USA: Kalifornien, Gesundheitsbehörde warnt (Allgemein)

Gast, Samstag, 30.12.2017, 06:27 (vor 1803 Tagen)

Auszug Deutsche Wirtschafts-Nachrichten vom 17.12.2017

Das California Department of Public Health veröffentlichte eine neue Reihe von Richtlinien zu Mobilfunknutzungen und Strahlungsrisiken: Sie greift laut dem kalifornischen Regionalsender von NPR zufolge eine jahrelange Debatte darüber auf, ob Mobiltelefone Krebs erzeugen können.

Die Richtlinien sind zurückhaltend formuliert. Sie stellen fest, dass einige wissenschaftliche Langzeitstudien einen Zusammenhang von häufiger Handy-Nutzung mit Hirntumor, niedrige Spermienzahl und Lernen, Hören und Schlafprobleme festgestellt haben. Die Studien stellen fest, dass die Risiken für Kinder höher sein können.
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Die kalifornische Gesundheitsbehörde räumt ein, dass die Ergebnisse wissenschaftlich kontrovers diskutiert werden. CDPH-Direktorin Dr. Karen Smith sagte, die Mitarbeiter hätten sich entschlossen, die Richtlinien wegen des anhaltenden öffentlichen Interesses an Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit Mobiltelefonen herauszugeben.

„Es ist klar, dass es Leute gibt, die besorgt sind“, sagte sie. „Unser Job ist es, sogar in Situationen tätig zu werden, in denen die Wissenschaft nicht eindeutig ist, sofern es einfache Dinge gibt, die Menschen tun können, um die Risiken zu reduzieren. Es ist unsere Aufgabe, den Leuten zu sagen, wie das geht.“

Sie sagte, kleine Änderungen wie das Telefon aus der Tasche zu halten und es nachts vom Bett fernzuhalten, könnten helfen, um die Belastung zu reduzieren.

Die staatliche Abteilung hat bereits im Jahr 2014 Leitlinien zu Mobilfunkstrahlungsrisiken entworfen, die jedoch nie veröffentlicht wurden. Die Agentur offenbarte diesen Dokumententwurf im März, nachdem sie einen Rechtsstreit mit dem UC Berkeley-Forscher Joel Moskowitz verloren hatte....

Tags:
USA, Moskowitz, DWN, Kalifornien, CDPH, Smith

Moskowitz vs. CDPH: viel Wind um wenig

H. Lamarr @, München, Samstag, 30.12.2017, 14:06 (vor 1802 Tagen) @ Gast

Die staatliche Abteilung hat bereits im Jahr 2014 Leitlinien zu Mobilfunkstrahlungsrisiken entworfen, die jedoch nie veröffentlicht wurden. Die Agentur offenbarte diesen Dokumententwurf im März, nachdem sie einen Rechtsstreit mit dem UC Berkeley-Forscher Joel Moskowitz verloren hatte...

Diese behördlichen "Leitlinien" sind mMn weitaus weniger aufregend als das Theater, das um sie veranstaltet wird. Joel Moskowitz schildert auf seiner Website seine Sicht der Auseinandersetzung mit der Behörde (CDPH) und dort empfängt einen prompt die typische Dramatik organisierter Mobilfunkgegner. Typisch bedeutet: Mit Vorliebe werden aus Mücken Elefanten gemacht. Wie damals mit der berühmten Ecolog-Alarmstudie, von der es jahrelang hieß, die Deutsche Telekom hätte versucht, deren Veröffentlichung zu verhindern. So etwas Dramatisches ist pures Kraftfutter für eingefleischte Mobilfunkgegner. Es dauerte sieben Jahre, bis diese Behauptung als frei erfunden identifiziert wurde. Das Ecolog-Institut hatte zuvor öffentlich keinerlei Anstrengungen unternommen, der Falschmeldung durch eine Berichtigung das Wasser abzugraben. Bei Moskowitz ist der Fall augenscheinlich etwas Substanzieller, die Dramatik jedoch ist die gleiche geblieben.

Dass es auch eine ganz andere Sicht auf den Rechtsstreit Joel Moskowitz vs. CDPH gibt zeigt das American Council on Science and Health, das Moskowitz schlicht einen Scharlatan nennt. So plausibel und gut begründet sich deren Kritik auch liest, ein Blick hinter die Kulissen der ACSH macht deutlich, dass auch diesem "Rat" pauschal nicht zu trauen ist, denn sowohl Wikipedia als auch Sourcewatch entwerten ihn stark. Bleibt also nur der mühsame Weg, sich eine eigene begründete Meinung über Moskowitz vs. CDPH zu bilden statt bequem zu importieren, was einem gerade in den Kram passt.

Hintergrund
Joel M. Moskowitz im IZgMF-Forum

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Moskowitz, Sourcewatch, Whelan, ACSH

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