Bürgerreporterin Bea Gruber klärt über das Risiko 5G auf (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 19.03.2022, 17:48 (vor 316 Tagen)

Restlos überzeugte Mobilfunkgegner haben zuweilen einen Habitus, der auf unbefangene Beobachter realsatirisch wirkt. Die Betroffenen, es handelt sich nahezu ausnahmslos um Laien, sind sich über ihre unerwünschte Außenwirkung offensichtlich nicht im Klaren. Die Probe aufs Exempel machte eine marionettenhaft wirkende Aktivistin aus Österreich.

Beatrix Gruber-Mitterbuchner (Bea Gruber) ist eigenen Angaben zufolge studierte Soziologin und derzeit Lehrerin für politische Bildung, Deutsch und Kommunikation sowie für berufsbezogenes Englisch an der Berufsschule für Kraftfahrzeugtechnik in Mattighofen, Österreich. Damit ist sie "bestens qualifiziert", sich öffentlich gegen 5G auszusprechen. Gruber hat dazu 2019 einen YouTube-Kanal eingerichtet, in dem sie gegenwärtig zehn Videos anbietet, wobei die selbstgewisse Blondine gerne die Rolle einer Interviewerin oder Moderatorin übernimmt. Eine überzeugende Erklärung oder ein Motiv, warum Gruber sich so stark gegen 5G engagiert, habe ich nicht gefunden. Wie alle, die jenseits eigener Kompetenzen versuchen einen komplexen Sachverhalt auszuleuchten, muss sie notgedrungen alles glauben, was ihre Gesprächspartner ihr erzählen. Gruber ist damit eine Bürgerreporterin, die mit ihren Mitteln versucht, sich dem Thema "Risiko 5G" zu nähern. Aus meiner Sicht gelingt ihr das mehr schlecht als recht, da sie a) einseitig nur Gegner/Kritiker des Mobilfunks zu Wort kommen lässt und b) diese nicht fordert, sondern ihnen mit hölzern gestellten unkritischen Fragen Gelegenheit gibt, ihre mahnenden oder alarmierenden Botschaften ungestört los zu werden. Diese devote Form der Informationsverbreitung gilt unter Journalisten abwertend als Verlautbarungsjournalismus oder Hofberichterstattung.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, hier zwei Beispiele:



Bea Gruber liefert der hilflos-sympathisch wirkenden "Elektrosensiblen" Stichworte, damit diese treuherzig ihre Geschichte erzählen kann. Unter anderem versichert sie ihrer Gesprächspartnerin, sie wohne derzeit in Salzburg in einer Mietwohnung, in der sie es nicht aushalten könne. Die Wohnung würde nur zum Duschen benutzt, zum Schlafen ziehe sie sich in ihr Auto in der Tiefgarage zurück. Gruber schluckt dies und mehr ohne kritisch nachzufragen. In der konkreten Situation hätte sie mMn nachfragen müssen, warum die "Elektrosensible", die wie alle ihre Leidensgenossen mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Elektrosmog-Detektor besitzt, die besagte Wohnung nicht vor dem Bezug auf "Elektrosmog" geprüft hat.

Wer bis zum Ende des Videos durchhält sieht sich ungenierter Werbung für den Verein Diagnose-Funk gegenüber. Womit auch klar sein dürfte, wer die blonde Vertreterin der "Stopfgänse" mit aufhetzendem Material füttert.



In diesem Video (Teil 1 von 3) gibt Gruber die Moderatorin. Alle ihre Sitznachbarn auf dem Podium sind Mobilfunkgegner, darunter auch Wilhelm Mosgöller von der Med-Uni Wien, den ich bei einer solchen kruden Veranstaltung nicht erwartet hätte. Mosgöller schadet mit derartigen Auftritten mMn seinem Ruf als Wissenschaftler.

Das Häufchen Elend im weißen Hemd neben Gruber ist Gottfried Huemer. Beo Gruber stellt ihn ab Minute 5:00 als Diagnose-Funk-Vertreter für Österreich vor und zwitschert ungezwungen, Huemer sei selbst betroffen, da er vor Jahren wegen übermäßiger Strahlenexposition schwer erkrankte. Huemer, der augenscheinlich an einem leichten Tremor leidet, wirkt bei dieser Vorstellung, als würde er jeden Moment vom Stuhl fallen. Warum? Mutmaßlich deshalb, weil die Moderatorin unmittelbar neben ihm ganz zwanglos ein Funkmikrofon in der Hand hält. Ob auch Grubers Gäste, die alle mit einer Sprechgarnitur verkabelt sind, einen Funksender am Körper tragen, lässt sich anhand der Bilder nicht sagen.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Marketing, Diagnose-Funk, Selbstüberschätzung, Inszenierung, Mosgöller, Bürgerreporter, Huemer

Bürgerreporter Rainer Schick aus Ochsenhausen

KlaKla, Mittwoch, 16.11.2022, 11:29 (vor 74 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von KlaKla, Mittwoch, 16.11.2022, 12:28

Wenn nicht mal der Lokalreporter eines Anzeigenblattes vorbeikommt und über das Zusammentreffen einer Bürgerinitiative mit Laien berichtet, versucht man mit Hilfe eines Bürgerreporter auf sich aufmerksam zu machen. Aber, ein Beitrag eines Bürgerreporters ist mit Vorsicht zu genießen, da er befangen sein kann und dann tendenziös berichtete.

Beitrag zum Vortrag zu 5G vom BUND/LNV "Mobilfunk ja, aber mit Bedacht"

Verfasser Schick ist der Überzeugung, die allgemeine Diskussion zu dem Thema Mobilfunk wird sehr kontrovers geführt. Laut einer Umfrage so schreibt er ist die Hälfte der Bevölkerung überzeugt, dass Mobilfunk gesundheitsschädlich ist. Aha. Dann verweist er auf einen alten SWR-Bericht aus dem Jahr 2019 und er bewertet den Inhalt des Berichts für die Leser. Um seine Überzeugung weiter zu stützen, erinnert er an die Hausärzte aus Naila, die schon 2004 eine erhöhte Krebsrate in der Nähe eines Mobilfunkmastes feststellten. :yes: Die damalige Kritik, an der "Naila-Studie" kümmert ihn nicht. Weiter geht es mit der alten Behauptung, dass Deutschland erwiesenermaßen die höchsten Grenzwerte in der Europäischen Union festgelegt hat.

Rainer Schick (BUND) weiß zu berichten aus der USA:

Mobilfunkstrahlung schwächt das Immunsystem der Insekten. Wissenschaftler des amerikanischen Beltsville-Ackerbau-Forschungsinstituts fanden heraus, dass verendete Bienen eine stark geschwächte Immunabwehr aufweisen. „Äußerst alarmierend ist, dass das Sterben mit Symptomen einhergeht, die so bisher noch nie beschrieben wurden. Das Immunsystem der Tiere scheint zusammengebrochen zu sein, manche Bienen leiden an fünf bis sechs Infektionen gleichzeitig“ (Diana Cox-Foster)...

... Übrigens: Die Zellkommunikation aller Lebewesen funktioniert gleich, auch beim Menschen!

Und auch Pflanzen leiden unter Mobilstrahlung: Auswirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder (Radar, Richtfunk, Rundfunk, Fernsehen) auf Pflanzen wurden im Verlauf der letzten 80 Jahre wissenschaftlich nachgewiesen. Ab 2005 wurde die Wirkung der beim Mobilfunk verwendeten, modulierten hochfrequenten EMF auf pflanzen in Laborexperimenten untersucht. Mehrere forschergruppen veröffentlichten Effekte auf Keimung, Wachstum und Zellstoffwechsel. Über den Gesundheitszustand von Bäumen im Umkreis von Mobilfunksendeanlagen liegen erst wenige Veröffentlichungen vor. Diese weisen auf schädigende Einflüsse hin. Daher wurde zwischen 2007 und 2013 der Zustand von Bäumen an 620 Mobilfunkstandorten dokumentiert. Im Funkschatten von Gebäuden oder anderen Bäumen blieben die Bäume gesund. Im Strahlungsfeld der Sendeanlagen hingegen wurde das Auftreten von Baumschäden beobachtet.

Gähn, die Baum-Kasuistiken von Dr. C. Waldmann Selsam. Längst abgestandener Kaffee, hier zehn Argumente gegen die These von Waldmann-Selsam.

Schlussendlich gab es angesichts der bedrückenden neuen Erkenntnisse [für wenn bedrückenden, neue Erkenntnisse, für R. Schick oder den Zuhörern? :tock:] doch noch einen versöhnlichen Lichtblick. Es wurden sehr wertvolle Tipps zum Umgang mit Mobilfunktgeräten als auch zu Maßnahmen im eigenen Haus bzw. der Wohnung zur Reduktion von Strahlung auch durch Mobilfunkmasten gegeben.

Mit altem Schmäh von Laien für Laien sich wichtig machen. Eine Autorität im weißen Kittel wirbt für die Dienstleistungen/Produkte der Baubiologie. Das ist nicht neu. Ein Aufruf, die Europäische Bürgerinitiative "Stop 5G" mit zu zeichnen ist wichtig. Und Rainer Schick kann mit so einem Vortrag erneut sein Kneipp-Programm füllen. Passt hervorragend ;-)

Jeden morgen steht ein Dummer auf, man muss ihn nur finden. :wink:

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Smart: Mobilfunkmasten geben Tipps zur Strahlungsreduktion

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 16.11.2022, 14:28 (vor 74 Tagen) @ KlaKla

Es wurden sehr wertvolle Tipps zum Umgang mit Mobilfunktgeräten als auch zu Maßnahmen im eigenen Haus bzw. der Wohnung zur Reduktion von Strahlung auch durch Mobilfunkmasten gegeben.

Das ist wirklich innovativ! Jetzt geben anscheinend sogar schon Mobilfunkmasten wertvolle Tipps zur Reduktion der Strahlung. Wahrscheinlich senden die Masten diese Tipps direkt via "Cell Broadcast" an alle Smartphones, die bei ihnen eingebucht sind. Das wäre nur logisch, denn bekanntlich haben auch Mobilfunkgegner ein Mobiltelefon, alle freilich nur für "Notfälle".

Oder habe ich Herrn Schick womöglich falsch verstanden? :lookaround:

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– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Bürgerreporter Rainer Schick aus Ochsenhausen

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 16.11.2022, 14:34 (vor 74 Tagen) @ KlaKla

Im Funkschatten von Gebäuden oder anderen Bäumen blieben die Bäume gesund. Im Strahlungsfeld der Sendeanlagen hingegen wurde das Auftreten von Baumschäden beobachtet.

B. Scheuert

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