Angst vor Strahlen (Allgemein)

KlaKla, Mittwoch, 26.04.2006, 09:19 (vor 5019 Tagen)
bearbeitet von KlaKla, Donnerstag, 27.04.2006, 17:05

Die Mobilfunkanbieter verschleierten den massiven Ausbau des Sendenetzes, kritisieren Betroffene und Umweltschützer, die Politik stempele Betroffene nur zu oft als psychisch gestört ab und sei an Aufklärung und interessenunabhängiger Forschung nicht wirklich interessiert. Warum nicht? Der Elektrosmog-Experte Friedbert Lohner vom BUND Rheinland-Pfalz antwortet mit einer Gegenfrage:

"Was würde gesellschaftlich und im Bereich der Schadensersatzansprüche passieren, wenn wir den hundertprozentigen Nachweis hätten, dass Elektrosmog, dass Funkwellen gesundheitsschädlich sind. Überlegen Sie sich die Auswirkungen auf die Industrie, auf die Politik, auf die Verantwortlichen, die Immissionsschutzverordnungen erlassen und das, denke ich, beantwortet diese Frage am aller ehesten."

Deshalt initiert der BUND-Landesverbände Hessen und Rheinland-Pfalz nun ein eigenes, staatlich nicht gefördertes Projekt - in Kooperation mit Baubiologen und Medizinern.
Fragebögen zur Gesundheit gepaart mit Messungen von Strahlungsbelastung am Schlafplatz sollen ermitteln, ob es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Dosis zum Beispiel von Funkwellen und gesundheitlicher Beeinträchtigung gibt.
Mitmachen kann jeder Interessierte, eine Messung soll zwischen 25 und 50 Euro kosten.

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Quelle: Deutschlandfunk
veröffentlicht am 24.04.2006

Anbei der Flyer zum Projekt "Dosis und Wirkung"

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Meine Meinungsäußerung

Tags:
Deutschlandfunk, Lohner

Angst vor Strahlen

Raylauncher @, Donnerstag, 27.04.2006, 14:26 (vor 5017 Tagen) @ KlaKla

Deshalt initiert der BUND-Landesverbände Hessen und Rheinland-Pfalz nun ein eigenes, staatlich nicht gefördertes Projekt - in Kooperation mit Baubiologen und Medizinern.
Fragebögen zur Gesundheit gepaart mit Messungen von Strahlungsbelastung am Schlafplatz sollen ermitteln, ob es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Dosis zum Beispiel von Funkwellen und gesundheitlicher Beeinträchtigung gibt.
Mitmachen kann jeder Interessierte, eine Messung soll zwischen 25 und 50 Euro kosten.

Wer wird sich denn bei diesen Messungen und Befragungen schwerpunktmäßig beteiligen?

Im Wesentlichen werden es wohl Personen sein, die das Geld für eine Messung als gute Investition betrachten und eine benachbarte Funkanlage als relevant für ihre Gesundheit sehen. Damit wäre die Auswahl der Teilnehmer selektiv, also in keinem Falle mehr repräsentativ. Das Ergebnis des Projektes würde wissenschaftlichen Ansprüchen kaum genügen und wäre damit ein weiteres Beispiel eines untauglichen Nachweises gesundheitlicher Relevanz schwacher EMF.

Raylauncher

Angst vor Strahlen

KlaKla, Donnerstag, 27.04.2006, 16:59 (vor 5017 Tagen) @ Raylauncher

Wer wird sich denn bei diesen Messungen und Befragungen schwerpunktmäßig beteiligen?

Natürlich die Bürger die sich betroffen fühlen.

Das Projekt trägt dazu bei, dass Fakten zusammen getragen werden. Wir müssen weg von Behauptungen und hin zu belastbaren Fakten. Verantwortliche Behörden hätten dem Bürgerwunsch nach entsprechender Transparenz schon lange nach gehen können. Statt dessen sprechen Sie nur vom bedauerlichem Einzelfall.

Interessant ist doch mal das gegenüberstellen der Messdaten der Baubiologen zu den Messdaten der BNetzA (und der Lobbyisten). Ich hoffe nur, dass die Baubiologen mit Spektrusanalyser messen und nicht mit einen HF-Detektor.

Der Fragebogen bzgl. der Gesundheit liefert auch Fakten, die Aufschluss geben können obwohl sie keinen wissenschaftlichen Bestand haben. Je besser der Fragebogen ausgearbeitet ist, desto besser die Fakten.
Wenn der BUND zuvor die Frage klärt, wenn er mit den Fakten überzeugen will, kann diese Aktion eine gute Sache werden.

Alle mal besser als ein Handy freier Samstag. ;-)

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Meine Meinungsäußerung

Angst vor belastbaren Messwerten?

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 27.04.2006, 17:16 (vor 5017 Tagen) @ Raylauncher

Das Ergebnis des Projektes würde wissenschaftlichen Ansprüchen kaum genügen und wäre damit ein weiteres Beispiel eines untauglichen Nachweises gesundheitlicher Relevanz schwacher EMF.

Na gut, wenn es so also Ihrer Meinung nach nicht funktioniert, wie dann?

Und: Ein durchaus wertvoller Aspekt des BUND-Projekts könnte allein schon die Erhebung der Messwerte sein, vorausgesetzt, es wird frequenzselektiv, nachvollziehbar und kompetent gemessen. Ein solches objektives Resultat können die bislang ausgeführten Breitbandmessungen nicht erbringen. Unter den genannten Bedingungen hat aus meiner Sicht zumindest der messtechnische Teil des BUND-Projekts gute Chancen, von Raylaunchern und amtlichen Stellen nicht belächelt, sondern ernst genommen zu werden. Und das ist doch schon mal was!

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Angst vor belastbaren Messwerten?

Raylauncher @, Donnerstag, 27.04.2006, 19:48 (vor 5017 Tagen) @ H. Lamarr

Ein durchaus wertvoller Aspekt des BUND-Projekts könnte allein schon die Erhebung der Messwerte sein, vorausgesetzt, es wird frequenzselektiv, nachvollziehbar und kompetent gemessen.

Von korrekt durchgeführten Messungen gehe ich aus, obgleich dies bei Baubiologen - im Gegensatz zu akkreditierten Messfirmen - wohl kaum vorausgesetzt werden kann. In der Vergangenheit wurden im Umfeld von Mobilfunkstationen unzählige Messungen im Rahmen vieler Aktionen durchgeführt. Die Feldstärkewerte die hierbei zu erwarten sind, bewegen sich in einem bekannten Wertebereich. Somit ein weiteres Messprogramm bei dem Überraschungen wohl kaum zu erwarten sind.

Raylauncher

Angst vor belastbaren Messwerten?

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 27.04.2006, 20:17 (vor 5017 Tagen) @ Raylauncher

Mittlerweile wurden im Umfeld von Mobilfunkstationen unzählige Messungen durchgeführt.

Von wem?

Alle amtlichen Messreihen die mir bekannt sind messen dicht überm Erdboden, wo also von Haus aus mickerige Werte zu erwarten sind im Vergleich zu den OG-Wohnungen in Hauptstrahlnähe. Und die übrigen Messungen (Wuschek, IMST ...) sind meiner Meinung nach keineswegs unzählig - eher selten. Oder reden Sie von ganz anderen Messungen?

Außerdem spielt es in der von Mißtrauen geprägten Szene eine große Rolle, wer misst. Wuschek hat da keinen guten Stand, IMST dagegen schon (nur weil der Bornkessel 1-mal zugegeben hat, dass es unterhalb eines Dachstandorts mehr strahlt als erwartet). Der BUND ist ein neuer noch unbelasteter Akteur, was die messen glauben die Bürger viel eher, als wenn eine Betreiberorganisation wie das IZMF den TÜV losschickt, um niedrige Messwerte einzufahren. Wenn die BUND-Messreihe Quark ist, dann gilt dies erst recht für die IZMF-Messreihen.

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Tags:
Wuschek

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