Mit Holz und Glas gegen E-Smog (Allgemein)

KlaKla, Dienstag, 14.03.2006, 08:25 (vor 6678 Tagen)

12. März 2006, NZZ am Sonntag

Holz und Glas im Strahlenmeer

Die Schweizer Mobilfunkanbieter rüsten ihre Antennen laufend auf. Betroffene Anwohner und Behörden wehren sich gegen die Strahlenbelastung. Der Innerrhoder Landammann Carlo Schmid scheut auch vor exotischen Massnahmen nicht zurück. Von Andreas Schmid
Die Methode ist ebenso unkonventionell wie umstritten. Mit gedrechselten Holzfiguren und wasserpfeifenähnlichen Plexiglaskörpern bekämpft der Ägypter Ibrahim Karim den Elektrosmog. «Biogeometrie> nennt der 64-jährige ETH-Architekt und Doktor der Wissenschaften seine Lehre. Die Glasformen werden auf Handyantennen und Sendeanlagen ausgerichtet und sollen so deren Strahlen neutralisieren. «Harmonisieren> nennt es Ibrahim Karim, der mit einem Versuch im sankt-gallischen Hemberg für die einen zum erlösenden Heilsbringer, für die anderen zum gaukelnden Scharlatan wurde.
Nachdem die Swisscom im Kirchturm der Toggenburger Gemeinde im Sommer 2002 eine Handyantenne installiert hatte, beklagten sich zahlreiche Anwohner über Schlafstörungen, Herzrhythmus- und Blutdruckprobleme. Durch persönliche Kontakte zu Karim und die Vermittlung der Ombudsstelle Mobilkommunikation kam 2003 ein biogeometrischer Versuch zustande. Die Swisscom bot Hand, obwohl Kritiker die Formenmethode als wissenschaftlichen Humbug verschrien.
...

Immer neue Sender

Den Einwohnerinnen und Einwohnern von Ebersecken (LU) und Bottenwil (AG) sind solche theoretischen Überlegungen einerlei. Sie leben ohne Angst vor den Strahlen von Handyantennen und ungestört durch Anrufe auf Mobiltelefone. Sie haben keinen Empfang. In der 800-Seelen-Gemeinde Bottenwil verhinderte bisher privater Widerstand den Bau einer Handyantenne, Ebersecken mit seinen 400 Einwohnern wurde von den Anbietern erst gar nicht als Standort in Erwägung gezogen. Der Frieden wird vorläufig andauern, eine Antennen-Anlage ist weiterhin nicht geplant.


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Tags:
Esoterik, Scharlatanerie, Harmonisierer, Scharlatan

Mit Holz und Glas gegen E-Smog

Evi, Dienstag, 14.03.2006, 10:52 (vor 6678 Tagen) @ KlaKla

Durch > persönliche Kontakte zu Karim und die Vermittlung der Ombudsstelle
Mobilkommunikation kam 2003 ein biogeometrischer Versuch zustande. Die
Swisscom bot Hand, obwohl Kritiker die Formenmethode als
wissenschaftlichen Humbug verschrien.
...

Nur hat sowohl die Swisscom als auch das ForumMobil inzwischen den Kópf aus der Schlinge gezogen und sich mit einigen Ausreden aus der Sache herausgewunden. Vermutungen sind erlaubt, warum das geschah.

Was aus den Pressemeldungen und auch aus einer vor ein paar Monaten ausgestrahlten Sendung "Rundschau" des Schweizer Fernsehens nicht hervorgeht:
Trotz der sog. biogeometrischen Formen (holzgedrechselte stuhlbeinartige Formen, Figürchen und Plexiglasplaketten) sind eine Reihe von Familien weiterhin stark betroffen, aber diese hat man vorsichtigerweise gar nicht befragt, denn diese haben sich im Vorfeld "zu wenig kooperativ" gezeigt oder anders ausgedrückt: sie waren zu skeptisch.

Weiterhin: Die Swisscom und das ForumMobil werden wohl wissen, warum sie sich aus der Affäre zu ziehen versuchen: es ist ja nun wohl eindeutig erwiesen, dass Mensch und Tier sogar unterhalb der angeblich so guten Schweizer Grenzwerte trotzdem krank geworden sind. Dies, obwohl behauptet wird, diese Grenzwerte würden die Bevölkerung schützen. Siehe hier: das Gegenteil ist der Fall.
Dann stellt sich natürlich sofort die Frage: angenommen, der ganze Plastik-und Holzramsch würde helfen: Wer kommt dann für die Kosten auf?

Etwa die Mobilfunkbetreiber als Verursacher der ganzen Misere?
Oder die Behörden (Bundesrat) als Urheber der Verordnung mit den unwirksamen Grenzwerten?
Oder die Krankenkassen, deren Prämien ins Astronomische gestiegen sind und bei denen noch kein Ende abzusehen ist?
Oder was am wahrscheinlichsten ist: das betroffene Volk, nach der Devise: "Den Letzten beissen die Hunde?"

Zum letzten Punkt muss man anfügen, dass höchstwahrscheinlich schon eine Reihe von gerissenen Verkäufern in den Startlöchern stehen und das grosse Geschäft machen wollen (mit wem wohl??).

Das alles muss man sich jetzt mal bildlich vorstellen! Und wenn jetzt noch irgendjemand glaubt und behauptet, es gäbe gar keine Schäden, wie dies in diesem Forum mit schöner Regelmässigkeit von verschiedenen Leuten behauptet wird, so stellt sich weitherhin die Frage, warum eine Kantonsregierung sogar Fr. 20 000 aufwirft,um das biogeometrische Zeug zu prüfen, zu erforschen und bei Erfolg sich zu überlegen, wie es denn nun anzuwenden sei?

Auf die Fortsetzung der Story darf man heute schon gespannt sein. :-( :-( :-(

Evi

Mit Holz und Glas gegen E-Smog

Evi, Dienstag, 14.03.2006, 12:22 (vor 6678 Tagen) @ Evi

Nur hat sowohl die Swisscom als auch das ForumMobil inzwischen den Kópf
aus der Schlinge gezogen und sich mit einigen Ausreden aus der Sache
herausgewunden. Vermutungen sind erlaubt, warum das geschah.
Weiterhin: Die Swisscom und das ForumMobil werden wohl wissen, warum sie
sich aus der Affäre zu ziehen versuchen:>>

Berichtigung und Ergänzung:

Es muss statt ForumMobil richtig heissen: Ombudsstelle Mobilkommunikation. Sorry! Hiermit berichtigt

Was noch anzufügen wäre: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG, Frau Mirjana Moser) hat auf Anfragen erklärt, dass es die "Harmonisierung" mit den Figuren des Ägypters Ibrahim Karim für wirkungslos hält.

Das heisst mit anderen Worten, dass sehr wohl etwas vorhanden ist, was schädliche Wirkungen hervorruft, denn bei Nichtvorhandensein von schädlichen Wirkungen, wäre eine solche Erklärung überflüssig oder müsste ganz anders lauten, etwa in der Art: Die Grenzwerte sind eingehalten, daher wird niemand krank oder geschädigt. Dies getraut sich aber das BAG offensichtlich nicht zu sagen, denn die Erfahrungen beweisen eindeutig das Gegenteil,

Evi

Mit Holz und Glas gegen E-Smog

Raylauncher @, Dienstag, 14.03.2006, 21:09 (vor 6678 Tagen) @ Evi

Was noch anzufügen wäre: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG, Frau Mirjana
Moser) hat auf Anfragen erklärt, dass es die "Harmonisierung" mit den
Figuren des Ägypters Ibrahim Karim für wirkungslos hält.

Das heisst mit anderen Worten, dass sehr wohl etwas vorhanden ist, was
schädliche Wirkungen hervorruft, denn bei Nichtvorhandensein von
schädlichen Wirkungen, wäre eine solche Erklärung überflüssig oder müsste
ganz anders lauten, etwa in der Art: Die Grenzwerte sind eingehalten,
daher wird niemand krank oder geschädigt. Dies getraut sich aber das BAG
offensichtlich nicht zu sagen, denn die Erfahrungen beweisen eindeutig das
Gegenteil,

Evi

Wirkungslos in Bezug auf einen Einfluss auf Elektromagnetische Felder. Über deren Vorhandensein muss doch nicht diskutiert werden. Mit keinem Wort wird hier von irgendwelchen Gefahren gesprochen.

Raylauncher

Schweiz: Ebersecken will nicht länger Funkloch sein

H. Lamarr @, München, Montag, 27.12.2010, 11:01 (vor 4929 Tagen) @ KlaKla

Den Einwohnerinnen und Einwohnern von Ebersecken (LU) und Bottenwil (AG) sind solche theoretischen Überlegungen einerlei. Sie leben ohne Angst vor den Strahlen von Handyantennen und ungestört durch Anrufe auf Mobiltelefone. Sie haben keinen Empfang. In der 800-Seelen-Gemeinde Bottenwil verhinderte bisher privater Widerstand den Bau einer Handyantenne, Ebersecken mit seinen 400 Einwohnern wurde von den Anbietern erst gar nicht als Standort in Erwägung gezogen. Der Frieden wird vorläufig andauern, eine Antennen-Anlage ist weiterhin nicht geplant.

Fast fünf Jahre später heißt es aus der Schweiz ...

Wer in Ebersecken telefoniert, tut das ausschliesslich über das Festnetz. Grund: Die Luzerner Gemeinde liegt in einem Funkloch. Nun wollen dies Gewerbetreibende ändern und sammeln Unterschriften für eine Mobilfunk-Antenne. «Die Mehrheit der Bevölkerung ist für die Antenne», sagt René Bircher von der Marmobisa AG, der grössten Arbeitgeberin der Gemeinde. Er findet die jetzige Situation problematisch: «Nicht einmal Notrufe kann man von hier versenden.» Mobilfunk sei heute Standard und gehöre auch nach Ebersecken.

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