Deutsche Mobilfunkgegner schreiben "Dear Director Musk ..." (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 06.02.2019, 21:15 (vor 131 Tagen)

Offene Briefe sind in der Anti-Mobilfunk-Szene ein beliebtes Mittel, sich in Szene zu setzen. Ein solcher Schrei nach Aufmerksamkeit war mWn in keinem einzigen Fall erfolgreich, peinlich jedoch schon. Unvergessen ist der Offene Brief von zwei Ärztinnen und einem Arzt, die 2009 Präsident Obama von der DVB-T-Einführung in den USA abhalten wollten. Ob der unsägliche Brief jemals abgeschickt wurde ist jedoch fraglich.

Neun Jahre später haben die drei 2018 abermals zugeschlagen, diesmal als Mitunterzeichner eines Offenen Briefes des sogenannten Arbeitskreis Elektro-Biologie e.V. (AEB), vertreten durch die beiden Vorstände Dr. dent. Claus Scheingraber und "Medizinphysiker" Roland Wolff, an Tesla-Chef Elon Musk. Den beiden Mobilfunkgegnern war eine Meldung von Frank Wunderlich-Pfeiffer zu Ohren gekommen, Musk wolle rd. 12'000 Satelliten in etwa 350 km Höhe in Umlauf bringen, um die Welt von oben mit Internet zu versorgen. Dies galt es zu verhindern. Die beiden selbsternannten Weltenretter schrieben daher im Juni 2018 dem visionären Milliardär:

[...]
Ihr Satelliten-Projekt ist bestimmt schon fortgeschritten. Aber auch, wenn schon viel Geld investiert worden ist, gilt es zu bedenken: Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis sich die Tatsache des gesundheitlichen Schädigungspotentials von Mobilfunk und gerade auch von 5G-Mobilfunk nicht mehr übergehen lassen wird. Wir empfehlen umso mehr, von dem Satelliten-Projekt abzulassen. Und wir in Europa bitten Sie sehr, auch andere Firmen, die entsprechende Pläne verfolgen, in diesem Sinne zu informieren.
Es ist enorm wichtig, die möglichen gesundheitlichen Folgeschäden ernsthaft zu betrachten – und dann möglichst umzukehren. Sie, lieber Herr Musk, haben in letzter Zeit bei anderen Projekten bewiesen, dass Sie zum Umdenken flexibel genug sind. Deshalb haben wir den Mut, Ihnen zu schreiben.
Danke für Ihr Verstehen!

*schluck*

Wieder etwas zum kollektiven Fremdschämen! Denn mit "wir in Europa" maßen sich die beiden Helden und ihre neun Mitunterzeichner an, für alle Europäer zu sprechen. Mir aber ist der Brief hochgradig peinlich, ich will damit nichts zu tun haben!

Ich bin zwar kein Psychiater, doch für mich hat die maßlose Selbstüberschätzung der eigenen Bedeutung bei den Unterzeichnern dieses Offenen Briefes schon pathologische Züge. Wer noch bei Trost ist, schickt solche Briefe nicht los und wenn doch, dann heimlich, ohne seine Selbstbewunderung auch noch öffentlich zur Schau zu stellen.

Auch von der Sache her kann ich dem Brief nicht das geringste Positive abgewinnen. Wer in etwa 350 km über dem Erdboden fliegenden Satelliten ein Elektrosmogrisiko erkennt, kann mMn ein paar grundsätzliche Dinge der Funktechnik nicht verstanden haben. Man ist versucht die Briefschreiber zu beruhigen: Habt keine Angst, die umherfliegenden Satelliten umgarnen die Erde nicht mit langen Kabeln wie eine Spinne ihr Opfer im Netz, die funktionieren mit Funk, die wollen nur spielen.

Hintergrund
Fliegende Mobilfunk-Basisstationen geistern seit etwa 2006 immer mal wieder durch die Medien, mal als Reichsflugscheiben oder Ballons, mal als Zeppelin oder Stratosegler. Alle diese fantastischen Ideen gerieten so schnell aus dem Blickpunkt des Interesses, wie sie in diesen hinein geschubst wurden.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Selbstüberschätzung, Fremdschämen, Brief, Scheingraber

Alu-Sombrero

hans, Mittwoch, 06.02.2019, 23:43 (vor 131 Tagen) @ H. Lamarr

Ist doch eine gute Idee. Da die Strahlen dann ziemlich genau von oben kommen, schirmt ein Alu-Sombrero hervorragend ab. Einfacher war Abschirmung wohl noch nie. Und die paar herumvagabundierenden reflektierten Strahlen sind dann wohl so schwach, dass sie erträglich sein sollten.
Dann noch den Dachstock mit einer Alu beschichteten Tritschallfolie auslegen und EW's Haus ist abgeschirmt. Einfach wie nie zuvor.

Oder wollen diese Verhinderer, gesegnet mit Kabelanschluss ans www, damit erreichen, dass die "dummen" auf ewig vom Wissen und dem Internet abgeschnitten sind? Denn die meisten Bewohner in den Entwicklungsländern sind aufs Internet / Telefonie via Funk angewiesen da deren Verkabelung weit weg von unserm Standard ist. Für diese Leute ist es die einzige Möglichkeit um den Anschluss an den Rest der Welt noch halbwegs herzustellen. Und damit diese Herrenrasse unter sich bleiben kann, muss das mit allen Mitteln verhindert werden :surprised:

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Hunde die bellen beissen nicht. Wuff.
Ein Gnadenschuss wäre eine schnelle und menschliche Lösung (Zitat Eva Weber, München)

Alu-Sombrero, hinderlicher

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 07.02.2019, 00:52 (vor 131 Tagen) @ hans

Ist doch eine gute Idee. Da die Strahlen dann ziemlich genau von oben kommen, schirmt ein Alu-Sombrero hervorragend ab.

Dein Einfallsreichtum und praktisches Geschick ist bemerkenswert.

Die Funktionsweise dieses Muskle-Satellitennetzwerks ist mir aber noch nicht ganz klar. Damit ein 6G- oder 7G-Handy die 350 km hoch am Himmel vorbeiflitzenden Satelliten-Basisstationen erreichen kann, müsste es, bei Trägerfrequenzen zwischen 30 GHz und 50 GHz gefühlt 1 kW Strahlungsleistung zuwege bringen. Geht alles, macht diese Handys samt nachgeführter Richtfunkparabolantenne aber ausgesprochen unhandlich und dein Alu-Sombrero wäre höchst hinderlich. Wahrscheinlich ist der Firstenberg deshalb gegen Funk aus dem All, er will mit seinem Smartphone telefonieren und surfen wie gewohnt.

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Alu-Sombrero, toller

hans, Freitag, 08.02.2019, 23:51 (vor 129 Tagen) @ H. Lamarr

Dein Einfallsreichtum und praktisches Geschick ist bemerkenswert.

Danke :-)

Die Funktionsweise dieses Muskle-Satellitennetzwerks ist mir aber noch nicht ganz klar. Damit ein 6G- oder 7G-Handy die 350 km hoch am Himmel vorbeiflitzenden Satelliten-Basisstationen erreichen kann, müsste es, bei Trägerfrequenzen zwischen 30 GHz und 50 GHz gefühlt 1 kW Strahlungsleistung zuwege bringen.

Dein Einfallsreichtum lässt mich hingegen etwas zweifeln. Die Lösung ist längst vorhanden und liegt, gut weggesperrt, in den Schubladen der Mobilfunkbetreiber. Die wollen sich ihr Geschäft ja nicht selber versauen. Musk wird die Macht und die Kohle haben um es umzusetzen.
Die Lösung ist naheligend und einfach: Telefonie mittels stehenden Gravitationswellen. Glaubst Du nicht? Hier geht es weiter, denn der Evi sowie dem Gigaherz-Vorstand sind "sehr zuverlässige Personen bekannt, die bei der Vorführung in Bad Tölz persönlich dabei waren, sie mit eigenen Augen und Ohren mitverfolgt und sogar mit Fotos dokumentiert haben".
Und auch Tilly weiss besonderes über diese zukunftsweisende Technik zu berichten.
Überzeugt?

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Hunde die bellen beissen nicht. Wuff.
Ein Gnadenschuss wäre eine schnelle und menschliche Lösung (Zitat Eva Weber, München)

Deutsche Mobilfunkgegner schreiben "Dear Director Musk ..."

KlaKla, Donnerstag, 07.02.2019, 08:30 (vor 130 Tagen) @ H. Lamarr

Es ist enorm wichtig, die möglichen gesundheitlichen Folgeschäden ernsthaft zu betrachten ...

Ernsthaft betrachtet sind hier mMn Spinner und kommerziell Interessierte am Werk. Die Szene der Mobilfunkkritiker im weißen Kittel lehrte mich, ein Doktor-Titel ist keine Garantie für Kompetenz. Und je oller desto doller den sie haben nix zu verlieren. Eine Schande für die Medizin und ein Gewinn für die Quacksalberei.

Auch Claus Scheingraber ist EHS-Betroffen. Längst bekannt, so verkauft sich Fragwürdige einfach besser.

Fragwürdig: Zudem hat die lokale Verzerrung des Erdmagnetfeldes am Schlafplatz ebenfalls einen negativen Effekt auf die Gesundheit des Schlafenden. Dr. Scheingraber zeigt den Zuhörern, wie physikalische Felder auf den Körper und die Zellen einwirken, und beleuchtet die Bedeutung eines feldfreien beziehungsweise feldarmen Schlafplatzes. Quelle: OVB online

Hintergrund
Who is Who der pseudowissenschaftlichen Mobilfunkgegner
Ärzte und Mobilfunk: schlechte Noten für Mediziner
Eier kochen mit Handys (Hoax)

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Meine Meinungsäußerung

Der Schrei nach Liebe

KlaKla, Donnerstag, 07.02.2019, 11:32 (vor 130 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von KlaKla, Donnerstag, 07.02.2019, 12:26

Offene Briefe sind in der Anti-Mobilfunk-Szene ein beliebtes Mittel, sich in Szene zu setzen. Ein solcher Schrei nach Aufmerksamkeit war mWn in keinem einzigen Fall erfolgreich, peinlich jedoch schon.

Mitunterzeichner:
Prof. em. Prof. Dr. med. habil. Karl Hecht (Berlin)
Prof. Dr. Helmuth Kern (Esslingen)
Prof. Dr. Heinz Albert Friehe (Salzgitter) G4 Network '' Der versteckte Name für Mikrowellenstrahlung '' DNA-Massenexperiment muss aufhören
Prof. Dr. Hans Schwarz (Regensburg), Theologe, geb. 1939
Prof. Dr. Ingrid Gerhard (Heidelberg)
Dr. med. Joachim Mutter (Freiburg)
Dr. med. Christine Aschermann (Leutkirchen)
Dr. med. Cornelia Waldmann-Selsam (Fuldatal)
Dr. med. Markus Kern (Kempten)

Öffentliche Bekenntnisse scheinen hoch im Kurs zu stehen. Siehe u.a Prof. Dr. Heinz Albert Friehe und sein öffentliches Bekenntnis zur Werbung für den Peugeot 208 aus dem Jahr 2012 in Sprachnachrichten.

Président du Directoire Monsieur Philippe
VarinPeugeot S. A.
75 avenue de la Grande Armee
75116 PARIS

Kundenvertreibung

Sehr geehrter Herr Präsident!

Als ein langjähriger Kunde von Peugeot S. A. [PSA], in dessen Familie schon seit mehr als 30 Jahren verschiedene Modelle Ihres Konzerns gefahren wurden und werden, bin ich mit der Werbung für den [neuen] 208 nicht einverstanden.
Warum Highlight oder Touchscreen? Was ist Retrolook? Was heißt Fun­Faktor? Auf dem Foto des zentralen Bildschirms lese ich The Thing, Scorn oder Scom, DREAM und Paris forever. Und zu guter Letzt: LET YOUR BODY DRIVE. Ich verstehe nicht, was Sie damit sagen wollen. Im Französischen heißt es „Votre corps est la clef“. (Eine griffige deutsche Übersetzung müsste doch möglich sein). Mit Anglizismen kann man Kunden auch vertreiben.

Meine Frau und ich werden jedenfalls beim nächsten Autokauf auch darauf achten, wie der Hersteller mit der Sprache Goethes, mit unserer Muttersprache, umgeht.

Prof. Dr. Heinz Albert Friehe, Salzgitter

:clap: - Nachtigall ick hör dir tapsen

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Meine Meinungsäußerung

Tags:
EHS, Rentner, Geschäftemacher, Brief, Mitzeichner, Aufmerksamkeit

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