5G-Strahlung verursacht Symptome des Mikrowellensyndroms (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 20.03.2022, 18:30 (vor 256 Tagen)

Erfüllt eine Studie die Erwartungshaltung von Mobilfunkgegnern, wird sie in der Szene ohne Wenn & Aber verwurstet. So geschehen soeben im Gigaherz-Forum. Die "elektrosensible" Vorständin Elisabeth Buchs präsentiert dort eine "Studie" von Lennart Hardell und Mona Nilsson so, als würde es sich um eine wissenschaftlich ernst zu nehmende Arbeit handeln.

Zur Ehrenrettung von Frau Buchs ist anzumerken, dass sie selbst nicht allzu viel Mühe in ihr Posting gesteckt hat, sondern sich mit Copy-Paste begnügte. Abgegriffen hat sie den Text bei dem schrägen Schweizer Portal uncut-news.ch, das behauptet "unabhängige News und Infos" zu verbreiten. Die "Ungeschnittenen" sind jedoch nicht die Primärquelle, sondern haben den deutschen Text von "Children's Health Defense" übernommen, das ist die Organisation des US-Verschwörungsfans und Impfgegners Robert F. Kennedy junior. Diese wiederum hat sich in englisch bei "The Defender" bedient, das ist die Newssite von Children's Health Defense. Doch auch dort findet sich nur eine Interpretation des Originals, das schlussendlich in Ausgabe 1/2022 des schwedischen Magazins Medicinsk Access (PDF, 2 Seiten, schwedisch) veröffentlicht wurde. Wie es von dort in The Defender gefunden hat ist rätselhaft.

Wenn Lennart Hardell als Autor genannt wird, darf angenommen werden, Medicinsk Access sei ein wissenschaftliches Fachjournal. Ein Trugschluss. Das Magazin ist eine Publikumszeitschrift in Stil der deutschen Apotheken Umschau. Und weil es so ist wie es ist, fehlt das Magazin im Bestand von PubMed, was bedeutet, dass Lennart Hardell und seine Co-Autorin Mona Nilsson ihre Fallstudie zwar Laien präsentieren, Wissenschaftlern aber vorenthalten. Aus gutem Grund, wie wir gleich sehen werden.

Was Hardell und Nilsson ihren Lesern auf zwei Druckseiten servieren, lässt sich anhand der Übersetzung des Titels, Vorspanns und Textbeginns grob abschätzen:

Die Mikrowellenstrahlung von Basisstationen auf Dächern führt zu medizinischen Symptomen, die dem Mikrowellensyndrom entsprechen

Diese Fallstudie zeigt, dass eine 5G-Basisstation auf dem Dach eines Wohnhauses eine erhebliche Zunahme der Mikrowellenstrahlung verursacht. Infolgedessen entwickelten zwei Bewohner des Hauses innerhalb weniger Tage deutliche Symptome des Mikrowellensyndroms. Als sie in eine Unterkunft mit viel geringerer Strahlung umzogen, gingen die Symptome schnell zurück oder verschwanden. Die Studie zeigt auch, dass Strahlung, die weit unter den behördlich erlaubten Werten liegt, krank macht.

Das Mikrowellensyndrom wurde erstmals in den 1970er Jahren im ehemaligen Sowjetblock beschrieben. Wissenschaftler, die wissenschaftliche Studien zur berufsbedingten Mikrowellenbelastung durchgeführt haben, beschrieben Symptome wie Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme. Diese Symptome wurden mit der Exposition gegenüber Funkwellen oder Mikrowellen in Verbindung gebracht. Es wurde festgestellt, dass die Symptome im Allgemeinen nachließen, wenn die Exposition beendet wurde. [...]

Die Fallanzahl Zwei (Kontrollen gab es nicht) dürfte ganz unabhängig von der übrigen Qualität der "Studie" schon der plausible Grund dafür sein, warum das Autorenduo einen Bogen um die wissenschaftliche Veröffentlichung ihrer "Studie" machte. Eigentümlich auch, dass die Basisstation auf dem Dach eines Wohnhauses gestanden haben soll. Dort befinden sich üblicherweise nur die Antennen, die über Koaxkabel mit der Basisstation im Keller verbunden sind. Völlig ausgeschlossen ist die Darstellung der Autoren allerdings nicht.

Geradezu enttäuschend muss für die deutsche Anti-Mobilfunk-Szene der Textbeginn sein, der die Entdeckung des "Mikrowellensyndroms" Sowjet-Wissenschaftlern in den 1970er Jahren zuschreibt. Dies zeigt: Die langjährigen Bemühungen hiesiger Mobilfunkgegner, als Entdecker den deutschen Arzt Erwin Schliephake ins kollektive Gedächtnis der Szene einzubrennen, scheitern bereits an den Wänden der Echokammern, in denen sie sitzen.

Tiefer in die Hardell-Nilsson-Studie einzusteigen lohnt sich mMn nicht, dazu mangelt es der Studie, die keine ist, an Substanz. Spannend könnte lediglich sein zu beobachten, welche Mobilfunkgegner sich blenden lassen und versuchen, aus der Arbeit Kapital zu schlagen. Sie müssen sich meiner Einschätzung nach den Vorwurf gefallen lassen, zu den anspruchslosesten oder dümmsten Teilnehmern der Anti-Mobilfunk-Szene zu gehören.

Lennart Hardell sägt mit Veröffentlichungen wie der jetzigen an seinem Ruf als seriöser Wissenschaftler. Der Schwede ist inzwischen allerdings im Ruhestand, er hat nicht mehr viel zu verlieren.

Dass die Betroffenen, ein älteres Ehepaar, beide gleichzeitig reagieren und über selbstdiagnostizierte medizinisch nicht abgeklärte Symptome berichten, ist kein Zufall. Die Wissenschaft erkennt in solchen Verkettungen Elektrosensibilität by Proxy, d.h. ein Betroffener steckt den anderen an, anschließend schaukeln sie sich gegenseitig auf.

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Verschwörung, Copy-Paste, Hardell, Mikrowellensyndrom, Schliephake, Ruhestand, Nilsson, Impfgegner, Kennedy, Children's Health Defense, De-Exposition

Hardell will 1,69 W/m² im Schlafzimmer gemessen haben

H. Lamarr @, München, Sonntag, 20.03.2022, 20:29 (vor 256 Tagen) @ H. Lamarr

Tiefer in die Hardell-Nilsson-Studie einzusteigen lohnt sich mMn nicht, dazu mangelt es der Studie, die keine ist, an Substanz.

Aber: Folgende Textpassage aus der Studie darf nicht unkommentiert bleiben:

[...] Tabelle 1 zeigt auch die Ergebnisse der Folgemessung in der Wohnung am 2. Februar 2022. Die Ergebnisse zeigen deutlich höhere Werte als im Dezember 2021. So wurde der Maximalwert von 1'690'000 microW/m² am Bett der Frau gemessen, das sich nur 5 Meter direkt unter der Basisstation auf dem Dach befand. Dieser Wert ist so hoch, dass die Gefahr akuter und langfristiger gesundheitlicher Auswirkungen besteht. Sie zeigt auch, dass die Strahlung direkt unter einer auf dem Dach platzierten Basisstation sehr hoch sein kann. [...]

Lennart Hardell ist Epidemiologe, kein HF-Messtechniker. Deshalb zweifle ich seinen genannten Maximalwert an.

Auch ein Epidemiologe, der sich seit etwa zwei Dekaden mit EMF beschäftigt, müsste mMn eigentlich wissen, dass HF-Messgeräte fehlerbehaftet sind, auch wenn die numerische Messwertanzeige eine verführerisch fehlerfreie Messung vorgaukelt.

Hardell hat mit einem preisgünstigen (385 $) Breitbandmessgerät vom Typ "Safe and Sound Pro II" gemessen.

Technische Daten gemäß Hersteller
Messbereich: 0,001 µW/m² bis 2,5 W/m²
Frequenzbereich: 200 MHz bis 8,0 GHz
Messfehler: ±6 dB
Den Frequenzgang eines Testmusters kann man sich hier anschauen.

► Bekanntlich wird bei Breitbandmessgeräten in den Grenzen des Frequenzbereichs jedes HF-Signal erfasst, das am Messpunkt einwirkt. Dies können Rundfunk- und TV-Sender sein, Radar, DECT, W-Lan, Mobiltelefone, Mobilfunk-Basisstationen. In Hardells Maximalwert können daher unerkannte Signale dominieren, z.B. ein am Körper getragenes Mobiltelefon, das in die Basisstation eines anderen Netzanbieters eingebucht ist, die nicht auf dem Dach, sondern weit entfernt ist. Da Hardell keine geografischen Angaben über den Ort der Messungen macht, ist eine Prüfung auf externe Störsignale nicht möglich.

► Hardell ignoriert den Messfehler des Messgeräts. Der tatsächliche Messwert liegt bei ±6 dB Messfehler irgendwo zwischen 6,76 W/m² (was außerhalb des Messbereichs wäre) und 0,422 W/m². Die von Hardell vorgetragene "Werkskalibrierung" seines Exemplars ändert daran nichts.

► Der von Hardell gemessene Wert ist der höchste gemessene Spitzenwert während der Messzeit (laut Hardell 3 Minuten). Ein Vergleich von Spitzenwerten mit den Grenzwerten (Effektivwerte) ist unzulässig. Hardell nennt für denselben Messpunkt die Durchschnittswerte 5 mW/m² bis 20 mW/m², wobei unklar ist, über welchen Zeitraum die Messwerte gemittelt wurden.

► Die Linearität des Messbereichs endet laut Hersteller bereits bei 1 W/m². Hardells Maximalwert liegt außerhalb, daraus resultiert mutmaßlich ein zusätzlicher unbekannter Messfehler.

► Ein derart hoher Maximalwert, wie von Hardell gemessen, ist senkrecht unter einer 5G-Basisstation nicht plausibel.

► Wie hier nachzulesen ist, nehmen es die Hersteller von Billig-Messgeräten bei ihren technischen Angaben nicht so genau, es werden häufig mehr oder weniger geschönte Werte genannt, die zum Teil extreme Messfehler verschleiern.

► Hardell benutzt bei seinen Messwertangaben den bekannten Trick, durch Wahl einer sehr kleinen Messwertdimension (hier µW/m²), Laien riesige Messwerte vorzuführen (hier 1'690'000 µW/m² anstelle von 1,69 W/m²). Dies passt zum Kontext des Artikels, mit dem mMn irrationale Ängste gegenüber 5G in der Bevölkerung geschürt werden sollen. So behauptet er zu Beginn des Artikels, das "Havanna-Syndrom" würde ebenfalls gepulster
Mikrowellenstrahlung zugeschrieben. Diese Halbwahrheit ist inzwischen nahezu vollständig widerlegt.

Gemäß Hardell entschied sich das betroffene Ehepaar bereits wenige Tage nach der Inbetriebnahme im November 2021, aus der Wohnung auszuziehen. Auf die Idee, dass er mit seinen Auftritten bei dem Ehepaar für die Symptome und den Auszug verantwortlich ist, kam Hardell offensichtlich nicht.

Mich erinnert dies an den Fall von Frau Semmelweis (Name geändert), der hier ausführlich dokumentiert ist. Damals war es ein im Raum München bekannter "Elektrosensibler" (am Linkziel Dr. Ahus), der einer alten Dame mit Schauergeschichten über Elektrosmog derart viel Angst vor dem Schnurlostelefon eines Nachbarn einjagte, dass die Frau sich kaum noch in ihre Wohnung wagte und tagsüber draußen umherirrte. Kümmern um die Frau durften wir uns, der Verursacher des sozialen Problems sah sich nicht in der Pflicht.

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Angst, Semmelweis, Hardell, Messfehler, Spitzenwert, Irreführung, Trick, HF-Detektor, Nilsson, Effektivwert, Epidemiologe, Havanna-Syndrom, Gütesiegel

5G-Strahlung verursacht Symptome des Mikrowellensyndroms

e=mc2, Sonntag, 20.03.2022, 21:41 (vor 256 Tagen) @ H. Lamarr

Der Schwede ist inzwischen allerdings im Ruhestand, er hat nicht mehr viel zu verlieren.

Dafür einiges zu gewinnen. Lukrativ sind zum Beispiel Gutachten für Gerichtsverfahren, besonders in den USA. Das macht Hardell ja regelmässig. Je meinungsstärker er sich positioniert, desto größer die Wahrscheinlichkeit für Anfragen für Parteigutachten.

Tags:
Gutachten, Hardell, USA, Kommerz

Ich bin auch noch da ...

KlaKla, Samstag, 26.03.2022, 10:48 (vor 251 Tagen) @ e=mc2

Der Schwede ist inzwischen allerdings im Ruhestand, er hat nicht mehr viel zu verlieren.

Dafür einiges zu gewinnen. Lukrativ sind zum Beispiel Gutachten für Gerichtsverfahren, besonders in den USA. Das macht Hardell ja regelmässig. Je meinungsstärker er sich positioniert, desto größer die Wahrscheinlichkeit für Anfragen für Parteigutachten.

Prof. Dr. Lebrecht von Klitzing, (geb. 1. April 1939) benutzt "OpenPetition" um sich in Erinnerung zu bringen.

Prof. Dr. Lebrecht von Klitzing, Wiesenthal
WLAN greift bei längerer Exposition in das Nervensystem. Diese Störung bleibt auch nach Exposition über Stunden erhalten und kann zu kardiovaskulären Problemen führen.
Weitewres: www.umweltphysik.com/medizinphysik

--
Meine Meinungsäußerung

Tags:
Klitzing

5G-Strahlung verursacht Symptome des Mikrowellensyndroms

e=mc2, Sonntag, 20.03.2022, 21:49 (vor 256 Tagen) @ H. Lamarr

Erfüllt eine Studie die Erwartungshaltung von Mobilfunkgegnern, wird sie in der Szene ohne Wenn & Aber verwurstet. So geschehen soeben im Gigaherz-Forum. Die "elektrosensible" Vorständin Elisabeth Buchs präsentiert dort eine "Studie" von Lennart Hardell und Mona Nilsson so, als würde es sich um eine wissenschaftlich ernst zu nehmende Arbeit handeln.

Und diagnose:funk perfektioniert die Besprechung dieser "Studie" aus einer "Fachzeitschrift" auf ihrer Webseite. :rotfl:
Definitiv von allen guten Geistern verlassen. :no:

Diagnose-Funk: Personae non gratae

H. Lamarr @, München, Sonntag, 20.03.2022, 22:10 (vor 256 Tagen) @ e=mc2

Erfüllt eine Studie die Erwartungshaltung von Mobilfunkgegnern, wird sie in der Szene ohne Wenn & Aber verwurstet. So geschehen soeben im Gigaherz-Forum. Die "elektrosensible" Vorständin Elisabeth Buchs präsentiert dort eine "Studie" von Lennart Hardell und Mona Nilsson so, als würde es sich um eine wissenschaftlich ernst zu nehmende Arbeit handeln.

Und diagnose:funk perfektioniert die Besprechung dieser "Studie" aus einer "Fachzeitschrift" auf ihrer Webseite. :rotfl:
Definitiv von allen guten Geistern verlassen. :no:

Hatte ich noch nicht gesehen gefällt mir aber gut. Denn mit ihren "qualifizierten" Beiträgen deklarieren sich die selbstgewissen Stuttgarter, dort, wo die Post abgeht, mehr und mehr zu Personae non gratae. Weiter so!

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Diagnose-Funk: "ehemalige Wissenschaftler aus dem Sowjetblock"

H. Lamarr @, München, Sonntag, 20.03.2022, 22:47 (vor 256 Tagen) @ H. Lamarr

Hatte ich noch nicht gesehen gefällt mir aber gut. Denn mit ihren "qualifizierten" Beiträgen deklarieren sich die selbstgewissen Stuttgarter, dort, wo die Post abgeht, mehr und mehr zu Personae non gratae. Weiter so!

So grandios wie der Inhalt ist auch die Übersetzung durch Diagnose-Funk. Hier eine besonders entzückende Passage:

Das Mikrowellensyndrom wurde bereits in den 1970er Jahren von ehemaligen Wissenschaftlern aus dem Sowjetblock, die wissenschaftliche Studien durchgeführt haben, beschrieben. Bei der beruflichen Exposition gegenüber Mikrowellen gab es Symptome wie Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme. [...]

Den Sowjetblock gibt es also nach wie vor (Putin arbeitet momentan tatsächlich an der Wiederherstellung desselben) und dort führen ehemalige Wissenschaftler wissenschaftliche Studien durch.

:confused:

Mein Freund deepl und ich schlagen stattdessen vor:

Das Mikrowellensyndrom wurde bereits in den 1970er Jahren in der ehemaligen Sowjetunion beschrieben. Wissenschaftler, die wissenschaftliche Studien zur berufsbedingten Mikrowellenbelastung durchführten, nannten Symptome wie Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme. [...]

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Diagnose-Funk kann auch schnell berichtigen

H. Lamarr @, München, Dienstag, 22.03.2022, 14:30 (vor 255 Tagen) @ H. Lamarr

So grandios wie der Inhalt ist auch die Übersetzung durch Diagnose-Funk. Hier eine besonders entzückende Passage:

Das Mikrowellensyndrom wurde bereits in den 1970er Jahren von ehemaligen Wissenschaftlern aus dem Sowjetblock, die wissenschaftliche Studien durchgeführt haben, beschrieben. Bei der beruflichen Exposition gegenüber Mikrowellen gab es Symptome wie Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme. [...]

Den Sowjetblock gibt es also nach wie vor (Putin arbeitet momentan tatsächlich an der Wiederherstellung desselben) und dort führen ehemalige Wissenschaftler wissenschaftliche Studien durch.

:confused:

Bei Fehlerberichtigungen bekanntlich sonst eher träge, kam Diagnose-Funk diesmal schnell in die Schuhe und trennte sich hurtig von den "ehemaligen Wissenschaftlern aus dem Sowjetblock". Der Verein orientiert sich offensichtlich mehr an der offensichtlichen Peinlichkeit eines Fehlers als an inhaltlich-sachlichen Irreführungen, die nicht jeder auf Anhieb erkennen kann.

Neu lautet die besagte Textpassage jetzt:

Das Mikrowellensyndrom wurde in den 1970er Jahren von Wissenschaftlern in der ehemaligen Sowjetunion beschrieben, die berufsbedingte Risiken durch nichtionisierende Strahlung untersuchten. Die sowjetischen Wissenschaftler beschrieben zahlreiche Symptome des Syndroms, darunter Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Stimmungsschwankungen, Tinnitus, Herzklopfen und Gedächtnisverlust.

Gut zu wissen: Interessanterweise hat die Textänderung nicht zu einer Aktualisierung des Veröffentlichungsdatums geführt, dieses steht nach wie vor auf 18.03.2022. Heißt: Bei unverändertem Datum eines Beitrags darf man sich bei Diagnose-Funk nicht darauf verlassen, dass auch der Beitrag unverändert geblieben ist!

Das IZgMF handhabt das strenger. Auf Textänderungen, die später als ca. zwei bis drei Stunden nach Veröffentlichung vorgenommen wurden, machen wir mit einem Edit-Hinweis aufmerksam. Davon ausgenommen sind wegen Belanglosigkeit orthografische Korrekturen. Auch wir mussten dies jedoch erst lernen. Der Autor "W. Kuhn" publizierte in den Flegeljahren des IZgMF bei uns einen Artikel mit Falschaussagen. Nachdem diese im RDW-Forum diskutiert wurden, änderte Kuhn mit unserer Hilfe seinen Text nachträglich, ohne dass wir dies kenntlich machten. Die Prügel, die wir dafür einstecken mussten war rechtens – und heilsam. Erst Jahre später, 2014, wurde uns klar, dass wir mit W. Kuhn einem geschickt agierenden Desinformanten auf den Leim gegangen sind und löschten alle seine Artikel von der IZgMF-Website.

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Diagnose-Funk, Mikrowellensyndrom, Irreführung, Berichtigung

Diagnose-Funk: Fährt nur wieder Trittbrett

KlaKla, Montag, 21.03.2022, 09:05 (vor 256 Tagen) @ H. Lamarr

Und diagnose:funk perfektioniert die Besprechung dieser "Studie" aus einer "Fachzeitschrift" auf ihrer Webseite. :rotfl:
Definitiv von allen guten Geistern verlassen. :no:

Hatte ich noch nicht gesehen gefällt mir aber gut. Denn mit ihren "qualifizierten" Beiträgen deklarieren sich die selbstgewissen Stuttgarter, dort, wo die Post abgeht, mehr und mehr zu Personae non gratae. Weiter so!

Laien können die Spreu nicht vom Weizen trennen. Diagnose-Funk ist ein Lobbyverein, fährt wie gewohnt Trittbrett und bläst den Popanz auf. Standpersonal braucht aktuelles Desinformationsmaterial für die Aktion "EBI Stop (((5G)))" Unterschriftensammlung.

Verwandte Threads
Faktencheck: Neuauflage des Falls Hans Schmelzer
Nächstenliebe oder doch nur ein berechnender Eigennutz
EBI (Signstop5g.eu) - Fordert die EU-Kommission auf

--
Meine Meinungsäußerung

Tags:
Trittbrettfahrer, Popanz, Unterschriftensammlung, Stop (((5G))), Signstop5g.eu

Diagnose-Funk vs. uncut-news: Wer schrieb von wem ab?

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 23.03.2022, 12:59 (vor 254 Tagen) @ H. Lamarr

Und diagnose:funk perfektioniert die Besprechung dieser "Studie" aus einer "Fachzeitschrift" auf ihrer Webseite. :rotfl:
Definitiv von allen guten Geistern verlassen. :no:

Hatte ich noch nicht gesehen gefällt mir aber gut. Denn mit ihren "qualifizierten" Beiträgen deklarieren sich die selbstgewissen Stuttgarter, dort, wo die Post abgeht, mehr und mehr zu Personae non gratae. Weiter so!

Das schräge Schweizer Portal uncut-news.ch verwurstete die Hardell/Nilsson-"Studie" am 18. März 2022, also zeitgleich mit Diagnose-Funk. Eine Woche früher dran (11. März) war Children's Health Defense Europe (CHD). Alle drei bieten denselben Text wortgleich an, womit klar ist, wer von wem abgeschrieben hat. Im Gegensatz zu uncut-news.ch verschleiert Diagnose-Funk die Herkunft des Artikels, die Eigenleistung des Vereins beschränkt sich auf die Übersetzung der "Studie" ins Deutsche. Neu ist, dass die schwedische Anti-Mobilfunk-Szene in Gestalt von Hardell/Nilsson sich anscheinend zuerst mit den Impfgegnern von CHD Europe um Robert F. Kennedy Jr. einig wurde und nicht mit Gesinnungsfreunden aus den eigenen Reihen. Mit der Strahlkraft eines Robert Francis Kennedy junior kann das Vorstandsduo von Diagnose-Funk allerdings auch nicht mithalten.

Wer außer Kennedy bei CHD Europe mitmischt ist hier ersichtlich, bekannte Namen aus der Anti-Mobilfunk-Szene sind nicht dabei.

Hintergrund
Jörn Gutbier scheitert als Impfpflichtgegner

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Diagnose-Funk, Eigenleistung, Copy-Past, Trittbrettfahren, Kennedy, Children's Health Defense

Karel Marha vs. Lennart Hardell: Die Dosis macht das Gift

H. Lamarr @, München, Montag, 21.03.2022, 22:58 (vor 255 Tagen) @ H. Lamarr

Das Mikrowellensyndrom wurde erstmals in den 1970er Jahren im ehemaligen Sowjetblock beschrieben. Wissenschaftler, die wissenschaftliche Studien zur berufsbedingten Mikrowellenbelastung durchgeführt haben, beschrieben Symptome wie Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme. Diese Symptome wurden mit der Exposition gegenüber Funkwellen oder Mikrowellen in Verbindung gebracht. Es wurde festgestellt, dass die Symptome im Allgemeinen nachließen, wenn die Exposition beendet wurde. [...]

Die Quelle für die oben zitierte Passage aus der Hardell/Nilsson-"Studie" ist: Marha K, Musil J, Tuhá H. Electromagnetic Fields and the Life Environment. San Francisco Press Inc. 1971.

Diese Quelle ist ein Buch mit 140 Seiten Umfang, das zuerst im Januar 1968 auf tschechisch erschien und 1971 auf englisch. Hardell müsste seine Datumsangabe also schon mal auf die 1960er Jahre berichtigen.

Was Hardell verschweigt: Die damalige Tschechoslowakei nahm hinsichtlich der EMF-Grenzwerte in den Warschauer-Pakt-Staaten eine Sonderstellung ein. In dem Land galt für Frequenzen > 300 MHz bei gepulsten Signalen eine maximale Tagesdosis von 240 mWh/m² als unbedenklich. Die Tagesdosis ist so zu verstehen, dass 24 Stunden lang maximal 10 mW/m² ständig einwirken durften, oder 12 Stunden lang maximal 20 mW/m² usw. Da an Hardells Extrem-Messpunkt mit der sehr hohen Immissionsspitze seinen Angaben zufolge durchschnittlich 5 mW/m² bis 20 mW/m² gemessen wurden, resultiert aus diesen Werten eine mittlere Tagesdosis von 300 mWh/m² am Extrem-Messpunkt. Hardells Entdecker des Mikrowellensyndroms (Karel Marha) wäre bei diesem Wert, auch in Anbetracht der fragwürdigen Art und Weise wie Hardell die Messung durchführte, wahrscheinlich zu einer weitaus unaufgeregteren Bewertung gekommen als jetzt Hardell :-). Im Grunde haben die Tschechoslowaken bereits damals mit ihrer Tagesdosisregelung die 5G-Sendeleistungsbegrenzung vorweggenommen, die heute in der Schweiz für adaptive Antennen praktiziert wird.

Wer sich jetzt fragt, wie zum Teufel ich auf eine maximal zulässige Tagesdosis von 240 mWh/m² gekommen bin – hier ist die Lösung:

Charles Süsskind, Electronics Research Laboratory, University of California Berkeley, hat die englische Ausgabe von Marhas Buch gelesen und im Februar 1971 folgende Rezension publiziert (Original):

Auf dem von der USPHS [United States Public Health Service Commissioned Corps] gesponserten Symposium über die biologischen Wirkungen und gesundheitlichen Auswirkungen von Mikrowellenstrahlung, das 1969 in Richmond, Virginia, stattfand, erregte der Vortrag von Karel Marha, Leiter der Hochfrequenzabteilung des Instituts für Industriehygiene und Berufskrankheiten in Prag, das größte Interesse. Er befasste sich mit den Höchstwerten für nichtionisierende Strahlung, die in der Tschechoslowakei zulässig sind, einem Land, das versucht hat, die Lücke zwischen dem amerikanischen Standard von 10 mW/cm² und dem viel strengeren sowjetischen Standard zu schließen. Die tschechoslowakischen Standards werden als maximal zulässige Tagesdosis angegeben, und zwar als Produkt aus Feldstärke (in Volt/Meter) und Zeit (in Stunden) unter 300 MHz und als Produkt aus Leistungsdichte (in Mikrowatt pro Quadratzentimeter) und Zeit (in Stunden) über 300 MHz. (Die Werte: über 300 MHz CW [ungepulst], 200 für das Bedienungspersonal und 60 für die Öffentlichkeit; durchschnittlich gepulst, 80 für das Bedienungspersonal und 24 für die Öffentlichkeit; unter 300 MHz, 80 für das Bedienungspersonal und 24 für die Öffentlichkeit; und unter 30 MHz, 400 für das Bedienungspersonal und 120 für die Öffentlichkeit).

Die Gründe für diesen Ansatz, erklärte Dr. Marha, wurden in dem Buch dargelegt, das er kürzlich mit zwei Kollegen fertiggestellt hatte. Dieses Buch wurde jetzt übersetzt und von einem amerikanischen Verlag herausgebracht, zusammen mit einem sehr praktischen Anhang, den neuesten Regierungsrichtlinien für die Durchführung von Feldmessungen und die Einhaltung der gerade genannten Standards. Aber das Buch enthält noch viel mehr. Es enthält einen einleitenden Abschnitt über das elektromagnetische Feld als Faktor in der physikalischen Umwelt, zwei Kapitel über die Auswirkungen auf lebendes Gewebe und den menschlichen Organismus, ein faszinierendes Kapitel über die technische Nutzung von Mikrowellen in der Tschechoslowakei (mit Fotos und Zeichnungen von Geräten) sowie Anleitungen für die Durchführung von Messungen, die Überwachung von Arbeitsplätzen und die Beherrschung potenziell gefährlicher Situationen durch administrative Maßnahmen.

Besonders nützlich ist die objektive Behandlung der gegensätzlichen Standpunkte der USA und der Sowjetunion, etwas, was in den bisher in den beiden Ländern veröffentlichten Reviews, einschließlich des in dieser Ausgabe rezensierten russischen Buches, schmerzlich vermisst wurde. Die äußerst umsichtigen Tschechen haben es geschafft, sich in einem der Extremfälle an die strengen sowjetischen Standards zu halten (für eine kontinuierliche Bestrahlung von 24 Stunden pro Tag sind die Standards identisch), was sie auch tun müssen, um die Kompatibilität zwischen den Militäreinrichtungen des Warschauer Paktes aufrechtzuerhalten, aber für kurzfristige Bestrahlungen wurden die Standards auf die US-Werte gelockert. Man kann nur hoffen, dass die Kommission, die derzeit die US-Standards reviewt, sich bei den Tschechen erkundigt.

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Hardell, Alter Wein, Nilsson, Marha, Richmond, Galionsfigur

Karel Marha vs. Lennart Hardell: Die Dosis macht das Gift

Schutti2, Dienstag, 22.03.2022, 17:46 (vor 254 Tagen) @ H. Lamarr

Toll recherchiert !:danke:
Tschechisch... russisch... da fällt mir Prof. em. Prof. Dr. med. labil. Karl Hecht ein.
Der schrieb neulich
Auf dem Richmonder Symposium war auch der Vertreter der Tschechoslowakei, Dr. Karel Marha [1968/71], Leiter der Abteilung Hochfrequenzen am Institut für Betriebshygiene und Berufskrankheiten, anwesend. Er berichtete, dass man den Grenzwert in der Tschechoslowakei auf 0,01 mW/cm² für achtstündige tägliche Strahlenexposition bei Impulsbetrieb festgelegt habe, da eine kumulative Wirkung der hochfrequenten Mikrowellen als erwiesen angesehen werden müsse.

Genau... 0,01 mw/cm² über 8 Stunden, also 80 µWh/cm².

Die tschechoslowakischen Standards werden als maximal zulässige Tagesdosis angegeben, und zwar als Produkt aus Feldstärke (in Volt/Meter) und Zeit (in Stunden) unter 300 MHz und als Produkt aus Leistungsdichte (in Mikrowatt pro Quadratzentimeter) und Zeit (in Stunden) über 300 MHz. (Die Werte: über 300 MHz CW [ungepulst], 200 für das Bedienungspersonal und 60 für die Öffentlichkeit; durchschnittlich gepulst, 80 für das Bedienungspersonal und 24 für die Öffentlichkeit; unter 300 MHz, 80 für das Bedienungspersonal und 24 für die Öffentlichkeit; und unter 30 MHz, 400 für das Bedienungspersonal und 120 für die Öffentlichkeit).

Nur die Begründung
da eine kumulative Wirkung der hochfrequenten Mikrowellen als erwiesen angesehen werden müsse.
statt
"versucht, die Lücke zwischen dem amerikanischen Standard von 10 mW/cm² und dem viel strengeren sowjetischen Standard zu schließen."
... ob das so in Marhas Buch nachzulesen ist?

Karel Marha vs. Lennart Hardell: Die Dosis macht das Gift

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 23.03.2022, 00:12 (vor 254 Tagen) @ Schutti2

Tschechisch... russisch... da fällt mir Prof. em. Prof. Dr. med. labil. Karl Hecht ein.
Der schrieb neulich
Auf dem Richmonder Symposium war auch der Vertreter der Tschechoslowakei, Dr. Karel Marha [1968/71], Leiter der Abteilung Hochfrequenzen am Institut für Betriebshygiene und Berufskrankheiten, anwesend. Er berichtete, dass man den Grenzwert in der Tschechoslowakei auf 0,01 mW/cm² für achtstündige tägliche Strahlenexposition bei Impulsbetrieb festgelegt habe, da eine kumulative Wirkung der hochfrequenten Mikrowellen als erwiesen angesehen werden müsse.

Genau... 0,01 mw/cm² über 8 Stunden, also 80 µWh/cm².

Was jetzt!? Ich dachte immer, ein Tag hätte 24 Stunden. Acht Stunden wären ein Arbeitstag, gültig für berufliche Exposition. Und Privatpersonen? Um die geht es doch! Werden auch die nur acht Stunden befeldet? Es wäre halt schon schön, wenn wenn sich die Herren Hecht und Süsskind in ihren Äußerungen präziser artikulieren könnten, wie dies hier den Herren Repacholi und Grigoriev et al. gelungen ist.

[...]

Nur die Begründung
da eine kumulative Wirkung der hochfrequenten Mikrowellen als erwiesen angesehen werden müsse.
statt
"versucht, die Lücke zwischen dem amerikanischen Standard von 10 mW/cm² und dem viel strengeren sowjetischen Standard zu schließen."
... ob das so in Marhas Buch nachzulesen ist?

Was Marha geschrieben hat weiß ich nicht, im Beitrag von Repachoriev et al. (siehe Link oben) kommt "cumulative" jedenfalls nicht vor. Abgesehen davon würde mir "eine kumulative Wirkung der hochfrequenten Mikrowellen" (gibt's eigentlich auch niederfrequente Mikrowellen?) jetzt keinen Kummer machen, findet diese doch Berücksichtigung im thermischen Grenzwertmodell, das bei kumulativ eingetragener EMF-Leistung eine ungesunde Erwärmung des Organismus verhindert :-).

Den von Ihnen verlinkten Brief Hechts an Paulini habe ich nur angelesen, da mir die weitschweifigen Ausschmückungen Hechts gegen den Stich gehen. Als einen Einwand bringt er:

In der Kurz-Bedienungsanleitung zum Telekom-Router "Speedport Smart" steht im Kapitel "Sicherheitshinweise und Datensicherheit" auf Seite 21 unter "Funksignale" eine Warnung zu WLAN-Strahlung. "Die integrierten Antennen Ihres Speedport senden und empfangen Funksignale bspw. für die Bereitstellung Ihres WLAN. Vermeiden Sie das Aufstellen Ihres Speedport in unmittelbarer Nähe zu Schlaf-, Kinder- und Aufenthaltsräumen, um die Belastung durch elektromagnetische Felder so gering wie möglich zu halten."

Da denkst du, jetzt kommt er mit Granaten, und dann platzen Knallerbsen. Jeder der Bedienungsanleitungen liest kennt die seitenlangen Sicherheitshinweise, mit denen Gerätehersteller versuchen jeden nur denkbaren, undenkbaren bis hin zu absurden Haftungsanspruch z.B. wegen nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch vorsorglich abzuwehren. Die Rechtsabteilung der Telekom folgt mit ihrer Klausel nur dem Rat des BfS, unnötige EMF-Exposition vorsorglich zu vermeiden. Irgendwann wird die Klausel dann weg sein. So wie die IARC Kaffee, nachdem sie ihn 25 Jahre unter Krebsverdacht führte, 2016 davon freigesprochen hat. Mein W-Lan-Router steht übrigens seit eh und je rd. 1 Meter neben mir.

Zuvor beklagt sich Hecht über die BfS-Mitarbeiterin (Pophof), die den undankbaren Job hatte, auf seinen ersten Brief zu antworten:

[...] Ohne Kenntnis der wissenschaftlichen Realität versucht sie, die russischen Forschungsergebnisse und damit auch unsere wissenschaftliche Literaturrecherche russischsprachiger Literatur, als bedeutungslos darzustellen. [...]

Nunja, bedeutungsschwer war die 1997 abgelieferte Literaturrecherche ja nun auch nicht, wie man in einer Rückschau auf die 2003 durchgeführte vergleichende Bewertung des Hecht-Papiers lesen kann. Zu keinem anderen Ergebnis kommt, wer die Zusammenfassung des zuvor erwähnten Papers betrachtet, an dem 2012 kein Geringerer als Yuri Grigoriev mitwirkte, der russische EMF-Papst. Dort heißt es:

[...] Viele Jahre lang wurden in verschiedenen Behörden der ehemaligen UdSSR spezielle interne Studien durchgeführt, die sich an den damals akzeptierten Empfehlungen des ukrainischen Gesundheitsministeriums [1981] zur Bewertung der biologischen Auswirkungen von schwacher Mikrowellenexposition und zur Anwendung der Ergebnisse bei der Entwicklung von Standards orientierten. Daher sollten die Ergebnisse der sowjetischen Studien in diesem Kontext gesehen werden. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden bei der Entwicklung russischer Normen weiterhin ähnliche Methoden und Ansätze zum Schutz der Bevölkerung vor HF-Exposition verwendet. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Studien aus der Sowjet-Ära durchgeführt wurden, bevor wesentlich bessere Labormethoden, Anforderungen an die Qualität der Forschung und ein besseres Verständnis des Immunsystems zur Verfügung standen und die wesentlich strengeren Anforderungen der heutigen, von Fachleuten begutachteten wissenschaftlichen Fachzeitschriften an die Details der Beschreibung von Experimenten, Ergebnissen und Analysen.

Heißt im Klartext: Die von Hecht verklärte alte Sowjet-Literatur würde heute mutmaßlich keine qualifizierte Peer-Review mehr überstehen, sondern eher in Umwelt - Medizin - Gesellschaft landen.

Hintergrund
Die verschwundenen Untersuchungsergebnisse von K. Hecht

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Katzenstreu: Dosis macht alt?

Schutti2, Mittwoch, 23.03.2022, 11:36 (vor 254 Tagen) @ H. Lamarr

Heißt im Klartext: Die von Hecht verklärte alte Sowjet-Literatur würde heute mutmaßlich keine qualifizierte Peer-Review mehr überstehen, sondern eher in Umwelt - Medizin - Gesellschaft landen.

Die Russen waren halt immer schon vorsichtig, wenn's um Gesundheit geht. Der einzelne Mensch im Mittelpunkt.

Lassen wir Milde mit Alten walten.
98 Jahre musst Du auch erst mal übersteh'n.
Vielleicht liegt's auch daran, dass er zum Frühstück immer Katzenstreu isst.
Hätte er das nicht getan, wäre er heute vielleicht erst 85 oder so.

Katzenstreu: Dosis macht alt?

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 23.03.2022, 11:56 (vor 254 Tagen) @ Schutti2

Der einzelne Mensch im Mittelpunkt ...

... von Fadenkreuzen.

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Schwurbel-Ulis Speiseplan: Katzenstreu & Tannennadeln

H. Lamarr @, München, Samstag, 16.04.2022, 21:29 (vor 229 Tagen) @ Schutti2

98 Jahre musst Du auch erst mal übersteh'n.
Vielleicht liegt's auch daran, dass er zum Frühstück immer Katzenstreu isst.
Hätte er das nicht getan, wäre er heute vielleicht erst 85 oder so.

Da kann der Weiner Uli mühelos mithalten. Auf die Frage, wie sein Speiseplan zur Abmilderung seiner "Elektrosensibilität" aussehe, antwortete er in Ausgabe 2/2019 des Naturkostblättchens "Die Wurzel":

[...] Einerseits nehme ich Knoblauch und Bärlauch zu mir, um verklebten roten Blutkörperchen aufgrund von Mobilfunkeinwirkung entgegenzuwirken. Andererseits binde ich freie Radikale, die vermehrt durch Funkbelastung entstehen, mit Hilfe von hochdosiertem Vitamin C, OPC, Vitamin D3 in Verbindung mit K2. Und zur Entgiftung setze ich Chlorella, Zeolith und Koriander ein und ernähre mich vegetarisch mit viel Grün aus dem Wald wie Wildkräuter, Baumblätter inkl. Tannennadeln usw.[...]

Gegen Haarausfall hilft davon augenscheinlich nichts :lookaround:.

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum