Fallschilderung: Hautkrebs durch DECT (Allgemein)

Kuddel, Samstag, 17.01.2009, 17:07 (vor 5004 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Kuddel, Samstag, 17.01.2009, 17:28

Der Zusammehang des DECT Telefons mit dem Hautkrebs dürfte eher zufälliger Natur sein, aus folgenden Gründen:

1.)
Beim kutanen T-Zell-Lymphom werden bestimmte Zellen des lymphatischen Systems (die sogenannten T-Lymphozyten) zu (bösartigen) Krebszellen und befallen die Haut.
=> Der Krebs "entsteht" also garnicht in der Haut selbst, sondern im Lymphsystem, das den gesamten Körper durchzieht. Die Manifestierung auf dem Rücken ist also meiner laienhaften Meinung nach rein zufälliger Natur.

2.)
Ein kutanes T-Zell-Lymphom entwickelt sich normalerweise langsam über mehrere Jahre. Der Krankheitsbeginn ist meist die Lebensmitte (ca. 50. Lebensjahr). Männer sind häufiger (2:1) betroffen als Frauen.

Laut Fallschilderung betug die "Expositionszeit" durch die DECT Basis nicht einmal 1,75 Jahre bei lächerlichen 3 Stunden täglich und wenn eine DECT Basis derart "Kanzerogen" wäre, müßte es sicher etliche mehr Betroffene geben (mich eingeschlossen).

3.)
Ferner kann man in diversen Quellen nachlesen, daß Viren als Auslöser vermutet werden. Zitat aus dem Buch "Allgemeine Pathologie" von Frank Dombrowski (Google-Books): "Menschliche Retrovirusinfektion: Für Menschen gesichert ist die Retrovirusinfektion als Ursache für die T-Zellen-Leukämie, bzw des T-Zellen-Lymphoms...."

Die Messwerte sind ohne Frage Spitzenwerte (Peak) sein, sind aber selbst dafür ungwöhnlich hoch.

Das kommt, wenn Laien mit Laien-Meßgeräten Zahlen produzieren, welche bestenfalls als grobe Schätzung zu sehen sind und mit der Realität nichts zu tun haben..
Für die "Messungen" wurde eine logarithmisch periodische Antenne benutzt.
Diese Antennen haben einen signifikante Ausdehnung (sie sind nicht punktförmig) sowie einen signifikanten Gewinn und sind für Messungen im Nahbereich (50cm) nicht geeignet, sondern nur für Fernfeld-Messungen.
Sofern der frequenzabhängige Gewinn der Antenne überhaupt in der Messung berücksichtigt wurde (was ich stark bezweifle), kann der Fachmann über die angegebene Meßgenauigkeit von +/-3dB nur staunen, ist eine solche Genauigkeit selbst mit Präzisionsequipment (Schwarzbeck bzw R&S Antennen, geeichter Spektrumanalysator) nur unter optimalen Bedingungen zu erreichen. Ich vermute, daß sich die 3dB Meßfehler sich allein auf das "Meßgerät" ohne Antenne beziehen.

Übrigens dürfte das in der Fallschilderung gezeichnete Antennendiagramm in mehrfacher Hinsicht unzutreffend sein. Eine L/4 Antenne über einer Massefläche hat keine Kugelcharakteristik, sondern Schmetterlingsform mit den Maxima "schräg nach oben" zur Massefläche, d.h. die Schulterblätter von Herrn Langenbach dürften wesentlich stärker exponiert gewesen sein, als die Gürtellinie. Der Bauch (rote Flecken) dürfte so gut wie garnichts abbekommen haben.

Ganz abgesehen davon war der gute Mann in seiner beruflichen Laufbahn sicherlich vielfachen kanzerogenen Stoffen ausgesetzt (PCB in Trafoöl und Kondensatoren, starke elektrische und magnetische Felder, Lötdämpfe etc).

Alles inallem das übliche Bild in den Fallschilderungen. Man hat eine Krankheit, deren Ursache man nicht kennt, liest etwas von "Funk-Strahlung" bei der Bürgerwelle und ist anschließend von der Bürgerwelle infiziert.

Tags:
Exposition, Hautkrebs, Analyse, Fallanalyse


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