BVMDE schwer von Begriff: keine Volksabstimmung gegen 5G (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 03.03.2021, 20:59 (vor 101 Tagen)

Die "Koordination" des Bundesverband verstörter Mobilfunkgegner Deutschlands verschickte am 26. Februar 2021 einen Rundbrief an seine Anhänger, der nur eines zum Thema hat:

Hallo liebe Mitstreiter*innen,

soeben hat das "Bündnis Verantwortungsvoller Mobilfunk Deutschland“ (bvmde.org) eine neue Petition zu 5G online gestellt. Wir bitten Euch und Eure Bekannten, mitzuzeichnen.
Bis zum 28.2.21 müssen 100 Unterschriften zusammenkommen, sonst nehmen wir nicht an der Abstimmung teil.

Sofortiger Stopp des Ausbaus von 5G, bis die Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt realistisch und umfänglich untersucht sind.
https://www.openpetition.de/petition/online/sofortiger-stopp-des-ausbaus-von-5g

Diese Petition findet statt im Rahmen der Intitiative von open petition „Ihr Thema für die erste bundesweite Volksabstimmung“
https://www.openpetition.de/abstimmung21?op_rf=nl

Der BVMDE hat also tatsächlich kurz vor Toresschluss den leckeren Köder geschluckt, den ich mir erlaubt habe, hier im Forum am 10. Februar auszulegen :-).

Die Petition, mit der die "Koordination" des BVMDE hofft, in dem Volksabstimmungswettbewerb von 128 Petitionen auf Open-Petition an die Spitze zu stürmen, hat Forum-Teilnehmer "KlaKla" am 27. Februar hier vorgestellt. Da hatte die Petition des BVMDE nicht 100 Unterstützer, sondern stolze 2393. Damit sollte die Bittschrift die erste Hürde (Stufe 1) zum großen Ziel Volksabstimmung gegen 5G mühelos genommen haben.

Doch weil sich im BVMDE verstörte Mobilfunkgegner versammeln, ist dem nicht so. Denn die Schussel haben ihre Petition in der falschen Abteilung der Petitionsplattform eingestellt, nämlich dort, wo sich bei Open-Petition seit eh und je "normale" Petitionen starten lassen. Richtig wäre es gewesen, die Petition auf dieser Seite als Themenvorschlag für die Volksabstimmung einzustellen. Fast schon ein Kunststück, dieses Ziel zu verfehlen.

Jetzt ist der Zug abgefahren, seit 28. Februar können dort keine Petitionen mehr hinzugefügt werden.

Damit ist der Plan des BVMDE, den Wettbewerb der 128 Petition in Stufe 2 zu gewinnen und mit einer Volksabstimmung über den Stopp des 5G-Ausbaus belohnt zu werden, bereits im Ansatz gescheitert.

Eine verpasste Chance, die nie eine war

Von den Petitionen, die am Volksabstimmungswettbewerb teilnehmen, führt gegenwärtig eine, welche die geplante Kurzlebigkeit von Produkten verbieten will. Diese Petition hat derzeit 3415 Zustimmungen, auf Platz 2 liegt mit 2964 Zustimmungen eine Petition, die ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle ab 2022 fordert. Nun könnte man meinen, die Petition des BVMDE läge mit momentan 3317 Unterstützern ganz weit vorne, hätte sie doch nur an diesem Wettbewerb teilgenommen, der ab heute noch 28 Tage läuft. Ein Grund mehr, dass sich die Verantwortlichen beim BVMDE wegen der verschenkten großen Chance in den eigenen Hintern beißen?

Nein, die Zustimmungen lassen sich nicht vergleichen. Bei der BVMDE-Petition dürfen Hinz und Kunz mitmachen und ihre Unterstützung bekunden. Diese Petition ist gegen Manipulation (Mehrfachteilnahme) kaum geschützt und Mobilfunkgegner aller Couleur können ihre Truppen mobilisieren, um den Erfolg auf dieselbe Weise zu erzwingen, wie dies bei der "Bundestagspetition" der Fall war. Mutmaßlich hatten die Initiatoren sich deshalb sehr gute Chancen ausgerechnet, den Wettbewerb zu gewinnen.

Doch dieser Plan wäre nicht aufgegangen. Denn an keiner der 128 Petitionen, die im Volksabstimmungswettbewerb stehen, dürfen Hinz und Kunz mitmachen und unterschreiben. Mitmachen dürfen nur Personen, die vor dem 8. Februar 2021 eine Petition bei Open-Petition unterschrieben oder selbst gestartet haben. Dies ist ein Manipulationsschutz, der den vermuteten Plan der Mobilfunkgegner zunichte macht, sich mithilfe ihrer Adresspools den Spitzenplatz im Wettbewerb zu sichern. Heißt: Selbst wenn die BVMDE-Petition am Wettbewerb teilgenommen hätte, viele mobilisierte Beipflichter wären nicht zum Zuge gekommen und die Petition aller Voraussicht nach nicht im Spitzenfeld gelandet. Ist doch nach dem vorzeitigen Ausscheiden der BVMDE-Petition aus dem Wettbewerb unter den verbliebenen 128 Wettbewerbern keine einzige andere, die sich gegen 5G wendet.

Die belanglose Petition der verstörten Mobilfunkgegner darf jetzt ganze zwölf Monate auf der Open-Petition-Plattform vor sich hindümpeln, mehr oder weniger Zustimmung von Verstörten ernten und am Ende sang und klanglos den Weg alles Irdischen gehen. Mehr als nur die Selbstbefriedigung der Initiatoren kann und wird diese Arbeitsbeschaffungsmaßnahme nicht bewirken.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, die BVMDE-Petition wurde am 24. Februar gestartet. Am 26. Februar wurde der Text von Open-Petition wegen irreführender Passagen gerügt und musste geändert werden. Auch dies fügt sich nahtlos in das dilettantische Bild ein, das der Bundesverband verstörter Mobilfunkgegner Deutschlands abgibt.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Game over, Volksabstimmung, BVMDE, Thiele, Open-Petition

BVMDE schwer von Begriff: keine Volksabstimmung gegen 5G

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 04.03.2021, 11:59 (vor 101 Tagen) @ H. Lamarr

Doch dieser Plan wäre nicht aufgegangen. Denn an keiner der 128 Petitionen, die im Volksabstimmungswettbewerb stehen, dürfen Hinz und Kunz mitmachen und unterschreiben. Mitmachen dürfen nur Personen, die vor dem 8. Februar 2021 eine Petition bei Open-Petition unterschrieben oder selbst gestartet haben.

Nein, das Verfahren ist etwas komplizierter. Hinz und Kunz dürfen auch bei dem im Wettbewerb stehenden Petitionen abstimmen wie üblich. Deren Stimmen zählen jedoch nicht für den Wettbewerb um die Volksabstimmung. Nur Unterschriften von Personen, die vor dem 8. Februar 2021 eine Petition bei Open-Petition unterschrieben oder selbst gestartet haben, zählen zusätzlich für die Abstimmung im Wettbewerb. Die Petition, die diese Abstimmung gewinnt, wird Thema eines ersten bundesweiten Volksentscheids, der von Open-Petition und Abstimmung21 organisiert wird. Ob es sich dabei um eine Volksabstimmung oder einen Volksentscheid handelt, darüber ist sich Open-Petition selbst nicht ganz klar, benutzt werden auf der Website beide Begriffe synonym.

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Tags:
Volksabstimmung, BVMDE, Open-Petition

Volksabstimmung: Egoismus schlägt Solidarität & Gemeinwohl

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 10.03.2021, 22:29 (vor 94 Tagen) @ H. Lamarr

Von den Petitionen, die am Volksabstimmungswettbewerb teilnehmen, führt gegenwärtig eine, welche die geplante Kurzlebigkeit von Produkten verbieten will. Diese Petition hat derzeit 3415 Zustimmungen, auf Platz 2 liegt mit 2964 Zustimmungen eine Petition, die ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle ab 2022 fordert.

Zwischenstand 22 Tage vor Ende der Abstimmung. Auf dem Treppchen der ersten Drei stehen Petitionen, die nach meiner Einschätzung (auch) persönliches Vorteilsstreben bedienen. Abgeschlagen auf Rang 4 eine Petition zum Tierwohl.

Rang 1: Längere Gewährleistung bei Produkten - 3643 Zustimmungen
Rang 2: Bedingungsloses Grundeinkommen - 3176 Zustimmungen
Rang 3: Keine Motorradfahrverbote am Wochenende oder Feiertagen - 2667 Zustimmungen
Rang 4: Verschärfung der Strafen bei Tierquälerei - 1832 Zustimmungen

Hätten die Schussel des BVMDE möglicherweise mit Bitten & Betteln die Chance gehabt, unter Verweis auf die vielen Unterschriften ihrer Stoppt-5G-Petition noch kurz nach dem Stichtag 28. Februar nachträglich von Open-Petition für den Wettbewerb zur "bundesweiten Volksabstimmung" zugelassen zu werden? Nein, bekundet Open-Petition auf Anfrage, diese Chance gab es zu keiner Zeit, für alle gelten dieselben Teilnahmeregeln.

Das klingt gut! Doch es gibt da Irritierendes: Gemäß Startposting vom 3. März, also einige Tage nach dem Stichtag 28. Februar, waren 128 Petitionen im Rennen um die "bundesweite Volksabstimmung". Heute müssten es noch immer 128 sein, doch es sind 134. Es müssen also sechs noch nach dem 3. März hinzugekommen sein, was laut Open-Petition-Auskunft jedoch nicht möglich sein soll ...

Noch einmal geprüft, was da los sein könnte, muss ich berichtigen: Nicht 128 Petitionen befinden sich im Wettbewerb um die Volksabstimmung, sondern 134. Am 3. März habe ich offensichtlich die 128 Themenvorschläge, die es nicht über die Hürde von 100 Unterstützern geschafft haben und deshalb am Stichtag ausgeschieden sind, mit den 134 verwechselt, welche die Hürde überwunden haben. Ich bitte den Fehler zu entschuldigen.

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