ICNIRP wertet NTP- und Ramazzini-Studie ab (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 20.07.2018, 19:34 (vor 480 Tagen)

[Selbständiger Teilstrang abgetrennt am 18.09.2018, Absprung war hier]

Im Zuge der Novellierung der EMF-Immissionsrichtlinien hat sich ICNIRP auch mit der NTP- und der Ramazzini-Studie (nicht zu verwechseln mit dem Kräuterlikör Ramazzotti) beschäftigt. Was dabei herausgekommen ist zeigt Anhang B (Link siehe oben) des neuen Richtlinienentwurfs ab Zeile 346. Fazit: Beide Studien haben aus Sicht von ICNIRP nicht genug Beweiskraft, um den Schluss ziehen zu können, Mobilfunk verursache Krebs. Die Begründung für diese Bewertung lautet:

A recent, large animal study, performed by the US National Toxicology Program (NTP) reported an increased rate of cardiac schwannoma in male rats exposed to radiofrequency EMF, but not in female rats or either male or female mice (NTP 2018). As the exposure was approximately 75 times higher than the ICNIRP (1998) whole body average general public limit, the results are not directly relevant to radiofrequency EMF levels that humans would typically be exposed to. Further, humans are far more efficient at diminishing the resultant body core temperature rise than rats. As noted by the internal NTP review (NTP 2018), there are also a number of methodological issues that limit the usefulness of the results for EMF health assessment. Of particular note is that the statistics were not able to determine whether the higher number of cardiac schwannomas that were reported was more than what would be expected by chance alone (given that no control for multiple comparisons was applied). This is particularly important given that a graded dose-response relation was not found, no consistency across rodent species or genders was found, and the results are not consistent with the radiofrequency EMF cancer literature more generally.

A similar study [Ramazzini-Studie; Anm. "Spatenpauli"] that was conducted concurrently with the NTP study reported that they had replicated these NTP results on cardiac schwannoma (Falcioni et al., 2018). However, similar to the NTP study, the statistics were also not designed to determine whether the increase was higher than would be expected by chance alone (due to uncorrected multiple statistical comparisons). The schwannoma findings in these two studies are inconsistent in terms of the exposure-response association as the Italian study observed an ‘increased’ number of schwannomas at low exposure levels where no increase in schwannoma was observed in the NTP study. These studies therefore do not provide sufficient evidence to conclude that radiofrequency EMF can cause cancer.

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ICNIRP, Wissenschaftler, NTP-Studie, Ramazzini, Schwannom, Falcioni

ICNIRP wertet NTP- und Ramazzini-Studie ab (II)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 04.09.2018, 11:04 (vor 434 Tagen) @ H. Lamarr

Im Zuge der Novellierung der EMF-Immissionsrichtlinien hat sich ICNIRP auch mit der NTP- und der Ramazzini-Studie (nicht zu verwechseln mit dem Kräuterlikör Ramazzotti) beschäftigt.

In einem 8-seitigen Kommentar (Note) zu den NTP/Ramazzini-Studien begründet ICNIRP jetzt deutlich ausführlicher, warum die beiden Studien für die Revision der ICNIRP-Expositionsrichtlinien keine verlässliche Entscheidungsbasis bieten. Hier die Zusammenfassung aus dem Dokument:

Although the NTP (2018a, b) and Falcioni et al. (2018) studies used large numbers of animals, best laboratory practice, and exposed animals for the whole of their lives, consideration of their findings does not provide evidence that radiofrequency EMF is carcinogenic. NTP reported that their strongest findings were of increased malignant cardiac schwannoma in male rats, however that is not consistent with the results of Falcioni et al. (2018), is not consistent with the NTP female rat nor male or female mouse results, and is not consistent with the radiofrequency EMF cancer literature more generally. While results from epidemiological studies suggest vestibular schwannoma is an outcome of interest, this is not true for malignant cardiac schwannoma. NTP found no increase in schwannoma overall or for vestibular schwannoma. Further, as multiple comparisons were not controlled for in the NTP study, there is no indication that the increased incidence of malignant cardiac schwannomas in male rats was more than what would be expected by chance alone. ICNIRP considers that the NTP (2018a, b) and
Falcioni et al. (2018) studies do not provide a consistent, reliable and generalizable body of evidence that can be used as a basis for revising current human exposure guidelines. Further research is required that addresses the above limitations.

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F. Adlkofer vergleicht Mobilfunkindustrie mit Tabakindustrie

H. Lamarr @, München, Freitag, 14.09.2018, 23:23 (vor 424 Tagen) @ H. Lamarr

Franz Adlkofer, jahrzehntelang im Dienst der internationalen Tabakindustrie Kopf der Tabakforschung in Deutschland, greift ICNIRP wegen deren Abwertung der NTP-Studie an. Ungewöhnlich ist dies nicht, denn seit der neuseeländische Wissenschaftler Neil Cherry 1999 ICNIRP den Krieg erklärte, gehört es bei organisierten Mobilfunkgegnern und mobilfunkkritischen Wissenschaftlern zum Standardrepertoire, an ICNIRP herumzunörgeln.

Neu am Angriff des Ex-Tabaklobbyisten ist, dass er die Verschleierungspraktiken seines ehemaligen Arbeitgebers, die er wie seine Westentasche kennt, jetzt erstmals öffentlich der Mobilfunkindustrie unterstellt. Hier ein Auszug aus Adlkofers Stellungnahme von heute:

Wie es aussieht, wird die ICNIRP von der Mobilfunkindustrie wieder einmal zur Durchsetzung ihrer Interessen benutzt, diesmal mit einer Methode, die sie von der Zigaretten­industrie übernommen hat. Der Zigarettenindustrie ist es mit dem Säen von Zweifel gelungen, die Menschheit über Jahrzehnte hinweg um die längst gesicherte Erkenntnis zu bringen, dass Rauchen die Ursache für Lungenkrebs ist. Die Mobilfunkindustrie verfolgt bei einer durchaus vergleichbaren Sachlage dieselbe Taktik, dies sogar unter noch besseren Voraussetzungen: Die Abhängigkeit der Menschen von den Produkten der Zigarettenindustrie und Mobilfunkindustrie mag vergleichbar sein, doch die Anzahl der Abhängigen von den Produkten der Mobilfunkindustrie ist ungleich größer.

Mit 82 Lebensjahren hat Adlkofer nichts mehr zu verlieren. Zeigt er späte Reue über (s)ein Handeln, das er jetzt glaubt bei der Mobilfunkindustrie wiedererkannt zu haben? Oder entzieht er sich seiner Verantwortung und weist Schuld allein den anderen zu? Machen Sie sich selbst ein Bild:

Volltext von Adlkofers Stellungnahme "Über den Umgang der Mobilfunkindustrie mit der Wissenschaft am Beispiel der NTP-Studie".

Hintergrund
Der Zigaretten Krieg - Wie die Tabak-Lobby Deutschland vernebelt
Adlkofer, Franz Xaver
Franz Adlkofer im IZgMF-Forum
Franz Adlkofer in den "Truth Tobacco Industry Documents" der Universität San Francisco
Franz Adlkofer auf Source Watch
Die NTP-Studie

[Admin: Link "Adlkofer, Franz Xaver" am 16.09.2018 hinzu gefügt]

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Lungenkrebs, Tabakindustrie, Adlkofer, Ablenkungsforschung, NTP-Studie, Kooperationspartner, Grüning, ICNIRP-Kritiker, Vergleich, Fake-News, Aufschrei

Mit dem Trick der Tabakindustrie

KlaKla, Samstag, 15.09.2018, 11:42 (vor 423 Tagen) @ H. Lamarr

Neu am Angriff des Ex-Tabaklobbyisten ist, dass er die Verschleierungspraktiken seines ehemaligen Arbeitgebers, die er wie seine Westentasche kennt, jetzt erstmals öffentlich der Mobilfunkindustrie unterstellt. Hier ein Auszug aus Adlkofers Stellungnahme von heute:

Wie es aussieht, wird die ICNIRP von der Mobilfunkindustrie wieder einmal zur Durchsetzung ihrer Interessen benutzt, diesmal mit einer Methode, die sie von der Zigaretten­industrie übernommen hat. ...

Er muss es ja wissen!

Siehe "Tabakabhängigkeit: Gesundheitliche Schäden durch das Rauchen"

Auszug: In Deutschland unternahmen der Forschungsrat Rauchen und Gesundheit (später Stiftung VERUM) und die Forschungsgesellschaft Rauchen und Gesundheit mbH Versuche, wissenschaftlich zu arbeiten, wobei sie vom Physiologen K. Thurau und/oder Internisten F. Adlkofer beraten wurden. Diese Publikationen wurden sehr kritisch kommentiert. Der dänische Mediziner T. Voss kassierte monatlich 3500-6500 US-$ von Philip Morris dafür, dass er sich gegen Antirauchergruppen in der Öffentlichkeit äußerte. Der schwedische Mediziner T. Malmfors vom Karolinska Institut wurde zusammen mit L. Werkö ebenfalls für Philip Morris tätig, indem beide die Gefährlichkeit des Passivrauchens als unbewiesen darstellten und dafür umgerechnet ca. 30.000 € erhielten.

Im Jahre 1996 veröffentlichte INFOTAB, eine von der Tabakindustrie unterstützte „Denkfabrik" ein Dokument mit dem Titel „A guide for dealing with anti-tobacco pressure groups“, in dem ein frühes Warnsystem für die Einrichtung von WHO-Büros und das Abhalten regionaler Workshops von Antirauchergruppen, Nichtraucherorganisationen oder -koalitionen etabliert wurde. Diese Initiativen wurden begleitet von Aktivitäten, welche die Etablierung von Antitabakprogrammen verzögern sollten.

Nachdem die British American Tobacco Company (BATCo) die WHO-Programme studiert hatte, wurden Wissenschaftler eingeschaltet und von BATCo bezahlt. Sie traten als Privatpersonen auf und stellten die WHO-Programme infrage. Dies waren z. B. P. Dietrich, damals Präsident des Institute for International Health and Development, sowie B. Tollison vom Centre for Study of Public Choice. Ersterer spielte die Tabakfragen in einer für die New York Academy of Sciences geplanten Publikation herunter, letzterer schrieb ähnliche Artikel für die International Herald Tribüne. Kernpunkte der Artikel waren, dass die WHO sich mehr um die Bekämpfung von Infektionskrankheiten (Malaria und Cholera) in der Dritten Welt kümmern sollte als um Sicherheitsgurte oder Zigaretten und Alkohol. Wenn diese abwegigen Darstellungen international mehrfach wiederholt werden, besteht die Gefahr, dass sie als Fakten akzeptiert werden.

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Von Sturmgewehren und koreanischen Smartphones

H. Lamarr @, München, Samstag, 15.09.2018, 19:45 (vor 423 Tagen) @ H. Lamarr

Volltext von Adlkofers Stellungnahme "Über den Umgang der Mobilfunkindustrie mit der Wissenschaft am Beispiel der NTP-Studie".

Schon die erste Zeile der Stellungnahme weckt Zweifel, ob Adlkofer wirklich weiß wovon er redet:

Die Entwicklung der Mobilfunktechnologie von G1 bis G5 ist eine Erfolgsgeschichte sondergleichen [...]

Denn erstens begann die Erfolgsgeschichte des Digitalfunks erst mit GSM 900/1800 (2G) und nicht mit dem Analogfunk C-Netz (1G), und zweitens vertauscht Adlkofer in der Generationsbezeichnung Buchstabe und Ziffer. G1 ist ein Sturmgewehr der deutschen Streitkräfte, G5 ist ein Smartphonemodell der Firma LG. Zuletzt habe ich so eine Vertauschung vor acht Monaten bei einer ebenso selbstbewussten wie schlecht informierten Kommentatorin ("luisa") in der Schweiz erlebt. Zugegeben, Adlkofers Fehler wiegt nicht schwer, als Mediziner muss er sich nicht mit den Generationen des kommerziellen Digitalfunks auskennen, als überaus emsiger Mobilfunkgegner und Unterzeichner des 5G-Appells von Lennart Hardell sollten ihm die Bezeichnungen andererseits sehr wohl geläufig sein.

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Adlkofer vs. Repacholi: Erst sponsern, dann diskreditieren

H. Lamarr @, München, Samstag, 15.09.2018, 23:03 (vor 423 Tagen) @ H. Lamarr

Volltext von Adlkofers Stellungnahme "Über den Umgang der Mobilfunkindustrie mit der Wissenschaft am Beispiel der NTP-Studie".

Adlkofer schildert in seiner Stellungnahme ein altes Szenegerücht so missverständlich, dass an Repacholi kein gutes Haar bleibt:

Repacholi, erster Vorsitzender und später Ehrenvorsitzender der ICNIRP, schied nach Korruptionsvorwürfen 2006 aus der WHO aus und wechselte als Berater zu einem amerikanischen Stromversorger.

Irgendwelche Belege für seine Behauptung bringt der alte Herr nicht bei, es ist davon auszugehen, er hat sich das Textfragment irgendwo zusammen gegoogelt. Doch der Eindruck, den Adlkofer mit seinen Zeilen weckt, er trifft nicht zu. Aus welchem Grund Michael Harry Repacholi die WHO am 30. Juni 2006 wirklich verlassen hat erfahren Sie <hier>. Nicht einfach nur dahin behauptet, sondern mit einer widerspruchsfreien Belegkette.

Was es mit den "Korruptionsvorwürfen" auf sich hat, lässt sich u.a. <hier> nachlesen. Die Vorwürfe gehen auf eine einzige Quelle in den USA zurück, wurden vielfach kolportiert jedoch zu keiner Zeit mit Fakten erhärtet. Adlkofer greift 2018 auf ein 2005 in der Anti-Mobilfunk-Szene verbreitetes substanzloses Gerücht zurück, um Repacholi und indirekt ICNIRP in ein schiefes Licht zu bringen.

Was der Ex-Tabaklobbyist nicht sagt: 1992 wurde er Geschäftsführer von Verum, einer von der Tabakindustrie eingerichteten Forschungsstiftung. Dort hatte Adlkofer Millionenbudgets zur Verfügung und förderte 1997 ausgerechnet Mike Repacholi und dessen damals erst 1 Jahr altes EMF-Projekt bei der WHO mit 250'000 DM. Der gleiche Betrag floss 1998 noch einmal nach Genf. Dies belegt ein dem IZgMF vorliegendes Papier der Stiftung Verum. Welche Gegenleistung sich Adlkofer für diese großzügigen Geschenke erhoffte ist nicht überliefert. Ich spekuliere, er wollte sich gut mit der WHO stellen, um nichtöffentliche Informationen über den Fortgang von deren EMF-Projekt zu bekommen, Informationen, die ihm bei der Vorbereitung seines "Reflex"-Projekts nützlich sein konnten.

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Adlkofers Zugang zur WHO

H. Lamarr @, München, Sonntag, 16.09.2018, 13:25 (vor 422 Tagen) @ H. Lamarr

Welche Gegenleistung sich Adlkofer für diese großzügigen Geschenke erhoffte ist nicht überliefert. Ich spekuliere, er wollte sich gut mit der WHO stellen, um nichtöffentliche Informationen über den Fortgang von deren EMF-Projekt zu bekommen, Informationen, die ihm bei der Vorbereitung seines "Reflex"-Projekts nützlich sein konnten.

Diese Spekulation ist gar nicht so abwegig wie diese Posting von "sektor3" aus dem Jahr 2013 zeigt. Adlkofer hatte noch 1999 über Repacholi Zugang zur damaligen WHO-Chefin Gro Harlem Brundtland, die wegen ihrer selbst diagnostizierten "Elektrosensibilität" EMF gegenüber seinerzeit skeptisch eingestellt war. Ein Jahr später wendete sich dann das Blatt, die WHO hatte die Tricks der Tabakindustrie erkannt und Adlkofers Stern in Genf sank. Dies wäre eine Erklärung, warum Adlkofer später als Privatperson anfing, gegen Repacholi zu arbeiten.

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Ron Melnick widerspricht ICNIRP in 15 Punkten

H. Lamarr @, München, Montag, 17.09.2018, 13:25 (vor 421 Tagen) @ H. Lamarr

Auf der Website von Devra Davis widerspricht Ron Melnick der Abwertung der NTP-Studie durch ICNIRP und nennt 15 Kritikpunkte. Was Melnicks Kritik an ICNIRPs NTP-Abwertung bedeutsamer macht als die Kritik Adlkofers, sie ist deutlich substanzieller. Melnick, seit 2009 im Ruhestand, war am Ende seiner beruflichen Laufbahn noch an der Planung der NTP-Studie beteiligt, er verfügt also über Detailkenntnisse, die Adlkofer fehlen. Gegen Melnick spricht, dass er sich an dem befremdlichen 5G-Appell von Lennart Hardell beteiligt hat.

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Ron Melnick: Deshalb hat NTP weit über Grenzwert befeldet

H. Lamarr @, München, Dienstag, 18.09.2018, 19:46 (vor 420 Tagen) @ H. Lamarr

ICNIRP bemängelt an der NTP-Studie unter anderem:

As the exposure was approximately 75 times higher than the ICNIRP (1998) whole body average general public limit, the results are not directly relevant to radiofrequency EMF levels that humans would typically be exposed to.

[Da die (Ganzkörper)exposition der (Ratten und Mäuse) etwa 75-mal höher war als der von ICNIRP 1998 für die Bevölkerung empfohlene (Ganzkörper-)Grenzwert, haben die Ergebnisse der NTP-Studie keinen unmittelbaren Bezug zu der HF-Exposition, der Menschen üblicherweise ausgesetzt sind.]

Gegen diese Einschätzung wendet Melnick unter Punkt 5 seiner Replik ein:

While the exposure limit to RFR for the general population in the US is 0.08 W/kg averaged over the whole body, the localized exposure limit is 1.6 W/kg averaged over any one gram of tissue (FCC, 1997); for occupational exposures, the limit is five times higher (0.4 W/kg and 8 W/kg, respectively). Thus, the whole-body exposure levels in the NTP study were higher than the FCC’s whole-body exposure limits (3.8 to 15 times higher than the occupational whole-body exposure limit). Whole-body SAR, however, provides little information about organ-specific exposure levels (IARC, 2013). When an individual uses a cell phone and holds it next to his or her head, body tissues located nearest to the cell phone antenna receive much higher exposures than parts of the body that are located distant from the antenna. Consequently, the localized exposure level is more important for understanding and assessing human health risks from cell phone RFR. When considering organ-specific risk (e.g., risk to the brain) from cell phone RFR, the important measure of potential human exposure is the local SAR value of 1.6 W/kg (the FCC’s SAR limit for portable RF transmitters in the US, FCC 1997) averaged over any gram of tissue. In the NTP study in which animals were exposed to whole-body RFR at SARs of 1.5, 3, and 6.0 W/kg, exposures in the brain were within 10% of the whole-body exposure levels. Consider the converse scenario. If the brain and whole-body exposures were limited to 0.08 W/kg, then localized exposures in humans from use of cell phones held next to the ear could be 20 times greater than exposures to the brain of rats in the NTP study. Under this condition, a negative study would be uninformative for evaluating organ-specific human health risks associated with exposure to RFR. Therefore, exposure intensities in the brains of rats in the NTP study were similar to or only slightly higher than potential, localized human exposures resulting from cell phones held next to the head, and lower than the FCC’s permissible localized limit for occupational exposures.

[In den USA ist eine Ganzkörperexposition der Bevölkerung von maximal 0,08 W/kg zulässig, der über 1 Gramm Gewebe gemittelte Teilkörpergrenzwert darf, egal wo im Körper, 1,6 W/kg nicht überschreiten (FCC, 1997); für beruflich exponierte Personen sind diese Grenzwerte 5-mal höher (0,4 W/kg und 8 W/kg). Somit überstieg die Ganzkörperexposition bei der NTP-Studie den von der FCC festgelegten Ganzkörpergrenzwert (3,8- bis 15-mal bezogen auf berufliche Exposition). Aber: Die EMF-Absorption bei Ganzkörperexposition sagt nur wenig darüber aus, wie stark einzelne Organe im Körper befeldet werden (IARC, 2013). Benutzt jemand ein Mobiltelefon am Ohr, ist der Energieeintrag in Gewebe nahe der Antenne viel höher als bei Körperregionen, die größeren Abstand zur Antenne haben. Dies bedeutet: Für das Verständnis und die Bewertung des Risikos von Handystrahlung ist die Teilkörperexposition entscheidend. Werden organspezifische Risiken der Handystrahlung betrachtet (z.B. das Risiko für das Gehirn), ist daher der Grenzwert für Teilkörperexposition (1,6 W/kg) anzuwenden. Die NTP-Studie setzte die Versuchstiere einer Ganzkörperexposition von 1,5 W/kg, 3 W/kg und 6 W/kg aus, die Exposition des Gehirns der Tiere erreichte dabei 10 Prozent der Ganzkörperexposition. Oder umgekehrt: Wäre bei der Studie die Exposition des Gehirns und die Ganzkörperexposition auf 0,08 W/kg begrenzt gewesen, dürfte bei Handygebrauch die zulässige Teilkörperexposition in der Nähe des Ohrs eines Menschen 20-mal stärker sein (1,6 W/kg/0,08 W/kg = 20) als die Exposition der Rattenhirne bei der NTP-Studie. Unter solchen Versuchsbedingungen hätte ein negatives Studienergebnis (ohne Effekte) keine Aussagekraft gehabt für die Bewertung organspezifischer Risiken infolge EMF-Einwirkung.]

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USA, Teilkörperexposition, NTP-Studie, Ruhestand, 5G, über Grenzwert, Melnick

Fiorella Belpoggi widerspricht ICNIRP in fünf Punkten

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 27.09.2018, 23:38 (vor 411 Tagen) @ H. Lamarr

Im Vergleich zu Ron Melnick ist Fiorella Belpoggi, Co-Autorin der Ramazzini-Studie, in ihrer Entgegnung vom 12. September 2018 weit weniger detailliert, sondern eher pauschal.

1. For sure both NTP and RI studies were well performed, no bias affecting the results. ICNIRP confirms that.

2. Shwannomas are tumors arising from the Schwann cells, they are peripheral glial cells which cover and protect the surface of all nerves diffused throughout the body; so vestibular (acoustic nerve) and heart schwannomas have the same tissue of origin: ICNIRP seems to ignore that;

3. In rats, increases in malignant heart schwannomas, malignant glial tumors of the brain and Schwann Cells Hyperplasia (a pre-malignant lesion) are rare yet these lesions were observed in exposed animals of both laboratories, at thousands of kilometers distance, in a wide range of RFR exposures studied. These findings could not be interpreted as occurring “by chance”.

4. We are scientists, our role is to produce solid evidence for hazard and risk assessment. Underestimating the evidence from carcinogen bioassays and delays in regulation have already proven many times to have severe consequences, as in the case of asbestos, smoking and vynil chloride. This position of ICNIRP represents its own responsibility toward citizens and public health.

5. ICNIRP is not a public health agency that routinely evaluates carcinogens. On the other hand, an independent agency that has evaluated over 1000 agents, IARC, as early as 2013 classified RFR as a possible carcinogen on the basis of limited evidence in humans and limited evidence in animals. The studies of the RI and NTP will certainly contribute to the burden of evidence that IARC and other public health agencies can draw upon as a solid base for the re-evaluation of RFR carcinogenicity.

[image]
Bild: FMGPartners Broadcast Channel

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NTP-Studie, Ramazzini, Belpoggi, Schwannom

ICNIRP-Note zu (NTP-/Ramazzini-Studie) in Health Physics

H. Lamarr @, München, Sonntag, 01.09.2019, 13:50 (vor 72 Tagen) @ H. Lamarr

In einem 8-seitigen Kommentar (Note) zu den NTP/Ramazzini-Studien begründet ICNIRP jetzt deutlich ausführlicher, warum die beiden Studien für die Revision der ICNIRP-Expositionsrichtlinien keine verlässliche Entscheidungsbasis bieten.

Die ICNIRP-Note war bislang wissenschaftlich offiziell unsichtbar, da sie nicht in einem wissenschaftlichen Fachblatt publiziert wurde. Das hat sich jetzt geändert, die Note wurde kürzlich von "Health Physics" veröffentlicht und von ICNIRP als Vorabdruck online gestellt (Download), so dass der wissenschaftliche Disput nun entbrennen kann. Der Vorabdruck ist nicht wortgleich zu der 2018 von ICNIRP veröffentlichten Stellungnahme und auch deutlich kürzer als diese (rd. 16'200 Zeichen vs. rd. 28'700).

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ICNIRP, NTP, Ramazzini

ICNIRP-Note zu (NTP-/Ramazzini-Studie) in Health Physics

Alexander Lerchl @, Montag, 02.09.2019, 21:23 (vor 71 Tagen) @ H. Lamarr

In einem 8-seitigen Kommentar (Note) zu den NTP/Ramazzini-Studien begründet ICNIRP jetzt deutlich ausführlicher, warum die beiden Studien für die Revision der ICNIRP-Expositionsrichtlinien keine verlässliche Entscheidungsbasis bieten.

Die ICNIRP-Note war bislang wissenschaftlich offiziell unsichtbar, da sie nicht in einem wissenschaftlichen Fachblatt publiziert wurde. Das hat sich jetzt geändert, die Note wurde kürzlich von "Health Physics" veröffentlicht und von ICNIRP als Vorabdruck online gestellt (Download), so dass der wissenschaftliche Disput nun entbrennen kann. Der Vorabdruck ist nicht wortgleich zu der 2018 von ICNIRP veröffentlichten Stellungnahme und auch deutlich kürzer als diese (rd. 16'200 Zeichen vs. rd. 28'700).

Inhaltlich nichts anderes habe ich bereits 2016 geäußert. (Ab Folie 23). Diese 25M USD$ Studie ist einfach für die Tonne, sorry. Bzw. ein wunderbarer Beleg für die These, dass die Gewährung von Forschungsaufträgen gewisse Erwartungshaltungen auf beiden Seiten generieren. :-)

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

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