Studie: Akupunktur gegen Elektrosmogbeschwerden (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 19.02.2006, 21:00 (vor 6130 Tagen)

Der Online-Dienst Lifeline meldet für die Behandlung von Elektrosensiblen mit Akupunktur messbare Therapie-Erfolge. Nachfolgend ein Auszug der Meldung, die auf einer neuen britischen Studie beruht:

Die Experten stießen auf nur wenige geeignete klinische Kontrollstudien, die verschiedene Therapieansätze verfolgt haben. Eines der Konzepte: Akupunktur.

Nach einer Therapiezeit von fünf Wochen und einer Nachbeobachtung von sechs Monaten hatte sich bei den genadelten Patienten eine klare Besserung eingestellt. So waren der berufliche Erfolg, die Arbeit am PC und die Fähigkeit zu Entspannen ausgeprägter als zuvor. Auch die Schmerzen und der Verbrauch von Schmerzmitteln hatten sichtbar abgenommen.

Die Autoren sprechen sich mit Ausblick auf die weiter steigende Technisierung des Alltags für zahlreiche weitere, größer angelegte Forschungsarbeiten aus.

Abstract der Studie

Am Rande angemerkt: Die Begriffsprägung seitens der WHO für Elektrosensibilität lautet: EHS Elektromagnetische Hypersensitivität. Elektrosensible lehnen diesen Begriff ab weil er den Eindruck erweckt, betroffene Personen würden an einer Überempfindlichkeit auf normale Reize leiden, der Aspekt der übermäßigen Reizeinwirkung von außen (Elektrosmog) käme hierbei nicht zum Tragen. Dennoch gewinnt die WHO-Nomenklatur an Boden. In dem oben verlinkten Beitrag heißt es z. B.: Werden solche Geräte zur gesundheitlichen Qual, sprechen Psychiater und Psychosomatiker von elektromagnetischer Hypersensitivität (EHS) - ein bislang kaum verstandenes Krankheitsbild. Ob bewußt oder unbewußt sei dahingestellt, der Autor der Meldung ist mit seiner Wortwahl voll auf der Linie der WHO und voll auf Konfrontationskurs mit den Elektrosensiblen, die sich eher als Elektrosmog-Vergiftete betrachten.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Studie, Psychiater, EHS

Studie: Akupunktur gegen Elektrosmogbeschwerden

Helmut Breunig, Sonntag, 19.02.2006, 23:03 (vor 6130 Tagen) @ H. Lamarr

Die Autoren sprechen sich mit Ausblick auf die weiter steigende Technisierung des Alltags für zahlreiche weitere, größer angelegte Forschungsarbeiten aus.

Ja, Herr Rubin, ein Mitglied der "Familie der Organisierten Wissenschaft", empfiehlt im Abstact :
However, the best evidence currently available suggests that cognitive behavioural therapy is effective for patients who report being hypersensitive to weak EMFs.
Auf der von Ihnen genannten Seite scheint sich Werbung für Akkupunktur abzuspielen.
Man kann's ja mal probieren.
Demnächst liegt dann beim Kauf des Handys eine Nadel bei und die Anleitung zur Selbstbehandlung lädt man sich drauf runter. Wenn's dann immer noch Probleme gibt, wählt man die Support-Hotline.
Dort sagt einem dann eine super verständnisvolle Stimme - so man hat mit Wahl, ob männlich oder weiblich, einschliesslich UMTS-Bildchen - wo der Punkt für die Behandlung von..., na sagen wir mal von..., na...
ja, jetzt hab ich ihn, da isser, der Punkt...
also der Punkt zu Behandlung der Elektrophobie
und ich sag's Euch, da dreht Ihr voll ab :rotfl:
Auf jeden Fall ist "Elektrosenisitivität" ein neues Marktsegment.
Und zozial ist, was Arbeit anschafft.

An MR führt kein Weg vorbei

H. Lamarr @, München, Montag, 20.02.2006, 00:39 (vor 6130 Tagen) @ Helmut Breunig

Ja, Herr Rubin, ein Mitglied der "Familie der Organisierten Wissenschaft", empfiehlt im Abstact

Gehen Sie mal auf die Website des King's College, wo Dr. Rubin arbeitet - scrollen Sie dort ganz nach unten, klicken Sie auf den Link Mobile Phone Unit Research (nein, nicht Mobile Phone Research Unit) und schauen Sie nach, wer dort alles Mitglied ist. Ja mei: Ihr spezieller Freund MR ist auch hier mit dabei ;-)

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

An MR führt kein Weg vorbei

Fee, Montag, 20.02.2006, 06:15 (vor 6130 Tagen) @ H. Lamarr

Gehen Sie mal auf die Website des King's College, wo Dr. Rubin arbeitet - scrollen Sie dort ganz nach unten, klicken Sie auf den Link Mobile Phone Unit Research (nein, nicht Mobile Phone Research Unit) und schauen Sie nach, wer dort alles Mitglied ist. Ja mei: Ihr spezieller Freund MR ist auch hier mit dabei ;-)

Hallo Spatenpauli

Das ist sehr interessant, was Sie herausgefunden haben, Professor Kuster ist auch dabei...
Es zeigt sich einmal mehr, dass von der "Familie der Organisierten Wissenschaft" keine Hilfe für die Elektrosensiblen zu erwarten ist. Dieser Rubin et al scheint zur Zeit als diesbezügliche Richtlinie zu gelten.

An MR führt kein Weg vorbei

Helmut Breunig, Montag, 20.02.2006, 09:23 (vor 6129 Tagen) @ Fee

Ja mei: Ihr spezieller Freund MR ist auch hier mit dabei ;-)

Die Liste auf der Website http://www.mthr.org.uk/members/members.htm ist informativ.
Die Familie organisiert ihre gegenseitige Beauftragung und Anerkennung einschliesslich Bezahlung durch den Steurzahlerund die Industrie.
MR et al.verweist auf Rubin. Dessen Review-Studie ist ein sehr mageres Schwein. Dennoch erstaunlich, wie effektiv es schon ausgebeint wird, bevor es richtig gemästet wurde. Sozusagen ein Pilot-Schwein, mit dem "wegweisend" gezeigt werden soll, in welchen Bereich zu investieren sich für die Mastfinaziers lohnt. Dafür ist es notwendig, dass die Schlussfolgerungen die Daten-Grundlagen einer Studie schon mal überholen. Vorauseilende Erkenntnis ist hier am Werk. Hier zeigt sich, wie zukunftsorientiert good science arbeitet.
"Schönes " weiteres Beispiel für Methoden der internationalen Forschungsfamilien:
http://www.gigaherz.ch/1001
Das lange Warten auf die Replikation der TNO-Studie

Interessantes Orientierungspapier

H. Lamarr @, München, Montag, 20.02.2006, 12:55 (vor 6129 Tagen) @ H. Lamarr

Es ist zwar schon Ende 2001 entstanden, aber das Orientierungspapier der MTHR-Truppe (Thema: was sollte erforscht werden, Sprache: englisch) liest sich dennoch ganz gut. Dort werden eher seltene Punkte angesprochen wie Wirkung der Pulsmodulation, Resonanzeffekte und - für mich ganz neu - die Probematik der SAR-Werte wenn unklar ist, ob ein genannter Wert ein Mittelwert ist oder ein Spitzenwert (tritt bei den HF-Signalbursts auf), der den Mittelwert bis zum 1000fachen übertreffen kann!

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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