Franz Adlkofer über "Elektrosensibilität" (Elektrosensibilität)

Gast, Dienstag, 19.01.2016, 01:28 (vor 1421 Tagen)

Am 13. Februar 2013 barg man die Leiche des ehemaligen Pfarrers vom Ammertal, Carsten Häublein, aus der Schlei in Schleswig-Holstein. Die Umstände ließen den Schluss zu, dass er seinem Leben selbst ein Ende gesetzt hatte. Nach sieben Jahren auf der Flucht vor der Mobilfunkstrahlung fehlte ihm offensichtlich der Mut zum Weiterleben. Der Fall Häublein steht beispielhaft für eine Tragödie in Europa, bei der Tausende von Menschen, die unter den Folgen ihrer Elektrosensibilität leiden, von Industrie und Politik als psychisch auffällig oder sogar psychisch gestört eingestuft werden, um die Mobilfunkstrahlung als Ursache bestreiten zu können. Pfarrer Häublein hat sich von 2006 an mit großem Engagement für die Anerkennung der Elektrosensibilität als umweltbedingte Krankheit eingesetzt.

Prof. Franz Adlkofer veröffentlicht anlässlich des dritten Todestages von Pfarrer Häublein hierzu den Bericht:

Elektrosensibilität aus Sicht eines Betroffenen und aus Sicht der Wissenschaft
Lesen Sie den Bericht als PDF >>> [471 KB]

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, Instrumentalisierung, Ex-Tabaklobbyist, Suizid, Häublein

Franz Adlkofer über "Elektrosensibilität"

KlaKla, Dienstag, 19.01.2016, 10:03 (vor 1420 Tagen) @ Gast

Prof. Franz Adlkofer veröffentlicht anlässlich des dritten Todestages von Pfarrer Häublein hierzu den Bericht:

Elektrosensibilität aus Sicht eines Betroffenen und aus Sicht der Wissenschaft
Lesen Sie den Bericht als PDF >>> [471 KB]

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Was unternahm F. Adlkofer, um C. Häublein zu helfen?

H. Lamarr @, München, Dienstag, 26.01.2016, 23:16 (vor 1413 Tagen) @ Gast

Am 13. Februar 2013 barg man die Leiche des ehemaligen Pfarrers vom Ammertal, Carsten Häublein, aus der Schlei in Schleswig-Holstein. Die Umstände ließen den Schluss zu, dass er seinem Leben selbst ein Ende gesetzt hatte. Nach sieben Jahren auf der Flucht vor der Mobilfunkstrahlung fehlte ihm offensichtlich der Mut zum Weiterleben.

Wer sich das Pamphlet von Prof. Adlkofer aufmerksam durchliest wird feststellen: Der Ex-Tabaklobbyist gibt Carsten Häublein an keiner Stelle Recht und er pflichtet ihm auch nicht bei, er benutzt ihn nur. Häublein muss dennoch im September 2012 Vertrauen zu Adlkofer gehabt haben, denn er redet ihn mit "Lieber Prof. Franz Adlkofer" an.

Damit muss sich mMn auch der Professor die Frage gefallen lassen: Was hat er getan, um den ehemaligen Pfarrer von Oberammergau von seiner Wahnvorstellung abzubringen, ein ungefähr 3 Kilometer entfernter Sendemast bereite ihm körperliche Pein. Doch darüber verliert Adlkofer in seinem Pamphlet kein Wort. Als Wissenschaftler wäre er jedoch für den Ex-Pfarrer eine Autorität gewesen, er hätte den Gottesmann wahrscheinlich eher als x-beliebige andere Mobilfunkgegner fragwürdiger Kompetenz von seinem Irrglauben abbringen können.

Dass Adlkofer über diesen wichtigen Punkt seiner Beziehung zu Häublein schweigt, wirft kein gutes Licht auf ihn. Denn hat er versucht, den Ex-Pfarrer auf den Boden der Realität zurück zu holen, dann ist seine jetzt vorgelegte Dokumentation für mich eine unerträgliche Instrumentalisierung des Todesfalls Häublein: Der insgeheim belächelte Selbstmörder wird drei Jahre nach seinem Tod eiskalt dazu benutzt, das bröckelnde Interesse an überzeugten Elektrosensiblen wieder in Schwung zu bringen. "Elektrosensible" galten schon immer als Speerspitze und Tanzbär der Anti-Mobilfunk-Szene. Die Behauptung, sie seien das Frühwarnsystem zur Rettung der Menschheit gegenüber Mobilfunkwellen hat sich freilich zu keiner Zeit bewahrheitet, der Speerspitze fehlte von Anfang an der Speerschaft, um wirksam werden zu können.

Die Alternative ist noch schlimmer: Sollte Franz Adlkofer es unterlassen haben, den offensichtlich sehr verzweifelten "Elektrosensiblen" sachte mit der Wahrheit zu konfrontieren, wenn er ihn womöglich in seiner Phobie noch bestärkt hat, dann trägt er in meinen Augen eine Mitschuld am Tod von Häublein. Die Mails lassen auch für Adlkofer erkennen, Häublein glaubte sich in einem existenziellen Ausnahmezustand. Wie also hat Adlkofer auf diese beiden Hilferufe reagiert?

Misstrauisch macht mich: Herr Adlkofer stellt zwar zur Stärkung seiner Meinung über Mobilfunk/Elektrosensibilität die Mails von Häublein an ihn ein, über seine Antworten an den Unglücklichen lässt er jedoch nichts verlauten. Offensichtlich geht der Offenlegungsdrang des Ex-Tabaklobbyisten nicht so weit, auch seine Antwort-Mails zu veröffentlichen - falls Häublein ihm überhaupt Antworten wert war.

Am 23.09.2015 wurde von der BNetzA ungefähr 400 Meter von dem Sendemasten in Sterup entfernt eine Grenzwertausschöpfung von 0,00192 Prozent für Mobilfunk gemessen - wozu auch LTE gehört. Man kann grob abschätzen, was davon im Haus von Häublein im Ortsteil Grünholz ankam ...

Hintergrund
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[Admin: Hintergrund ergänzt 27.01.2016, 09:13 Uhr]

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Franz Adlkofer: BfS versteht kaum was von Mobilfunkstrahlung

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 27.01.2016, 20:45 (vor 1412 Tagen) @ Gast

Franz Adlkofer lässt wissen:

Einen Richter zu überzeugen, dass das BfS von der Mobilfunkstrahlung kaum etwas verstehe und sich deshalb des „Sachverstandes“ der „Experten“ der Mobilfunkindustrie bediene, dürfte kaum gelingen.

Da stimme ich mit Prof. Adlkofer überein: Kein anständiger Richter wird sich von diesem ausgemachten Blödsinn überzeugen lassen.

Herr Adlkofer scheint es noch immer nicht verwunden zu haben, dass das BfS die Replikation einer seiner wichtigsten "Reflex"-Studien bei Layer et al., Darmstadt, in Auftrag gab. Dieser Replikationsversuch scheiterte zur Bestürzung Adlkofers.

"Reflex" ist das Spätwerk des Ex-Tabaklobbyisten. Aus seiner Sicht muss er das BfS dafür hassen, weil dieses mit dem gescheiterten Replikationsversuch mit daran beteiligt war, das "Reflex"-Projekt in den Abgrund der Bedeutungslosigkeit zu stürzen. Alle wichtigen Studienreviews der jüngeren Zeit distanzieren sich deutlich von "Reflex", dem einstigen (2005) Star unter den Mobilfunk-Alarmstudien.

Von den überragenden Kompetenzen des ehemaligen Medizinprofessors im Umgang mit Mobilfunkstrahlung gibt dieses Posting kund.

In einer Disziplin schlägt Prof. Adlkofer das BfS allerdings schon: Er weiß sicher besser als jeder BfS-Mitarbeiter über die unangenehmen Folgen des Tabakkonsums Bescheid.

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Franz Adlkofer über den Fall Marine Richard

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 27.01.2016, 21:40 (vor 1412 Tagen) @ Gast

Rückblickend gesteht Franz Adlkofer ein ...

... dass meine Sicht der Dinge doch etwas zu pessimistisch gewesen ist. Inzwischen hat nämlich in Toulouse, Frankreich, ein Richter es aufgrund medizinischer Gutachten bei einer Frau mittleren Alters als erwiesen angesehen, dass sie in der Nähe von Sendemasten, Smartphones und sogar Fernsehgeräten – vergleichbar Pfarrer Häublein – unter massiven körperlichen Beschwerden wie bohrenden Schmerzen in Kopf und Wirbelsäule und Schlafstörungen leidet. Es stufte die Klägerin deshalb im Juli 2015 als zu 85 Prozent schwerbehindert ein und sprach ihr für einen Zeitraum von zunächst drei Jahren eine Rente von monatlich 800 Euro zu. Frau Marine R. lebt seit einigen Jahren in einem alten Steinhaus in den Pyrenäen nahe der spanischen Grenze ohne Strom und fließendes Wasser und natürlich ohne Handys.

Wer diese Ausführungen liest muss zwangsläufig zu dem Schluss kommen: Der überzeugten Elektrosensiblen Marine Richard wurde wegen ihrer ungewollten Fähigkeit, das Vorhandensein elektromagnetischer Felder erleiden zu können, eine bezugsberechtigte Schwerbehinderung zuerkannt. Wer dies glaubt, geht Prof. Adlkofer voll auf den Leim.

Alle mir bekannten "Elektrosensiblen" besitzen mindestens ein mobiles Elektrosmog-Messgerät, mit dem sie das Vorhandensein elektromagnetischer Felder jederzeit (auch unbemerkt) abschätzen können. Unstreitig ist auch, dass Elektrosensible, im Wissen befeldet zu werden, reale Symptome entwickeln können (Nocebo-Effekt), Symptome die jeder Arzt diagnostizieren kann. So gelingt es z.B. selbst völlig harmlosen Spinnchen bei einem ausgemachten Arachnophobiker allerlei gut feststellbare Symptome auszulösen, z.B. Herzrasen, Schweißausbruch und Gänsehaut. Die Spinne selbst ist harmlos, nicht aber ihr Anblick und nicht die Angst vor ihr. Zwischen Spinne und Herzrasen ist ein klarer Zusammenhang zu sehen, der entscheidende Punkt aber fehlt: Es gibt keinen Kausalzusammenhang – eine gut gemachte Plastikspinne hätte dieselbe Wirkung.

Mit dem Fall Richard hat dies insofern zu tun, dass der Richter in Toulouse eben keine Rente wegen "Elektrosensibilität" bewilligten, wie Adlkofer Glauben machen möchte, sondern nur eine Beihilfe zum Lebensunterhalt und auch diese nur rückwirkend. Denn wegen andauernder Arbeitsunfähigkeit, die sich aufgrund der realen Symptome ihrer Elektrosmog-Phobie einstellten, wurde Frau Richard zum mittellosen Sozialfall. In Sozialstaaten ist es jedoch nichts Besonderes, sondern gängige Praxis, auch psychisch Kranken (hier: Phobikern) nach erfolgreicher Prüfung des Sachverhalts Beihilfen zu gewähren. Der Fall Richard schrumpft damit von der vermeintlichen Sensation zum gewöhnlichen Rechtsstreit in der Sozialgesetzgebung.

Im Gegensatz zu Herrn Adlkofer, der seine Behauptungen über den Fall Richard nicht belegt, bin ich in der erfreulichen Lage, auf diesen Strang verweisen zu können. Dort wird auch nicht mit dem Original-Urteil hinterm Berg gehalten und verraten, warum das Versorgungsamt nicht in Berufung ging: Überzeugen Sie sich selbst – nur wer nichts weiß, muss alles glauben.

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Klage, Ueberzeugung, Irreführung

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