Zwei Ergänzungen zum Reflex-Artikel (Forschung)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 22.07.2009, 14:46 (vor 3620 Tagen) @ Sektor3

In diesem Artikel wird beschrieben, wie die Tabakindustrie die deutsche Wissenschaft korrumpierte und warum der Mobilfunk als alternative potentielle Gesundheitsgefährdung herhalten muss.

Saubere Arbeit, sektor3. Dies alles bequem nicht nur zu behaupten, sondern unbequem zu belegen - das macht den Unterschied und die Mühsal aus.

Zu zwei Aspekten der ganzen Geschichte möchte ich noch folgendes ergänzen:

1) Medienrummel: Die vierte strategische Säule, der große Medienaufwand zum Einfahren der Ernte, hat bei Prof. A. Dimensionen erreicht wie nie zuvor in der Mobilfunkdebatte. Kein anderer Wissenschaftler hat seine Studienresultate derart professionell vermarktet und z.B. ein SWR-TV-Team bereits 2002*) mit zur BEMS-Tagung nach Hawaii genommen, lange vor der spektakulären TV-Sendung über Reflex (Bei Anruf Smog) und noch viel länger vor der Publikation der Reflex-Studien. Dies ist mMn ein ganz deutliches Signal für die tatsächliche Existenz der vierten strategischen Säule. Nach der ersten TV-Sendung zu Reflex 2003 hielt Prof. A. sehr, sehr viele Vorträge, nicht nur vor Mobilfunkgegnern, auch angesehene Vereinigungen luden ihn ein. Im Januar 2008 trafen wir ihn allerdings auf einer Scheiner/Carlo-Veranstaltung, also in einem eigentlich verbotenen Umfeld, es sei denn, er legt Wert auf Beziehungen zu extremen Alarmkritikern.

2) Echter oder falscher Alarm: Dass Prof. A. ein Helfer der Tabakindustrie ist und dort beim Vertuschen geholfen hat ist für Reflex dann ohne große Bedeutung, wenn Reflex blitzsauber durchgeführt wurde und ein Risiko offenlegen konnte, dessen Beachtung möglicherweise Milliarden von Handy-Nutzern einmal zugute kommen wird. In diesem Fall, denke ich, hat Prof. A. Nachsicht ob seiner rauchigen Vergangenheit verdient, weil er die alte Scharte ausgewetzt hat. Unter diesen Umständen wäre Prof. A., trotz allem, eher Held als Schurke.

Was aber, wenn bei Reflex der Drang der Initiatoren nach einem alarmierenden Ergebnis so groß war, dass dem mit unlauteren Mitteln nachgeholfen wurde? Dann stellt sich die ganze Geschichte urplötzlich ganz anders dar und bekommt ein übles kriminelles G'schmäckle. Für Prof. A. wäre so eine Entwicklung die Katastrophe am Ende seiner Karriere schlechthin, denn dann könnte er die erste Scharte nicht auswetzen, im Gegenteil, er müsste zähneknirschend zusehen, wie sein Kerbholz eine zweite tiefe Kerbe kriegt. Dem Fälschungsverdacht gegen die Wiener Reflex-Studien kommt deshalb eine in jeder Hinsicht vital wichtige Bedeutung zu, was vielleicht die verblüffenden Anstrengungen erklärt, diesen Ball so flach wie nur irgend möglich zu halten.

*) Nachtrag vom 28.08.2014: Korrektur, dieses Meeting fand vom 22. bis 27. Juni 2003 statt.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Strategie, Medien, SWR, Reflex-Koordinator, Verum, VdC, Alarmkritiker, Wissenschaftsskandal, Fälschungsverdacht, Boulevardpresse, BEMS, Hawaii, Fernsehteam


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