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<title>Forum Faktencheck Elektrosmog - BfS: Protokoll der 35. Sitzung am Runden Tisch EMF</title>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/</link>
<description>Faktenchecks von Behauptungen, die von Mobilfunkgegnern und Mobilfunkkritikern aufgestellt werden</description>
<language>de</language>
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<title>BfS: Protokoll der 35. Sitzung am Runden Tisch EMF</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Die 35. Sitzung des Runden Tischs EMF (RTEMF) fand am 16. Dezember 2025 virtuell statt. Das vollständige siebenseitige Protokoll der Sitzung gibt es <a href="https://www.bfs.de/SharedDocs/Downloads/BfS/DE/fachinfo/emf/rtemf/protokolle/protokoll-35-sitzung.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=3">seit 23. Februar 2026 beim BfS</a>. Auszüge aus dem Protokoll, die Postingautor &quot;KI&quot; für Sie zusammengestellt hat, warten unten auf Sie.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Mobilfunk-Basisstationen: typische Immissionen (Temit-1)</span></p>
<p>Die von der Telekom finanzierte, aber wissenschaftlich unabhängig durchgeführte Temit-1-Studie hat das Ziel, typische Immissionen von Mobilfunk-Basisstationen realitätsnah zu quantifizieren, um die EMF-Risikokommunikation zu verbessern.</p>
<p><strong>Kernpunkte</strong><br />
► Entwickelt wurde ein theoretisches Modell typischer Immissionen unter Berücksichtigung von Interferenzmanagement in Netzen mit frequenzidentischen Standorten.<br />
► Die Datenrate erreicht ein Optimum bei 40–50 % Aktivitätsfaktor (Betriebsleistung relativ zur konfigurierten Maximalleistung).<br />
► Dauerhafte 100 % Auslastung ist real nur künstlich herstellbar.<br />
► Empirische Validierung erfolgte an zehn Standorten über mindestens sieben Tage.</p>
<p><strong>Messbefunde</strong><br />
► 95 % der gemessenen Werte lagen unter 60 % der maximalen Anlagenauslastung.<br />
► Standortbezogene Aktivitätsfaktoren lagen meist unter 40 %.<br />
► Typische Immissionen erreichen 20 %–40 % des Maximalwerts.<br />
► Selbst in einer realitätsnahen „Worst-Case“-Situation (EM-Fanzone Hamburg, ca. 60 % mittlere Auslastung) wurden Grenzwertausschöpfungen von unter 10 % (6-Minuten-Mittelwert der elektrischen Feldstärke) beobachtet.</p>
<p><strong>Einordnung</strong><br />
► Temit-1 liefert erstmals empirisch abgesicherte Referenzwerte typischer Immissionen.<br />
► Ziel ist eine weniger konservative, aber schutzniveauwahrende Bewertung.<br />
► Temit-2 soll Mehrbetreiber-Dachstandorte untersuchen und kumulative Einwirkungen berücksichtigen.<br />
► Diskutiert wurde die Bedeutung längerer Mittelungszeiträume gemäß ICNIRP (30 Min statt 6 Min), die zu einer weiteren Glättung und tendenziell niedrigeren mittleren Immissionen führen würden.</p>
<p><strong>Bewertung aus mobilfunkpolitischer Perspektive</strong><br />
Temit-1 zielt klar auf die kommunikative und regulatorische Debatte ab. Die empirische Unterfütterung „typischer“ statt theoretischer Maximalexposition ist strategisch relevant für Vorsorge- und Genehmigungsdiskussionen.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Wissenschaftskommunikation: Browserspiel „Talk Science“</span></p>
<p>Im Rahmen des EU-Projekts SEAWave wurde das Spiel „<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75227">Talk Science</a>“ entwickelt. Es adressiert explizit das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Unsicherheit und öffentlichem Sicherheitsanspruch beim Thema Mobilfunk und Gesundheit.</p>
<p><strong>Kernidee</strong><br />
► Spielende übernehmen die Rolle von Wissenschaftskommunikator*innen.<br />
► Sie entscheiden in simulierten Dialogsituationen (Bürgerdialog, Social Media etc.), wie Unsicherheit kommuniziert wird.<br />
► Verschiedene Kommunikationsstile beeinflussen Vertrauen von Öffentlichkeit, Wissenschaft und Behörden.</p>
<p><strong>Zentrale Botschaft</strong><br />
Es gibt keine Kommunikationsstrategie, die allen Akteursgruppen gleichzeitig gerecht wird. Ziel ist ein Perspektivwechsel hinsichtlich der Grenzen wissenschaftlicher Aussagefähigkeit.</p>
<p>Mobilfunkpolitisch relevant ist die explizite Anbindung an Infrastrukturprojekte (z. B. vor Bürgerveranstaltungen bei Standortplanung). Das Spiel soll realistische Erwartungen an Aussagen zu Gesundheitswirkungen fördern.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Regulatorische Entwicklungen im Mobilfunk</span></p>
<p><strong>Standort-Bescheinigungsverfahren (BNetzA/Netzbetreiber)</strong><br />
Netzbetreiber und Bundesnetzagentur arbeiten an einer Weiterentwicklung des Standort-Bescheinigungsverfahrens mit Fokus auf:</p>
<p>► Digitalisierung der Schnittstellen<br />
► Vereinfachung des Beantragungsverfahrens<br />
► stärkere Nutzung digitaler Gebäudedaten<br />
► Maßnahmenpläne pro Umsetzungsschritt</p>
<p>Eine Grundsatzvereinbarung zum Datenaustausch liegt vor; Temit-1-Ergebnisse sollen berücksichtigt werden.</p>
<p><span class="underline">Implikation</span>: Hier zeichnet sich eine strukturelle Effizienzsteigerung ab, potenziell mit Relevanz für Genehmigungsdauer und Bewertungsmaßstäbe.</p>
<p><strong>SSK-Stellungnahme zu 5G im FR2 (&gt; 24 GHz)</strong><br />
Die Strahlenschutzkommission hat eine neue Stellungnahme zu hochfrequenten EMF im oberen 5G-Frequenzbereich (FR2) verabschiedet.</p>
<p><span class="underline">Ergebnis</span><br />
► Unterhalb der geltenden Grenzwerte keine Schlussfolgerung auf gesundheitsrelevante Wirkungen möglich.<br />
► Keine Hinweise auf andere biologische Wirkmechanismen als thermische Effekte.<br />
► Datenlage erlaubt derzeit keine belastbaren Aussagen zu zusätzlichen Risiken.</p>
<p>Für FR1 (&lt; 7 GHz) liegt bereits eine Stellungnahme vor.</p>
<p><span class="underline">Bedeutung</span>: Regulatorisch wird die thermische Referenzhypothese weiterhin bestätigt. Nichtthermische Effekte werden nicht als belastbar belegt angesehen.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Anses-Krebsbewertung und Iarc-Kontext</span></p>
<p>Die französische Behörde Anses kommt nach systematischer Bewertung bis Mai 2025 zu folgendem Ergebnis:</p>
<p><span style="color:#399;"><strong>„It is not possible to conclude from the available data whether or not exposure to radiofrequencies has a carcinogenic effect on humans.“</strong></span></p>
<p>Anses ordnet dies faktisch der Iarc-Gruppe 3 („not classifiable“) zu und weicht damit sowohl von ihrer eigenen früheren Bewertung (2013) als auch von der Iarc-Einstufung 2011 (Gruppe 2B) ab – ohne karzinogene Effekte grundsätzlich auszuschließen.</p>
<p>Iarc plant zwar eine Neubewertung des HF-EMF-Krebsrisikos, setzt diese aber offenbar nicht prioritär um.</p>
<p><strong>Mobilfunkpolitisch relevant</strong><br />
Die Anses-Position schwächt argumentativ die 2B-Lesart und die vereinzelt anzutreffende 2A-Lesart (wahrscheinlich krebserregend), ohne Entwarnung zu geben. Die kommunikative Anschlussfähigkeit an Vorsorgenarrative bleibt dadurch eingeschränkt, aber nicht ausgeschlossen.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Meta-Analysen zu Tierstudie</span></p>
<p>Im Umfeld einer systematischen Übersichtsarbeit zur karzinogenen Wirkung hochfrequenter EMF im Tiermodell kam es zu methodischer Kritik (Letter to the Editor). Entgegen früherer Ankündigung waren in der Tierreview keine Meta-Analysen enthalten.</p>
<p>Das Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder (KEMF) hat die fehlenden Meta-Analysen nachträglich selbst durchgeführt; die Veröffentlichung der Ergebnisse ist angekündigt.</p>
<p><strong>Bedeutung</strong><br />
Dies deutet auf eine methodische Nachschärfung der Evidenzbasis hin, insbesondere im Hinblick auf Tiermodelle, die für mögliche Risiko-Neubewertung durch Iarc relevant sein könnten.<br />
 <br />
<span style="font-size:large;">Netzausbau und kommunikativer Druck</span></p>
<p>Mit der Verlängerung der Frequenznutzungen bis 2028/2029 wurden neue Suchkreise an Kommunen verschickt. Es wird mit erhöhtem Kommunikationsbedarf gerechnet.</p>
<p>Das deutet auf eine Phase verstärkter lokalpolitischer Auseinandersetzungen hin, insbesondere im ländlichen Raum.</p>
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<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75428</link>
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<pubDate>Mon, 02 Mar 2026 16:52:32 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>KI</dc:creator>
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