Millionenspiel: Gigaherz-Jakob kapiert Röösli nicht (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 23.02.2020, 17:35 (vor 138 Tagen)

Gigaherz-Präsident Jakob (81) demonstriert auf seiner Website wieder einmal eindrucksvoll sein begrenztes Textverständnis und sein technisches Unvermögen. Die vorgetragene Story ist wie üblich wirr und für Außenstehende kaum nachvollziehbar, da Jakob den Wissenschaftler Röösli zwar angreift, den Stein des angeblichen Anstoßes jedoch nicht verlinkt. Ergo müssen seine Leser sich mit der Ansage zufrieden geben, Martin Röösli würde öffentlich behaupten, die Strahlung von Mobilfunkantennen auf dem Nachbardach sei eine Million mal schwächer als das Handy am eigenen Ohr.

Das aber hat Röösli gar nicht gesagt. Tatsächlich sagte er vor laufender Kamera mit Blick auf eine Grafik (Minute 3:20):

[...] Hier sieht man zum Beispiel, dass, wenn man sehr guten Empfang hat, dann strahlt ein Handy eine Million Mal weniger stark, als wenn man sehr schlechten Empfang hat. [...]

Wie es zu diesem Faktor 1 Million kommt, das ist in diesem Posting vom 3. November 2019 ausführlich für verständige Menschen beschrieben.

Jakob aber ist nicht verständig, sondern ein starrsinniger Dilettant. Er versteht Röösli nicht nur falsch, sondern kommt zudem noch mit unzulässigen Messwerten daher, um seine wirre Verdrehung der Fakten zu begründen.

Es ist kaum zu glauben, doch der Gigaherz-Präsident setzt die Emission eines Handys in Beziehung zur Immission, die irgendein Sendemast hervorruft. Das grenzt so dicht an Schwachsinn, dass es mir schwer fällt, den Widersinn dieses Vorgehens in Worte zu fassen. Röösli lässt sich damit jedenfalls in keiner Weise widerlegen.

Vielleicht geht es so: Jakob hält die Messsonde eines altertümlichen Messgeräts dicht neben ein GSM-Handy und liest am Display den Messwert 120 V/m ab. Dann behauptet er willkürlich, eine GSM-Basisstation (400 W Strahlungsleistung) würde in 1,2 km Entfernung zu 0,12 V/m Immission führen. Beide Werte rechnet er sodann von elektrischer Feldstärke in Leistungsflussdichte um und wie durch Zauberhand kommt heraus, dass das Handy 1 Million Mal stärker strahlt als das ankommende Signal des Sendemasten. Nur, was hat das mit Rööslis Aussage zu tun? Jakob wiederholt anschließend diese Prozedur mit 3G- und 4G-Technik, wobei die Differenz der Werte bei 3G auf Faktor 40 fällt und bei 4G auf Faktor Null. Am Ende triumphiert der Gigaherz-Präsident:

Rööslis Million hat sich in Luft aufgelöst. Ganz im Gegenteil zum Sponsoring aus der Industrie, das seinen Forschungen zufliesst. Dieses dürfte wahrscheinlich schon 1 Million mal höher geworden sein, als zur Zeit der 2G-Handys.

Für mich fällt Jakobs verstörter Widerlegungsversuch in die Kategorie "nachts ist es kälter als draußen", bei der man ebenfalls in Nöte kommt, ernsthaft etwas entgegnen zu können. Um nicht noch mehr Zeit mit dem Irrsinn der Drama-Queen aus Schwarzenburg zu verplempern, deshalb nur einige Stichpunkte:

► Der Widerlegungsversuch ist vom Ansatz her falsch, da Jakob etwas widerlegen möchte, was Röösli gar nicht sagte.
► Jakobs Messung direkt an einem Handy fand wahrscheinlich im reaktiven Nahfeld der Handy-Antenne statt und ist damit mit der gezeigten Messsonde unzulässig. Aus gutem Grund sind für Nahfeldmessungen SAR-Messplätze erforderlich.
► Die Umrechnung von elektrischer Feldstärke auf Leistungsflussdichte ist für die Handymessung unzulässig und falsch, weil der von Jakob verwendete Feldwellenwiderstand von 377 Ohm nur im Fernfeld einer Antenne (mindestens etwa vier Wellenlängen von der Antenne entfernt) wirksam ist.
► Jakob übersieht, dass alle Handys, auch 5G-Handys, noch immer die "alte" Betriebsart GSM900 beherrschen.
► Da bei allen Mobilfunksystemen die Basisstation bestimmt, wie stark ein Mobiltelefon sendet, weiß nur der Himmel, unter welchen zufälligen Bedingungen Jakob seine Messwerte an Handys genommen hat. Für reproduzierbare Bedingungen hätte er einen Funkmessplatz und eine Test-SIM benötigt, beides hat er jedoch nicht. Und wenn er es hätte, könnte er damit nicht richtig umgehen.
► Jakob setzt seine Messwerte zusammenhanglos in Beziehung. Das ist völlig sinnleer. Wenn überhaupt, dürfte er für seine Betrachtung nicht irgendeinen Sendemasten heranziehen, sondern nur die selektiv gemessene Immission des Sendemasten auswerten, der momentan Verbindung zu dem Mobiltelefon hat.
► Jakobs Messwerte der Basisstationen sind willkürlich angenommene Werte, die in der realen Welt um Größenordnungen nach oben oder unten anders lauten können. Was der Ex-Elektriker da macht erinnert an den Schützen, der wahllos auf eine Bretterwand feuert und nachträglich um die Einschusslöcher die konzentrischen Ringe von Zielscheiben pinselt, um Volltreffer vorzutäuschen.

Wer sich jetzt fragt, warum ich dem offensichtlichen Unsinn von Jakobs Widerlegungsversuch überhaupt widerspreche, und diesen nicht wie alle anderen einfach nur ignoriere: Bei Fachleuten hat der Gigaherz-Präsident zu keiner Zeit auch nur einen einzigen Stich gemacht, seine Klientel sind Laien, die von Funktechnik noch weniger verstehen als er. Und davon, das zeigen zahllose Einträge in diesem Forum, gibt es viele, darunter leider auch einflussreiche Politiker. Jakob wegzusperren oder anderweitig mundtot zu machen ist rechtsstaatlich unzulässig. So bleibt als einziges Mittel, ihm auf Dauer die unheilvolle Wirkung eines Spaltpilzes zu nehmen, der Widerspruch. Konsequent dann, sobald der selbsternannte Experte seiner Klientel hanebüchenen Blödsinn auftischt. Das tut er aber so häufig, dass die Kapazitäten des IZgMF nicht ausreichen.

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Jakob, Wissenschaftler, Gigaherz, Röösli, Kompetenzgefälle, Million, Konzessionsklage

Millionenspiel: Rückblick ins Jahr 2003

H. Lamarr @, München, Sonntag, 23.02.2020, 19:50 (vor 138 Tagen) @ H. Lamarr

Das Millionenspiel wurde in anderer Version schon 2003 gespielt, damals vom Buwal (heute: Bafu):

[...] Es ist ersichtlich, dass lokal im Kopf durch das Mobiltelefon im allgemeinen höhere SAR-Werte auftreten als bei der Exposition gegenüber Sendeanlagen (der hohe Wert von 5070 mW/kg um einen Radiosender stellt eine Ausnahme dar). Des weiteren steht fest, dass eine Erwärmung des Gewebes durch die Strahlung von Sendeanlagen ausgeschlossen werden kann. Die typischen Ganzkörper-SAR-Werte bei Exposition gegenüber stationären Sendeanlagen sind 50 Mal bis 1 Million Mal kleiner als der Wert von 4 W/kg, der nach 30 Minuten nachweislich zu einer Erwärmung des Körpers um 1°C führt (ICNIRP 1998).

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Millionenspiel: Gigaherz-Jakob widerlegt Gigaherz-Jakob

Gast, Montag, 24.02.2020, 14:54 (vor 137 Tagen) @ H. Lamarr

Gigaherz-Präsident Jakob (81) demonstriert auf seiner Website wieder einmal eindrucksvoll sein begrenztes Textverständnis und sein technisches Unvermögen. Die vorgetragene Story ist wie üblich wirr und für Außenstehende kaum nachvollziehbar, da Jakob den Wissenschaftler Röösli zwar angreift, den Stein des angeblichen Anstoßes jedoch nicht verlinkt.

Das Interessante oder Paradoxe an dem Gigaherz-Beitrag ist ja, dass Herr Jakob damit implizit bestätigt: Je mehr Antennen, desto weniger sendet das Handy. Wie das auch im Bericht vom Bund modelliert wird (Kapitel 5.8).

Wenn Herr Jakob also überhaupt jemanden widerlegt, dann sich selbst. Denn er rennt ja sowohl gegen eine Lockerung der Anlagegrenzwerte an wie auch gegen eine Verdichtung der Mobilfunknetze. :rotfl:

Millionenspiel: Selbst Einstein im Irrtum

H. Lamarr @, München, Dienstag, 25.02.2020, 12:19 (vor 136 Tagen) @ H. Lamarr

Ergo müssen seine Leser sich mit der Ansage zufrieden geben, Martin Röösli würde öffentlich behaupten, die Strahlung von Mobilfunkantennen auf dem Nachbardach sei eine Million mal schwächer als das Handy am eigenen Ohr.

Für kommenden Donnerstag, 27. Februar 2020, kündigt das Schweizer Fernsehen SRF1 in der Sendereihe "Einstein" die Sendung 5G - Chancen und Nebenwirkungen an (22:25 Uhr).

In der Ankündigung der Sendung hieß es bis vor kurzem noch:

Fakt ist, wissenschaftliche Studien zu den gesundheitlichen Risiken hinken massiv hinterher. Es brauche aussagekräftige Studien, die beweisen, dass auch diese Strahlen nicht gefährlich sind, sagt Martin Röösli, Umweltepidemiologe des Schweizerischen Tropeninstituts in Basel. Doch für den Experten ist klar: Ob 5G oder nicht - das Handy am Ohr bestrahlt bei schlechter Verbindungsqualität den Körper lokal bis zu 100'000 Mal mehr als dies durch Antennen geschieht.

Hoppla! Hat Jakob mit seiner Behauptung also doch recht und der notorische Dyskalkuliker hat sich nur um eine Null vertan?

Nein, der Fehler lag in der Programmankündigung. Wer dieselbe Ankündigung heute noch einmal aufruft (und nicht wie oben aus dem Webcache), bekommt einen anderen, diesmal richtigen Text zu sehen:

Fakt ist, wissenschaftliche Studien zu den gesundheitlichen Risiken hinken massiv hinterher. Es brauche aussagekräftige Studien, die beweisen, dass auch diese Strahlen nicht gefährlich sind, sagt Martin Röösli, Umweltepidemiologe des Swiss TPH, des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts in Basel. Doch für den Experten ist klar - ob 5G oder nicht - das Handy am Ohr bestrahlt bei schlechter Verbindungsqualität den Körper lokal bis zu 1‘000‘000 Mal mehr als bei optimaler Verbindungsqualität.

Verschwunden ist jetzt auch der bizarre Bezug auf "Antennen" (gemeint waren damit Mobilfunksendemasten), der den falschen Eindruck erweckte, Mobiltelefone hätten keine Antennen. Mit solchen hanebüchenen Verzerrungen degradiert sich Einstein mMn selbst zum Gallenstein :no:.

Mutmaßlich hat SRF1 den fehlerhaften Text verfasst und infolge einer Intervention von extern nachträglich berichtigt. Und wahrscheinlich greifen die Online-Programmzeitungen alle auf denselben Datensatz zu, gespeichert bei SRF1, denn wie durch ein Wunder zeigen heute alle Programmzeitungen kollektiv den richtigen Text. Unschön nur, dass die Berichtigung klammheimlich vollzogen wurde, nichts weist in der aktuellen Ankündigung darauf hin, dass ein inhaltlicher Fehler berichtigt wurde.

Für Verschwörungsphantasien anfällige Mobilfunkgegner könnten nun vermuten, Martin Röösli hätte eben doch das gesagt, was Jakob ihm unterstellt. Und als dies ruchbar wurde, habe das Imperium sofort reagiert und Rööslis Aussage schnellstens überall zurechtgebogen. Wäre es so, hätte auch Jakob von Faktor 100'000 sprechen müssen. Tut er aber nicht, sondern er redet von 1'000'000. Das muss er, denn Jakob bezieht sich nicht auf das, was noch vor zwei Tagen in der Einsteinschen Programmankündigung fehlerhaft stand, sondern auf das, was Röösli schon im Januar 2020 im Bayerischen Rundfunk vor laufender Kamera richtig sagte (siehe Startposting).

Wie resistent der Gigaherz-Präsident gegen jede Art von Belehrung ist, kann man sich hier ansehen. Gigaherz-Vorständin Elisabeth Buchs hat dort am 21. Februar die fehlerhafte Programmankündigung eingestellt. An gleicher Stelle wirbt Jakob gestern für seinen verunfallten Widerlegungsversuch, ohne auch nur im geringsten auf die Diskrepanz zwischen den Faktoren 100'000 und 1'000'000 einzugehen. Jedem verständigen Menschen müsste diese Diskrepanz sofort auffallen. Jakob ignoriert sie, er ist allein daran interessiert, seine Desinformation unters Volk zu bringen.

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[Admin: Text am 01.03.2020 geringfügig sprachlich editiert]

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Medien, Wissenschaftler, Schweiz, Röösli, SRF, Dilettanten, 5G-Tea-Party, Meier

Millionenspiel (II): Wie Jakob sich um Kopf und Kragen schreibt

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 04.03.2020, 12:12 (vor 128 Tagen) @ H. Lamarr

Für Verschwörungsphantasien anfällige Mobilfunkgegner könnten nun vermuten, Martin Röösli hätte eben doch das gesagt, was Jakob ihm unterstellt. Und als dies ruchbar wurde, habe das Imperium sofort reagiert und Rööslis Aussage schnellstens überall zurechtgebogen. Wäre es so, hätte auch Jakob von Faktor 100'000 sprechen müssen. Tut er aber nicht, sondern er redet von 1'000'000.

So, hier ist sie nun, die angekündigte Fortsetzung des fantastischen Millionenspiels.

Gigaherz-Präsident Jakob legte am 29. Februar, zwei Tage nach der "Einstein"-Sendung, noch einmal nach und brachte seinen Beitrag 5G: Rööslis Million trotz Umbuchung gestohlen. Die falschen Behauptungen, die er diesmal verbreitet, habe ich nachfolgend als Zitate formatiert. Von Einsicht fehlt jede Spur. Ready to rumble? Gut, dann los!

Mit flotten Sprüchen, wie das Handy am Ohr strahlt bis eine Million mal stärker als die Antenne auf dem Nachbardach, wurde in fast allen Tageszeitungen und in deutschsprachigen ausländischen TV-Sendern die Werbetrommel für 5G gerührt.

Das ist Quatsch, der flotte Spruch "das Handy am Ohr strahle bis eine Million mal stärker als die Antenne auf dem Nachbardach" stand nirgends, allein in Schweizer Programmzeitschriften war online vorübergehend zu lesen "das Handy am Ohr bestrahlt den Körper lokal bis zu 100’000 mal mehr als dies durch Antennen geschieht". Kein einziger deutschsprachiger TV-Sender brachte diesen Spruch. Im Bayerische Rundfunk sagte Prof. Röösli am 30. Januar nicht den flotten Spruch, sondern etwas ganz anderes (siehe Startposting).

Bis 36 Stunden vor der Sendung hat es im schriftlichen Ankündigungstext auf der Webseite von SRF-DRS geheissen: Zitat: Ob 5G oder nicht – das Handy am Ohr bestrahlt den Körper lokal bis zu 100’000 mal mehr als dies durch Antennen geschieht. Ende Zitat

Falsch, auf Anfrage teilte die "Einstein"-Redaktion mit, der Text, wie in Jakobs Zitat zu lesen, wurde nicht erst 36 Stunden vor der Sendung vom 27. Februar (Donnerstag) geändert, sondern bereits drei Tage zuvor am 24. Februar (Montag). Dies stimmt mit meinem Posting vom 25. Februar widerspruchsfrei überein. Am 26. Februar wurde der Text von der Redaktion nochmals an anderer Stelle überarbeitet und gekürzt.

Nach Androhung einer Konzessionsbeschwerde durch den Verein Gigaherz.ch, wurde dieser Text ohne jede Erklärung, 36 Stunden vor der Sendung auf der Webseite von SRF-DRS1 wie folgt geändert:
Zitat: Doch für den Experten ist klar – ob 5G oder nicht – das Handy am Ohr bestrahlt bei schlechter Verbindungsqualität den Körper lokal bis zu 1’000’000 Mal mehr als bei optimaler Verbindungsqualität. Ende Zitat

Falsch, der Text wurde von der "Einstein"-Redaktion nicht wegen Jakobs angeblicher Konzessionsbeschwerde geändert, sondern am 24. Februar wegen eines per E-Mail eingereichten Änderungsvorschlags von Prof. Martin Röösli. Die Redaktion hat Rööslis Vorschlag unverändert so übernommen, wie oben von Jakob zitiert. Wie der verantwortliche Redakteur am 1. März mitteilt, hat er während seiner Recherche für die Sendung keinerlei Kontakt zu Herrn Jakob gehabt, auch von einer angedrohten Konzessionsbeschwerde des Gigaherz-Präsidenten habe er keine Kenntnis. Die Textänderung in der Programmankündigung sei ausschließlich auf die Mail von Martin Röösli zurückzuführen, welche ihn am 24. Februar um 8.47 Uhr erreichte.

Eh Voilà, da war sie wieder, Prof. Rööslis Million, in alter Frische, jedoch auf auf einem völlig anderen Konto, mit einer völlig andern Bedeutung. Offenbar damit sie ihm nicht noch einmal jemand klauen konnte.

Falsch, wie Prof. Röösli auf Nachfrage des IZgMF sagt, habe er zu keiner Zeit öffentlich das behauptet, was Jakob ihm unterstellt. Jeder, der googeln kann ist eingeladen, das Gegenteil zu beweisen. Jakob kann es drehen und wenden wie er will: Der Basler Wissenschaftler hat stets von der Sendeleistungsregelung eines Mobiltelefons gesprochen, die im Extremfall bewirkt, dass der Kopf eines Handy-Nutzers bei sehr gutem Empfang um bis zu 1 Million Mal schwächer befeldet wird als bei sehr schlechtem Empfang. Der einzige, der diese Aussage beharrlich nicht begreifen will, ist der Gigaherz-Präsident. Röösli präzisiert in seiner Antwort: "Alle meine Aussagen beziehen sich auf SAR-Werte. Darum sage ich im Beitrag von Einstein auch keinen Strahlenwert, sondern nur, dass der Messwert hoch ist." Ergo sind Jakobs Versuche, den Faktor 1 Million allein mit Messung der von außen auf einen Körper einwirkenden Feldstärke nachstellen zu wollen, zum Scheitern verurteilt. Für eine korrekte Nachstellung hätte er mit einem SAR-Messplatz die elektrische Feldstärke in (simuliertem) Körpergewebe messen und aus den Messwerten einen mittleren SAR-Wert berechnen müssen. Dies aber übersteigt die Möglichkeiten des Gigaherz-Präsidenten bei weitem. Mehr zur SAR bei Wikipedia.

Das modernste Exposimeter, direkt an das sendende Handy gehalten, zeigt in Minute 19:57 für die laufende Kamera auf ein Tablet übertragen, gerade mal ein E-Feld von 7.02V/m (Volt pro Meter) und lässt sich partout nicht mehr weiter hinauf bewegen. Bezeichnendenerweise wurde hier die laufende Wertansage Rööslis aus dem Ton herausgeschnitten.
Der rote Balken in der Anzeige ist der sogenannte UPLINK, also das, was aus dem Handy herauskommt und sich Richtung Sendemast bewegt.
[...]
Aber Hallo Herr Professor, 7V/m sind sicher nicht eine Million mal stärker als die Anzeige bei kurzer Distanz und Sichtverbindung zum Antennenmast. Denn eine Million weniger wären ja dann nur 0.000 007V/m. Wir von Gigaherz haben festgestellt, dass selbst bei sehr kurzer Distanz und Sichtverbindung zum Antennenmast, direkt am Handy immer und in jedem Fall mindestens 2V/m anstehen. Und zwischen 2 und 7V/m befindet sich nicht eine Million V/m sondern bloss 5!

Herr Jakob muss beim Verfassen obiger Textpassage einen extrem schlechten Tag gehabt haben, denn in der letzten Zeile verwandelt der Dyskalkuliker plötzlich den Faktor 1 Million in die gigantische Feldstärke 1 Million V/m! In der Mathematik sind Faktoren einheitenlose Multiplikatoren, sonst nichts.

Der Gigaherz-Präsident strauchelt in der besagten Textpassage noch zwei weitere Mal. Einmal hapert es am Verständnis, worauf ich weiter unten zu sprechen komme, und einmal manövriert er sich selbst in eine mathematische Zwickmühle, weil er offensichtlich nicht mehr weiß, was er sich im ersten Teil seines Millionenspiels zusammenreimte, um auf verkorkste Weise auf den Faktor 1 Million zu kommen. Bei seinem kühnen 2G(-GSM)-Rechenspielchen gleich zu Beginn von Teil 1 war noch die (unzulässige) Umrechnung von elektrischer Feldstärke (V/m) in Leistungsflussdichte (W/m²) erforderlich, um die Million zu erreichen. Aber Hallo Herr Jakob, in Ihrer oben zitierten Textpassage haben Sie die Umrechnung diesmal vergessen! Macht nichts, die gesamte Textpassage ist, wie wir gleich sehen werden, ohnehin von A bis Z für die Tonne.

[image]
Bild: Screenshot der SRF-Sendung "Einstein" vom 27.02.2020

Kommen wir jetzt also zu dem Knackpunkt des obigen Zitats, der mit Jakobs Dyskalulie nichts mehr zu tun hat, sondern mit einer anderen Eigenart des Schwarzenburgers: Was seine Techno-Märchen stören könnte, das überhört der Gigaherz-Präsident geflissentlich. Hätte er besser zugehört, hätte er sich sein vermeintlich kompetentes Jonglieren mit Feldstärken ersatzlos ersparen können, denn ab Minute 19:50 der "Einstein"-Sendung sagt Prof. Röösli, was der von blau nach rot wechselnde Messwertbalken wirklich bedeutet, nämlich Messbereichsendwert erreicht oder überschritten. Päng, so einfach lässt sich Jakob widerlegen! Rööslis Messgerät ist ein Exposimeter vom Typ Expom, das eine Messdynamik von min. 0,005 V/m bis max. 5 V/m bewältigt, mutmaßlich mit Abstrichen an die Messgenauigkeit bis max. 7 V/m. Anders ausgedrückt: Selbst wenn 100 V/m auf das Gerät einwirken, zeigt es max. nur 7 V/m an und signalisiert dem Anwender die Messbereichsüberschreitung mit der Warnfarbe rot. Auch dies dürfte jeder mühelos nachvollziehen können, jeder, – bis auf einen. Röösli wollte im Treppenhaus seines Instituts lediglich an einem Praxisbeispiel zeigen, wie Mobiltelefone bei schlechter werdendem Empfang die Sendeleistung erhöhen. Nur Jakob kommt auf die Idee, aus diesem kleinen und eingeschränkt aussagefähigen Feldversuch, den im Messlabor ermittelten Faktor 1 Million ableiten zu wollen. Dass er dies überhaupt versucht, legt elementare Wissenslücken des Gigaherz-Präsidenten offen.

Der verbleibende Rest von Jakobs Beitrag ist belanglose Kaffeesatzleserei, ich erspare es mir und den Lesern dieser Zeilen, auch darauf noch einzugehen.

Fazit: Die sogenannte Fachstelle von Gigaherz in Gestalt des Vereinspräsidenten und Ex-Elektrikers Hans-U. Jakob ist mit der zutreffenden Interpretation der "Einstein"-Sendung vom 27. Februar 2020 ebenso überfordert wie mit der mentalen Bewältigung von Prof. Rööslis anschaulichem Vergleich, dem zufolge ein Mobiltelefon bei sehr gutem Empfang bis zu 1 Million Mal weniger Energie in den Kopf eines Nutzers einbringt als bei sehr schlechtem Empfang. Dass Jakob auch in Teil 2 seines Millionenspiels noch immer ignoriert, worauf Röösli den Faktor 1 Million tatsächlich bezieht, nämlich nicht auf die Antennen von Sendemasten, belegt Jakobs festen Willen zur Desinformation und sein Unvermögen, Irrtümer einzugestehen.

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[Admin: Text im Absatz "Das ist Quatsch ..." berichtigt am 4. März 2020, 14.05 Uhr]

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Jakob, Klarstellung, Gigaherz, Falschmeldung, Lüge, Irrtum, Röösli, Dyskalkulie, Dilettant, Konzessionsklage

Millionenspiel: Gigaherz-Jakob kapiert Röösli nicht

Gustav, Samstag, 29.02.2020, 23:47 (vor 132 Tagen) @ H. Lamarr

Vielleicht geht es so: Jakob hält die Messsonde eines altertümlichen Messgeräts dicht neben ein GSM-Handy und liest am Display den Messwert 120 V/m ab. Dann behauptet er willkürlich, eine GSM-Basisstation (400 W Strahlungsleistung) würde in 1,2 km Entfernung zu 0,12 V/m Immission führen.

► Jakobs Messung direkt an einem Handy fand wahrscheinlich im reaktiven Nahfeld der Handy-Antenne statt und ist damit mit der gezeigten Messsonde unzulässig. Aus gutem Grund sind für Nahfeldmessungen SAR-Messplätze erforderlich.

Stimmt genau, kann man z.B. hier auf Seite 15 sehen.

► Die Umrechnung von elektrischer Feldstärke auf Leistungsflussdichte ist für die Handymessung unzulässig und falsch, weil der von Jakob verwendete Feldwellenwiderstand von 377 Ohm nur im Fernfeld einer Antenne (mindestens etwa vier Wellenlängen von der Antenne entfernt) wirksam ist.

Jetzt tun sie Jakob aber Unrecht. Er weiss genau, dass die Umrechnung von elektrischer Feldstärke auf Leistungsflussdichte im Nahfeld unzulässig ist. Das schreibt er selbst auf 92Volt pro Meter auf der Oberfläche des menschlichen Gehirns bei einem Handy-Telefonat!: Bei Nahfeldmessungen gilt die Formel E*E/377 nicht. Es muss ebenfalls das H-Feld in Ampère pro Meter gemessen werden.

Wenn er in seinem neusten Beitrag jedoch schreibt:

Dazu muss man nur noch auf die in Deutschland übliche Messgrössen von Watt/m2 statt der in der Schweiz amtlich festgelegten in V/m umrechnen:
120V/m=38W/m2 oder 0.12V/m=0.000038W/m2

Gibt es meiner Ansicht nach nur zwei mögliche Erklärungen:

Der o.g. Artikel stammt aus dem Jahr 2002. Entweder haben sich in der Zwischenzeit die physikalischen Gesetze geändert oder Jakob lebt gemäss dem Zitat von Konrad Adenauer: "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern"

Tatsächlich sagte Konrad Adenauer jedoch: "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, nichts hindert mich, weiser zu werden."
Der zweite Halbsatz dieser Aussage beschreibt wohl einen der Unterschiede zwischen Jakob und Adenauer.

Millionenspiel: Gigaherz-Jakob kapiert Röösli nicht

Gustav, Sonntag, 01.03.2020, 13:21 (vor 131 Tagen) @ H. Lamarr

Vielleicht geht es so: Jakob hält die Messsonde eines altertümlichen Messgeräts dicht neben ein GSM-Handy und liest am Display den Messwert 120 V/m ab.

► Jakobs Messung direkt an einem Handy fand wahrscheinlich im reaktiven Nahfeld der Handy-Antenne statt und ist damit mit der gezeigten Messsonde unzulässig. Aus gutem Grund sind für Nahfeldmessungen SAR-Messplätze erforderlich.

Das schöne an Jakob ist ja, dass man nicht mit Expertenwissen oder physikalischen Gesetzen kommen muss, dagegen ist er bekanntlich resistent. Hans-Ueli Jakob liefert seine eigenen Widersprüche frei Haus.

Im Beitrag Mobilfunkforschung im Würgegriff von Industrie und Politik zitiert Jakob Franz Adlkofer, nach Ansicht von Jakob vermutlich einer der wenigen Professoren denen man glauben kann weil er nicht von der Mobilfunkmafia geschmiert ist. In diesem Vortrag behauptet Adlkofer (vollkommen korrekt):

Der SAR-Wert kann nur indirekt bestimmt werden. Dies geschieht mittels einer computergesteuerten Feld­sonde in einem Plastikmodell des menschlichen Kopfes, welches mit einer salzhaltigen Lösung gefüllt ist. Die Strahlung aus dem Fernfeld, die von Basisstationen ausgeht, kann dagegen direkt als elektrische Feldstärke, magnetische Feldstärke, magnetische Flussdichte oder Leistungsflussdichte gemessen werden.

Im Umkehrschluss bedeutet diese Aussage, dass man die Belastung im Nahfeld des Handy eben nicht mit einem einfachen E-Feld Messgerät messen kann. Aber genau das macht Jakob, z.B. hier. :no:

Millionenspiel: atemberaubende Fortsetzung folgt ...

H. Lamarr @, München, Sonntag, 01.03.2020, 16:48 (vor 131 Tagen) @ Gustav

Im Umkehrschluss bedeutet diese Aussage, dass man die Belastung im Nahfeld des Handy eben nicht mit einem einfachen E-Feld Messgerät messen kann. Aber genau das macht Jakob, z.B. hier. :no:

Das tut Prof. Röösli in dem Einstein-Video ab Minute 19:30 aber auch. Was Röösli von Jakob unterscheidet: Röösli weiß ganz genau, dass seine Feldstärkemessung streng genommen nicht korrekt ist und nur zur Orientierung taugt, das hat er in einer Korrespondenz mit dem IZgMF aus freien Stücken bereits eingeräumt, noch bevor Einstein am Donnerstag auf Sendung ging.

Wer glaubt, die Story um das Millionenspiel sei damit zuende, der irrt. Ich habe mich ein bisschen umgehört und darf schon jetzt eine atemberaubende Fortsetzung dieser Anekdote aus dem Reich verbissener Mobilfunkgegner ankündigen. Ausgangspunkt der Fortsetzung ist Jakobs Ergänzung seiner Saga, mit der er versucht, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen. Der Gigaherz-Präsident und seine Anhänger werden an der Fortsetzung im IZgMF-Forum wenig Freude haben, alle anderen schon. Wetten, dass ...?! Leider schaffe ich das heute nicht mehr, vielleicht morgen ...

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Millionenspiel: Nachbars Dach

H. Lamarr @, München, Freitag, 06.03.2020, 02:00 (vor 127 Tagen) @ H. Lamarr

Ergo müssen seine Leser sich mit der Ansage zufrieden geben, Martin Röösli würde öffentlich behaupten, die Strahlung von Mobilfunkantennen auf dem Nachbardach sei eine Million mal schwächer als das Handy am eigenen Ohr.
[...]
Dann behauptet er willkürlich, eine GSM-Basisstation (400 W Strahlungsleistung) würde in 1,2 km Entfernung zu 0,12 V/m Immission führen.

Wieso jetzt 1,2 km? :lookaround:

Hat Jakob eingangs nicht behauptet, die Antenne stünde auf dem Nachbardach? Meine direkten Nachbarn links, rechts, vorne und hinten sowie unten wohnen alle ein paar Meter weiter weg. Nur nach oben ist der nächste, wenn da überhaupt einer ist, viele Lichtjahre entfernt.

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