Der Mann, den 1 Handytelefonat zum Extrem-ES machte (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 24.04.2009, 19:52 (vor 4600 Tagen) @ charles

Herr Niemann, auch ehem. Siemens Ingenieur, selbst elektrosensibel, berichtete mir um 1993, daß in Bonn ein „anerkanntes Symposium“ getagt habe, damals war Elektrosensibilität nicht mehr zu leugnen, man beratschlagte, wie viel % der Bevölkerung wohl elektrosensibel sein könnten, kam zu einem Ergebnis von 4 - 7% und befand das als vernachlässigbar.

Siemens-Ingenieure scheinen bei Ihnen hoch im Kompetenzkurs zu stehen. Aber schauen wir uns mal an, was Herr Niemann so sagt:

Dipl.-Ing. Gerhard Niemann, Selbsthilfeverein für Elektrosensible e.V., München

Vor 5 Jahren bewegten wir uns "unter uns". In der Zwischenzeit hat die Bewußtseinsbildung auf breiter Ebene zugenommen:

– Es gibt einen – beginnenden – Dialog mit Betreibergesellschaften und Herstellern, nachdem offensichtlich "doch etwas dran sein muß an der Gesundheitsbeeinträchtigung der EMF" – entgegen den verharmlosenden Äußerungen offizieller Stellen. Denn: Betroffene Menschen werden vorstellig bei den Verursachern.
– Die Medien haben sich des Themas angenommen. TV-Sendungen wurden laufend besser. Pro und Contra sind heute recht gut ausgewogen.
– In der Medizin wird der Ruf nach einem Paradigmawechsel laut: Verlassen der mechanistischen Betrachtungsweise, der monokausalen Beziehung; Hinwendung zum Systemverständnis, zur ganzheitlichen Erfassung.
– Die Zahl der praktizierenden Ärzte, die sich neuer Methoden bedienen und uns gerecht werden, hat erfreulich zugenommen. Nur gewisse Institute und das Bundesamt für Strahlenschutz stehen nahezu unverändert der Realität fern – oder weiß man schon, man will/darf es nur nicht sagen?

Nett, nicht wahr?! Der Mann könnte inzwischen glatt in Stuttgart leben, dort werden solche Parolen noch heute gerne gedroschen. Die Sache hat nämlich einen kleinen Haken, den Text von Niemann habe ich aus einem sieben Jahre alten PDF! Was er damals glaubte wahrzunehmen ist heute noch immer Fiktion - nichts von dem, was er behauptet, ist in der Realität wieder zu erkennen - nur die uralten substanzlosen Unterstellungen, die sind noch heute im Umlauf - vermutlich weil nichts besseres hinzugekommen ist. Und so jemanden wollen Sie uns als "Illuminati" verkaufen, der an einer EMF-Geheimsitzung im Stil der berüchtigten Wannsee-Konferenz teilgenommen haben soll? Nein danke, charles, davon kaufe ich Ihnen bzw. Niemann kein einziges Wort ab, aus meiner Sicht ist dies nur peinlich lächerliche Wichtigtuerei. Sollte es je so ein Symposium gegeben haben, dann bitten Sie doch Niemann, er möge ein paar Zeugen seiner Behauptung benennen.

Einen noch viel schöneren Knaller liefert diese Fundstelle:

Der Ingenieur ist wie der ehemalige Außendienstmitarbeiter Siegfried Erhard (Name geändert) aus Kempten auf der Suche nach einem „Funkloch", in dem er wohnen könnte. Erhard führt seine extreme Elektrosensibilität auf ein längeres Handy-Telefonat im Jahre 1995 zurück. Seither kann er seinen Beruf nicht mehr ausüben.

O Gott, wo ist mein Riechsalz!

Auch obiges Kabinettstückchen ist freilich ein alter Schinken, erschienen 2002 angeblich und ausgerechnet in "Neues Deutschland". Wenn ich mir diesen grauenvollen Stuss eines gewissen Olaf Präger so durchlese, dann stelle ich jedoch eine leichte Besserung in der öffentlichen Berichterstattung fest, so schrill wie 2002 ist es heute nicht mehr, nicht mal in Stuttgart ;-).

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Funkloch, Selbstdarstellung, Niemann, Selbsthilfegruppe, Illuminati, Selbsthilfeverein, Erholungsort, Ansprache


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