Diagnose-Funk: Seriöse Astrologie vs. Unterhaltungsastrologie (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 17.01.2017, 12:57 (vor 1034 Tagen)

Der Geschäftsführer des Anti-Mobilfunk-Vereins Diagnose-Funk ist Schweizer, heißt Uwe Dinger und verdiente, bevor er hauptberuflicher Mobilfunkgegner wurde, bis etwa 2007 sein Geld in der Schweiz als sogenannter Dipl.-Astrologe. Die sonderbare Berufsbezeichnung Dipl.-Astrologe verheiratet eine seriöse akademische Auszeichnung (Diplom) mit mittelalterlichem Aberglauben. Um "seriöse Astrologie" und "Unterhaltungsastrologie" geht es auch in diesem Artikel auf heute.de. Ein Experimentalphysiker meint zu dieser geschickten Polarisierung der Astrologie (in unseriös und vermeintlich seriös), die übrigens auch bei der sogenannten Baubiologie zu finden ist: "Wir wissen heute so viel über die Sterne, dass wir Astrologie getrost verwerfen können." Und weiter meint er über "seriöse Astrologie": "Ein Wissenschaftsbild steckt dahinter, das Seriosität an komplexe Rechnungen fest macht. Seriös ist, was nicht jeder versteht. Was viel Wissen und Arbeit erfordert."

Kommentar: Find' ich nett. Und ergänze: Seriös ist auch, sich mit einem möglichst klangvollen Titel zu schmücken. Das zieht beim Publikum immer, denn wenn ein Professor blanken Stuss vorträgt, kommt er damit dennoch häufig bei denen durch, die nichts wissen und deshalb alles glauben müssen. Wollte Bürger Karl Napf denselben Stuss auftischen, er würde ausgepfiffen und vom Hof gejagt. Wahrscheinlich wurde es noch nicht wissenschaftlich untersucht, ich behaupte daher unbelegt: Je schräger eine Szene ist, desto mehr Titelfetischisten treiben sich dort herum. Und sei es nur der bescheidene Titel eines Magisters Artium, der den ungehinderten Zugang ins Hirn eines anderen erleichtern soll. In der Anti-Mobilfunk-Szene geistern nicht wenige Titelfetischisten herum.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Diagnose-Funk, Astrologe, Geschäftsführer, Polarisierung

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