Warum "elektrosensible" Bäume nicht erforscht werden (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 13.02.2021, 00:02 (vor 121 Tagen)

Die Weltgesundheitsorganisation präsentierte in Wuhan kürzlich Ergebnisse der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus. Die vierte von vier geprüften Hypothesen, den Ausbruch aus einem Wuhaner Hochsicherheitslabor für Virenforschung, halten die Experten für "extrem unwahrscheinlich". Deshalb, so der Leiter der WHO-Delegation, werde man diese Hypothese nach gründlicher Abwägung der Indizien nicht weiter verfolgen (Quelle).

Die von Laien propagierte Hypothese, schwache elektromagnetische Felder von Mobilfunk-Basisstationen würden bundesweit vereinzelt Bäume zum Absterben bringen, ist mindestens so extrem unwahrscheinlich, wie die vierte Hypothese zum Ursprung der Corona-Pandemie.

Die eigensinnige Forderung einiger Mobilfunkgegner, einen möglichen Kausalzusammenhang zwischen EMF-Einwirkung und Baumschäden wissenschaftlich untersuchen zu lassen, ist daher abwegig. Denn es fehlt, bis auf dilettantisch zusammengestellte Fotodokumentationen, die in einschlägigen Kreisen als "Beweis" für die Hypothese gehandelt werden, an allem. Insbesondere an einem ernst zu nehmenden Anfangsverdacht, der es rechtfertigen könnte, Forschungsgeld zur Untersuchung einer extrem unwahrscheinlichen Hypothese zu investieren. Von voreingenommenen Mobilfunkgegnern ohne fachliche Qualifikation präsentierte Bildbände, die geschädigte Bäume nebst einem mehr oder weniger weit entfernten Funkmast zeigen, mögen ein Laienpublikum beeindrucken, Wissenschaftler hingegen überzeugen derartige Dokumentationen wegen ihrer Substanzschwäche aus gutem Grund nicht.

Hintergrund
Mögliche Wirkungen elektromagnetischer Felder auf Tiere und Pflanzen (dort: Waldbäume)
Zehn Argumente gegen die Baumstudie von Waldmann-Selsam
Keine Baumschäden im Umkreis von Mobilfunksendeanlagen
Baumschäden durch Mobilfunk, mal wieder ...

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Schadet Mobilfunk der Umwelt?

Gast, Samstag, 13.02.2021, 08:43 (vor 121 Tagen) @ H. Lamarr

Die Forschung hat bislang keine erkennbar schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt aufgrund von Mobilfunkstrahlung nachgewiesen. Bedenken wegen Naturbelastungen durch die neue Mobilfunkgeneration 5G sind meist unberechtigt. Technologischer Fortschritt kann sogar helfen, die Umwelt zu schonen. Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten.

Sind durch Mobilfunk Auswirkungen auf Tiere zu befürchten?

Der Stand der bisherigen Forschung zeigt: Bislang konnten keine erkennbaren und eindeutig auf Mobilfunk zurückzuführenden Umweltschäden nachgewiesen werden. Mobilfunk basiert auf dem Einsatz hochfrequenter elektromagnetischer Felder. Deren einzige bekannte Wirkung auf Organismen, also auch auf Tiere, ist die Erwärmung. Die Strahlung von Mobilfunkmasten reicht jedoch nicht aus, um die Körpertemperatur von Lebewesen wirksam zu erhöhen.

Vögel nutzen das statische Erdmagnetfeld zur Orientierung. Elektromagnetische Felder in bestimmten Frequenzbereichen können die Tiere dabei beeinträchtigen. Das gilt aber nicht für den Frequenzbereich, in dem Mobilfunk stattfindet. Auch mögliche Schäden für Fledermäuse sind nicht wissenschaftlich belegt. Einzelbeobachtungen zu möglicherweise drastischeren Wirkungen auf Säugetiere oder Insekten konnten bisher nicht untermauert werden. Weiter ...

Quelle: Die Bundesregierung

Tags:
SSK, BfS, Bundesregierung, Insektensterben

Enders über athermische Effekte: Es gibt wichtigere Risiken

H. Lamarr @, München, Dienstag, 16.02.2021, 13:43 (vor 118 Tagen) @ H. Lamarr

Eine bemerkenswerte Antwort auf die Frage nach athermischen Effekten gab Prof. Achim Enders, Physiker, Mediziner und Mitglied der deutschen Strahlenschutzkommission:

[...] Es wäre nobelpreiswürdig, wenn ein solcher Effekt tatsächlich jetzt noch, nachdem man 50 Jahre darauf geforscht hat, wider Erwarten dingfest gemacht wird. [...] Ausschließen, das heißt eine Garantie dafür abgeben, dass es so etwas nicht gibt, kann man nicht. Das wäre keine seriöse Wissenschaft. Wir können nur Bilanz ziehen: Was wissen wir und mit welcher Restwahrscheinlichkeit akzeptieren wir Risiken oder nicht? Und da kann ich nur sagen, also meine Einschätzung eines möglichen Restrisikos hier auf diesem Gebiet ist so klein, dass man sich weiß Gott um andere, realere und wichtigere Risiken auch auf dem Gebiet des Strahlenschutzes kümmern sollte. Aber das entbindet uns nicht von der Pflicht, das Gebiet immer weiter zu verfolgen, und nachzuschauen, was gibt es an neuen Ergebnissen. Nur bin ich im Laufe der Jahre da recht gelassen geworden. Das können Sie mir glauben.

Quelle: Antwort der Dialoginitiative auf die Frage eines Diaglogteilnehmers

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Tags:
Enders, Dialoginitiative

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