Sicherheitsrisiko: Funkgeräte bei der Feuerwehr abgeschaltet (Berichtigungen)

H. Lamarr @, München, Samstag, 17.02.2018, 00:15 (vor 657 Tagen)

Am 27. Januar 2018 brachte "Hesse" im hese-Forum Auszüge aus einer Meldung der Thüringer Allgemeine vom 25. Januar. In dem Beitrag geht es um Sicherheitsbedenken gegenüber Tetra-Funkgeräten in Thüringen. Originaltext:

Die Sicherheitsbedenken kamen auf, als der britische Hersteller der Funktechnik im Vorjahr von einer chinesischen Firma übernommen wurde. Die neuen Geräte der Feuerwehr sollen im Netz des digitalen Behördenfunks (Bos) betrieben werden. Dort dürfen aber nur Geräte funken, denen samt Software ihre Unbedenklichkeit bescheinigt wurde. Genau diese Lizenz fehlt derzeit für die Digitalfunkgeräte der Thüringer Feuerwehren.

Das Forum, in das "Hesse" seine Meldung einstellte, trägt unübersehbar den Titel "EMF/Elektrosmog". Also ist davon auszugehen, der teilweise reanimierte Copy-Paste-Fleißarbeiter aus dem Äppelwoiland hat die "Sicherheitsbedenken" auf die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Funkgeräte bezogen. Alles andere ergäbe in einem EMF/Elektrosmog-Forum verstörend wenig Sinn. Der Original-Zeitungsartikel, der keineswegs wie von "Hesse" behauptet kostenpflichtig ist, schließt diese Interpretation eines verbohrten Mobilfunkgegners zwar nicht aus, lässt jedoch eine andere Interpretation wahrscheinlicher erscheinen, nämlich Bedenken hinsichtlich der strikten Vertraulichkeit der Informationen, die über die Funkgeräte ausgetauscht werden.

Und welche der beiden Deutungen ist nun die richtige?

Das IZgMF hat bei der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) nachgefragt und von Pressesprecher Michael Baum folgende Antwort bekommen:

In Bezug auf die Übernahme der Firma Sepura durch Hytera ist ein außenwirtschaftsrechtliches Investitionsprüfungsverfahren seitens des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) eröffnet worden. Derzeit finden Vertragsverhandlungen unter Federführung des BMWi mit Sepura/Hytera über den Abschluss eines öffentlich-rechtlichen Vertrags statt, der das außenwirtschaftsrechtliche Investitionsprüfverfahren abschließen soll. Hierbei geht es jedoch nicht um gesundheitliche, sondern um sicherheitspolitische Fragestellungen.

Gesundheitsbedenken gegenüber dem TETRA-basierten Digitalfunk BOS wurden meines Wissen nach seitens der Nutzer/-innen in der zurückliegenden Zeit nicht mehr an die BDBOS herangetragen. Auch auf den Messen und Tagen der offenen Tür, an denen wir uns beteiligen, werden wir nur noch sehr selten zu diesem Thema angesprochen.

Womit wieder einmal unter Beweis gestellt ist:

Das größte Problem der Anti-Mobilfunk-Szene ist ihr Personal.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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