Bild' dir meine Meinung: Greenwashing & Astroturfing (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 19.01.2016, 21:45 (vor 1310 Tagen)

Das beste Mittel gegen Bürgerinitiativen sind Bürgerinitiativen: Im Streben um Profit oder Deutungshoheit lassen sich Interessenvertreter immer neue Tricks einfallen, um die öffentliche Meinung systematisch zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und Handlungen zu steuern. Neu in der Trickkiste sind »Greenwashing« und »Astroturfing«, zwei zuweilen so diskrete Spielarten der Manipulation, dass sie sich nur mit großer Mühe enttarnen lassen. Im Herbst 2015 Ieuchtete eine Tagung erstmals die dunklen Ecken aus, in denen Methoden des Protestmanagements für verschiedene gesellschaftliche Konflikthemen ausgetüftelt werden. mehr ... (19.01.2016)

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Lobbyarbeit, Manipulation, Einflussnahme, Trick, Astroturfing, Greenwashing

Tagungsband: Die Spielchen künstlicher Bürgerinitiativen

H. Lamarr @, München, Sonntag, 04.09.2016, 17:20 (vor 1081 Tagen) @ H. Lamarr

Das beste Mittel gegen Bürgerinitiativen sind Bürgerinitiativen: Im Streben um Profit oder Deutungshoheit lassen sich Interessenvertreter immer neue Tricks einfallen, um die öffentliche Meinung systematisch zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und Handlungen zu steuern. Neu in der Trickkiste sind »Greenwashing« und »Astroturfing«, zwei zuweilen so diskrete Spielarten der Manipulation, dass sie sich nur mit großer Mühe enttarnen lassen. Im Herbst 2015 leuchtete eine Tagung erstmals die dunklen Ecken aus, in denen Methoden des Protestmanagements für verschiedene gesellschaftliche Konflikthemen ausgetüftelt werden. mehr ... (19.01.2016)

Der Tagungsband der Veranstaltung ist inzwischen als Download verfügbar:

Konzern. Macht. Protest: Über künstliche Bürgerinitiativen (PDF, deutsch, 70 Seiten)

In dem PDF geht es zwar um das Zurechtkneten der öffentlichen Meinung durch Konzerne, deren Tricks sind jedoch Blaupausen für die Täuscher, die in der Anti-Mobilfunk-Szene systematisch Desinformation verbreiten. Frei nach dem Motto: Was die Großen so treiben, hilft auch uns Kleinen weiter. Weil sie klein sind, fallen die Machenschaften nur wenigen auf, die Wühlarbeit der kleinen Desinformanten findet weitgehend unbeachtet im Schatten des öffentlichen Interesses statt – freilich immer in der Hoffnung, einmal groß und eine erfolgreiche Graswurzelbewegung zu werden. Doch Mobilfunkgegner zeigen häufig dissoziales Verhalten, Solidarität mit "Betroffenen" an anderen Senderstandorten ist die Ausnahme, umfassendes Desinteresse die Regel. Organisierte Mobilfunkgegner bedienen sich zudem unanständig gerne der systematischen Täuschung der Bevölkerung, was wiederum von Websites wie dem IZgMF öffentlich dokumentiert und daher ruchbar wird.

Mobilfunkgegner konnten unter diesen Umständen in den vergangenen 20 Jahren zu keiner Zeit eine erfolgreiche Graswurzelbewegung auf die Beine stellen und nichts deutet darauf hin, dass sich dies je ändern wird. Im Gegenteil: Das Hoch der Szene war 2004, seitdem nähert sich ihre gesellschaftliche Bedeutung asymptotisch der Nulllinie an. Erfolgreich sind allein die starken kommerziellen Ausläufer der Szene, z.B. das privatwirtschaftliche Geschäft mit der Weiterbildung beruflich gescheiterter Existenzen zu Elektrosmog-Beratern, -Heilern und -Vernichtern.

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Fehlinterpretation, BI, Verdrehung, Diagnose-Funk, Desinformation, Täuschung, Manipulation, Bürgerinitiative, Lügen, Zitatverfälschung, Cyber-Mobbing, IBN, Deutungshoheit, Schneider, Astroturfing, Graswurzelbewegung, Funkbewusstsein

Ein Troll packt aus

H. Lamarr @, München, Montag, 16.10.2017, 00:32 (vor 675 Tagen) @ H. Lamarr

Nein, nicht etwa unser Ex-Teilnehmer "wuff" packt aus, sondern der Mitarbeiter einer russischen Troll-Fabrik. Ob seine Story wahr ist, dafür gibt es keine Beweise, glaubwürdig ist sie. Nachfolgend Auszüge aus dem Spiegel-Bericht "Unser Ziel war, Unruhen in den USA zu provozieren":

Immer gegen Hillary Clinton - und bloß nicht mit einer russischen IP-Adresse auffallen! Ein Ex-Mitarbeiter einer Kreml-nahen Troll-Fabrik erzählt, wie er Einfluss auf die öffentliche Meinung in den USA nehmen sollte.
[...]
"Es gab das Ziel, die Meinung zu beeinflussen, die Diskussion zu lenken", so der Mann, der in dem Bericht als "Maxim" vorgestellt wird. "Wir hatten das Ziel, die Amerikaner gegen ihre Regierung aufzubringen", sagte er. Der Auftrag sei gewesen, "Unruhen in den USA zu provozieren, Unzufriedenheit hervorzurufen, die Umfragewerte von Obama zu senken".
[...]
Wichtigstes Ziel der Attacken sei immer die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gewesen. Er habe immer über geleakte E-Mails schreiben sollen und "dass sie reich ist".
[...]
Um seine Spur nach Russland zu verwischen, habe er eine VPN-Verbindung ins Internet genutzt. Wer mit einer russischen IP-Adresse ertappt wurde, sei unverzüglich gefeuert worden.
[...]
"Die verbreitetsten Themen waren das Waffenrecht und Homosexuelle. Wenn es um Homosexuelle ging, sollten wir fast immer auf religiöse Themen hinlenken."

Kommentar: Offen bleibt bei alledem, welche Wirkung die Trollerei tatsächlich hatte. Darüber gibt der Artikel keine Auskunft, allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass es zur Wirkung von systematisch organisierten Troll-/Fake-Einträgen in Foren durchaus schon objektive Messungen gegeben hat.

Ich bin ja noch in der Pflicht, Details über die wilde Anfangszeit des IZgMF-Forums zu erzählen. Auch in dieser Geschichte über Lug und Trug wird das Verwischen der IP-Adresse eine – allerdings erst spät entdeckte – aufschlussreiche Rolle spielen.

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Manipulation, Troll, Einflussnahme

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum