Möglicher Einfluss HF-Strahlung / Phantomgeräusche (Allgemein)

KlaKla, Samstag, 12.07.2008, 08:54 (vor 6461 Tagen)
bearbeitet von KlaKla, Samstag, 12.07.2008, 09:19

"Möglicher Einfluss hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung des Mobilfunks auf das Auslösen und den Verlauf von Phantomgeräuschen
(Tinnitus)"

Literaturstudie
Prof. Dr. Marlies Knipper
Dr. Lukas Rüttiger
Hörforschungszentrum der HNO-Klinik Universität Tübingen

Abschließende Bewertung

Die Literatur lässt zum aktuellen Stand keinen Schluss daraus zu, dass Mobilfunkfelder das Hörvermögen in negativer Weise beeinflussen. Zwar konnten in einigen Studien Hinweise für mögliche kognitive Einflüsse gefunden werden, allerdings erscheint es in Anbetracht der bekanntermaßen großen Streuungsbreiten der Daten bei psychophysischen Verfahren fraglich, ob die gefundenen Effekte, wenngleich statistisch signifikant, von physiologischer oder allgemein biologischer Bedeutung sind. Immerhin wurde in theoretischen Ansätzen die Möglichkeit diskutiert, dass der Kopf und das Gehirn aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften auch als Empfänger für Mobilfunkwellen geeignet sein könnten (siehe Weinberger and Richter, 2002; 900 MHz: 33-35 cm, 1800 MHz: 16-17 cm, Kopfdurchmesser: kürzere Strecke ca. 16-17 cm). Trotzdem, die mangelnde Dosimetrie in vielen Studien lässt es leider nicht immer zu, die Studien direkt miteinander zu vergleichen und die gefundenen Effekte in Zusammenhang zu bringen. Es muss vielmehr damit gerechnet werden, dass der gefundene mögliche Einfluss vielmehr durch unspezifische Effekte zu erklären ist. Ganz am Rande sei nur bemerkt, dass die Nutzung von Mobiltelefonen ganz erheblichen Einfluss auf die Aufmerksamkeit z. B. beim Autofahren hat.
Bei Vieltelefonierern könnte dies durchaus zu trainierter Ablenkung führen, sobald ein Mobiltelefon benutzt wird und langfristig die Aufmerksamkeitsstrategien beeinflussen (Strayer und Johnston, 2001). Sicherlich wären davon auch andere kognitiven Leistungen in irgendeiner Weise beeinträchtigt, ohne dass dies direkt mit den Mobilfunkfeldern zu tun haben müsste.

In Bezug auf den möglichen Einfluss von Mobilfunkfeldern auf die Auslösung oder die Auslösbarkeit von Phantomgeräuschwahrnehmungen (Tinnitus) ist nichts beschrieben. Gerade wegen der zunehmenden Bedeutung von Tinnitus als Volksleiden in unserer Gesellschaft ist es naheliegend durch eine kontrollierte wissenschaftliche Studie Erkenntnisse zu gewinnen, ob und in welchem eventuellen Ausmaß diese spezielle Form der Hörstörung der Beeinflussung durch Mobilfunkfelder unterliegt. Ein Grund warum diese Studie bisher nicht durchgeführt wurde, ist die enorme Variabilität in der pathologischen Ausprägung und Ursache von Tinnitus beim Menschen. Kleine Effekte würden bei Untersuchungen am Menschen im Grundrauschen verschwinden, selbst wenn sie biologisch durchaus von signifikanter Bedeutung wären.

PowerPoint

Forderung: Handy-Verbot beim Autofahren

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Meine Meinungsäußerung

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Johnston

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