Thiedes Welt: Internet und Mobilfunk sind Feinde des Klimas! (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 03.09.2019, 00:16 (vor 552 Tagen)

[Admin: Strang abgetrennt am 18.09.2019, Absprung hier]

Mobilfunk kann diese Verwüstungen auf großer Fläche nicht angerichtet haben.

Werner Thiede ist mal wieder als selbsternannter Chefkritiker gegenüber Digitalisierung und Mobilfunk unterwegs gewesen, diesmal in "Welt" (aber nicht am Sonntag). Er nutzt die günstige Gelegenheit, seine Gesinnungsfreunde Jörn Gutbier und Karl Hecht als "Autoritäten" ins Spiel zu bringen, mit platten Sprüchen der beiden, die ihnen aus meiner Sicht freilich mehr schaden als nutzen. Momentan gefällt Thiedes Meinung vom 23.08.2019 immerhin 53 Lesern, doch 84 Lesern gefällt sie nicht. Mit Abstimmen kann nur, wer bei dem Springer-Medium registriert ist. Thiede bezieht von Lesern ordentlich Prügel, Leser "Holm H." z.B. befasst sich in seinem Kommentar unaufgeregt mit dem Leistungsbedarf von Mobilfunknetzen (mMn jedoch nicht ganz zutreffend) und meint abschließend, Thiedes Beitrag sei "billigste, inhaltlich vollkommen inkompetente Panikmache".

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Autodidakt, Thiede, Theologe

Thiedes Welt: Gedanken zum Energiebedarf des Mobilfunks

Schutti2, Mittwoch, 18.09.2019, 19:23 (vor 536 Tagen) @ H. Lamarr

[Admin: Postingtitel inhaltsbezogen umformuliert am 18.09.2019, 22:30 Uhr]

Über
"Dabei dürfte der effektive technische Wirkungsgrad des Mobilfunks, bezogen auf die in den Endgeräten genutzte Energie, der geringste sein im Vergleich zu allen sonst bekannten Technologien."
könnte man mal ein Meditationswochenende mit Herrn Pfarrer veranstalten.
Keine Ahnung, ob er eigentlich selbst weiß, was er damit genau sagen will.


Mit
Die nahezu omnipräsente Strahlung dürfte freilich ihren Anteil an der Aufheizung des Erdklimas haben – primär wegen der mit ihr entstehenden Verlustenergien.

haben wir Stoff für das zweite Wochenende.

Klar, auch die Funkwellen (Thiede: Strahlung) werden schließlich zu nichts als Wärme. Aber ihr Anteil am Gesamtenergieverbrauch des Internet, oder auch nur des mobilen Teils vom Internet ist lächerlich gering.

Mit den 50 Watt (siehe Kommentator Holm) mal 55.000 Sender haben wir mit 2,75 MW für die reine Strahlungsleistung der Funkwellen aus deutschen Mobilfunkantennen vielleicht eine brauchbare Hausnummer. Übers Jahr (mal 8.760 Stunden) also eine Strahlungsenergie von 24 GWh.
Sind wir vorsichtig und runden auf: 99,999 GWh, weil Handys, Fernsehsender, funkende Milchkannen usw. dazu kommen.
Dann noch die pösen Funk-Stromzähler... Hundert GWh.
Wird alles zu Wärme

Nicht unbedingt zustimmen würde ich Kommentator Holm beim Gesamt-Energieverbrauch eines Mobilfunksenders. 300 Watt sind da sicher zuwenig. Mit 1000 Watt, incl. aller Hilfselektronik und Kühlagreggat ist man vielleicht näher dran.

Angeblich verbrauchten vor zehn Jahren alle deutschen Mobiltelefone 320 GWh/Jahr, die Mobilfunknetze (das ist mehr als nur die Sendemasten!) ca. 3.000 GWh/Jahr im Jahr an Strom.

Mag sein das hat sich verzehnfacht bis heute... wer weiß.

Aber mal zum Vergleich: Der Primärenergieverbrauch in Deutschland, also alles zusammen,
liegt bei ca. 3.8 Millionen GWh. Wird auch -fast- alles zu Wärme.
Verglichen damit sind der Mobilfunk, und ganz sicher dessen Funkwellen, Krümelkram.


In einem Punkt stimme ich Pfarrer Thiede aber zu:
Beim Download eines Katzenvideos von 20 MB verbrauche ich angeblich 2,4 Wattstunden allein durch den Energiebedarf, der dafür im Internet entsteht.
Dank des mobilen Internet werden leider tausende Katzenvideos täglich um den Erdball gejagt.
Mit oder ohne Funk: Der Wirkungsgrad ist null.
Nur der Tag vergeht, irgendwie.

Tags:
Energieverbrauch, Energiebedarf Mobilfunk, Strombedarf

Thiedes Welt: 400'000 bis 500'000 Funkzellen in Deutschland

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 19.09.2019, 00:09 (vor 536 Tagen) @ Schutti2

Mit den 50 Watt (siehe Kommentator Holm) mal 55.000 Sender haben wir mit 2,75 MW für die reine Strahlungsleistung der Funkwellen aus deutschen Mobilfunkantennen vielleicht eine brauchbare Hausnummer.

Da ist noch ein Wurm drin, der an der Größenordnung "Krümelkram" jedoch nicht viel ändert.

Die BNetzA hat früher die Anzahl der Mobilfunkstandorte in Deutschland häufig aktualisiert, seit 2018 aber schwächelt sie. Der heute gemeldete jüngste Stand ist vom 10. Januar 2018. Doch selbst da waren es schon 74'280 Mobilfunkstandorte (nicht Sender). Die Anzahl von Funkanlagen (Sender) wird mit dieser Zahl nicht wiedergegeben, da an einem Standort durch Standortmitbenutzung nicht nur eine Funkanlage sein kann, sondern deren viele. Wie viele, das zeigen diese Statistiken aufgedröselt für maximal fünf Funkanlagen, alles was darüber ist läuft unter "6 und mehr". Ob die Begriffe "Mobilfunkanlage" und "Funkanlage" gleichbedeutend sind, müsste jedoch noch erforscht werden. Nehmen wir mal an sie sind gleichbedeutend, dann ... hilft uns das auch nicht weiter, die durchschnittliche Anzahl der Sender an einem Standort zu bestimmen.

Von "Antennen" redet die BNetzA übrigens (fast) nie. Warum nicht? Das erklärte mir ein Mitarbeiter der Behörde damit, dass im Gehäuse einer Kombiantenne die Antennen für GSM900, GSM1800, UMTS und LTE drin sein können. Also, ein einziges sichtbares (großes) Antennengehäuse, das aber die (kleinen) Antennen für bis zu vier "Funksysteme" enthält. Deshalb redet die BNetzA von "Funksystemen". Deren Anzahl (nicht die der sichtbaren Antennengehäuse) sieht man auch in der Tabellenansicht eines Standorts in der EMF-Datenbank der BNetzA (siehe Screenshot). Je mehr Kombiantennen an einem Sendemast hängen, desto weiter klafft die Anzahl der vermeintlichen Antennen in der Tabellendarstellung und die tatsächlich sichtbare Anzahl von Antennengehäusen am Mast auseinander. Oder anders gesagt: Die Anzahl sichtbarer Sektorantennen an einem Mast ist immer kleiner als die Anzahl der in der zugehörigen Tabelle zu zählenden "Funksysteme". Für frisch gebackene Sendemastengegner ist das wahrscheinlich ein Mysterium, das auf direktem Weg zu Verschwörungstheorien führen kann :-).

[image]

Im Dezember 1998 war alles noch einfacher. Seinerzeit gab es für Mobilfunk 30'843 Standorte und 108'527 Funksysteme (GSM900, GSM1800) in Deutschland, also auch 108'527 Funkzellen (Quelle). Über UMTS heißt es an anderer Stelle: 2009 bestand die Mobilfunkinfrastruktur u. a. aus rd. 39'000 UMTS-Funkbasisstationen und etwa
120'000 aktiven UMTS-Funkzellen.

Die Anzahl der Funkzellen beschreibt mMn genau das, was zur groben Abschätzung des Energiebedarfs der Mobilfunk-Infrastruktur erforderlich wäre. Eine aktuelle Zahl konnte ich aber nirgendwo auftreiben, schätzungsweise sind es in Deutschland zur Zeit 400'000 bis 500'000.

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Energiewirtschaftlichkeit von 5G

H. Lamarr @, München, Freitag, 20.09.2019, 23:01 (vor 534 Tagen) @ Schutti2

Dieser Artikel bringt uns unaufgeregt eine paar Informationen zum Thema "What 5G Means for Energy". Zum Beispiel, dass sich als Maß für die Energiewirtschaftlichkeit (Energieeffizienz) eines Informationskanals, der auch ein Funkkanal sein kann, die Anzahl der übertragenen Bits pro aufgenommenem Joule Energie etabliert hat. Eine derzeit gängige Mobilfunkbasisstation, die eine Funkzelle mit 28 MBit/s versorgt und dazu 1,35 kW Leistung aufnimmt kommt so auf eine Energiewirtschaftlichkeit von 20 kBit/Joule, schreibt der Autor. Für 5G werden 10 MBit/Joule erwartet, das ist 327-mal besser. Was immer das später im realen Betrieb auch bedeuten mag.

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Thiedes Welt: javanischer Giftbaum vs. 5G

H. Lamarr @, München, Freitag, 20.09.2019, 02:33 (vor 535 Tagen) @ H. Lamarr

Werner Thiede ist mal wieder als selbsternannter Chefkritiker gegenüber Digitalisierung und Mobilfunk unterwegs gewesen ...

Am Beginn des Jahres der Revolution, im Januar 1789, erscheint in einer Berliner Zeitschrift in französischer Sprache ein anonymer Aufsatz, der von einem exotischen Gegenstand handelt. Es geht um einen javanischen Giftbaum, um den sich damals Legenden bildeten. Man hielt ihn für dermassen schädlich, dass meilenweit nichts gedeihen konnte. Vögel, die ihn überflögen, würden tot zu Boden fallen. Und wenn man unter seinen Ästen hindurchlaufe, gingen einem die Haare aus. Der Autor nimmt sich vor, diese Übertreibungen wissenschaftlich zu prüfen und auf ihren wahren Kern zurückzuführen.

Dabei berichtet er von der Auffassung, «dass insbesondere die Priester Interesse daran hätten, solche Irrtümer zu verbreiten, die das einfache Volk in Indien allzu gern aufnehme. Voltaire würde sagen, dies beweise, dass die Priester sich auch unter dem Äquator nicht ändern.» Und er schildert, wie die Indigenen den Saft des Baumes als Waffe gegen die Holländer einsetzten. Denn giftig ist er durchaus, nur nicht durch weithin wirksame Ausdünstungen. weiter ...

Kommentar: Mehr als 200 Jahre ist das jetzt her und noch immer aktuell. Nur ist heute Anderes in die Rolle des javanischen Giftbaums geschlüpft :-).

Hintergrund
5G-Versuchssendung kostet hunderten Vögeln das Leben

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