Peter Schneider: Spinner oder Saboteur (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 23.05.2009, 14:31 (vor 5508 Tagen)

Bei Gigaherz wurde der offene Brief eines gewissen Peter Schneider ans Österreichische Bundesministerium für Justiz eingestellt.

Dazu schreibt Elisabeth Buchs zunächst, dieser Peter Schneider sei ganz klar ein 1G-Vertreter, später ergänzt sie im Diskussionsstrang: "Nein, aus diesem Brief kann man wirklich keinen Interessenvertreter der Mobilfunkindustrie erkennen."

So weit so gut. Nachdem ich mir diesen offenen Brief durchgelesen habe, ist mein Standpunkt dazu ein anderer, als der von Frau Buchs.

Wer ist Peter Schneider? Weil dieser Name nicht gerade außergewöhnlich ist, lassen sich Fundstellen im Internet nicht eindeutig zuordnen. Peter Schneider könnte also eine real existierende Person in Österreich sein, oder aber ein erfundenes Pseudonym. Das, was Schneider in seinem offenen Brief darlegt, lässt durchaus den Schluss zu, dass der Mann krank ist und dringend der Hilfe eines Nervenarztes bedarf. Diese Einschätzung dürfte spontan von den meisten Lesern des Briefes geteilt werden: Hier leidet einer - schlecht informiert von einer Bürgerinitiative aus Stuttgart - unter einer quälenden Verschwörungstheorie. Es bleibt eigentlich keine andere Wahl, als sich einmal mehr kopfschüttelnd von Mobilfunkgegnern aller Couleur abzuwenden.

Aber gerade weil der Brief derart krass und abwegig ist, geradezu verrückt anmutet, könnte auch etwas ganz anderes dahinter stecken. Nämlich ein fanatischer Mobilfunkgegner-Hasser, der mit einem (diesem) getürkten Brief das ohnehin schon arg ramponierte Image der Mobilfunkgegner (1G-Kritiker) noch weiter nach unten ziehen möchte. Dies ist in der dargelegten Weise nur ein Verdacht und noch keine gegenläufige Verschwörungstheorie, denn zu einer Verschwörung gehören immer mehrere Personen. Hier in unserem Fall sind die Grenzen freilich fließend, aus dem Verdacht wird mit nur einem Federstrich eine Verschwörung, wenn ich nämlich behaupte, der 1G-Hasser handelt nicht aus eigenem Antrieb heraus, sondern im Auftrag der Mobilfunkindustrie.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass dieser Peter Scheider ein real existierender Mobilfunkgegner in Österreich ist, bleibt mMn nur ärztliche Hilfe. Eigenartig ist, dass sich bei Gigaherz niemand klar und deutlich von dem Brief distanziert - es wäre ein Akt der Hygiene gewesen.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Verschwörung, Spinner, Gigaherz, Amateur, Brief, Phobiker, Saboteur


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