Kuba: US-Botschaft mit Schallstrahlen angegriffen? (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 18.09.2017, 13:13 (vor 671 Tagen)

"Eva Weber" verweist auf ein mysteriöse Geschichte (Schallangriffe), die sich auf Kuba zugetragen haben soll und die sie völlig zurecht in Verbindung bringt mit der berühmt-berüchtigten Story über die Mikrowellenbestrahlung der US-Botschaft in Moskau Anfang der 1970er-Jahre.

Tatsächlich sind die Parallelitäten zwischen den beiden Geschichten so auffällig, dass man meinen möchte, die Trump-Administration hat die alte Story aus dem Kalten Krieg mit den Russen leicht abgeändert neu aufgewärmt, nur um diesmal die Kubaner in ein schiefes Licht zu rücken.

Im Gegensatz zu Frau Weber halte ich schon lange nichts mehr von dem Märchen über die Bestrahlung der Moskauer Botschaft und auch das neue Märchen aus Havanna ist aus meiner Sicht so dünn, dass es von den Medien dramatisiert werden musste, um überhaupt von sträflich Leichtgläubigen wahrgenommen zu werden.

Auslöser des Skandälchens ist eine reichlich seichte Meldung der Nachrichtenagentur AP vom 10. August 2017 gewesen, um die deutschsprachige Medien, allen voran das Boulevardblatt mit den vier Großbuchstaben, anschließend allerlei Gerüchte und Ich-weiß-auch-was-Herr-Lehrer-Ergänzungen rankten.

Standardwette: 1 Kasten Franziskaner, dass dieser alberne angebliche "Schallangriff" nur die Schnapsidee eines Informationskriegers aus den Reihen von Donald Trump ist und die Story umgehend ergebnislos im Sand verlaufen wird, ohne dass es dazu eine neue "Lilienfeld"-Studie braucht.

Hintergrund
Alles über die angebliche Mikrowellenbestrahlung der US-Botschaft in Moskau

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Kuba: US-Botschaft mit Schallstrahlen angegriffen?

Kuddel, Montag, 18.09.2017, 18:54 (vor 671 Tagen) @ H. Lamarr

Botschaften vom "Schall" angegriffen ? ;-)

Ich glaube die Amis schauen zu viel James-Bond-Filme :wink:

Möglicherweise ein Rauchmelder in der Abstellkammer, der Daueralarm gegeben hat.
Oder eines dieser auf Ultraschall-basierenden Geräte zum Verscheuchen von Hunden oder Jugendlichen ?
Oder -ganz unspektakulär- ein fiependes Schaltnetzteil im Drucker
Oder (bei tieferfrequenten Tönen) ein Lagerschaden an einem Ventilator in der Lüftungs bzw Klimaanlage
. . .

K

Kuba: Erfolglose Suche nach Schalls "Waffe"

H. Lamarr @, München, Freitag, 13.10.2017, 01:16 (vor 646 Tagen) @ H. Lamarr

Im Gegensatz zu Frau Weber halte ich schon lange nichts mehr von dem Märchen über die Bestrahlung der Moskauer Botschaft und auch das neue Märchen aus Havanna ist aus meiner Sicht so dünn, dass es von den Medien dramatisiert werden musste, um überhaupt von sträflich Leichtgläubigen wahrgenommen zu werden.

Einen angenehm unaufgeregten Bericht über die angeblichen Akustik-Attacken in Havanna brachte am 15.09.2017 das Handelsblatt. Seither ist rd. 1 Monat verstrichen, ohne dass die Medien nennenswert Neues zu berichten wussten, außer, dass sich Zweifel an den angeblichen Akustik-Attacken mehren.

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Kuba: Ratlosigkeit um Beschwerden von US-Botschaftsangehörigen

H. Lamarr @, München, Montag, 19.02.2018, 11:27 (vor 517 Tagen) @ H. Lamarr

"Eva Weber" verweist auf ein mysteriöse Geschichte (Schallangriffe), die sich auf Kuba zugetragen haben soll und die sie völlig zurecht in Verbindung bringt mit der berühmt-berüchtigten Story über die Mikrowellenbestrahlung der US-Botschaft in Moskau Anfang der 1970er-Jahre.

Das ist der Stoff, aus dem Mythen für die Lagerfeuer der vereinigten Mobilfunkgegner gestrickt werden ...

Stand Februar 2018: US-Diplomaten hörten auf Kuba komische Geräusche - und litten danach unter eigenartigen Beschwerden. Experten verschiedener Fachrichtungen haben die Patienten erneut untersucht. Das Ergebnis: Ratlosigkeit. weiter ...

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Diplomaten

Kuba: Beatrice Golomb bringt Mikrowellen ins Spiel

H. Lamarr @, München, Dienstag, 04.09.2018, 14:22 (vor 320 Tagen) @ H. Lamarr

"Eva Weber" verweist auf ein mysteriöse Geschichte (Schallangriffe), die sich auf Kuba zugetragen haben soll und die sie völlig zurecht in Verbindung bringt mit der berühmt-berüchtigten Story über die Mikrowellenbestrahlung der US-Botschaft in Moskau Anfang der 1970er-Jahre.

Tatsächlich sind die Parallelitäten zwischen den beiden Geschichten so auffällig, dass man meinen möchte, die Trump-Administration hat die alte Story aus dem Kalten Krieg mit den Russen leicht abgeändert neu aufgewärmt, nur um diesmal die Kubaner in ein schiefes Licht zu rücken.

Noch immer rätseln Wissenschaftler, was den US-Botschaftsangehörigen in Havanna widerfahren sein mag. Momentaner Favorit ist jetzt nicht mehr ein Angriff mit Schallwellen, sondern einer mit Mikrowellen. Dies berichten u.a. Spiegel Online und merklich weniger distanziert der zu RTL gehörende Nachrichtenkanal n-tv.

Interessanterweise taucht in der n-tv Meldung mit Beatrice Golomb der Name einer "Wissenschaftlerin" auf, die sich der Anti-Mobilfunk-Szene in den USA zuordnen lässt, sie hat in den USA noch weitere Spuren in der Mobilfunkdiskussion hinterlassen und auch den 5G-Appell von Lennart Hardell unterschrieben. Damit sollte klar sein, wo Golomb in der Diskussion zu verorten ist. Sie allein war es, die jetzt die Mikrowellenthese in die Diskussion um die Vorgänge auf Kuba eingebracht hat.

n-tv, nicht aber Spiegel Online, verweist auf einen Untersuchungsbericht [PDF] Golombs und schreibt:

Die Medizinerin hatte sich mit ihrem Team in einer Studie die Auswirkungen von gepulsten Radio- und Mikrowellen angeschaut und Übereinstimmungen bei den Symptomen der Diplomaten entdeckt. Vor allem das Hören von klickenden, summenden oder zirpenden Geräuschen, von denen die betroffenen Diplomaten berichtet hatten, sei auf gepulste Strahlung im Bereich von 2,4 bis 10.000 Megaherzt [sik!] zurückführbar, wird Golomb in einer Mitteilung der Universität zitiert. Solche Phantomgeräusche entstehen, wenn die Strahlungspulse das Gehör aufheizen und dann schallähnliche Reize ausgelöst werden. Das Hören von Mikrowellen ist seit 1961 als sogenannter Frey-Effekt bekannt und geht auf den amerikanischen Neurologen Allan H. Frey zurück.

Golombs Bericht fand in der US-Medienlandschaft große Resonanz. Unklar lassen die Medien jedoch, ob Golomb von den Behörden beauftragt wurde das Phänomen zu untersuchen, oder ob sie nur geschickt die Gunst der Stunde nutzt, um sich und damit die Belange der Anti-Mobilfunk-Szene ins Gespräch zu bringen. Erst die Pressemitteilung der Universität von San Diego macht mit dem Vermerk "This study was unfunded" klar, Golomb war nicht im Auftrag der Behörden unterwegs, sondern im eignen. Das hat sie clever gemacht.

Der Untersuchungsbericht Golombs umfasst 63 Seiten. Davon entfallen 13 Seiten auf Fließtext, 25 Seiten auf Tabellen und weitere 25 Seiten auf ein wie bei Golomb üblich üppiges Literaturverzeichnis. Darin finden sich unter anderem ...

00-mal Warnke, von Klitzing, Waldmann-Selsam, (Devra) Davis, (Cindy) Sage
01-mal Aschermann, Adlkofer, Hensinger, Wilke, Belpomme, Havas, Lerchl
03-mal Leszczynski, Belyaev, Pall
08-mal Hardell
13-mal Golomb

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Tags:
Lilienfeld-Studie, Copy-Past, Golomb, Kuba

Kuba: Beatrice Golomb bringt Mikrowellen ins Spiel

KlaKla, Mittwoch, 05.09.2018, 08:11 (vor 319 Tagen) @ H. Lamarr

Der Untersuchungsbericht Golombs umfasst 63 Seiten. Davon entfallen 13 Seiten auf Fließtext, 25 Seiten auf Tabellen und weitere 25 Seiten auf ein wie bei Golomb üblich üppiges Literaturverzeichnis. Darin finden sich unter anderem ...

00-mal Warnke, von Klitzing, Waldmann-Selsam, (Devra) Davis, (Cindy) Sage
01-mal Aschermann, Adlkofer, Hensinger, Wilke, Belpomme, Havas, Lerchl
03-mal Leszczynski, Belyaev, Pall
08-mal Hardell
13-mal Golomb

und weiter geht's da mit
Horst Eger und die Selbitz-Studie :clap:
Heuser G, Heuser
Yakymenko
Cherry N
Bergmann W
Salford LG
Santini R
Navarro A
Panagopoulos D
Kundi M
Hutter
Carlo GL
em. Literaturprofessor Karl Richter
02-mal Lai H
05-mal Johansson O

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Meine Meinungsäußerung

Kuba: Beatrice Golomb bringt Mikrowellen ins Spiel

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 05.09.2018, 10:03 (vor 319 Tagen) @ H. Lamarr

01-mal Aschermann, Adlkofer, Hensinger, Wilke, Belpomme, Havas, Lerchl

Nunu, in welchem Zusammenhang zitiert Golomb denn das Duo Hensinger Wilke?

Zitiert wird mit Literaturstelle 638: Hensinger P, Wilke I. Wireless communication technologies: New study findings confirm risks of nonionizing radiation. Translated by Katharina Gustavs. . Umwelt-medizin-gesellschaft 2016;March

Im Text von Golombs Arbeit wird Literaturstelle 638 in Tabelle 5 (What kinds of RF/MW sources affect civilians?) folgendermaßen erwähnt:

Reports of problems from commercial sources of RF/MW have emerged from many nations including (e.g.) Russia67,80, Korea630, Japan50, Taiwan631, Turkey261, Israel632, Australia48, New Zealand30, France33, England314,633, Ireland314,634,635, Spain24,151,636, Italy67,314, the Netherlands102, Switzerland68,92, Austria25,90,314,637, Germany314,638, Denmark314,639, Sweden36,424 (where Ericsson designer Per Segerbäck was seriously affected640), Norway641 (afflicting 3-time Prime Minister Gro Harlem Brundtland, as above), Finland29 (reportedly affecting former Nokia Chief Technology Officer Matti Niemela642), the US32,34,38,91, where affected former Silicon Valley techies Peter Sullivan643 and Jeromy Johnson644 strive to bring attention to the problem; and Canada (where Frank Clegg, formerly head of Microsoft Canada, now of Canadians for Safe Technology – spearheads the effort toward recognition645).

Kommentar: Aus meiner Sicht ist Frau Golomb eine fleißige Sammlerin von Papers, aus denen sie später zitieren kann. Diese Fähigkeit kann man ihr nicht absprechen. Doch sie kann die Spreu nicht vom Weizen trennen und sammelt wahllos, so wie ein Pilzsammler, der sich jeden Pilz auf seinem Weg greift, egal ob Gift- oder Speisepilz. Das Gericht, das so ein Sammler zubereitet kann lecker und harmlos sein, es kann aber auch zu Krämpfen oder zum Tod führen. Der Zufall entscheidet das. Die Literaturauswahl von Frau Golomb ist nicht tödlich, nur inkompetent. Seriöse Wissenschaftler mit Qualitätsansprüchen gehen anders vor, sie sichten, was vorhanden ist und legen diejenigen Arbeiten zur Seite, die den Qualitätsanforderungen nicht entsprechen. Das ist mühsame Kleinarbeit und die Literaturliste wird dadurch kürzer, doch dafür wird das Ergebnis ernst genommen.

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Beatrice Golombs Schokostudie

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 05.09.2018, 11:50 (vor 319 Tagen) @ H. Lamarr

Frau Golomb hat offensichtlich einen beträchtlichen Drang, mit spektakulären Arbeiten die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zu ziehen. So war sie 2012 Korrespondenzautorin einer Studie, die zu dem verblüffenden Ergebnis kam: Regelmäßig Schokolade essen macht nicht dick, sondern schlank. Klar, dass die Medien sich seinerzeit überschlugen. Forbes aber kritisierte, die Studie sei schlecht gemacht. Insbesondere deshalb, weil sie sich allein auf einen Fragebogen stütze, den 1018 Männer und Frauen ausfüllten. Was Forbs-Autor Steven Salzberg daran störte steht <hier>.

Kleiner Gemeinheit am Rande: Fotos von Frau Golomb zeigen meist eine zierliche, fast noch kindlich wirkende Frau. Das Video unten (2016) hingegen lässt den Gedanken aufkommen, die Medizinerin solle es einmal damit versuchen, regelmäßig Schokolade zu verspeisen :-).

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Science Based Medicine nimmt Beatrice Golomb aufs Korn

H. Lamarr @, München, Freitag, 26.10.2018, 19:52 (vor 268 Tagen) @ H. Lamarr

Ich bin nicht der einzige, der Zweifel an Beatrice Golombs Integrität hat. Dr. med. Benjamin Mazer, Pathologe am Yale-New-Haven-Hospital, bringt auf der Website Science Based Medicine Golomb in die Dunstkreise des US-Verschwörungstheoretikers Dr. Joseph Mercola und des britischen Impfgegners Andrew Wakefield. Mazers Artikel ist auch in der deutschen Automatenübersetzung halbwegs verständlich und untermauert die Zweifel an Golombs guten Absichten.

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Kuba: auch Kanadier vom "Havanna-Syndrom" betroffen

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 05.12.2018, 12:01 (vor 228 Tagen) @ H. Lamarr

Die Serie mysteriöser Erkrankungen, die offenbar nur Diplomaten und Diplomatinnen sowie Botschaftsangehörige aus Kanada und den USA in Kuba treffen, geht weiter. Vergangene Woche wurde erneut ein kanadischer Diplomat mit einer Gehirnverletzung unbestimmter Ursache in Kuba ins Krankenhaus eingeliefert. Die Hintergründe dieses „Havanna-Syndroms“ sind weiter unklar.
[...]
Die jüngste These lautet laut „New Yorker“, dass bestimmte Frequenzen oder elektromagnetische Impulse, die direkt durch das Ohr der Opfer eingetreten sind, für die Schäden verantwortlich sind. Im Innenohr lösen diese eine Art Blasenbildung aus. Die Blasen können beim Explodieren entweder das Gleichgewichtsorgan beschädigen oder, sofern sie ins Gehirn gelangen, dort zu kleinen Schlaganfällen führen. mehr ...

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Diplomaten

Kuba: US-Botschaft mit Grillen angegriffen?

hans, Sonntag, 13.01.2019, 15:17 (vor 189 Tagen) @ H. Lamarr

Ist das wirklich so, oder ist heute schon der erste April? Frau W. aus O. in M. wird keine Mühen scheuen um uns von ihrer Sicht der Dinge zu überzeugen.
So wie es aussieht, kann das Thema als erledigt und als Hirngespinst auf die Seite geschoben werden.

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Hunde die bellen beissen nicht. Wuff.
Ein Gnadenschuss wäre eine schnelle und menschliche Lösung (Zitat Eva Weber, München)

Kuba: Anurogryllus celerinictus war's

H. Lamarr @, München, Montag, 14.01.2019, 00:47 (vor 188 Tagen) @ hans

Ist das wirklich so, oder ist heute schon der erste April? Frau W. aus O. in M. wird keine Mühen scheuen um uns von ihrer Sicht der Dinge zu überzeugen.
So wie es aussieht, kann das Thema als erledigt und als Hirngespinst auf die Seite geschoben werden.

Anurogryllus celerinictus als Täter. Toll! Wenn die gefasst werden, droht ihnen die heiße Pfanne.

Es könnten aber auch die "Trumpeten von Havanna" gewesen sein.

In dem Video unten wird angeblich das Geräusch eingespielt, das die Betroffenen gehört haben wollen. Da ich an einer belebten Straße wohne machte ich erstmal das Fenster zu, weil ich nur ein höchst unspektakuläres Rauschen höre. Bei geschlossenem Fenster war es dann aber auch nicht anders. Das Ganze erinnert mich schwer an die Massenpsychose von Sprengstoffdetektorensensiblen am Münchener Flughafen: Einer fing mit dem Schmarrn an und 199 "Me-Too's" haben mMn die Gelegenheit beim Schopf gepackt, ebenfalls ein paar Tage bezahlten Urlaub zu nehmen.

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