Bundesamt für Strahlenschutz: Forschungsplan für 2020 (Forschung)

H. Lamarr @, München, Montag, 24.02.2020, 21:34 (vor 278 Tagen)

Gemäß dem Ressortforschungsplan des BMU soll das BfS in diesem Jahr u.a. zehn Forschungsvorhaben zu elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern in Angriff nehmen.

Im Bereich der nichtionisierenden Strahlung werden die noch offenen Fragen der Wirkungen elektrischer und magnetischer Felder sowie die Exposition und Wirkungen der elektromagnetischen Felder neuer Technologien untersucht, um hieraus Schutzkonzepte und ggf. Grenzwerte abzuleiten. Ebenso bedarf die Vielzahl neuer Anwendungen der nichtionisierenden Strahlung am Menschen einer gesundheitlichen Bewertung.

Zum einen liegen nur wenige Erkenntnisse zu den Auswirkungen elektromagnetischer Felder hoher Frequenzen, wie sie künftig in den 5G-Netzten eingesetzt werden sollen, vor. Zum anderen bedürfen noch offene Fragen zu der Wirkung niederfrequenter sowie statischer elektrischer und magnetischer Felder einer Klärung, die im Rahmen des Forschungsprogramms Stromnetz erfolgen sollen. Darüber hinaus werden dosimetrische Aspekte untersucht, die eine wesentliche Grundlage für die Erarbeitung von Schutzkonzepten und der Festsetzung von Grenzwerten darstellen.

Auch die Anwendung nichtionisierender Strahlung am Menschen gewinnt aufgrund der rasanten technischen Entwicklung immer mehr an Bedeutung. So sollen Messungen und Bewertungen relevanter Strahlungsquellen für die Allgemeinbevölkerung durchgeführt werden. Zudem sind die Risiken neuer Lichtquellen wie Blaulichtgefahr und Blendung zu bewerten.

Nachfolgend die für 2020 geplanten zehn Forschungsprojekte aus dem Bereich nichtionisierender Strahlung, die das BfS als Vergabebehörde an Auftragnehmer vergeben soll:

Forschungskennzahl (FKZ): 3620S82471
Facheinheit: St-RK – Stabsstelle Risikokommunikation
Kurztitel/Thema: Sichtweisen der Bevölkerung auf den 5G-Mobilfunkstandard und dessen kommunikative Darstellung

3620S82472 (dieses Projekt ist bereits ausgeschrieben)
WR5 – Wirkungen und Risiken ionisierender und nichtionisierender Strahlung, Fachgebiet 5 elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder
Einfluss der zwischenfrequenten Magnetfelder der induktiven Leistungsübertragung beim Aufladen von Elektrofahrzeugen auf das Verhalten von Labornagern

3620S82473
WR5
Bestimmung von Expositionen gegenüber elektromagnetischen Feldern der Elektromobilität

3620S82474
WR5
Beteiligung an einer Folgestudie zur Verifikation oder Falsifikation der Ergebnisse der NTP-Langzeitstudie an Mäusen und Ratten zu Ganzkörperexposition mit Mobilfunkfeldern

3620S82475 (diese Projekt ist bereits ausgeschrieben)
WR5
Systematische Review zum Einfluss elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Felder auf die Fruchtbarkeit bei Menschen sowie in Tier- und Laborstudien

3620S82476
WR5
Mobilfunkkonflikte aus der Vergangenheit als Lehrbeispiel für Kommunikationsstrategie 5G?

3620S92410
WR5
Untersuchung zum Auftreten von Leukämie bei prädisponierten, Magnetfeld-exponierten Tiermodellen

3620S92411
WR3
Gepoolte Analyse von Studien zum Zusammenhang zwischen Exposition gegenüber extrem niederfrequenten Magnetfeldern und amyotropher Lateralsklerose (ALS)

3620S92412
WR5
Machbarkeitsstudie für eine interdisziplinäre Studie zur Untersuchung eines Zusammenhangs zwischen Umwelt-, genetischen Faktoren und Leukämie in B-Zell ALL-Patienten

3620S92414
WR5
Untersuchung zur Wirkung von Vor-Ort-Expositionsmessungen auf Risikowahrnehmung sowie Glaubwürdigkeit und Vertrauen in Landesbehörden und Netzbetreiber

Im Dezember 2019 wurde noch im Rahmen des vorangegangenen Ressortforschungsplans 2019 ein Forschungsvorhaben ausgeschrieben, das sich mit 5G befassen wird (Abschätzung der Gesamtexposition des Menschen durch zusätzliche 5G-Mobilfunktechnologien anhand modellierter Zukunftsszenarien)

Ergänzung vom 11. August 2020: Die Ausschreibung eines Forschungsprojekts bedeutet nicht zwangsläufig, dass es auch vergeben wird. Gängige Hinderungsgründe sind das Ausbleiben eines Bewerbers, zwischen Auftraggeber und Bewerber unvereinbare finanzielle Vorstellungen oder mangelhaft ausgefüllte Anträge. So kann es vorkommen, dass ein Forschungsvorhaben längerfristig ausgeschrieben oder zurückgezogen wird. Ein nicht gängiger Hinderungsgrund ist derzeit Corona, nämlich dann, wenn ein Forschungsprojekt intensive persönlichen Kontakte z.B. zur Bevölkerung erfordert.

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Tags:
Forschung, Risikowahrnehmung, Leukämie, BfS, Fruchtbarkeit, 5G, Kommunikationsstrategie, Forschungsprojekte

Forschungsprojekt 3620S82472: Elektrofahrzeuge

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 27.02.2020, 22:41 (vor 275 Tagen) @ H. Lamarr

3620S82472 (dieses Projekt ist bereits ausgeschrieben)
WR5 – Wirkungen und Risiken ionisierender und nichtionisierender Strahlung, Fachgebiet 5 elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder
Einfluss der zwischenfrequenten Magnetfelder der induktiven Leistungsübertragung beim Aufladen von Elektrofahrzeugen auf das Verhalten von Labornagern

Kurzbeschreibung

Der Anteil der Elektrofahrzeuge nimmt ständig zu. Zum Laden von Elektrofahrzeugen werden zunehmend drahtlose, induktive Verfahren entwickelt. Die hierfür bereits verwendeten Frequenzen sind 20 kHz für Busse und 85 kHz für PKW, weitere Verfahren bei 140 kHz werden derzeit entwickelt. Die genannten Frequenzen gehören zum Zwischenfrequenzbereich, mögliche biologische und gesundheitliche Auswirkungen in diesem Bereich sind noch relativ wenig erforscht.

Es ist davon auszugehen, dass Personen beim Laden von Fahrzeugen zunehmend bis zum Grenzwert von 6,25 µT mit Magnetfeldern der Frequenzen 20 kHz, 85 kHz und 140 kHz exponiert werden können. Im vorliegenden Forschungsvorhaben soll zur Überprüfung der Wirkung dieser Felder bei 85 kHz und bei 140 kHz das Verhalten von Mäusen untersucht werden. Es sollen bei beiden Frequenzen jeweils 80 Mäuse für 300 Tage mit Magnetfeldern exponiert oder scheinexponiert werden (insgesamt 320 Tiere). Es sollen drei etablierte Verhaltenstests zur Beweglichkeit, Gedächtnis und Orientierung durchgeführt werden: Rota-Rod, 8-Arm Labyrinth und Open Field Test. Nach Ende der Exposition sollen die Organe aller Tiere histologisch untersucht werden. Die Ergebnisse werden mit den Ergebnissen des Vorläufer-Vorhabens verglichen und die Bedeutung der Ergebnisse für den Strahlenschutz bewertet.

Laufzeit: maximal 24 Monate, beginnend ab dem 01.05.2020

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Forschungsprojekt 3620S82475: Fruchtbarkeit

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 27.02.2020, 22:45 (vor 275 Tagen) @ H. Lamarr

3620S82475 (diese Projekt ist bereits ausgeschrieben)
WR5
Systematische Review zum Einfluss elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Felder auf die Fruchtbarkeit bei Menschen sowie in Tier- und Laborstudien

Kurzbeschreibung

Seit 1999 sind verschiedene wissenschaftliche Arbeiten erschienen, die auf einen möglichen schädlichen Einfluss hoch- und niederfrequenter elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Felder auf die Fruchtbarkeit des Menschen hindeuten. Zudem wurden zahlreiche Tierstudien, hauptsächlich mit Nagetieren, veröffentlicht, die ebenfalls eine schädliche Wirkung elektromagnetischer Felder auf die Fruchtbarkeit möglich erscheinen lassen. So wurde in einigen Studien am Menschen eine verringerte Qualität der Spermatozoen beobachtet, was Anzahl, Größe, Form und Mobilität der Spermien anbelangt. In einigen Tiermodellen wurden auch Veränderungen im Gewebe der Keimdrüsen nach Exposition mit elektromagnetischen Feldern beobachtet. Als möglichen Wirkmechanismus, der die beobachtbaren Veränderungen oder Schädigungen im Gewebe und den Keimzellen erklären könnte, wird durch elektromagnetische Felder ausgelöster oxidativer Stress postuliert. Allerding ist die Gesamtstudienlage sehr uneinheitlich, was sowohl die Qualität der Studien als auch deren Aussagen betrifft. So weisen laut BfS-Forschungsbericht aus dem Jahr 2014 viele Studien teils erhebliche methodische Mängel wie fehlende Verblindung, mangelhafte Kontrollen und fehlerhafte Versuchsaufbauten bei der Exposition mit elektromagnetischen Feldern auf.

Weiterhin zeigen sich in vielen Studien keine oder sogar positive Auswirkungen der Befeldung auf die Fruchtbarkeit von Tier und Mensch. Diese uneinheitliche Studienlage erschwert aus Sicht des Strahlenschutzes die Bewertung der möglichen Auswirkungen elektromagnetischer Felder auf die Fruchtbarkeit. Es ist daher erforderlich die vorhandene Literatur zum Thema in einem systematischen Review, das den internationalen Kriterien für die Erstellung systematischer Reviews entspricht, zusammenzufassen und zu bewerten. Ziel ist es, klare Aussagen aus strahlenschutztechnischer Sicht zur Relevanz von elektromagnetischen Feldern auf die Fruchtbarkeit von Mensch und Tier zu gewinnen. Dabei sind beide Geschlechter zu berücksichtigen. Zudem sollen mögliche Wissenslücken und möglicher Forschungsbedarf ermittelt werden.

Laufzeit: maximal 18 Monate, beginnend ab dem 01.05.2020

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Forschungsprojekt 3620S92410: Magnetfelder/Kinderleukämie

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 07.05.2020, 21:42 (vor 205 Tagen) @ H. Lamarr

3620S92410
WR5
Untersuchung zum Auftreten von Leukämie bei prädisponierten, Magnetfeld-exponierten Tiermodellen

Kurzbeschreibung

Bei der Entstehung von Leukämien im Kindesalter handelt es sich um ein multifaktorielles Geschehen, wobei genetische Veranlagung, weitere endogene Faktoren sowie äußere Umwelteinflüsse zusammenwirken. Trotz der verschiedenen Anstrengungen in unterschiedlichen Bereichen der Wissenschaft sind die genauen Ursachen für die Erkrankung und ihr Zusammenspiel nach wie vor unklar. Die der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugeordnete Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) bewertet Magnetfelder als „möglicherweise kanzerogen“ beruhend auf epidemiologischen Studien, die konsistent einen statistischen Zusammenhang von Leukämien im Kindesalter mit schwachen niederfrequenten Magnetfeldern (ELF MF) beobachten konnten. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dieser Umwelteinwirkung und dem Risiko für Leukämien bei Kindern ist jedoch nach dem Stand der Wissenschaft bisher nicht erklärbar. Hier besteht Handlungsbedarf im Bereich des Strahlenschutzes.

In dem EU-geförderten Projekt „Advanced Research on Interaction Mechanisms of electroMagnetic exposures with Organisms for Risk Assessment“ (ARIMMORA) sollte ein möglicher kausaler Zusammenhang zwischen ELF MF und Leukämie im Kindesalter genauer untersucht werden. Dafür wurde u.a. ein Mausmodell entwickelt, welches das häufigste Fusionsgen in kindlicher akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL), ETV6-RUNX1, spezifisch in hämatopoietischen Stamm-/Vorläuferzellen exprimiert. Dieses Mausmodell wurde im ARIMMORA-Projekt eingesetzt, um zu überprüfen ob eine Exposition mit niederfrequenten Magnetfeldern Leukämie in prädisponierten Mäusen auslöst. Über den Beobachtungszeitraum von 2 Jahren entwickelte eine von 30 exponierten Mäusen, aber keine der nicht exponierten Mäuse eine B-Zell ALL. Dieses Ergebnis war jedoch aufgrund geringer Versuchstierzahlen nicht statistisch signifikant. Um die Ergebnisse aus dem ARIMMORA-Projekt zu überprüfen, soll in diesem Vorhaben eine größere Anzahl an Mäusen, die eine häufige Leukämie-spezifische chromosomale Translokation tragen, gegenüber ELF MF exponiert und auf das Auftreten von Leukämie untersucht werden.

Laufzeit: maximal 36 Monate, beginnend ab dem 01.08.2020

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Kinder, Leukämie, Forschungsprojekt

Forschungsprojekt 3620S82471: 5G-Risikokommunikation

H. Lamarr @, München, Montag, 15.06.2020, 21:47 (vor 166 Tagen) @ H. Lamarr

Forschungskennzahl (FKZ): 3620S82471
Facheinheit: St-RK – Stabsstelle Risikokommunikation
Kurztitel/Thema: Sichtweisen der Bevölkerung auf den 5G-Mobilfunkstandard und dessen kommunikative Darstellung

Kurzbeschreibung

Das Thema „Mobilfunk und Gesundheit“ erfährt seit geraumer Zeit wieder ein erhöhtes mediales und öffentliches Interesse. Dieses Interesse richtet sich vor allem auf die Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G (im Folgenden kurz „5G“). Ziel des vorliegenden Vorhabens ist es, die Sichtweisen der Bevölkerung auf den Mobilfunk im Allgemeinen sowie auf 5G im Speziellen zu erfassen. Dazu soll zum einen mit einem qualitativen Ansatz untersucht werden, wie die Bürger*innen verschiedene Aspekte des Mobilfunks und von 5G verstehen und interpretieren und zum anderen eine für die deutsche Bevölkerung repräsentative Umfrage erfolgen. Die Ergebnisse des Vorhabens liefern dem BfS Erkenntnisse über den Informationsbedarf auf Seiten der Bürger*innen, ihren Wissensstand und ihre Ansichten zum Thema 5G bzw. Mobilfunk und Gesundheit.

Laufzeit: maximal 15 Monate, beginnend ab dem 01.09.2020

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Forschungsprojekt 3620S82476: Kommunikationsstrategie 5G

H. Lamarr @, München, Montag, 22.06.2020, 01:24 (vor 159 Tagen) @ H. Lamarr

3620S82476
WR5
Mobilfunkkonflikte aus der Vergangenheit als Lehrbeispiel für Kommunikationsstrategie 5G?

Kurzbeschreibung

Zur Durchführung seiner gesetzlichen Aufgaben lässt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) technisch-wissenschaftliche Fragen von grundsätzlicher Bedeutung für den Schutz des Menschen vor den Gefahren nichtionisierender Strahlung klären.

Mit der Versteigerung der Frequenzen für das 5G-Netz (Mobilfunknetz der 5. Generation) Anfang 2019 in Deutschland ergeben sich für die kommenden Jahre weitreichende Veränderungen. Der Ausbau wird derzeit geplant beziehungsweise es wurden bereits einige Areale für einen Testbetrieb installiert. Zur Verwirklichung des neuen Standards werden mehr beziehungsweise ein anderer Typ von Mobilfunk-Sendestationen und –antennen benötigt als bisher im 4G LTE-Netz vorhanden sind. Die Einführung dieses neuen Mobilfunkstandards 5G geht mit zahlreichen konflikthaften Auseinandersetzungen einher, da Auswirkungen auf Mensch und Natur befürchtet werden.

Eine ähnliche Protestwelle gab es bereits in der Vergangenheit. Ende der 1990er, Anfang der 2000er Jahre kam es zu zahlreichen Protesten gegen den damals boomenden Ausbau der Mobilfunknetze. Gesundheitsrelevante Argumente gegen die damals neue Mobilfunktechnologie wurden laut proklamiert.

Gegner des 5G-Standards treten sehr massiv auf, fast noch aggressiver als zu den Anfangszeiten des Mobilfunks.

Angaben zur Leistung
Ziel dieses Vorhabens ist eine Aufbereitung historischer wie rezenter Diskurse um Gesundheitsfragen beim Ausbau des Mobilfunks mithilfe einer Medienresonanzanalyse. Aspekte, die hierfür relevant sind, sind herauszuarbeiten. Sie bieten die sozialwissenschaftliche Grundlage, um wissenschaftliche Positionen den Sorgen und Befürchtungen der Bevölkerung gegenüberzustellen. Das Vorhaben soll klären, in wie fern die derzeitigen Diskussionen bei der Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G lediglich eine Wiederholung darstellen oder sich durch neue Argumente, andere Akteure und/oder veränderte Diskussionskultur verändert haben. Der Schwerpunkt soll auf diskutierten gesundheitlicher Wirkungen von Mobilfunk allgemein und 5G im Speziellen und wissenschaftlicher Unsicherheiten in der Risikobewertung von Mobilfunk allgemein und 5G im Speziellen fokussiert sein, aber auch Begleitfaktoren (Technikdiskussion, Netzabdeckung, Sicherheitsfragen, Freiwilligkeit der Exposition, Zeitgeist, etc.) berücksichtigen. Die Bedeutung neuer Kommunikationswege und -mittel (Social Media) im Vergleich zur Einführung des flächendeckenden Mobilfunks in der Vergangenheit ist zu bewerten. Auf der Basis der Ergebnisse werden allgemein verständliche Empfehlungen für eine verständliche Wissenschaftskommunikation zu 5G/Mobilfunkfragen entwickelt.

Laufzeit: maximal 12 Monate, beginnend ab dem 01.10.2020

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Forschungsprojekt 3620S82474: NTP-Folgestudie

H. Lamarr @, München, Montag, 24.08.2020, 18:48 (vor 96 Tagen) @ H. Lamarr

3620S82474
WR5
Beteiligung an einer Folgestudie zur Verifikation oder Falsifikation der Ergebnisse der NTP-Langzeitstudie an Mäusen und Ratten zu Ganzkörperexposition mit Mobilfunkfeldern

Kurzbeschreibung

In den letzten Jahren wurden verschiedene Ergebnisse von Versuchen an Labornagern publiziert, in denen ein erhöhtes Auftreten von Tumoren bei mit HF-EMF exponierten Tieren beobachtet worden ist. In diesen Untersuchungen sind die Versuchstiere teils lebenslang Ganzkörper-exponiert worden, sodass chronischer thermoregulatorischer Stress oder ein dauerhaft veränderter Metabolismus für einige Befunde als Ursache in Betracht kommen. Um diesen Verdacht zu erhärten oder zu entkräften sind Kontrollexperimente notwendig, die den Einfluss der Exposition auf die Thermoregulation oder den Metabolismus nachbilden, ohne dabei die in den ursprünglichen Experimenten betroffenen Organe zu exponieren (thermische Kontrollgruppe).

In diesem Vorhaben soll mittels Modellierung und Computersimulationen überprüft werden, ob und auf welche Weise derartige Kontrollexperimente an Mäusen und Ratten durchgeführt werden könnten. Damit soll die Grundlage für weiterführende Experimente gelegt werden.

Laufzeit: maximal 24 Monate, beginnend ab dem 01.12.2020

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Forschungsprojekt 3620S72215: Krisenkommunikation

H. Lamarr @, München, Montag, 07.09.2020, 20:13 (vor 82 Tagen) @ H. Lamarr

Die Coronakrise hat das BfS zu einem außerplanmäßigen Forschungsprojekt inspiriert.

Kurzbeschreibung

Während der Covid-19 Pandemie ist die Online-Krisenkommunikation verschiedener Akteure in Echtzeit verfolgbar. Dabei ist zu beobachten, dass die Bevölkerung ein hohes Informationsbedürfnis hat und insbesondere auf wissenschaftliche Expertise vertraut. Expert*innen, die unabhängig einer übergeordneten Behörde oder Institution kommunizieren, werden von der Öffentlichkeit verstärkt positiv wahrgenommen. Behörden und Organisationen wie dem Robert-Koch-Institut wird hingegen deutlich weniger Vertrauen entgegengebracht. Worin unterscheidet sich ihre Kommunikation?

Die Forschungsfragen sollen mithilfe eines Mixed-Methods-Ansatzes beantwortet werden. Das Vorhaben ist in Losen ausgeschrieben. Das vorliegende Los (3620S72215) konzentriert sich auf die qualitative Erhebung der subjektiven Wahrnehmung der Rezipienten (Online-User) und der Kommunikationsstrategien auf Seiten der Behörden, Organisationen und unabhängigen Expert*innen (ein zweites Los 3620S72216 umfasst die quantitative Analyse der Online-Krisenkommunikation auf Twitter und erhebt die Netzwerkstrukturen und Kommunikationsinhalte von ausgewählten Fallbeispielen). Mittels qualitativer Interviews sollen vertiefte Erkenntnisse über die Sichtweise der Online-User auf die Krisenkommunikation verschiedener Akteure gewonnen werden. Eine qualitative Inhaltsanalyse von ausgewählten Online-Beiträgen analysiert die Eigenschaften der Krisenkommunikation durch Behörden und unabhängigen Expert*innen. Das Forschungsvorhaben hat zum Ziel, die Online-Krisenkommunikation von Behörden und unabhängigen Expert*innen vergleichend zu analysieren, ihren Einfluss auf die Risikowahrnehmung der Rezipient*innen zu erfassen und auf Basis dieser Evaluation die Online-Krisenkommunikation im Strahlenschutz zu verbessern.

Laufzeit: maximal 13 Monate, beginnend ab dem 01.12.2020

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Forschungsprojekt 3620S82473: EMF der Elektromobilität

H. Lamarr @, München, Freitag, 20.11.2020, 00:50 (vor 8 Tagen) @ H. Lamarr

3620S82473
WR5
Bestimmung von Expositionen gegenüber elektromagnetischen Feldern der Elektromobilität

Kurzbeschreibung

In diesem Vorhaben ist die Exposition von Personen gegenüber elektromagnetischen Feldern der Elektromobilität zu untersuchen. Einzubeziehen sind Expositionen durch den Fahrzeugfahrbetrieb und Batterieladevorgänge bei Fahrzeugstillstand. Hierzu sind unter reproduzierbaren Bedingungen Magnetfeldmessungen in und an aktuellen Fahrzeugmodellen sowie zusätzlich an Ladevorrichtungen durchzuführen und hinsichtlich maximaler und typischer Expositionsbeiträge auszuwerten. Die Studie soll vor allem für zweispurige Fahrzeuge mit Straßenzulassung für den Individualverkehr aussagekräftig sein, aber auch einspurige Kraftfahrzeuge behandeln. Ausgenommen sind als Fahrräder eingestufte Fahrzeuge. Expositionsbeiträge von Quellen, die nicht spezifisch für die Elektromobilität sind, also auch in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor auftreten, aber im gleichen Frequenzbereich emittieren, sind so weit wie möglich gesondert zu erfassen und anzugeben. Solche Quellen sind z.B. Lüftungsmotoren, magnetisierte Räder etc. Die Ergebnisse des Vorhabens sollen geeignet sein, eine Entwicklung der Expositionsbeiträge im Vergleich mit einer 2009 abgeschlossenen, im Auftrag des BfS durchgeführten Studie sowie in der Literatur veröffentlichter Werte aufzuzeigen und Hinweise für die Standardisierung zu geben. Verschiedene aktuelle Ladetechniken (AC, DC, induktiv) einschließlich Schnellladesysteme mit Leistungen über 22 kW sind in der jetzigen Untersuchung zusätzlich zu betrachten. Das Vorhaben dient der Unterstützung des BMU, dessen Ziel es ist, für ein hohes Niveau des Strahlenschutzes in Deutschland zu sorgen.

Laufzeit: maximal 24 Monate, beginnend ab dem 01.03.2021

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Forschungsprojekt, Elektromobilität

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