EU: Big Tech sollen Kosten des Netzausbaus mittragen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 03.08.2022, 23:28 (vor 55 Tagen)

Frankreich, Italien und Spanien erhöhten am 1. August 2022 den Druck auf die Europäische Kommission, damit diese gesetzliche Grundlagen schafft, um große Technologieunternehmen verpflichten zu können, die Telekommunikationsinfrastruktur in der EU mitzufinanzieren. In einem gemeinsamen Papier erklären die drei Regierungen, dass die sechs größten Anbieter von Webinhalten 55 Prozent des Internetverkehrs ausmachen.

Dies war das erste Mal, dass die drei Regierungen ihre Position zu diesem Thema in einem gemeinsamen Dokument zum Ausdruck gebracht haben. Die EU-Regulierungsbehörde erklärte zuletzt im Mai, sie untersuche die Frage, ob Google, Meta und Netflix zur Übernahme eines Teils der Kosten für die Aufrüstung der Telekommunikationsnetze in der EU verpflichtet werden könnten.

Der 55-Prozent-Anteil verursache den europäischen Telekommunikationsunternehmen erhebliche Kosten in Bezug auf die Bereitstellung von Übertragungskapazität, und das zu einer Zeit, in der sie bereits massiv in die kostspieligsten Teile der Netzwerke mit 5G und Fiber-To-The-Home investierten, heißt es in dem Dokument. Das geforderte Gesetz soll bewirken, dass alle Marktteilnehmer sich an den Kosten der digitalen Infrastruktur beteiligen. Laut einer Studie, die von der Telkolobbygruppe Etno Anfang des Jahres veröffentlicht wurde, könnte ein jährlicher Zuschuss von 20 Milliarden Euro der EU-Wirtschaft einen Schub von 72 Milliarden Euro geben.

Netzaktivisten warnen jedoch davor, die EU-Regelungen zur Netzneutralität könnten gefährdet werden, wenn Big Tech für die Netze zahlt.

Quelle: Reuters

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– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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