Geht es den Fakenews in der Mobilfunkdebatte an den Kragen? (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 16.01.2017, 13:37 (vor 1099 Tagen)

Als ich 2002 in die Mobilfunkdebatte geriet, waren dort Fakenews (Falschmeldungen) bereits an der Tagesordnung. Etwa das bizarre Märchen von dem "schwarzen Hubschrauber" mit dem die Bevölkerung heimlich von oben mit Funk befeldet wurde. Viel geändert hat sich in den vergangenen 15 Jahren nicht, Fakenews sind das tragende Skelett der Anti-Mobilfunk-Szene und Vereine wie Diagnose-Funk und die sogenannte Kompetenzinitiative rackern sich meiner Einschätzung nach ab, um Woche für Woche die Szene und die Bevölkerung mit immer neuen Fakenews über angebliche biologische Risiken des Elektrosmogs zu verunsichern. Wobei anzumerken ist, dass die Fakenews in der Mobilfunkdebatte so gut wie nie frei erfundene Märchen sind, sondern stets ein Cocktail aus Wahrheiten und Unwahrheiten. Aufgabe der Wahrheiten ist es, den Unwahrheiten den Weg ins Hirn zu ebenen. Dadurch sind diese Falschmeldungen viel schwieriger zu erkennen (und zu widerlegen), als pure Erfindungen. Doch weil die Mobilfunkdebatte nur am Rand der Gesellschaft geführt wird, meist dann, wenn Aufgeschreckte sich urplötzlich mit etwas Fremden und vermeintlich Neuem befassen müssen, ist das öffentliche Interesse an der Auseinandersetzung gering, die Anzahl der Streiter überschaubar. Besonders auf Seiten der Skeptiker gibt es nur wenige Freiwillige, die sich den Fakenews aus der Anti-Mobilfunk-Szene in den Weg stellen, vieles bleibt unwidersprochen und ätzt sich mit der Zeit langsam ins Unterbewusstsein der Bevölkerung, so wie es mit Homöopathie und dem Heilpraktikerunwesen bereits gelungen ist. Begünstigt wird die Korrosion durch Debattenteilnehmer, die, weil Vollpfosten, selbst nichts oder nicht viel zu sagen haben, und sich ersatzweise als Copy-Paste-Helfershelfer betätigen, die Fakenews von A nach B, C, D und E kopieren. Zwei der drei deutschsprachigen Elektrosmog-Foren sind ohne diese Wasserträger der untersten Stufe nicht lebensfähig.

Seit ein paar Monaten aber sind Fakenews ein gesellschaftlich breit diskutiertes Phänomen, ausgelöst durch zwei unerwartete weil möglicherweise durch Fakenews gezielt manipulierte Abstimmungsergebnisse: der Brexit und die Wahl des US-Präsidenten. Und mittendrin in all dem aufgeregten Gerede sind Stimmen zu hören, die aufhorchen lassen, Stimmen, welche die Verfasser und Verbreiter von Fakenews stärker in die Pflicht nehmen möchten. Das wird Gezeter geben, weil das Recht der freien Meinungsäußerung bislang auch die Verbreitung vieler Fakenews abdeckt, doch ich hoffe, dass auf politische Initiative hin die Haftung fürs Verfassen/Verbreiten von Fakenews mittelfristig deutlich verschärft wird. Endlich! Dies wäre möglicherweise ein Instrument, um auch gegen Fakenes in der Mobilfunkdebatte vorgehen zu können, ohne jedesmal gleich einen Rechtsanwalt bemühen zu müssen.

Hintergrund
ARD.de-Spezial: Fake News

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Gerücht, Copy-Paste, Falschmeldung, Lüge, Skeptiker, Wasserträger, nützliche Idioten, Fake-News

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