Reichsbedenkenträger ist gegen 5G-Einführung in Ravensburg (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 11.07.2018, 11:24 (vor 410 Tagen)

Ravensburg will 5G einführen. Na und? Dies gilt auch für Millionen andere Städte auf diesem Planeten. Warum also poste ich diese Banalität hier? Weil 5G die untoten Alten der Anti-Mobilfunk-Szene mobilisiert und ihnen zu neuen kruden Auftritten in den Medien verhilft. In Ravensburg sitzt Wolfgang Blüher, der einst mit dem glücklosen "Netzwerk Risiko Mobilfunk" Schiffbruch erlitt und sich dann in einen "Agenda-Arbeitskreis Mobilfunk Ravensburg" zurückzog. Blüher hat aus all den Pleiten, Pech und Pannen der hiesigen Anti-Mobilfunk-Szene nichts gelernt. Die Schwäbische lässt ihn am 5. Juli dennoch als Vertreter der unvermeidlichen "Reichsbedenkenträger" zu Wort kommen und wie eh und je mit unqualifizierten Behauptungen subjektiv empfundene Ängste in der Bevölkerung schüren (Auszug):

Der Agenda-Arbeitskreis Mobilfunk Ravensburg warnt eindringlich vor den „hohen gesundheitlichen Risiken“ der neuen Technik. Sprecher Wolfgang Blüher: „5G wird die Belastung durch elektromagnetische Felder im Hochfrequenzbereich stark erhöhen. Es kommt zusätzlich zu den anderen Funkanwendungen hinzu. Immer mehr Studien belegen, dass diese Strahlung für Menschen und die Umwelt schädlich ist.“

Kritik an „Zwangsbestrahlung“

Blüher schätzt, dass die Laternen-Antennen im Abstand von zehn bis zwölf Häusern stehen müssten, alle 150 bis 200 Meter käme also in der Stadt eine neue Antenne. Blüher: „Damit wird die Zwangsbestrahlung stark erhöht.“ Da immer häufiger kabellose Techniken genutzt würden, könne dieser Strahlenbelastung praktisch niemand mehr aus dem Weg gehen. Die schädlichen gesundheitlichen Folgen seien längst bewiesen - „schon vor dem zusätzlichen Ausbau von 5G“, zitiert der Agenda-Sprecher eine Studie.

Blüher: „Aus den genannten Gründen lehnen die Mitglieder des Agenda Arbeitskreises Mobilfunk eine weitere Erhöhung der Strahlenbelastung der Bürger in Ravensburg ab. Ravensburg als Modellstadt für die neue 5G-Technik ist ein Irrweg, der mit einen hohen Gesundheitsrisiko verbunden ist.“

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Faktencheck, Ravensburg will Schutzzonen für Elektrosensible

KlaKla, Sonntag, 28.04.2019, 10:01 (vor 119 Tagen) @ H. Lamarr

Diagnose-Funk verbreitet, Ravensburg will Schutzzonen für Elektrosensible. Fakt ist, dass die Gemeindevertreter sich mit Mobilfunkgegner und Umweltaktivisten hier austauschen. Und selbstverständlich haben diese dann auch die Möglichkeit ihre Forderungen mit ein zubringen.

Aus der Sitzungsvorlage "Digitalisierungsstrategie der Stadt Ravensburg" (DS 2019/038)

Beschlussvorlage, 4.5. Handlungsfeld Infrastruktur: Die Stadt Ravensburg stellt sich proaktiv als 5G Modellkommune zu Verfügung. Das Vorhaben soll wissenschaftlich und medizinisch begleitet werden, um die Auswirkungen der Strahlenbelastung zu untersuchen. Ferner sollen für elektrosensible Menschen Zonen bzw. Räume mit reduzierter Strahlungsbelastung geschaffen werden. Im Zuge dieser Maßnahmen wird ein neues Mobilfunkkonzept erarbeitet. Das bestehende Handlungskonzept Mobilfunk mit Beschluss vom 23.04.2012 wird nicht weitergeführt.

Diagnose Funk interpretiert daraus gleich ein Eingeständnis und verbindet es mit der Aussage von I. Paulinis BfS.

... Dass Schutzzonen festgelegt werden, ist bemerkenswert. Denn damit werden Risiken anerkannt. Schutzzonen könnten z.B. Parks, Krankenhäuser, Kindergärten, Abteile in Bussen und Bahnen, Bibliotheken u.a. sein (1). ...

(1) Solche Schutzzonen fordert auch die Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz, Dr. Inge Paulini. Sie sagte am 25.2.2019 in der 3sat-Sendung nano ...

Und hier, was W. Blüher und seine Mitstreiter fordern:
Gemeinsam mit Wolfgang Blüher vom Arbeitskreis Mobilfunk und der Ravensburger Ortsgruppe des BUND setzt sich die Selbsthilfegruppe, in der Menschen mit verschiedenen Umwelterkrankungen organisiert sind, für eine solche Schutzzone ein. Anke Bay könnte sich vorstellen, dass die Stadt ihr und ihren Leidensgenossen ein Grundstück für ein „Tiny Village“ (auf deutsch in etwa „winziges Dorf“) zur Verfügung stellt. Für kleine, möglicherweise mobile Häuschen mit abgeschirmten Versorgungskanälen im Boden für Wasser, Abwasser, Wärme und Strom. In einem Versorgungshaus müssten die Heizanlage und Waschmaschine sowie Telefon und Internet untergebracht werden. Ideal wäre ein Anschluss an den ÖPNV und ein Gemeinschaftshaus für Treffen.

Kommentar: Es ist nicht Sinn und Zweck einer Gemeinde, Wünsche von Sonderlingen zu erfüllen. Würden sich alle Sonderlinge zusammenschließen, könnten diese sich ein Reservat zulegen und nach ihrer Überzeugung dort leben. Erfahrungsgemäß ist das kein mehrheitsfähiger Wunsch der Sonderlinge. Sie würden dadurch ihren Status (ich bin was besonderes) und ihren Krankheitsgewinn verlieren. Ihnen würde das Publikum fehlen, die Aufmerksamkeit etc. Warum wohl werden diese Sonderlinge mit ihren Vorstellungen nicht unterstützt von den vielen Profiteuren aus ihren Reihen? Aus wirtschaftlicher Überlegung, nicht förderbar. Politisch betrachtet, eine andere Baustelle. Wichtig wäre hier mal zu erfahren, um wie viele Sonderlinge es sich in Ravensburg handelt, 10 oder 100? Ein guter Therapeut ohne Angst vor Funkwellen wäre sicher die bessere Alternative.

Ach ja, der Arbeitskreis Mobilfunk aus Ravensburg lädt ein zur Mahnwache gegen 5G im Mai 2019. Vielleicht haben sie auch die Presse einladen, so dass es ein Bild der 15 EHS und MCS gibt. Ich vermute, die üblichen Aktivisten werden anreisen. Mit und ohne Strahlenschutzanzug. :wink:

Verwandte Threads

Immer mehr "Elektrosensible", wirklich?
Jubiläum: 10 Jahre selbstgewähltes Mobilfunk-"Martyrium"
München hat einen "neuen" EHS

--
Meine Meinungsäußerung

Einflussname dank EHS/Funkgegner-Touristen

KlaKla, Sonntag, 28.04.2019, 12:51 (vor 119 Tagen) @ KlaKla

Ergänzung, um Einfluss auf die Diskussion in Ravensburg zu nehmen kamen die üblichen EHS-Touristen und machten ihre Einträge. Siehe hier

Auszug: Sorge um Gesundheit der Bevölkerung
29.10.2018 10:19 Gesundheit / Pflege Michael Semlitsch

Weltweit existieren hunderte von seriösen Studien über die gesundheitlichen Schädigungen der Umwelt durch die elektromagnetischen Einflüsse. Die Bevölkerung muss dringend aufgeklärt werden, damit die Technik nicht dank falschen Behauptungen weiterhin als harmlos von der Mehrheit wahrgenommen wird, sondern die Tragweite der negativen gesundheitlichen Schädigung wahrgenommen wird. ...

Wie mit der Petition in Dießen am Ammersee. Nicht etwas die Mehrzahl der Bürger vor Ort fürchten sich und zeichneten die Petition sondern die üblichen Funkgegner-Touristen und die Geschäftemacher.

Ich stimme Herr Semlitsch zu, die Bevölkerung muss dringend aufgeklärt werden aber nicht von selbst ernannten Pseudowissenschaftler oder Spinnern. Auch, die Anhänger des fliegenden Spaghettimonster wollen die Anerkennung.

--
Meine Meinungsäußerung

Faktencheck: 5G strahlt nicht stärker als GSM, UMTS oder LTE

H. Lamarr @, München, Dienstag, 07.05.2019, 22:22 (vor 110 Tagen) @ KlaKla

Diagnose-Funk verbreitet, Ravensburg will Schutzzonen für Elektrosensible.

Nein, Diagnose-Funk behauptet sogar:

Die Stadt Ravensburg hat die Einrichtung von Schutzzonen für elektrohypersensible Menschen beschlossen.

Was ist dort los, wie kommen Kommunalpolitiker zu so einem (angeblichen) Beschluss?

Am 15. November 2018 tagte der Beirat "Bürgerschaftliches Engagement" im Rathaus zu Ravensburg. Lokalmatador Wolfgang Blüher, ein alteingesessener Mobilfunkgegner, der eigenen Angaben zufolge von Funktechnik keine Ahnung hat und sich dafür auch nicht interessiert, stellte dem Beirat den 5G-Mobilfunkstandard vor. Das konnte nicht gut gehen, auch wenn unter Blinden der Einäugige König ist. Und es ging auch nicht gut.

Blüher wies seine Zuhörer darauf hin, durch 5G-Funktechniken sei eine zehn- bis 100-fache Strahlenbelastung zu erwarten (mit was er den Beirat sonst noch einseifte, z.B. dass "es immer mehr Elektrosensible gebe", lässt sich <hier> nachlesen). Woher hat der technische Laie sein Wissen? Von Gigaherz-Präsident H.-U. Jakob, einem 80-Jährigen Schweizer Ex-Elektriker. Doch was Blüher sich bei Jakob abschaute ist blanker Unsinn. Die neuen adaptiven 5G-Antennen (Massive Mimo) werden im Vergleich zu einer typischen LTE-Antenne einen etwa 7 dB höheren Antennengewinn haben (Faktor 5). Das heißt, die elektrische Feldstärke der Funkemission wird sich bei gleicher Sendeleistung etwas mehr als Verdoppeln, die Leistungsflussdichte steigt um etwa Faktor 5. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Was Blüher und Jakob verschweigen: Die neuen 5G-Antennen senden nicht mehr wie bisher gemäß dem Gießkannenprinzip, sondern sie folgen mit stark gebündelten Richtkeulen telefonierenden Teilnehmern auf ihrem Weg. Ein 5G-Teilnehmer wird dadurch stets gut mit dem Funksignal versorgt, Unbeteiligte hingen sind lediglich befristet und zufällig im Funkstrahl einer adaptiven 5G-Antenne. Dadurch werden Unbeteiligte schwächer befeldet als mit herkömmlichen Antennen. Um wie viel schwächer, das haben Wissenschaftler bereits erforscht: Die Abschwächung beträgt im Mittel mindestens Faktor 4 (6 dB), häufig sogar deutlich mehr. Dieser Reduzierungsfaktor von 6 dB ist bereits im Entwurf der DIN EN 62232:2018-06 enthalten. Schade nur, dass Blüher/Jakob davon mal wieder nichts wissen (wollen) und stattdessen Desinformation verbreiten.

Kurz gesagt: 5G verursacht keine höhere Funkimmission als die bisherigen Funktechniken GSM, UMTS und LTE, tendenziell sogar etwas weniger. Aber: 5G kommt zu diesen bereits bestehenden Funktechniken hinzu und erst dadurch wird die gesamte einwirkende Immission an einem beliebigen Ort ansteigen, eine Modellberechnung geht von etwa 35 Prozent Anstieg (Feldstärke) aus. Werden nun aber ab etwa 2020/2021 die "alten" Techniken GSM, UMTS und (später LTE) abgeschaltet, und es bleibt nur 5G übrig, wobei aller Voraussicht nach das Aus für UMTS (3G) früher kommen wird als für GSM (2G), dann geht auch der 35-Prozent-Anstieg wieder zurück. Wie weit, lässt sich heute noch nicht genau beziffern. Kommen nach der Abschaltung an einem Standort keine weiteren 5G-Antennen hinzu und wird nicht an der maximalen Sendeleistung der etablierten 5G-Antennen am Standort gedreht, sinkt die Immission jedenfalls leicht unter den Wert, der vor Einführung von 5G herrschte.

Was ich hier schreibe habe ich mir nicht ausgedacht, sondern einer kompetenten amtlichen Quelle entnommen. Nennen mag ich diese noch nicht, denn das Thema ist es wert, ausführlicher behandelt zu werden. Kommt Zeit, kommt (hoffentlich) ein umfassenderer Beitrag zur Funkimmission durch 5G, dann selbstverständlich mit Quellenangabe.

Ach so, beinahe hätte ich es jetzt vergessen: Auch Diagnose-Funk verbreitet nur Desinformation. Denn beschlossen hat der Ravensburger Gemeinderat am 18. Februar 2019 mit 34 gegen zwei Stimmen (eine Enthaltung) nicht die behauptete Errichtung von Schutzzonen für "Elektrosensible", sondern lediglich die Absicht, solche errichten zu wollen. Dies geht aus dem Original-Wortlaut hervor:

Für elektrosensible Personen sollen Schutzzonen / -räume geschaffen werden.

Vermutlich weiß noch nicht einmal der Himmel, ob dieses, mit Verlaub dumme Detail des Beschlusses, jemals umgesetzt werden wird. Schlechtes Omen: Auf die Einlösung eines 2011 in BaWü gegebenen Koalitionsversprechens warten die verstörten Mobilfunkgegner im Ländle noch heute ...

Hintergrund
Vortragsfolien von Wolfgang Blüher in Ravensburg

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Verdrehung, Diagnose-Funk, Desinformation, Schutzzonen, Blüher, Ravensburg, Faktencheck

Faktencheck: 5G strahlt nicht stärker als GSM, UMTS oder LTE

Kuddel, Mittwoch, 08.05.2019, 17:15 (vor 109 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Kuddel, Mittwoch, 08.05.2019, 17:52

... Werden nun aber ab etwa 2020/2021 die "alten" Techniken GSM, UMTS und (später LTE) abgeschaltet, und es bleibt nur 5G übrig, wobei aller Voraussicht nach das Aus für UMTS (3G) früher kommen wird als für GSM (2G), dann geht auch der 35-Prozent-Anstieg wieder zurück.

Ich denke nicht, daß die Abschaltung von 2G+UMTS wieder zu einer (kompensierenden) Reduktion führen wird. Vielmehr gehe ich davon aus, dass die bisherigen GSM/UMTS Frequenzen quasi übergangslos entweder mit 5G- oder mit anderen Funkdiensten belegt werden, denn da der Datenbedarf immer weiter ansteigt, ist Spektrum ein knappes Gut, und tiefere Frequenzen (900MHz + 2,1GHz) sind nun mal besser geeignet, in Häuser einzudringen, oder PKW "überland" zu versorgen, als es bei den neueren 2,6GHz und 3,5GHz Bändern der Fall ist.

Der einzige Vorteil der höheren Bänder ist das wesentlich breitere Spektrum (mehrere hundert MHz statt nur einigen zig MHz), was höhere Kanalkapazitäten ermöglicht, so dass mehr Nutzer gleichzeitig bzw mit höheren Datenraten versorgt werden können. => Kanalkapazität ist proportional zur Bandbreite (Shannon-Hartley).

Die "gut erreichbaren" (stationären) Nutzer werden dann mit den höheren Frequenzen versorgt, die schlechter erreichbaren und mobilen Nutzer mit den tieferen Frequenzen.

K

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum