Leitgeb mahnt weitere Forschung an (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 29.11.2006, 23:36 (vor 5530 Tagen)

Experte warnt vor Ende der Forschung zu Risiken von Handy-Strahlung

Ein Experte der Strahlenschutzkommission hat mit Blick auf neue Nutzungen von Handys davor gewarnt, die Forschung zu den Risiken elektromagnetischer Strahlung zu reduzieren. "Vor allem Kinder und Jugendliche nutzen ihr Mobiltelefon immer intensiver", sagte Norbert Leitgeb von der Technischen Universität Graz bei einer Fachtagung am Mittwoch in Stuttgart. Welche Risiken sich durch längere Beschäftigung mit dem Handy wie etwa Fernsehen ergäben, sei nicht absehbar, sagte Leitgeb bei einer Konferenz der Forschungsgemeinschaft Funk.

Auch wenn gesundheitliche Auswirkungen von elektromagnetischer Strahlung auf den Menschen bisher nicht erwiesen seien, müsse weiter geforscht werden. "Leider hat die Motivation der Netzwerkbetreiber sichtlich nachgelassen", bedauerte Leitgeb.

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Kommentar: Ist das Anmahnen zum Nichtnachlassen der Forschungsanstrengungen nun aus echter Sorge um denkbare Spätfolgen des Mobilfunks erwachsen, oder einfach nur eine ABM für Wissenschaftler und Labore? Insidern zufolge ist es seit knapp einem Jahr so, dass die Industrie eigenen Forschungsinstitutionen wie der FGF zunehmend den Geldhahn zudreht. Eine verständliche Reaktion, wenn man bedenkt, dass industriegeförderte Forschung bei der Bevölkerung nur das Image schmutziger Forschung hat und die Ergebnisse - wegen naheliegender Interessenskonflikte - von Mobilfunkkritikern ohnehin nicht anerkannt werden. Sobald die Industrie ihre Finger im Spiel hat, auch wenn es nur der kleine ist, sind Forschungsresultate bei Kritikern nur reif für die Tonne. Auch massive weitere Investition würden der Industrie keinerlei Imagegewinn bringen: also fährt sie die Mittel runter. So ist es gar nicht einmal verschwörungstheoretischer Unsinn, zu vermuten, dass Norbert Leitgeb für seine Wissenschaftskollegen lediglich ein gutes Wort eingelegt hat, damit der Beschäftigungsstand in der Forschung keinen Sinkflug antritt.

Ein Rückzug der Industrie ist aus Sicht der Kritiker sehr zu begrüßen. Denn wenn anstelle der Industrie nun eher unverdächtige Geldgeber wie etwa die öffentliche Hand in die Bresche springen, könnte dies möglicherweise spektakuläre Folgen haben, wenn nämlich von Interessensauflagen befreite Forscher deutlich mehr kritische Befunde zutage fördern als zu Zeiten der Industrieforschung. Leere staatliche Kassen lassen allerdings wenig Hoffnung aufkommen, und daher könnte eine alte Idee wieder interessant fürs politische Durchsetzen werden.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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Fachtagung

Leitgeb mahnt weitere Forschung an

H. Lamarr @, München, Samstag, 02.12.2006, 01:00 (vor 5528 Tagen) @ H. Lamarr

Experte warnt vor Ende der Forschung zu Risiken von Handy-Strahlung

Na sowas! Diese Meldung ist sogar bis zu jesus.de durchgeschlagen. Wenn er dort der Webmaster ist, dann können wir uns ja auf einiges gefasst machen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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