Mast vs. Smartphone (Allgemein)

Andy, Freitag, 05.02.2021, 19:59 (vor 603 Tagen)

Hallo liebes Forum,

ich plane in zwei Jahren evtl. einen Umzug in eine Wohnung, die sich in ~200 Meter Entfernung (Sichtkontakt) zu einem Dach mit zahlreichen Mobilfunk-Sendeanlagen befindet.
Liege ich korrekt, dass die von dort von den Masten auf meine Wohnung einwirkende Strahlung wesentlich geringer ist als z. B. die Strahlung meines Smartphones in meiner Hand z. B. beim Telefonieren oder Surfen? Ich habe auch permanent WLAN-Hotspots bereits jetzt in meiner direkten Umgebung.

Hintergrund der Frage ist, dass ich mich leider vor Jahren aluhut-mäßig über das Thema informiert habe. Zwar glaube ich nicht mehr an diesen ganzen Kram wie "Elektrosensibilität" oder gesundheitliche Effekte bei starker Unterschreitung der Grenzwerte, doch es interessiert mich nun trotzdem, ob die Strahlung, der ich 24/7 ausgesetzt bin, sich durch einen solchen Umzug sehr stark erhöhen würde.

Vielen Dank für Eure Antwort(en). :-)
Andy

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Leseranfrage

Mast vs. Smartphone: Wünsch dir was!

H. Lamarr @, München, Freitag, 05.02.2021, 21:06 (vor 603 Tagen) @ Andy

[...] doch es interessiert mich nun trotzdem, ob die Strahlung, der ich 24/7 ausgesetzt bin, sich durch einen solchen Umzug sehr stark erhöhen würde.

Andy, du beziehst dich hier anscheinend auf deinen jetzigen Wohnsitz und möchtest wissen, ob du bei deinem künftigen Wohnsitz "stark erhöht" befeldet wirst. Um diese Frage detailliert individuell beantworten zu können, müsstest du entweder einen typischen Messwert aus deinem jetzigen Wohnsitz nennen oder ersatzweise genauere Angaben zum jetzigen und künftigen Wohnsitz machen (z.B. Stockwerk, Isolierglasfenster ja/nein ...). Du kannst auch die beiden Adressen (oder die eines nahen Nachbarn) nennen, dann kann die EMF-Datenbank der BNetzA über die nächstgelegenen Mobilfunkstandorte befragt werden. Oder aber du verzichtest auf Details und begnügst dich mit einer pauschalen Abschätzung.

Wünsch dir was! :-)

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Mast vs. Smartphone

Andy, Freitag, 05.02.2021, 22:14 (vor 603 Tagen) @ H. Lamarr

Hallöchen,

und danke für die Antwort. :) Du hast mein Anliegen ziemlich genau verstanden.
Standort nur per Privatmail, falls das hier geht, im Forum reicht mir die pauschale Abschätzung.

Pauschale Abschätzung reicht mir, ob ich mit der Vermutung richtig liege, dass die Exposition durch die Masten in 200m in der Regel Entfernung weit unter denen durch Handy am Ohr/in der Hosentasche oder Access Point über dem Kopf im Großraumbüro liegen.
Dies ist nämlich nach Sichtung der Sachlage meine Vermutung, und dann bräuchte ich mich auch gar nicht um tausend Details zu kümmern sondern könnte das Thema abhaken bzw. bei einem möglichen Umzug dies nicht auf die Contra-Argumentliste schreiben.

Merci nochmals und schöne Grüße ins schöne München,
Andy

Mast vs. Smartphone: Bitte warten ...

H. Lamarr @, München, Montag, 08.02.2021, 11:39 (vor 600 Tagen) @ Andy

Noch ein bisschen Geduld, Andy. Damit du ein Anschauungsbeispiel hast, was dich bei deiner möglicherweise neuen Wohnung erwartet, wollte ich dir zeigen, welche Funkimmission wir hier haben. Dummerweise ist bei dem Messgerät (HF59B) der Akku leer und das Netzteil war unauffindbar. Erst jetzt habe ich es gefunden und lade. Heute abend oder morgen melde ich mich wieder.

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– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Mast vs. Smartphone: Der Mast muss nicht weg!

H. Lamarr @, München, Dienstag, 09.02.2021, 23:27 (vor 599 Tagen) @ Andy

ich plane in zwei Jahren evtl. einen Umzug in eine Wohnung, die sich in ~200 Meter Entfernung (Sichtkontakt) zu einem Dach mit zahlreichen Mobilfunk-Sendeanlagen befindet.
Liege ich korrekt, dass die von dort von den Masten auf meine Wohnung einwirkende Strahlung wesentlich geringer ist als z. B. die Strahlung meines Smartphones in meiner Hand z. B. beim Telefonieren oder Surfen? Ich habe auch permanent WLAN-Hotspots bereits jetzt in meiner direkten Umgebung.

Mit einem Vergleichsmesswert kann ich jetzt nicht aufwarten. Der Ladestecker des Netzteils passte zwar, die Ladespannung von 9 V ist jedoch zu gering, um den 12-V-Akku des Messgeräts nennenswert zu laden. Sobald ich das richtige Netzteil gefunden habe, reiche ich den Messwert nach.

Deine Frage, Andy, wird mit der Grafik in diesem Posting eigentlich schon schlüssig beantwortet. Dort ist erkennbar, dass immissionstechnisch ein Abstand von 100 Meter bis 200 Meter zur nächstgelegenen Basisstation deines Mobilfunkversorgers optimal ist: Die Funkfelder des Sendemasten sind in diesem Bereich schon schwach und das Smartphone "sieht" den Sendemasten noch so gut, dass es mit schwacher Sendeleistung auskommt (niedriger SAR-Wert). So gesehen liegt die mögliche neue Wohnung also optimal, gäbe es da nicht ein paar Einwände.

► Die Grafik beschreibt die Situation an nur einem von derzeit rd. 85'600 Standorten für Mobilfunksendeanlagen in Deutschland und kann deshalb nur zur grundsätzlichen Orientierung verwendet werden.

► Die smarten Antennen von 5G haben steuerbare Hauptstrahlrichtungen, die eine Vorhersage der Immission an einem bestimmten Punkt in der Umgebung (deine Wohnung) nur noch mit statistischen Wahrscheinlichkeitsbetrachtungen möglich machen.

► Smarte 5G-Antennen bieten aber den weithin unbekannten Vorteil, dass sie jeden Nutzer nur mit der situationsbezogen erforderlichen Leistung "bestrahlen" (diese ist z.B. beim Telefonieren gering, beim Video-Streamen dagegen hoch). Deshalb spielt es bei diesen Antennen auch keine große Rolle mehr, ob deine neue Wohnung im EG liegt oder im DG. Bislang spielte die Lage der Wohnung eine maßgebende Rolle bei der Immission, je höher eine Wohnung liegt, desto höher war auch die Immission. Smarte 5G-Antennen bedeuten deshalb für DG-Bewohner eine substanzielle Entlastung.

► Du weißt nicht, ob auf dem Dach mit den Antennen auch dein Mobilfunkversorger vertreten ist. Die Grafik geht davon aus, dass dies der Fall ist.

► Selbst wenn du weißt, dass dein Mobilfunkversorger auf dem Dach eine Sendeantenne in deine Richtung betreibt, hast du in urbaner Umgebung mit vielen Mobilfunkstandorten keine Garantie, dass sich dein Smartphone, wenn du es in der neuen Wohnung nutzt, auch auf die Dachantenne in 200 Meter Entfernung einbucht. Bucht es sich z.B. bei einem anderen Standort in 400 Meter Entfernung ein, sendet das Smartphone nicht mit doppelter, sondern 4-facher Leistung. Es gibt jedoch (Gratis-)Apps für Smartphones (z.B. Network Cell Info für Android), die grafisch in einer Karte anzeigen, mit welchem Sendemasten das Mobiltelefon momentan verbunden ist.

Also, du siehst schon, Andy, war zu den guten alten GSM-Zeiten eine Fernprognose der Immission wegen statischer Feldsituationen noch zutreffend möglich, ist dies heute wegen der dynamisch wechselnden Feldsituationen nicht mehr möglich. Oder vorsichtiger gesagt: Mir ist es nicht mehr möglich.

Wir müssen daher anders an die Sache herangehen. Auch mit 5G gilt: Ein Sendemast darf maximal 0,08 W Funkleistung pro Kilogramm Körpergewicht in deinen Körper eintragen. Mit so einem Wert musst du rechnen, wenn du dich einem Sendemasten bis an den Rand des Sicherheitsabstands näherst, üblicherweise also auf etwa 12 Meter (starker Sender) bis 3 Meter (schwacher Sender) und der Sendemast mit voller Leistung sendet (Silvester um Mitternacht). Beim Smartphone hingegen sind 2 W Funkleistung pro Kilogramm Körpergewicht zulässig, weil die Befeldung nicht mehr den gesamten Körper einhüllt, sondern nur noch den Kopf/Oberkörper trifft. Ein Smartphone kann deine grauen Zellen daher bei schlechtem Empfang (maximale Sendeleistung) bis zu 25-Mal stärker befelden als dies ein Funkmast in der Silvesternacht kann, selbst wenn du ihm bis auf wenige Meter auf die Pelle rückst.

Ein anderes Beispiel ist noch plakativer: Wer bei sehr schlechtem Empfang mit dem Smartphone telefoniert, pumpt sich in 1 Sekunde mehr Funkleistung in den Kopf als bei einem 1-wöchigen Dauertelefonat bei sehr gutem Empfang. Die Herleitung, die diese Behauptung zu einem nachprüfbaren Fakt macht, findest du hier.

Mehr auf deine Situation zugeschnitten ist noch ein Beispiel aus der Zeit vor 5G, das tendenziell aber noch immer zutreffen dürfte:

"Sie können sich rd. 2 1/2 Jahre lang Tag für Tag in 100 m Abstand zu einer städtischen Mobilfunk-Basisstation aufhalten. Ihr Kopf nimmt in dieser Zeit nicht mehr Energie auf als bei einem einzigen 45-Minuten-Gespräch mit einem schon ziemlich strahlungsarmen Handy!"

Die Herleitung dieses Beispiels findest du hier.

Alle Beispiele gelten übrigens für die Allgemeinbevölkerung (Privatpersonen inkl. Kinder, Kranke, Senioren). Wer am Arbeitsplatz Funkeinwirkung ausgesetzt ist, darf 5-Mal stärker befeldet werden. Das übersehen Mobilfunkgegner gerne. So sind am Arbeitsplatz statt 0,08 W/kg (Ganzkörper) 0,4 W/kg zulässig und Endgeräte (z.B. Tetra-Funkgeräte von Polizei/Feuerwehr) dürfen statt 2 W/kg immerhin 10 W/kg Funkleistung eintragen.

Fazit

Nach bestem Wissen und Gewissen kann ich deine Einschätzung bestätigen: Ja, die von dem 200 Meter entfernten Dachstandort auf deine Wohnung einwirkende Strahlung ist wesentlich geringer als die Strahlung deines Smartphones beim Telefonieren oder Surfen. Aller Voraussicht nach wird dies auch mit 5G so sein, auf jeden Fall dann, wenn die 5G-Immissionen zeitlich gemittelt werden. Hältst du dein Smartphone nicht an den Kopf, sondern in der Hand, gelten auch für Privatpersonen ohnehin höhere Grenzwerte (4 W/kg statt 2 W/kg). Aus alledem resultiert der seit mindestens 20 Jahren geltende wissenschaftliche Kenntnisstand: Wenn von Mobilfunk überhaupt ein Gesundheitsrisiko ausgeht, dann nicht von den Funkmasten, sondern von den Endgeräten.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Handy, Analogie, Immission, Sendeleistung, Basisstation, App, Immobilie, Teilkörper

Mast vs. Smartphone: Der Mast muss nicht weg!

Andy, Mittwoch, 10.02.2021, 19:01 (vor 598 Tagen) @ H. Lamarr

Hallo H.,

vielen herzlichen Dank! Mit einer so umfangreichen Antwort hätte ich nicht gerechnet und habe mich sehr darüber gefreut.

Falls Du erlaubst, noch eine kurze Zusatzinformation: 27 Antennen am Standort, davon ca. 7 in "meine" Richtung (10°-30° Differenz), Sicherheitsabstand je ~4m ist da auch nicht so viel, dass es an den Argumenten irgendwas ändern würde, richtig?

Der Vergleich Handy / Mast war ja genau das, was ich gesucht hatte. Faktor 1.000 ist ja wirklich enorm. Da liegen Wodka und Apfelsaft ja näher beieinander, was den Alkoholgehalt angeht als Handy und Mast, was EMF angeht.
Sollte das nicht jeden Kritiker überzeugen? :)

Das Experiment von Röösli ist ja noch unfassbarer. Faktor 1.000.000! Das kann man sich ja überhaupt nicht mehr vorstellen. Dasselbe Verhältnis wie eine Tonne zu einem Gramm.

Ich werde den Punkt Mobilfunk folglich nicht zum Argument machen, was die Umzugsentscheidung angeht... im Gegenteil. Wäre froh, nicht mehr wie jetzt das Handy ans gekippte Fenster stellen zu müssen, um überhaupt (mit Bluetooth-Headset) telefonieren zu können... :)

Insofern vielen Dank für die Bestärkung meiner Vermutung sowie die erhellenden Informationen und schöne Grüße ins schöne München,
Andy

Mast vs. Smartphone: Der Mast muss nicht weg!

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 11.02.2021, 22:42 (vor 597 Tagen) @ Andy

vielen herzlichen Dank! Mit einer so umfangreichen Antwort hätte ich nicht gerechnet und habe mich sehr darüber gefreut.

Gern geschehen. Beachte aber bitte, dass ich kein Mobilfunk-Insider bin: Ich habe erfolgreich Nachrichtentechnik an der (wie sie heute heißt) Hochschule für angewandte Wissenschaften München studiert, verdingte mich danach jedoch sofort als Redakteur bei Elektronik-Fachzeitschriften. Aus dieser Zeit habe ich noch eine Meldung in Erinnerung, Kanzler Kohl und der französische Staatspräsident Mitterand hätten sich bei einem Waldspaziergang auf ein "paneuropäisches neues Funksystem" geeinigt. Das war der erste Vorbote auf das, was wenige Jahre darauf unter dem Begriff GSM die Welt erobern sollte. Später wurde ich Technischer Redakteur bei einem Hersteller von Funkmessplätzen und war für die Technische Dokumentation verantwortlich.

Falls Du erlaubst, noch eine kurze Zusatzinformation: 27 Antennen am Standort, davon ca. 7 in "meine" Richtung (10°-30° Differenz), Sicherheitsabstand je ~4m ist da auch nicht so viel, dass es an den Argumenten irgendwas ändern würde, richtig?

Ja, sehe auch ich so. Um das mit einem Fakt zu stützen, habe ich heute Mittag mit einem einfachen batteriegespeisten Breitbandmessgerät (800 MHz bis 2,5 GHz) den im Foto gezeigten Funkmast gemessen, der (anfangs weniger bestückt) seit 2002 in unserem Blickfeld steht. Zwar zeigen nur drei Antennen in Richtung unserer Wohnung, dafür aber sind die genau in gleicher Höhe (wir sind also mitten im Hauptstrahl) und vor allem sind die nur 96 Meter weit weg. Dieser Funkmast (München, Freisinger Landstr. 6) leuchtet bei geschlossenem Fenster mit etwa 1 mW/m² (RMS) bei uns ins Wohnzimmer. Bei offenem Fenster müssen es mehr als 2 mW/m² sein, denn das Messgerät zeigte Überlauf an. Proteste gegen den Masten hat es zu keiner Zeit gegeben. Hat man sich erst einmal an den Anblick gewöhnt und seine irrationalen Ängste, die von bestimmten Leuten und Medien geweckt und geschürt werden, unter Kontrolle gebracht, lässt es sich mit solchen Nachbarn gut leben. Die drei Amseln auf dem Blitzfang sehen das ähnlich gelassen.

[image]

Insofern vielen Dank für die Bestärkung meiner Vermutung sowie die erhellenden Informationen und schöne Grüße ins schöne München.

Wenn du möchtest, schreib doch noch ein paar Zeilen, was dich von deinen anfänglichen Ängsten gegenüber der Mobilfunktechnik befreit hat. Das würde mich interessieren.

Meiner Erfahrung nach passiert so eine Rückbesinnung bevorzugt dann, wird ein wütend bekämpfter Funkmast dann doch errichtet und in Betrieb genommen. Die Gegner bemerken dann schnell, Blumen auf der Fensterbank welken nicht, der Schlaf bleibt unverändert, der Hund bellt wie immer und auch die Milch im Kühlschrank wird nicht grün. Protestiert wird mit Krawall, die Normalität aber kehrt auf leisen Sohlen zurück. Ob der soziale Frieden wieder einkehrt steht auf einem anderen Blatt.

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Mast vs. Smartphone: Der Mast muss nicht weg!

Andy, Freitag, 12.02.2021, 21:11 (vor 596 Tagen) @ H. Lamarr

Hallo,

danke nochmal. :-) Sehr interessant. Am meisten haben mich tatsächlich die Vergleiche beeindruckt, wie zwischen gutem/schlechtem Empfang und auch zwischen Mast/Handy mehrere Zehnerpotenzen liegen, was die Immissionswerte angeht.
Da uns das Handy am Ohr bei schlechtem Empfang ja auch nicht verkohlt, ist der Gedanke, die Masten können schaden, schon sehr, sehr abwegig bei diesen Größenverhältnissen.

Bei mir ist das tatsächlich eine etwas längere Geschichte, doch ich versuche mich kurz zu fassen. Als Student hatte ich ein paar sehr esoterisch angehauchte Freunde, die mich vor Elektrosmog warnten. Nach einigen Artikeln und Videobeiträgen (Dr. Mutter, Herrn Weiner usw.) war ich dann davon überzeugt, dass einige stressbedingte Beschwerden, die ich hatte, mit Befeldung in Zusammenhang stehen. Fortan ging es mir immer echt schlecht, wenn z. B. ein Mast in der Nähe war oder ich bei Freunden neben einer DECT-Station oder einem WLAN-Router saß. Als ich mal erfuhr, dass ein Mast, der mir Kopfschmerzen bereitete, längst abgeschaltet war, zweifelte ich an einem ursächlichen Zusammenhang. Ich ließ ich mich von meiner Frau testen: ein WLAN-Sender kam im Kopfbereich unter mein Bett, jede Nacht schaltete meine Frau zufällig an oder aus, ohne mich zu informieren. Ich merkte: mein Befinden war nicht vom WLAN-Signal abhängig. Meine Beschwerden waren ein reiner Nocebo-Effekt. Ich nahm dann auch Kontakt auf mit Frau Dr. Kaul, die ja diesbezüglich untersucht hat. Sie bestätigte mir, dass keine der von ihr untersuchten Personen signifikant häufiger ein Feld spüren konnte, als statistisch per Zufall zu erwarten.

Ich wurde den Nocebo los, indem ich mich informierte. Manchmal kommen jedoch noch Gedanken und selten sogar leichte Beschwerden, z. B. als an meinem Arbeitsplatz in jeden Raum Access Points installiert wurden oder wir Urlaub direkt neben einem sehr leistungsstarken 5G-Sender gemacht haben. Daher wollte ich vor dem geplanten Umzug nochmals ein wenig recherchieren... und bin jetzt überzeugt, dass ich mir da mir Surfen und Telefonie nicht schaden, ich mir um eine Beeinträchtigung des Wohlbefindens durch Masten Gewiss keine Sorgen zu machen brauche.

Gerade weil ich also aus Erfahrung weiß, wie stark die Angst vor "Elektrosmog" die Lebensqualität beeinträchtigen und auch körperliche Beschwerden hervorrufen kann, finde ich die Arbeit, die Du hier machst, sehr wertvoll. Zwar ist Angst ansteckend, sachliche Beruhigung aber auch. Nochmals: Herzlichen Dank dafür!

:-) Sorry, das war ein bisschen ausführlich. Ich hoffe, ich hab Dich nicht gelangweilt.

Viele Grüße nach München und ein schönes Wochenende,
Andy

Mast vs. Smartphone: Der Mast muss nicht weg!

H. Lamarr @, München, Freitag, 12.02.2021, 22:37 (vor 596 Tagen) @ Andy

Manchmal kommen jedoch noch Gedanken ...

Das geht – selten nur – sogar mir noch so, wenn ich mich nicht ganz wohl fühle und der Blick auf die Antennen fällt. Reine Kopfsache. Dauert nur ein paar Minuten, dann isses abgeschüttelt wie eine Fliege auf der Haut.

Zwar ist Angst ansteckend, sachliche Beruhigung aber auch. Nochmals: Herzlichen Dank dafür!

Gern geschehen, Andy.
Unter uns: Für das, was wir hier tun, ernten wir üblicherweise keinen Dank, sondern Anfeindungen.

Sorry, das war ein bisschen ausführlich. Ich hoffe, ich hab Dich nicht gelangweilt.

Du hast mich kein bisschen gelangweilt, denn deine Schilderung ist spannend und für mich ein Novum. Aussteiger aus der Anti-Mobilfunk-Szene gibt es viele, doch die versickern üblicherweise ohne ein Wort auf Nimmerwiedersehen. Dabei gäbe es, du zeigst es, durchaus Erhellendes zu erzählen, um anderen die Augen zu öffnen und Mut zum Ausstieg zu machen.

Solltest du in besagte Wohnung ziehen, viel Freude damit! Wenn du magst erzähle uns in drei Jahren, ob du den sieben Antennen in 200 Meter Abstand standgehalten hast, oder ob sie dich doch noch gekriegt haben.

:waving:

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
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