Schlüsselfinder reagieren auf Batteriewellen (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 24.12.2015, 16:31 (vor 1442 Tagen)

Fotograf Jean Revillard dokumentiert elektrosensible Leute, die sich in die Wildnis zurückgezogen haben. Das ist sein gutes Recht. Doch Herr Revillard belässt es nicht dabei, sich auf sein Fach zu konzentrieren, wie er es im Juli noch in der NZZ tat. Er verbreitet jetzt in einem Interview mit dem Tagesanzeiger seine persönliche Meinung über "Elektrosensible" als beruhe sie nicht auf der subjektiven Wahrnehmung eines Laien, sondern auf profunden Kenntnissen über "Elektrosensibilität". Doch gleich die Antwort auf die erste Interviewfrage macht deutlich in welchen Sphären der brave Fotograf schwebt.

Herr Revillard, mit Ihrem Projekt «Ondes» gehen Sie ein umstrittenes Thema an. Die Symptome elektrosensibler Leute sind diffus, und über ihre Ursache besteht kein Konsens.
Die Symptome sind echt, die Menschen leiden. Es stimmt, bis heute konnte noch kein Zusammenhang zwischen elektromagnetischer Strahlung und gesundheitlichen Beschwerden nachgewiesen werden. Ich bin zwar kein Wissenschaftler, bin aber davon überzeugt, dass diese Leute die elektronischen Wellen und den Schmerz fühlen. Als ich meinen Autoschlüssel einmal im Wald von Drôme verlor, konnten die Leute ihn sofort finden. Sie sagten, sie spürten die Wellen der Batterie.

Kommentar: Aus meiner Sicht schadet jeder sogenannten Elektrosensiblen, wenn er sie in ihrer Wahnvorstellung bestärkt, schwache elektromagnetische Felder körperlich spüren zu können. Ein solcher Zuspruch erschwert es den Betroffenen, den Weg zu finden zu einer seriösen fachärztlich angemessen Behandlung ihrer Phobie. Dieser Fotograf meint es wahrscheinlich nur gut, tatsächlich erweist er den Betroffenen einen Bärendienst, der sie noch tiefer in die Isolation treibt.

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Mit Kunst und Kultur Kinder manipulieren

KlaKla, Sonntag, 27.12.2015, 09:21 (vor 1440 Tagen) @ H. Lamarr

Das ist eine Aktion um auf Kinder Einfluss auszuüben. Sie besuchen mit ihren Lehrern die Ausstellung und da bekommt der Lehrer auch ein Ausgearbeitetes PDF welches er mit den Kindern bearbeiten sollte.

Input für Lehrpersonen zur Vor- und Nachbereitung der Ausstellung im Unterricht (PDF)

Diskussionsfragen

Schaut Euch die Fotografien von Jean Revillard an. Beschreibt die gezeigten Menschen und Orte! Worum könnte es in dieser Fotoserie gehen? In der Fotoserie portraitiert Jean Revillard sogenannte "elektrosensible Menschen", die behaupten, dass sie auf elektromagnetische Wellen von Drahtlosnetzwerken, Antennen, Mobiltelefonen oder einfachen elektrischen Geräten mit wie Schwindel, Schmerzen, Konzentrationsstörungen oder gar Herz-Kreislauf-Störungen reagieren.

Überlegt Euch: Was für Auswirkungen hat die Elektrosensibilität auf das Leben und auf die sozialen Vernetzungen dieser Menschen?
Was wisst Ihr bereits über dieses zivilisationsbedingte Leiden?
Informiert Euch über das Phänomen Elektrosensibilität im Internet.

Umsetzung
Die Schülerinnen und Schüler wählen aus der Fotoserie von Jean Revillard je ein Bild aus und erhalten die Aufgabe – mit dem Hintergrundwissen zum Thema Elektrosensibilität – einen kurzen Text dazu zu verfassen. Welche Form für den Text gewählt wird – ob Kurzgeschichte, Gedicht oder wissenschaftliche Erörterung – wird den Schülerinnen und Schülern überlassen. Die Texte sollen zusammen mit den Bildern im Klassenverband einander vorgestellt und im Schulzimmer ausgestellt werden. Weiterhin können sich die Schülerinnen und Schüler überlegen, wo in ihrem Zuhause elektromagnetische Strahlung vorkommt. Wo befinden sich Antennen, Drahtlosnetzwerke und elektrische Geräte? Sie zeichnen darauf einen Grundriss von ihrem Zuhause oder ihrem Zimmer und wählen eine passende, ästhetische Form, um schematisch die Strahlungsintensität der verschiedenen Orte einzuzeichnen.

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Vögele-Stiftung mit Elektrosensiblen-Projekt neben der Spur

H. Lamarr @, München, Montag, 28.12.2015, 20:46 (vor 1438 Tagen) @ KlaKla

Das ist eine Aktion um auf Kinder Einfluss auszuüben. Sie besuchen mit ihren Lehrern die Ausstellung und da bekommt der Lehrer auch ein Ausgearbeitetes PDF welches er mit den Kindern bearbeiten sollte.

Ja, das ist auch aus meiner Sicht eine unglückliche Aktion.

Wenn man sich schon an Kinder heran macht, dann kommt es mMn in besonderem Maße auf eine ausgewogene Information an, die keine Interessen bedient. Dies kann ich im konkreten Fall nicht erkennen, denn es fehlt in all den Begleittexten zu der Aktion der Wegweiser zu den Ergebnissen der Wissenschaft, die "Elektrosensibilität" mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als eine psychische Erkrankung der Betroffenen erkannt haben. Es ist ja nun hinlänglich bekannt, dass EHS und auch MCS mit diesem Befund ihre liebe Not haben und alles versuchen, das Gegenteil zu beweisen. Bislang ohne Erfolg. So unangenehm das für die Betroffenen auch sein mag, es rechtfertigt nicht, diesen wissenschaftlich seriösen Befund gegenüber Kindern zu verschweigen und so zu tun, als ob "Elektrosensibilität" ein körperliches Gebrechen wäre.

Voll daneben finde ich die Idee, die Kinder ins Internet zu schicken, um dort nach "Elektrosensibilität" zu forschen. Da dort kein objektives gesichertes Meinungsbild anzutreffen ist, wird die Recherche die Kinder eher verunsichern und mit der Idee infizieren, "Elektrosensibilität" wäre mehr als eine Modekrankheit des Internet-Zeitalters.

Voll daneben finde ich auch die Aufforderung an die Kinder, in ästhetischer Form "schematisch die Strahlungsintensität der verschiedenen Orte in ihrem Zuhause einzuzeichnen". Wer lässt sich so etwas einfallen? Ich fürchte jemand, der nichts Gutes im Schilde führt. Jemand, der möglicherweise die "Stiftung von Charles und Agnes Vögele" (siehe PDF) dazu benutzt, um unerkannt seine Interessen wahrzunehmen. So wie das Projekt auf mich wirkt könnten diese Interessen sein:

- Kinder als künftige Kunden für Elektrosmog-Schutzprodukte programmieren.
- Über die Kinder den Zugang zu den Eltern gewinnen und diese einwickeln.
- Den künftigen Bestand an vorführfähigen "Elektrosensiblen" sichern.

Das ist jetzt natürlich spekulativ, doch ich halte es keineswegs für abwegig, dass die Vögele-Stiftung von einem der üblichen Verdächtigen instrumentalisiert worden ist. Wurde sie es nicht und ist das Konzept kein Gemeinschaftsprojekt z.B. mit dem Zürcher Vorzeige-EHS Martin Zahnd, dann ist das Konzept schlicht aus Unwissenheit so unausgewogen, wie zuvor reklamiert.

Mit Fotokunst wird sich die wissenschaftliche Randfrage nach den Ursachen von "Elektrosensibilität" ganz sicher nicht beantworten lassen, mit Zuhilfenahme von Kindern erst recht nicht. Was bleibt ist der schale Nachgeschmack, dass die Schulaktion - ob beabsichtigt oder nicht - die kommerziellen Interessen von Elektrosmog-Profiteuren bedient.

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