Das Waldsterben (Allgemein)

AnKa, Mittwoch, 27.01.2010, 07:59 (vor 5226 Tagen) @ Alexander Lerchl

Erfreuliche Nachrichten aus dem Wald: "Der Kronenzustand fast aller Baumarten in Deutschland, darunter Fichten, Kiefern und Eichen, hat sich verbessert", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner bei der Bekanntgabe der Waldzustandserhebung für das Jahr 2009 am Freitag in Berlin.

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Und das trotz Mobilfunk. Da kann doch was nicht stimmen ...

Hach ja.

Das Waldsterben.

Lang, lang ist's her.

Die Geschichte der Erfindung dieser Katastrophe weist ein paar Details auf, die an den Mobilfunk-/Tabakkomplex erinnern.

"Der Geldregen aus Bonn für die Wissenschaft hatte seltsame Wirkungen. Einem Forscher gelang zum Beispiel 1984 das Kunststück, zwei der beliebtesten Presse-Horrorthemen zu verknüpfen: Waldsterben und Atomkraftwerke. Dieser Professor Reichelt verortete das KKW Würgassen als Quelle der Waldvernichtung – das Medienecho war enorm. Als ihm der Forschungsbeirat Waldschäden bereits ein Jahr darauf Fehler über Fehler nachwies und seine These verwarf, nahm die Presse dies nicht zur Kenntnis. Die Grünen starteten 1990 eine Kleine Anfrage im Parlament: »Zu den Problemen von Waldsterben … durch Einwirkung von Richtfunk und Radarwellen«. Es erwies sich ebenfalls als Unsinn." (...)

"Massive Kritik kam jedoch von außen. In der Zeitschrift Nature erschien im November 1988 ein umfangreicher Artikel, der gründlich mit der in Deutschland gängigen Vorstellung vom Waldsterben aufräumte. Die Benutzung dieses Begriffs sei zu beenden. Es habe sich gezeigt, dass die festgestellten Schäden stets von selbst heilten, wenn die Bäume nicht sehr stark geschädigt seien. Damit falle der Löwenanteil der im deutschen Waldzustandsbericht als geschädigt gezählten Bäume weg – der Bericht sei schlicht falsch und irreführend . In den USA und England könne man nun die Lehren aus Deutschland ziehen und diese falschen Konzepte vermeiden." (...)

"Was ist nun mit unserem Wald? Ist er gesund? Natürlich nicht. Der Forstschutz-Professor Michael Müller aus Tharandt hat eine für idealistische Laien enttäuschende Antwort: Der gesunde Wald ist eine idyllische Vorstellung, eine Projektion. Es hat ihn nie gegeben. Wo der Wald lebt, kränkelt er auch.

Aber er muss deshalb nicht gleich sterben."

Quelle

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"Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere." (Groucho Marx)

Tags:
Baumkasuistik, Wald, Baumsterben


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