Risikowahrnehmung: Wenn Vorsorgemaßnahmen schaden (Forschung)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 08.08.2017, 11:18 (vor 828 Tagen)

Nicht nur Mobilfunkgegner wedeln gerne mit "Vorsorge" herum, um wissenschaftlich nicht begründbare niedrige Grenzwerte zu verlangen. Und auf den ersten Blick ist das Vorsorgeprinzip wie eine heilige Kuh über jeden Verdacht erhaben. Doch wer genauer hinschaut muss erkennen: Fleckenfrei ist die Weste der Vorsorge nicht, denn wer z.B. EMF-Vorsorgewerte einführt, und sei es in guter Absicht wie in der Schweiz, riskiert damit eine übertriebene Risikowahrnehmung der Bevölkerung. Dies wurde 2005 von Wiedemann und Schütz mit der Arbeit The Precautionary Principle and Risk Perception: Experimental Studies in the EMF Area (Volltext) festgestellt. Unabsichtlich liefern die Autoren mit ihrer Studie auch einen wissenschaftlichen Beleg, dass das auf Angst beruhende Geschäftsmodell der EMF-Baubiologie funktioniert: Die willkürlich extrem tief angesetzten baubiologischen "Richtwerte" verunsichern erfolgreich die Bevölkerung und bedienen so die kommerziellen Interessen der Baubiologie.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Vorsorgewert, Studie, SBM, Risikowahrnehmung, Richtwert, Wiedemann

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