Schweiz: Petition will W-Lan und DECT in Kindergärten bannen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 13.09.2018, 14:19 (vor 371 Tagen)

Der Verein "Schutz vor Strahlung Schweiz" bittet nicht darum, sondern fordert Entscheidungsträger keck dazu auf, Massnahmen zur Strahlenreduktion in Einrichtungen für Kleinkinder schweizweit einzuführen. Mit einer Petition soll der Forderung Nachdruck verliehen werden. (Unrealistisches) Ziel der Petition ist es, bis Ende Oktober 2018 rund 30'000 Unterstützer zu mobilisieren, nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit. Die konkreten Forderungen des Vereins lesen sich wie aus einem Werbeprospekt der Baubiologie:

  • Keine Nutzung von WLAN in Kinderkrippen und Kindergärten. Kabelgebundene Lösungen statt WLAN.
  • Keine Nutzung von DECT-Telefonen. Ausgenommen sind DECT-Telefone, die im Standby-Betrieb strahlungsfrei sind (Full Eco-Modus oder Eco-Modus Plus).
  • Es sollten nur elektrosmogreduzierte Babyphones zum Einsatz kommen, die weder mit WLAN noch mit dem DECT-Standard betrieben werden.
  • Aufklärungsmassnahmen zur Strahlenreduktion für Pädagogen und Eltern.

Die Begründung des Vereins für seine Forderungen fällt mager aus. Viel Mühe mit einer nachvollziehbaren gut begründeten Argumentation hat sich niemand gegeben, stattdessen werden einem zwei Phrasen aus dem www serviert:

  • Kinder wiesen eine höhere Strahlenaufnahme auf, da Haut und Knochen dünner seien: Im Kopf sei die Strahlenaufnahme im Vergleich zu einem Erwachsenen doppelt so hoch, im Knochenmark um bis das zehnfache höher.
  • Durch das Wachstum fände häufige Zellteilung statt. Während der Teilung seien Zellen besonders angreifbar.

Nachprüfbare Quellen für seine Behauptungen nennt der Verein nicht.

Kommentar: Ich werde diese Petition nicht unterschreiben, weil ich sie für unqualifiziert halte. Die Immission durch W-Lan-Accesspoints und DECT-Basisstationen ist derart schwach und so meilenweit unter allen Grenzwerten, dass keinerlei Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Wer der Sinnfreiheit zum Trotz dennoch Schutz fordert, der muss aus meiner Sicht zuerst einmal ein ähnlich bewegendes Risiko ausschalten, indem er für Spielplatzaufenthalte unbedingtes Tragen von massiven Kinderhelmen verlangt – zum Schutz gegen Meteoriteneinschläge.

In welcher Argumentationsnot der Verein steckt, ist oben an der ersten Begründung erkennbar, die nichts mit einer Fernfeldimmission der Kinder zu tun hat, sondern die Situation beschreibt, wenn Kinder mit einem Handy am Kopf telefonieren. Diese Begründung ist daher unzutreffend und irreführend. Die WHO hat 2010 mit ihrer jüngsten EMF-Forschungsagenda der Erforschung der EMF-Einwirkung auf Kinder hohe Priorität gegeben. Ich bin der Ansicht, die Wissenschaft soll sich um diese anspruchsvolle und wichtige Aufgabe kümmern, nicht aber selbsternannte Experten, die ihr gesamtes Wissen über Elektrosmog den Suchmaschinen zu verdanken haben.

Im Vorstand des Vereins kann ich niemanden erkennen, der in der Sache auch nur einen Funken Kompetenz hätte. Schlimmer noch, mit Martin Zahnd sitzt dort ein überzeugter "Elektrosensibler", der sich schon lange gegenüber Sachargumenten immunisiert hat. Zahnd trat der Schweizerischen Anti-Mobilfunk-Szene 2015 bei und hat sich mit allerlei Elektrosmog-Dienstleistungsangeboten schnell ein finanzielles Standbein aufgebaut. "Elektrosensibilität" ist keine körperliche Erkrankung, sondern ein psychisches Leiden. Zunehmend mehr qualitativ gute Studien kommen zu diesem Schluss, der von Betroffenen seit jeher heftig bestritten wird. Angenehmer zu verkraften sind jüngere Studien, die "Elektrosensibilität" mit dem Nocebo-Effekt erklären. Auch Gesunde können diesem Effekt auf den Leim gehen.

Weil diese Petition ziemlich lau und ohne viel Esprit zusammengeschustert ist, gehe ich davon aus, der Verein ist nicht wirklich am Erfolg seiner Aktion interessiert. Vielmehr geht es darum, das Thema "Elektrosmog" mit geringem Aufwand nur wieder einmal alarmierend ins Gespräch und in die Medien zu bringen, das ist Gratiswerbung für alle, die an ständiger Angst vor Elektrosmog interessiert sind, weil sie daran verdienen. Und: Kinder sind seit eh und je verlässliche Qutenbringer. Wer vorgibt, etwas für Kinder tun zu wollen, dem ist Aufmerksamkeit gewiss. Vereinskassenwart Zahnd profitiert ganz konkret von der vierten der oben genannten Forderungen, tingelt er doch, wenn er gebucht wird, als selbsternannter Elektrosmog-Aufklärer und -Geschichtenerzähler über die Dörfer.

Hintergrund
M. Zahnd im IZgMF-Forum
Cefalo-Krebsstudie: Kinder, Handy, Hirntumor
Die Geschichte von den Zündholzgegnern
Alles über "Elektrosensible" und "Elektrosensibilität"

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Risiko, Schweiz, Petition, Schule, Kindergarten, WLan, Zahnd, Elekrochonder

SSK: typisch 0,01 % Grenzwertausschöpfung durch W-Lan

H. Lamarr @, München, Sonntag, 16.09.2018, 19:07 (vor 368 Tagen) @ H. Lamarr

Die Immission durch W-Lan-Accesspoints und DECT-Basisstationen ist derart schwach und so meilenweit unter allen Grenzwerten, dass keinerlei Schutzmaßnahmen erforderlich sind.

Der folgende Auszug aus dem Statusbericht "Elektromagnetische Felder neuer Technologien" der deutschen Strahlenschutzkommission macht deutlich, wie außerordentlich schwach eine von W-Lan ausgehende Immission ist:

Immissionen durch WLAN-Access Points und Endgeräte wurden in den letzten Jahren in verschiedenen Studien erhoben, z. B. im Rahmen des Deutschen Mobilfunk-Forschungs-programms oder im Auftrag des Schweizer Bundesamts für Gesundheit. In einer aktuellen Studie der britischen Health Protection Agency (HPA) (Peyman et al. 2011) wurden umfangreiche Immissionsmessungen an 13 Access Points und 15 Laptops im Rahmen einer groß angelegten Untersuchung zur Thematik WLAN an Schulen durchgeführt. Hierbei wurde festgestellt, dass die maximale Sendeleistung der Laptops 1 mW bis 17 mW und die der Access Points 3 mW bis 29 mW betrug (zum Vergleich: Mobiltelefone haben eine maximale Sendeleistung zwischen 125 mW und 250 mW mit maximalen Pulsleistungen zwischen 1 W und 2 W). Die räumliche Abstrahlung der Laptops ist nicht gleichmäßig, sondern weist ein Minimum in Richtung des Benutzers auf. Bei Abstandsmessungen der Immission an einem Laptop wurden in 0,5 m maximal 0,2 % des Leistungsflussdichte-Grenzwerts erreicht, in 1 m lagen die Werte schon unter 0,05 %. Exemplarische SAR-Berechnungen an einem Modell eines 10-jährigen Kindes zeigen bei Laptop-Nutzung (2,4 GHz) einen Expositionswert weniger als 1 % eines typischen Mobiltelefon-Szenarios.

In der Zusammenschau mit anderen Studien zeigt sich, dass in typischen Aufenthaltsbereichen um Access Points Immissionen von weniger als 0,01 % vom Leistungsflussdichte-Referenzwert auftreten. Bei Endgeräten werden in 50 cm Abstand maximal 0,2 % vom Leistungsflussdichte-Referenzwert erreicht. Bei direktem Kontakt zum Endgerät kann der Basisgrenzwert lokal (SAR gemittelt über 10 g) bis zu 22 % ausgeschöpft werden. Alle Immissionswerte sind stark geräteabhängig. Somit wird die individuelle Exposition nicht vom Access Point, sondern vom Endgerät dominiert. Bei allen Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die „reale“ Exposition in Abhängigkeit vom aktuellen Datenverkehr deutlich geringer ist als die als „maximal“ ausgewiesene.

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Verein "Schutz vor Strahlung Schweiz" schweigt

H. Lamarr @, München, Dienstag, 13.11.2018, 11:50 (vor 310 Tagen) @ H. Lamarr

Der Verein "Schutz vor Strahlung Schweiz" bittet nicht darum, sondern fordert Entscheidungsträger keck dazu auf, Massnahmen zur Strahlenreduktion in Einrichtungen für Kleinkinder schweizweit einzuführen. Mit einer Petition soll der Forderung Nachdruck verliehen werden. (Unrealistisches) Ziel der Petition ist es, bis Ende Oktober 2018 rund 30'000 Unterstützer zu mobilisieren, nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit.

Und, wurde das unrealistische Ziel erreicht? Der Verein weiß es, schweigt dazu jedoch auf seiner Website und bietet die Petition weiterhin zur Mitzeichnung an.

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Zahnd, Schutz-vor-Strahlung

Verein "Schutz vor Strahlung Schweiz" schweigt (II)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 25.11.2018, 14:36 (vor 298 Tagen) @ H. Lamarr

Der Verein "Schutz vor Strahlung Schweiz" bittet nicht darum, sondern fordert Entscheidungsträger keck dazu auf, Massnahmen zur Strahlenreduktion in Einrichtungen für Kleinkinder schweizweit einzuführen. Mit einer Petition soll der Forderung Nachdruck verliehen werden. (Unrealistisches) Ziel der Petition ist es, bis Ende Oktober 2018 rund 30'000 Unterstützer zu mobilisieren, nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit.

Und, wurde das unrealistische Ziel erreicht? Der Verein weiß es, schweigt dazu jedoch auf seiner Website und bietet die Petition weiterhin zur Mitzeichnung an.

Der Verein schweigt noch immer über den Erfolg seiner Oktoberrevolution und sammelt weiter Unterstützer. Dass die selbsternannten Strahlenschützer noch nicht im Winterschlaf sind, sondern schlaftrunken weiter an ihrer Website basteln, belegt die jüngste Meldung dort vom 21. November 2018 unter dem Titel "NTP-Studie: aktualisierte Pressemitteilung". Nanu, hat das NTP tatsächlich seine Pressemitteilung vom 1. November aktualisiert? Nein, natürlich nicht, die müden Strahlenschützer reden von genau dieser schon leicht angestaubten Mitteilung. Die "Aktualisierung", die tatsächlich gar keine ist, beziehen sie irreführend auf eine vorangegangene NTP-Pressemeldung vom Februar 2018 anlässlich der Vorstellung der vorläufigen Abschlussberichte zur NTP-Studie.

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Verein "Schutz vor Strahlung Schweiz" schweigt (III)

H. Lamarr @, München, Samstag, 05.01.2019, 13:53 (vor 257 Tagen) @ H. Lamarr

Der Verein "Schutz vor Strahlung Schweiz" bittet nicht darum, sondern fordert Entscheidungsträger keck dazu auf, Massnahmen zur Strahlenreduktion in Einrichtungen für Kleinkinder schweizweit einzuführen. Mit einer Petition soll der Forderung Nachdruck verliehen werden. (Unrealistisches) Ziel der Petition ist es, bis Ende Oktober 2018 rund 30'000 Unterstützer zu mobilisieren, nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit.

Und, wurde das unrealistische Ziel erreicht? Der Verein weiß es, schweigt dazu jedoch auf seiner Website und bietet die Petition weiterhin zur Mitzeichnung an.

Mehr als zwei Monate sind seit Ende Oktober 2018 verstrichen und nichts hat sich getan. Der verschwiegene Verein sammelt fleißig weiter E-Mail-Adressen von Unterstützern und schreibt "Ihre Angaben werden ausschliesslich für die Petition verwendet und nicht an Dritte weitergegeben". Liest sich vertrauenerweckend. Aber: Mit Martin Zahnd sitzt ein kommerziell aktiver Mobilfunkgegner im Vorstand des Vereins. Er ist kein "Dritter", sondern "Erster", und kann die Adressdaten daher ungestört für eigene Zwecke verwerten. Den Trick, "Dritte" von einer Datenweitergabe auszuschließen verwendet mit Swiss Harmony noch ein weiterer Akteur, der mit der Ausbeutung irrationaler Ängste vor Elektrosmog seinen Lebensunterhalt bestreitet.

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