Forschung: DMF soll bis 2012 verlängert werden (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 29.03.2007, 10:16 (vor 6911 Tagen)

Das Deutsche Mobilfunk Forschungsprogramm (DMF) soll bis 2012 weitergeführt werden. In einem Antrag (16/4762) fordern Bündnis 90/Die Grünen, dafür für den Zeitraum von 2008 bis 2012 fünf Millionen Euro zur Verfügung zu stellen - die Netzbetreiber sollen wie bisher in die Finanzierung miteinbezogen werden. Bei der Frage, inwieweit Nutzer von Handys durch elektromagnetische Felder gefährdet werden, sollen insbesondere drei Aspekte untersucht werden: Zum einen die altersabhängige Wirkung auf Menschen sowie die langfristigen Auswirkungen des Telefonierens auf den Menschen. Zusätzlich sollen die Auswirkungen auf Flora und Fauna wissenschaftlich erfasst werden.

Seit 2002, heißt es in dem Antrag, werden die möglichen Gefährdungen durch den Mobilfunkstrahlung im Rahmen des Deutschen Mobilfunkforschungsprogramms (DMF) untersucht. Das Programm werde vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) betreut. Die Mobilfunknetzbetreiber unterstützen das Projekt, haben aber, so die FDP-Fraktion, keinerlei Einfluss auf die Forschungsvorhaben. Noch bis 2007 würden mit dem Forschungsprogramm über 50 verschiedene Projekte in verschiedenen Disziplinen wie Biologie, Dosimetrie, Epidemiologie und Risikokommunikation durchgeführt.

Quelle: http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2007/2007_081/05.html

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Antrag abgelehnt

H. Lamarr @, München, Freitag, 06.07.2007, 22:45 (vor 6812 Tagen) @ H. Lamarr

PRESSEMITTEILUNG

NR. 0784 der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
Datum: 4. Juli 2007
Industrie und Regierung verweigern weitere Forschung über Mobilfunk-Gefahren

Zur aktuellen Diskussion über die Fortführung des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms (DMF) erklärt Sylvia Kotting-Uhl, umweltpolitische Sprecherin:

Telekom, Vodafone, e-plus und O2 sind ihre Gewinne offenbar wichtiger als das Vertrauen ihrer Kunden. Umwelt-Staatssekretär Michael Müller gab bei der heutigen Debatte im Umweltausschuss des deutschen Bundestags bekannt, dass die Mobilfunknetzbetreiber es abgelehnt haben, sich weiter an der Erforschung möglicher Gefahren durch den Mobilfunk im Rahmen des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms (DMF) zu beteiligen. An dem Ende 2007 auslaufenden DMF-Programm hatten sich die Betreiber noch mit 8,5 Millionen Euro beteiligt.

Die Verweigerung der Mobilfunkbetreiber ist nicht nur aus Gründen des Gesundheitsschutzes völlig unverständlich. Sie ist auch in deren eigenem Interesse kontraproduktiv, weil sie nicht vertrauensbildend, sondern Misstrauen verstärkend wirkt. Immerhin hat das Bundesamt für Strahlenschutz schon 2006 erklärt, dass über Langzeitwirkungen und über die besondere Empfindlichkeit von Kindern wegen lückenhafter Forschungsergebnisse noch keine abschließenden Aussagen möglich seien.

Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht nachvollziehbar, dass die Regierungskoalitionen heute unseren Antrag auf Verlängerung des Mobilfunk-Forschungsprogramms abgelehnt haben. Während die Linke und sogar die FDP diesen Antrag unterstützten, verstiegen sich CDU-Vertreter gar zu der Behauptung, dass die Forderung nach weiterer Forschung "Panikmache" sei.

Die grundsätzliche Ablehnung der Netzbetreiber und die Ignoranz der CDU/CSU zeigen, dass sie nicht verstanden haben, dass Ängste der Bevölkerung genau dadurch gefördert werden, dass Transparenz und Erforschung möglicher Folgen verweigert werden.

Nachricht: Hartenstein-Newsletter 070706 - EMFLvh-3031

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