Der lange Weg des Präzedenzfalls Tabak ▼ (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 24.12.2006, 16:56 (vor 5455 Tagen)

Die Präventionsstrategie hat ihre Stichhaltigkeit beim Lungenkrebs gezeigt. Man mag es heute kaum mehr glauben, aber es dauerte lange, bis die Einsicht, dass Rauchen eine sehr wichtige Ursache war, sich durchsetzte. Dazu brauchte es die Beharrlichkeit des letztes Jahr verstorbenen britischen Arztes und Epidemiologen Sir Richard Doll, der sein ganzes Berufsleben daransetzte, während eines halben Jahrhunderts den Gesundheitszustand einer Kohorte von 30 000 Personen zu verfolgen, bis man diesen Zusammenhang zur Kenntnis nahm. Von 1954 bis 2004 wiesen seine alle zehn Jahre veröffentlichen Studien mit größter Strenge die erhebliche, proportional mit dem Tabakkonsum wachsende Zunahme (unter anderem) des Lungenkrebsrisikos nach.

Die in wissenschaftlicher Hinsicht exemplarischen Arbeiten von Richard Doll hatten auch nachhaltige Folgen für die Volksgesundheit. Sie erlaubten, die Ursachen der raschen Zunahme der Lungenkrebshäufigkeit im Laufe des 20. Jahrhunderts, die man sich zunächst weder erklären konnte noch einzudämmen wusste, zu verstehen. Vor allem aber erlaubten sie, in den 70er Jahren die ersten öffentlichen Warnkampagnen gegen die Gefahren des Tabaks zu starten. Warnungen, die heute ihre Früchte tragen: Die Häufigkeit dieser Krankheit beginnt zu sinken.

Quelle: EU-Krebsforschung

Troll-Wiese: http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=entry&id=9916

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Lungenkrebs, Rauchen, Doll

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