Baufritz wirbt mit "elektrosensibler" Papierkünstlerin (Allgemein)

spatenpauli @, München, Samstag, 16.12.2017, 19:10 (vor 305 Tagen)

Fertighaushersteller Baufritz versucht jetzt mit Hilfe einer überzeugten Elektrosensiblen seine unnötige Elektrosmogbarriere salonfähig zu machen. Den Werbekarren zieht die Papierkünstlerin Gabriele Domay, die sich für elektrosensibel hält und öffentlich bekundet, in einem 2014 bezogenen Fertighaus von Baufritz zusehens besser schlafen zu können als zuvor. In einem fingierten Interview (Interviewer bleibt unbekannt) darf Frau Domay ihre subjektiv empfundene Notlage schildern und wie Baufritz sie daraus erlöst hat. Baufritz verbreitet das sogenannte Interview seit 6. November 2017 als "Pressemitteilung". Gemäß Google mit sehr begrenztem Erfolg, lediglich eine handvoll drittklassiger Webportale griffen die Meldung auf.

Verwerflich ist das Geschäftsmodell von Baufritz deshalb, weil das Unternehmen, um seine Elektrosmogbarriere als Alleinstellungsmerkmal erfolgreich positionieren zu können, ungeniert unbegründete Ängste gegenüber Elektrosmog schürt und unnötige Dienstleistungen wie eine baubiologische Grundstücksuntersuchung anbietet. Überflüssig ist aus meiner Sicht auch das gesamte Elektrosmog-Schutzprogramm von Baufritz: niemand braucht objektiv gesehen eine Schirmung in den Wänden, niemand braucht entmagnetisierte Stahlträger und niemand braucht geschirmte Elektrokabel. Baufritz erweckt zudem auf seiner Website den Eindruck, eigene Baubiologen zu beschäftigen.

Speziell ausgebildete, zertifizierte baubiologische Messtechniker, von denen es nur wenige in Europa gibt, kümmern sich bei Baufritz mit ganzem Herzen um dieses wichtige und oft vernachlässigte Gesundheitsthema!

Tatsächlich ist der dort namentlich genannte Stefan Schindle jedoch ein ganz gewöhnlicher selbständiger Baubiologe im Allgäu, der sich auf eigene Kosten bei einem nicht weit entfernten privaten Institut (IBN) zum Baubiologen hat umschulen lassen.

Wenn man fremde Layoutvorlagen allzu hastig für seine Website
übernimmt, passiert das, was im Screenshot gelb markiert ist.

[image]

Vermutlich arbeiten Schindle und andere Baubiologen auf Provisionsbasis für Baufritz. Der Holzhaushersteller schleppt die Kunden an und der regional am nähesten gelegene baubiologische Partner übernimmt die Grundstücksuntersuchung. Am Ende führt der Baubiologe von seinem Honorar einen definierten Betrag an Baufritz ab.

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Baufritz verteufelt sogar harmlose Lichtschalter

spatenpauli @, München, Samstag, 16.12.2017, 20:44 (vor 305 Tagen) @ spatenpauli

Verwerflich ist das Geschäftsmodell von Baufritz deshalb, weil das Unternehmen, um seine Elektrosmogbarriere als Alleinstellungsmerkmal erfolgreich positionieren zu können, ungeniert unbegründete Ängste gegenüber Elektrosmog schürt und unnötige Dienstleistungen wie eine baubiologische Grundstücksuntersuchung anbietet.

Wie inkompetent Baufritz mit Blick auf Elektrosmog ist, belegt exemplarisch folgender Auszug aus der Broschüre Die sichere Elektroinstallation – Schutz vor Elektrosmog:

EnOcean ist eine Funktechnologie, die völlig batterielos arbeitet. Die Energie wird mit effizienteren, kleineren Energiewandlern bereitgestellt. So wird z.B. bei einem Taster lediglich die Energie eines Tastendrucks benötigt, um einen Funkbefehl abzusetzen. Funk-Wandsender reduzieren die Elektrosmog-Belastung im Gebäude deutlich durch nicht mehr vorhandene Kabel. Außerdem haben Funk-Wandsender eine rund einhundert mal geringere Hochfrequenzemission als konventionelle Lichtschalter.

Konventioneller Lichtschalter: 1.500 W/m²
EnOcean-Schalter: 13 W/m²
Quelle: ECOLOG-Institut (Emissionsbetrachtungen der verwendeten Funksignale – eine vergleichende Studie)

Die EnOcean-Technik ist baubiologisch überzeugend und garantiert mehr Wohlbefinden
durch deutlich weniger Elektrosmog-Belastung und weniger Leitungen in den Wänden.


Für "Elektrosensible" sind dies mörderische Werte, dennoch habe ich noch nie EHS über Lichtschalter klagen hören. Warum nicht? Weil die Werte, die Baufritz dem Ecolog-Institut in die Schuhe schiebt, vollendeter Blödsinn sind. Ein "konventioneller Lichtschalter" emittiert keinerlei gefährliche Hochfrequenz – es sei denn, es gibt ein kommerzielles Interesse, das Gegenteil zu suggerieren. Ein solches Interesse hat die EnOcean Alliance, denn ihre Produkte arbeiten mit Funkwellen. Funkwellen aber haben einen schlechten Ruf und deshalb ersann EnOcean folgende Begründung, die einen EnOcean-Funk-Lichtschalter als den Guten identifiziert und einen gewöhnlichen mechanischen Lichtschalter als Bösen:

Dazu muß man wissen, daß auch konventionelle Schalter aufgrund des Kontaktfunkens elektromagnetische Felder aussenden. Die abgestrahlte Leistungsflußdichte (W/m²) liegt, über den Gesamtfrequenzbereich betrachtet, 100 mal höher als bei Funkschaltern.

Nur um Laien die Angst vor harmlosen EnOcean-Funkschaltern zu nehmen, wird der faktisch noch viel harmlosere Lichtschalter aus dem Baumarkt wegen seines kleinen Kontaktfunkens zum Bösewicht gestempelt. Ich frage mich hingegen, wo die Energie herkommen soll, damit der winzige Kontaktfunken einen Lichtschalter in eine Leistungsflussdichtewolke von 1.500 W/m² hüllen kann. Bei einer 100-W-Glühlampe fließen noch nicht einmal 500 mA! Und die sollen beim Abschalten 1.500 W/m² verursachen? Wer's glaubt wird selig. Vermutlich liegt das Geheimnis auch in der Dauer des Kontaktfunkens, die so kurz ist, dass die schreckliche Emission durch Lichtschalter mit üblicher Messtechnik nicht gemessen werden kann.

Die oben zitierte Behauptung (Dazu muß man wissen ...) findet sich wortgleich haufenweise im Netz, nicht aber die von Baufritz dazu genannten Werte. Dies bedeutet für Baufritz nichts Gutes. Und tatsächlich: Wie sich am Schluss der Recherche herausstellte, haben die Elektrosmog-Experten des Holzhausherstellers ungeschickterweise Mikrowatt mit Watt verwechselt. Da der Unterschied den Faktor 1 Million ausmacht, verbreitet Baufritz mit seiner Broschüre seit Mai 2014, damals entstand das PDF, ohne Wenn & Aber Stuss.

Hintergrund
EnOcean-Technologie für intelligente grüne Gebäude (beachte S. 20)

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BauFritz und der Verband Baubiologie IBN

KlaKla, Sonntag, 17.12.2017, 09:41 (vor 305 Tagen) @ spatenpauli

Tatsächlich ist der dort namentlich genannte Stefan Schindle jedoch ein ganz gewöhnlicher selbständiger Baubiologe im Allgäu, der sich auf eigene Kosten bei einem nicht weit entfernten privaten Institut (IBN) zum Baubiologen hat umschulen lassen.

Die meisten Handelsvertreter, die BauFritz nennt, sind IBN Baubiologen. Siehe bei BauFritz unter Kunden und Musterhäuser. Da werden folgende Baubiologen genannt:
Gerhard Wilmes, Bad Orb
Andreas Streck, Leidersbach
Markus Geske, Griesheim
Eckart Kreuzer, Aachen
Lothar Hagenbruch, Rottenburg-Hailfingen
Christian Huber, Augsburg
Lisa Peters, Bad Grönenbach
Sebastian Schuler, Erkheim
Christian Hödl, Erkheim
Jörg Erstling, Kißlegg
Jürgen Schossig, Kandern
Claudia Neubrander, Metzing
Hubert Esterl, Schliersee
BauFritz Niedelassungsleiter Carlo Hirt, Schweiz Uetendorf, Luzern, Zürich
BauFritz Niederlassungsleiter Stefan Leubin, Schweiz Uetendorf

Die "Ausbilder" aus Rosenheim müssen schauen, dass hier und da noch für ihre Baubiologen-Anwärter (BB-Anwärter) lukrative Beschäftigungsfelder sind. Das mit der angeblichen "Gefahr durch Mobilfunkstrahlung" fällt seit Jahren ab. Das was Rupert Schneider oder Johannes Schmidt vorlegten, bringt heute nicht mehr viel. Die Ausbildung zum Baubiologe nach IBN muss sich für den BB-Anwärter auch noch in den nächsten Jahren lohnen. Ein Kurs bei der VHS bringt nicht viel. Und Baubiologe kann sich bekanntlich jeder Bäcker, Metzger etc. nennen. Man kann sich lediglich einen IBN-Abschluss kaufen und sich damit absetzen von denen die keinen IBN-Abschluss haben. Ob das dann jedoch die besseren Baubiologen sind ist mal dahingestellt.

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Baufritz: Ärger in der Schweiz

spatenpauli @, München, Donnerstag, 26.07.2018, 00:21 (vor 84 Tagen) @ spatenpauli

Verwerflich ist das Geschäftsmodell von Baufritz deshalb, weil das Unternehmen, um seine Elektrosmogbarriere als Alleinstellungsmerkmal erfolgreich positionieren zu können, ungeniert unbegründete Ängste gegenüber Elektrosmog schürt und unnötige Dienstleistungen wie eine baubiologische Grundstücksuntersuchung anbietet.

Der Allgäuer Fertighaus-Anbieter Baufritz hat sich in verschiedenen Kantonen der Schweiz Bußen abgeholt, weil er gegen Lohnschutz-Bestimmungen verstösst. Deswegen dürfte er eigentlich zwei Jahre lang keine Leute mehr in die Schweiz schicken. Die Behörden in Luzern beschäftigte er dennoch weiter. mehr ...

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