Hochspannung: Wutbürger kosten uns bis zu 11 Mrd. Euro (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 22.10.2016, 19:49 (vor 1033 Tagen)

Gegen Hochspannungsfreileitungen lassen sich nur wenige und nicht besonders schwerwiegende objektive Gesundheitsbedenken vorbringen, in den Medien ist darüber so gut wie nichts zu lesen. Die Anzahl der subjektiven Bedenken hingegen ist hoch und das Gerede darüber dominiert in den Medien nahezu jede Berichterstattung. Typisches Beispiel ist diese Veranstaltung von Bürgerinitiativen in Baden-Württemberg, die BIs lassen angeblich zehn Referenten zu Wort kommen, allesamt fachliche Laien, ein paar Lokalgrößen und eine Handvoll Politiker. Experten? Fehlanzeige!

Mit Sachargumenten lassen sich desinformierte Bürger kaum umstimmen, denn hat sich die Angst vor Krebs, Alzheimer oder Dihydrogenmonoxid erst einmal in den Köpfen Betroffener festgefressen, gibt es für die Leute nur eine Lösung: Erdkabel statt Freileitung. Das Problem wird einfach vergraben, aus den Augen aus dem Sinn oder wie eine schwäbische Wutbürgerin ihren Zorn auf eine geplante Freileitung artikuliert: Wir woll´n des Klompp weg haba.

Im Sommer 2015 hat der Bundestag in der Hoffnung auf mehr Akzeptanz für Hochspannungstrassen bei den Bundesbürgern ein Gesetz verabschiedet, dass die bevorzugte Erdverkabelung für HGÜ vorsieht (Hochspannungsgleichstromübertragung). Es ist mMn die Kapitulation der Politik gegenüber einigen zig-Tausend Wut- und Blockadebürgern.

Diese vergleichsweise wenigen Wut- und Blockadebürger brocken den Bundesbürgern mit der Erdverkabelung statt Freileitungsverkabelung des "Südlinks" Mehrkosten zwischen drei und acht Milliarden Euro ein. Doch es könnte leicht noch teurer kommen, Focus berichtet unter Bezug auf die bayerische Wirtschaftsministerin Aigner:

Durch die neuen Erdkabelpläne seien 450 Kilometer neue Freileitungen mit 1500 bis 2000 neuen Masten quer durch Bayern verhindert worden.

Netzbetreiber 50Hertz bietet eine Broschüre mit schön einfachen Formeln für alle an, die selber rechnen wollen. Ob diese Angaben stimmen kann ich nicht beurteilen, ich nehme sie nur zur Größenabschätzung her:

1 km Freileitung kostet rd. 1 Mio. Euro.
1 km Erdverkabelung kostet rd. 4 Mio. bis 16 Mio. Euro.

Diesen Werten zufolge kostet die Errichtung des rd. 700 km langen Südlinks entweder rd. 0,7 Mrd. Euro (Freileitung) oder zwischen rd. 2,8 Mrd. und 11,2 Mrd. Euro (Erdkabel). Nach den BER- und Elbphilharmonie-Desastern halte ich 11 Mrd. für nicht abwegig.

Zahlt das Horst Seehofer? Sicher nicht! Die Bayerische Staatsregierung? Auch nicht! Die Netzbetreiber vielleicht? Ja, die müssen die horrenden Mehrkosten der Erdverkabelung berappen. Wunderbar? Nein, denn die Netzbetreiber werden sich das Geld zurück holen von allen, die Strom abnehmen. Also von uns allen und von Unternehmen. Doch die Lobbyisten der Industrie haben vermutlich schon Pläne, wie sie die Politik zu stärker subventionierten Strompreisen für Industriekunden überreden wollen. Wir Bürger haben keine Lobbyisten, die uns davor schützen, dass uns einige zig-Tausend Wut- und Blockadebürger eine neue Abgabe auf den Strompreis schenken werden. Die, die sich dagegen stemmen sollten, dass eine Minderheit die weit überwiegende Mehrheit von 80 Mio. Deutschen erfolgreich mit ihrem Egoismus tyrannisieren (Wir woll´n des Klompp weg haba), die sind damit beschäftigt auf Einladung von Bürgerinitiativen belanglose Reden zu halten ...

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Schwäbische, Seehofer, Hochspannungsleitung, Dihydrogenmonoxid, Kapitulation

Hochspannung: Dürfen Wutbürger entrechtet werden?

H. Lamarr @, München, Sonntag, 23.10.2016, 13:07 (vor 1033 Tagen) @ H. Lamarr

Die, die sich dagegen stemmen sollten, dass eine Minderheit die weit überwiegende Mehrheit von 80 Mio. Deutschen erfolgreich mit ihrem Egoismus tyrannisieren (Wir woll´n des Klompp weg haba), die sind damit beschäftigt auf Einladung von Bürgerinitiativen belanglose Reden zu halten ...

Die Problematik ist entfernt mit dem TV-Experiment der ARD verwandt, in dem es um den Abschuss eines gekaperten Passagierflugzeugs gingt, das auf ein voll besetztes Fussballstadion zusteuerte:

Einige Menschen töten, um viele zu retten? Wie du die schwierigste Frage der Welt beantwortest.

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Hochspannung: Was kosten uns die Elektrosmog-Wutbürger?

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 01.12.2016, 12:33 (vor 994 Tagen) @ H. Lamarr

Netzbetreiber 50Hertz bietet eine Broschüre mit schön einfachen Formeln für alle an, die selber rechnen wollen. Ob diese Angaben stimmen kann ich nicht beurteilen, ich nehme sie nur zur Größenabschätzung her:

1 km Freileitung kostet rd. 1 Mio. Euro.
1 km Erdverkabelung kostet rd. 4 Mio. bis 16 Mio. Euro.

Diesen Werten zufolge kostet die Errichtung des rd. 700 km langen Südlinks entweder rd. 0,7 Mrd. Euro (Freileitung) oder zwischen rd. 2,8 Mrd. und 11,2 Mrd. Euro (Erdkabel). Nach den BER- und Elbphilharmonie-Desastern halte ich 11 Mrd. für nicht abwegig.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, habe ich beim Bürgerdialog Stromnetz nachgefragt, wie dort die Mehrkosten für die Erdverkabelung eingeschätzt werden und wie diese Kosten auf die Bevölkerung umgelegt werden.

Zunächst möchten wir klarstellen, dass die Vorhabenträger TenneT und TransnetBW für den SuedLink nicht mit Mehrkosten von 10 Mrd. Euro rechnen, sondern die Gesamtinvestition für die Erdkabelplanung grob auf 10 Mrd. Euro schätzen. Ursprünglich waren sie für die Freileitungsvariante von einer Investition in Höhe von 3 Mrd. Euro ausgegangen. Bei diesen Annahmen würde sich eine Differenz von 7 Mrd. Euro ergeben, die die Umlage beeinflussen.

Diese Investitionskosten aus Erdkabeln werden gem. Stromentgeltverordnung über 40-50 Jahre Abschreibungsdauer verteilt und auch die Betriebskosten miteingerechnet. Die genaue Umlage lässt sich allerdings zum aktuellen Zeitpunkt nicht seriös beziffern. So hängen die Investitionskosten im Wesentlichen vom genauen Verlauf der Leitung, der Preissituation der Kabel aber auch der finalen Ausführung in Abhängigkeit der geografischen Gegebenheiten ab.

Hintergrund
Ein objektives Gesundheitsrisiko durch Freileitungen ist nicht erkennbar, die von den Bürgern entlang der Trassen gesehenen Gesundheitsrisiken sind "gefühlte" Risiken. Eigentlich sollten sich solche negativen Gefühle durch konsequent vorgebrachte Sachargumente beseitigen lassen. Doch gegen Überzeugung ist kein Kraut gewachsen. Das subjektive Gezeter entlang der geplanten Trassen bewirkte jetzt Mehrkosten von rd. 7 Mrd. Euro, zu tragen von allen Kunden von TenneT und TransnetBW. Den Nutzen haben allein die Elektrosmog-Wutbürger entlang der Trassen. Was ist das? Ist das ein großzügiges Zeichen der Solidarität aller für die Betroffenen? Dazu hätten alle Bayern und BWler befragt werden müssen, wurden sie aber nicht. Die Erdverkabelung wurde von oben bestimmt. So ist es denn wohl eher der pragmatische Ansatz, garnicht erst zu versuchen, Lernresistente auf die richtiges Spur zu bringen, sondern den Weg des geringsten Widerstands zu nehmen, und die objektiv unnötigen Mehrkosten auf viele zu verteilen. Was wäre wohl gewesen, hätte es wegen der Mehrkosten eine Volksabstimmung für/gegen Erdkabel gegeben? Wären die Ich-AGs nur gefühlter Risiken wegen dennoch zur Solidarität bereit gewesen?

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Tags:
Lernresistenz, Hochspannungsleitung, Stromnetz

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