WHO Fact sheet N°304 (Allgemein)

Helmut Breunig, Freitag, 26.05.2006, 10:56 (vor 6598 Tagen)

Electromagnetic fields and public health
Base stations and wireless technologies

WHO Fact sheet N°304

H. Lamarr @, München, Freitag, 26.05.2006, 22:36 (vor 6598 Tagen) @ Helmut Breunig

Base stations and wireless technologies

Kurzfassung: Considering the very low exposure levels and research results collected to date, there is no convincing scientific evidence that the weak RF signals from base stations and wireless networks cause adverse health effects.

Zu Deutsch: In Anbetracht der sehr niedrigen Expositionspegel und bislang gesammelter Forschungsergebnisse gibt es keinen überzeugenden Beweis dafür, dass die schwachen Hochfrequenzsignale von Mobilfunk-Basisstationen und anderer Funknetze die Gesundheit beeinträchtigen können.

Mit sehr niedrigem Expositionspegel meint die WHO Pegel, die die ICNIRP-Grenzwerte normalerweise ums Tausendfache unterschreiten (RF exposures from base stations and wireless technologies in publicly accessible areas (including schools and hospitals) are normally thousands of times below international standards). Bei defensiver Interpretation mit 1/1000 von 10 W setzt die WHO sehr niedrige Expositionspegel also ab 10 mW abwärts an. Was aber ist, wenn dieser Wert deutlich überschritten wird, wie dies i. a. bei hoch gelegenen nahen Wohn-/Büroräumen im Hauptstrahl von Basisstationen der Fall ist? Müssen dort lebende Menschen diese starke Zwangsbefeldung erdulden, damit andere mit dem Handy Innenraum-Versorgung haben? Wir meinen nein!

Das Fact-Sheet der WHO macht wieder einmal deutlich, dass die breit angelegten Messkampagnen (z. B. die des IZMF) dahingehend ausgewertet werden, eine weitgehend schwache Feldbelastung der Bevölkerung zu dokumentieren. Dies benachteiligt zweifellos alle, die im Nahfeld von Masten weit höhere Belastungen aushalten müssen als im Durchschnitt. Deshalb wiederholen wir die Forderung nach Messkampagnen, die nicht irgendwo messen, sondern gezielt nach den höchsten Belastungen im Nahfeld von Basisstationen suchen.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Fact-Sheet

WHO Fact sheet N°304

Helmut Breunig, Sonntag, 28.05.2006, 18:28 (vor 6596 Tagen) @ H. Lamarr

Ein eindrückliches Erlebnis ist das parallele Lesen des fact sheets mit einer ( weiteren) Studie [deutsche Kurzfassung auf S. 3 ff.], die den Einfluss der Tabakindustrie auf die Forschung in D untersucht:

German Tobacco Industry's Successful Efforts to Maintain Scientific and Political Respectability to Prevent Regulation of Secondhand Smoke
Annette Bornhäuser, Jennifer McCarthy, Stanton A. Glantz

Hinweise und Erläuterungen dazu von David Bücher auf dem h.e.s.e.-forum
(Man vernetzt sich ja :yes: )

Die Brisanz - ich weiss, die Leser wissen's schon, aber die Parallelen sind einfach zu augenfällig, als dass man sich die Lektüre entgehen lassen sollte - liegt eben darin, dass diese Methoden im Bereich EMF nun global betrieben werden.

Tags:
Tabakindustrie, DKFZ, Bornhäuser

eine deutsche Fassung

Helmut Breunig, Dienstag, 30.05.2006, 20:26 (vor 6594 Tagen) @ Helmut Breunig

Basisstationen und Funkanlagen

gefunden auf "Handywellen"

eine deutsche Fassung

Fee, Mittwoch, 31.05.2006, 21:23 (vor 6593 Tagen) @ Helmut Breunig

Basisstationen und Funkanlagen

gefunden auf
"Handywellen"

Was mir an diesem "Fact"-Sheet auffällt, ist die zusätzliche Erwähnung von Wireless Lan. Da bei einem solchen Text der WHO kaum etwas dem Zufall überlassen wird, hat das seinen Grund, vermutlich die stark zunehmende Verbreitung von W-Lan auch wegen VoIP. Der ganze Text zeigt, dass wir noch 101 Jahre auf irgendwelche Handlungen der WHO warten müssen, solange Herr Repacholi dort ist, wird sich schon einmal gar rein nichts bewegen. Negativ ist, dass die nationalen Gesundheitsämter mit den entsprechenden Personen, denen ihr Posten wichtiger ist als ihr Gewissen, sich bequem auf internationale Organisationen wie WHO und ICNIRP stützen können.

Die bestens bekannten Befürworter-Argumente von den gleich starken Fernsehsendern kommen ebenso vor wie dass die HF-Emissionen weit unter den internationalen Richtwerten liegen. Auch die zufälligen Krebshäufungen werden erwähnt ebenso wie dass bei den Elektrosensiblen nicht EMF die Ursache ihrer Beschwerden sei. Es werden auch weiterhin nur termische Wirkungen als wissenschaftlich erwiesen anerkannt. In der Elektrosmog-Frage hat die Weltgesundheitsorganisation ihren Namen nicht verdient, eher Weltmobilfunkorganisation. :-D

Tiefstaplerei

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 01.06.2006, 14:38 (vor 6592 Tagen) @ Fee

In der Elektrosmog-Frage hat die Weltgesundheitsorganisation ihren Namen nicht verdient, eher Weltmobilfunkorganisation. :-D

Nicht nur in dieser Frage neigt die WHO zur Tiefstapelei! Einem Bericht des Stern zufolge erkennt die WHO im Gefolge des Tschernobyl-Reaktorunfalls nur 50 direkt zuordbare Tote an und etwa 4 000 bis 5 000 indirekt zuordbare, die wegen der Spätfolgen ums Leben gekommen sind. Umweltverbände sprechen dagegen im Zusammenhang mit Tschernobyl von insgesamt 500 000 Toten.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tiefstaplerei

M. Hahn, Donnerstag, 01.06.2006, 20:27 (vor 6592 Tagen) @ H. Lamarr

Spatenpauli, ich bin beeindruckt, dass Sie nach der Lektüre des Stern sicher sind, dass die WHO tiefstapelt, und nicht etwa gewisse Umweltverbände hochstapeln.
Aus unserem E-Mail-Wechsel unlängst zum Thema Radioaktivität sind mir Ihre Hintergrundkenntnisse und Ihre Sichtweise (auch) auf zu diesem Thema ja bekannt, sodass ich nicht allzu überrascht bin.
Dennoch: Respekt! Schnelle Meinung spart Zeit.

M. Hahn

Tiefstaplerei

H. Lamarr @, München, Freitag, 02.06.2006, 02:06 (vor 6592 Tagen) @ M. Hahn

Dennoch: Respekt! Schnelle Meinung spart Zeit.

Nein, die Meinungsbildung erfolgte nicht ganz so schnell wie Sie glauben: http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=5847
Nur, wenn das Strahlentelex für Sie schon keine seriöse Informationsquelle ist, habe ich wenig Hoffnung auf Akzeptanz vergleichbarer Quellen.

Warum legen Sie sich für die WHO-Interpretation ins Zeug und aus welcher Motivation heraus sollten Umweltverbände und einige Wissenschaftler eine halbe Million Tote herbeireden, wenn es diese nicht gegeben hat?

Lassen Sie sich mit der Antwort ruhig Zeit, bis auf weiteres ist mir die Adria näher als alles andere. Und wenn ich dort keinen Internetzugang kriege, schweigt spatenpauli zwangsläufig die nächsten 14 Tage.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tiefstaplerei

M. Hahn, Freitag, 02.06.2006, 11:05 (vor 6591 Tagen) @ H. Lamarr

Nur, wenn das Strahlentelex für Sie schon keine seriöse Informationsquelle ist, habe ich wenig Hoffnung auf Akzeptanz vergleichbarer Quellen.

Sie formulieren gern suggestiv, stimmts? "SCHON keine seriöse Quelle..." Ansonsten liegen Sie mit Ihrer Befürchtung richtig: Das ist für mich sogar noch lange keine seriöse Quelle.

Warum legen Sie sich für die WHO-Interpretation ins Zeug

Wieder suggestiv: Wo habe ich mich denn für die WHO ins Zeug gelegt?
Wollte ich auch suggestiv kommen, könnte ich fragen: Wieso legen SIE sich eigentlich so für Umweltverbände und einige Wissenschaftler ins Zeug?
Mache ich aber nicht.
Sondern stelle noch mal klar, dass ich lediglich etwas bemerkenswert fand: Nämlich wie Sie nach der Lektüre einer Illustrierten sicher wissen wollen, dass nicht etwa Umweltverbände hochstapeln, sondern WHO tiefstapelt.

Schon klar, Ihre Antwort: Sie haben Ihr Wissen darüber also nicht nur aus der Illustrierten, sondern auch von Dr. Pflugbeils Gesellschaft für Strahlenschutz, Frau Prof. Schmitz-Feuerhake und noch ein paar anderen Mitgliedern einer recht geschlossenen community. Deren Erkenntnisse vergleichsweise häufig in unabhängigen Selberdenk- und Skandalaufklärungsseiten des Internet nachzulesen sind, dafür vergleichsweise selten bis gar nicht dort, wo wissenschaftliche Erkenntnisse hingehören.

und aus welcher Motivation heraus sollten Umweltverbände und einige Wissenschaftler eine halbe Million Tote herbeireden, wenn es diese nicht gegeben hat?

Spatenpauli, darüber werde ich mit Ihnen ganz sicher kein Gespräch beginnen. Ich müsste Sie ernsthaft unterschätzen, wenn Sie auch diese Frage nicht suggestiv meinten, sondern noch ernsthaft nach einer Antwort darauf suchten.

Sie haben wenig Hoffnung, dass ich die o.g. Außenseiterpositionen akzeptiere, ich habe wenig Hoffnung, dass Sie die Position beispielsweise der Weltgesundheitsorganisation akzeptieren. Ich allerdings nehme für mich in Anspruch, all das zu akzeptieren, was ich selbst nachvollziehen kann, egal wer es sagt. Man kann natürlich nicht alles prüfen, bloß weil es einen interessiert. Dann bleibt "für richtig halten" (vulgo "glauben" ) übrig.
Leuten, von denen ich zu einem Thema schon klar Unrichtiges, gar noch polemisch vorgetragen, gelesen oder gehört habe, deren Beiträge zum gleichen Thema halte ich in diesem Sinne auch künftig nicht für richtig. (Sie kennen das Sprichwort?)
Mehr noch: Ich überlege mir dann sogar besonders gründlich, ob ich mir überhaupt noch die Zeit nehme, es jedesmal wieder genauer anzuschauen.

Das ist natürlich ein grober Fehler Sie machen das offenbar besser.
Und nun viel Freude an der Adria. Warum aber sollte ich mir deswegen mit der Antwort Zeit lassen?

M. Hahn

P.S.:
Falls Sie sich fragen, wie man Positionen von Umweltverbänden mit vielleicht Millionen Mitgliedern überhaupt "Außenseiterpositionen" nennen kann:
Kommt drauf an, wo man das Spielfeld sieht.
Dazu ein Satz aus der Kritik des Wissenschaftsrates am BfS:

"... führt die grundsätzlich begrüßenswerte Öffnung gegenüber gesellschaftlichen Gruppen im Falle des BfS durch das fehlende Korrektiv eines starken Forschungsbereichs stellenweise zu einer bedenklichen Vermengung von Wissenschaft mit außerwissenschaftlichen Gruppeninteressen. Dabei werden teilweise die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Nuklear- und Strahlenschutzforschung zugunsten von gesellschaftspolitischen Vorstellungen in Frage gestellt."

Nicht anders als bei den Fliegen: Auch Millionen Menschen können sich irren.

Tags:
Elektrosmog-Report, Strahlentelex, Pflugbeil, Schmitz-Feuerhake

Abstrakte Zahlendiskussion

Helmut Breunig, Samstag, 03.06.2006, 13:16 (vor 6590 Tagen) @ M. Hahn

zu Glaubwürdigkeit der WHO/IAEA

Manchen Beteiligten dieser Diskussion scheint der persönliche Kontakt zu den Opfern zu fehlen.
Wäre dieser gegeben, würde sich die Beurteilung der Abschätzungen zu Opferzahlen der Tschenobylkatastrohe womöglich anders entwickeln.
Abstand halten zu den Opfern und die Opfer auf Abstand halten kann man auch durch diese Art der Zahlendiskussionen.

"Opfer" ist in hierarchisch-obrigkeitsorientierten Gesellschaften/-teilen ein Abstiegsmerkmal.
Auf solche, die ein under-Merkmal tragen kann man herumtrampeln.
Die Art wie diskutiert wird ist verwandt einer militärischen Zahlenkalkulation. Das selbe gilt vielmals auch für Wirtschaftsentscheidungen. Raubwirtschaft ist gang und gäbe.
Die Auseinandersetzungen kreisen um die Tischsitten der "Kannibalen".
Eisenhower wusste als General und Präsident, weswegen er die Bürger vor dem "miliotärisch-industriellen Komplex" warnte - kurz vor seinem Abgang...
Glaubwürdigkeit war noch nie ein Merkmal dieses Komplexes.

Bestandteil dieses Komplexes ist die WHO über ihre vertragliche Bindung an die IAEA (seit 1959). Der Vertrag wurde geschlossen, nachdem in den 50gern ertse mahnende Stimmen von Wissenschaftlern wegen Genschäden in der Öffentlichkeit lautgweorden waren.
Die IAEA ist nicht wie die übrigen UN-Organisationen dem Generalsekretär und damit der Vollversammlung verantwortlich, sondern den 5 ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates.
Woher diese ihre Machtansprüche ableiten, ist allen bekannt.
Die Entwicklung der Begründung dieser Weltmachtansprüche auf die Atomwaffen mag z.Z. in einer Überholung begriffen sein, von Wahrheitsliebe in Betzug auf ihre eigenen MIttel sind sie so oder so nicht gekennzeichnet - geschweige denn von Menschenachtung.

Wenn sie die Knebelung der WHO in Bezug auf die Veröffentlichung von Daten bez. Radioaktivität aus dem Munde deren ehemaligen Generaldirektors dokumentiert hören möchten, gibt Ihnen dazu der Film "ATOMARE LÜGEN" Gelegenheit.

Hier können Sie sich wenigstens aus der Distanz ein etwas der Wirklichkeit näher kommendes Bild von der Situation sowohl der Opfer und als auch derer machen, die sich menschlich um sie kümmern - und die beide häufig genug von Verleumdern darüber hinaus gesellschftlich zu Opfern der Propaganda gemacht werden - sollen.

Da stimmt es noch nachdenklicher, wenn man berücksichtigt, dass ein gutes Teil der Verantwortung für das Management des Gesundheitsschutzes bei der WHO für ionisiernde (Radioaktivität) als auch nicht-ionisierende (EMF) Strahlung in einer Hand liegt.

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