hat das zwar nicht gemacht, wohl aber der britische Mobilfunkkritiker Dr. Gerard Hyland (Themenpapier Hyland in Englisch) - und zwar schon 2001 - Jüngeres zum Thema hat das STOA nicht zu bieten. Vermutlich meint die BIO-Autorin mit STOA-Studie diese Arbeit von Hyland. Das Papier nun als offizielle EU-Stellungnahme zu deklarieren ist jedoch nicht zulässig. Dies verhindert am Schluss so eines Themenpapiers der bedeutungsschwere Satz: "Die in diesem STOA-Themenpapier vertretenen Ansichten geben nicht notwendigerweise die offizielle Meinung des Europäischen Parlaments wider."

Derzeit scheint das STOA-Büro ohnehin mehr tot als lebendig zu sein. Der jüngste Jahresbericht stammt aus dem Jahr 2003 - Mobilfunk wird darin mit keinem Wort erwähnt - und auch sonst macht die Website des STOA nicht unbedingt einen quicklebendigen Eindruck, im Jahr 2005 ist beispielsweise bislang kein einziger STOA-Newsletter herausgekommen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
, Fehlinterpretation, STOA, EU, Jahresbericht, Hyland, EU-Stellungnahme


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