Wohnen neben einem Funkmasten-Angst (Allgemein)

WindLicht @, Mittwoch, 01.07.2015, 22:16 (vor 1603 Tagen)

Hallo,
ich bin neu hier und habe gleich eine Frage:
Könnte es sein, dass hier in dem Forum anfangs kritischer mit dem Thema Mobilfunk umgegangen wurde als es jetzt der Fall ist? Habe mal ältere Beiträge gelesen und es scheint, als sei man da noch ängstlicher mit dem Thema umgegangen-oder täusche ich mich?

Da ich neben einer MFAntenne wohne, mache ich mir schon so meine Gedanken und ich möchte hier wegziehen.

Wie ist der Stand der Dinge, was würdet ihr sagen zu dem Thema? Soll ich mich nicht verrückt machen? Der Funkmasten ist direkt zu sehen, wenn ich aus dem Wohn- und Schlafzimmerfenster sehe. Höchstens ein paar Meter weit entfernt. Ich habe 2 kleine Kinder hier und fühle mich so unwohl aufgrund des Gedankens, ständig "bestrahlt" zu werden. Ich nutze weder WLan noch schnurloses Tel. Handy nur im Notfall.

Gruß
WindLicht

Tags:
Notfallhandy, Auszug

Wohnen neben einem Funkmasten-Angst

WindLicht @, Mittwoch, 01.07.2015, 23:05 (vor 1603 Tagen) @ WindLicht

Habe soeben gelesen, wie die meisten mittlerweile darüber denken. Dass es zB. Nutznießer gibt, die Geschäfte mit der Angst machen und dass diese Menschen nicht ernst genommen werden.

Das mag ja sein. Aber deshalb die Mobilfunkstrahlen auf die leichte Schulter nehmen? Die ganzen Nachweise und Studien können nicht gefakt sein. Oder glaubt das jemand?
Allein drei Personen, die hier neben dem Masten gewohnt hatten, sind an Krebs verstorben. Purer Zufall??

Argumente vs. Gegenargumente

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 02.07.2015, 01:43 (vor 1603 Tagen) @ WindLicht

Habe soeben gelesen, wie die meisten mittlerweile darüber denken. Dass es zB. Nutznießer gibt, die Geschäfte mit der Angst machen und dass diese Menschen nicht ernst genommen werden. Das mag ja sein. Aber deshalb die Mobilfunkstrahlen auf die leichte Schulter nehmen?

Ja, Sie dürfen "Mobilfunkstrahlen" getrost auf die leichte Schulter nehmen. Denn ich gehe davon aus, dass Sie nicht beim Bundesamt für Strahlenschutz arbeiten oder bei der SSK, sondern als fachlicher Laie unterwegs sind. Auch um die ordentliche Stilllegung von AKWs müssen Sie sich nicht kümmern oder um die Steuerung von Raumsonden. Für alle diese Dinge gibt es speziell ausgebildete Experten, die das besser können als Sie und ich. Ich bin Ingenieur der Nachrichtentechnik, kann daher ein bisschen über Mobilfunktechnik mitreden. Was meinen Sie: Sollte ich mich deshalb in Selbstüberschätzung meiner Fähigkeiten mit ausgewachsen Wissenschaftlern anlegen oder doch lieber bei meinen Leisten bleiben? Warum wollen Sie nicht den echten Experten vertrauen, die kompetent und ohne Eigennutz darüber wachen, dass Sie "Mobilfunkstrahlen" bis auf weiteres auf die leichte Schulter nehmen können? Maßen Sie sich bitte nicht an, als googlegeschulter Laie in der Liga der Wissenschaft mit spielen zu können. Solche "Experten" hat die Anti-Mobilfunk-Szene bereits mehr als genug. Unerträglich ist vor allem die Gewissheit, mit der diese Pseudo-Experten ihre Standpunkte verteidigen - befragen Sie das Forum, Sie werden staunen.

Die ganzen Nachweise und Studien können nicht gefakt sein. Oder glaubt das jemand?

Nein, das glaubt wahrscheinlich niemand. Es ist ja auch anders: Die Alarmisten benutzen den simplen Trick, ihre aufgeregte Kundschaft ausschließlich mit zuvor selektierten Alarmstudien zu füttern. Alles Entlastende wird ungeniert unterdrückt, selbst dann, wenn einer Alarmstudie z.B. mehrere Entwarnungsstudien gegenüber stehen. Mit der Vorselektion entmündigen organisierte Mobilfunkgegner ihre Kundschaft und zeigen den festen Willen zur Manipulation der Volksmeinung. Auch dies war fürs IZgMF ein guter Grund, dieser Szene den Rücken zu kehren.

Allein drei Personen, die hier neben dem Masten gewohnt hatten, sind an Krebs verstorben. Purer Zufall??

Selbstverständlich. Wenn Sie über Ihr Argument noch einmal kritisch nachdenken (z.B. Altersentwicklung der Gesellschaft), müssten Sie selbst dahinter kommen, warum dieses Argument keines ist. Wenn es nicht klappen will, durchsuchen Sie das Forum mit dem Stichwort "Krebs". Selbst unter organisierten Mobilfunkgegnern bringt kaum jemand Krebs in Verbindung mit Sendemasten, wenn überhaupt dann stehen Handys in Verdacht (Hardell et al.). Sollten Sie von der berühmt-berüchtigten Naila-Studie erschreckt worden sein, können Sie Ihr ausgeschüttetes Adrenalin wieder zurück rufen: Diese Studie hat wegen ihrer schweren Mängel heute keine Bedeutung mehr. Nur wenige Mobilfunkgegner reiten noch darauf herum.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Argumente vs. Gegenargumente

WindLicht @, Donnerstag, 02.07.2015, 10:00 (vor 1603 Tagen) @ H. Lamarr

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

" Nein, das glaubt wahrscheinlich niemand. Es ist ja auch anders: Die Alarmisten benutzen den simplen Trick, ihre aufgeregte Kundschaft ausschließlich mit zuvor selektierten Alarmstudien zu füttern. Alles Entlastende wird ungeniert unterdrückt, selbst dann, wenn einer Alarmstudie z.B. mehrere Entwarnungsstudien gegenüber stehen."

So weit bin ich (noch) nicht in der Materie. Beim Recherchieren bin ich auf "Diagnose-Funk" gestoßen und habe mir Infobroschüren und Hefte bestellt. Was ich dort gelesen habe, fand ich wirklich alarmierend. Sämtliche Dinge wurden mit Studien belegt sowie anschaulich und sehr schlüssig dargelegt. Auch Studienergebnisse, die nicht ganz aufschlüssig waren wurden aufgelistet- alles in allem aber sehr überzeugend! Wer hat diese Schriften gelesen?
Wenn ich die Links einfügen darf, bitte:

http://competence-initiative.net/KIT/wp-content/uploads/2014/09/ki_heft-7_web.pdf

http://competence-initiative.net/KIT/wp-content/uploads/2014/09/heft2_kinder-broschuere_screen.pdf

Ich glaube allerding auch, dass es immer Wissenschaftler gibt, die versuchen, aus allem Geld zu machen. Sei es Pro- oder Contra Mobilfunk. Auch wenn das der Fall ist, ändert sich doch nichgts an den Fakten, nämlich, dass die Strahlen durch unseren Körper gehen und eine Wirkung haben. Ich möchte nur die Wahrheit.
Was, wenn wir tatsächlich in 10, 20 Jahren "aufwachen" und merken, welchen Mist wir verzapft haben?! So wie es beim Asbest oder in der Tabakindustrie der Fall war?

Argumente vs. Gegenargumente (II)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 02.07.2015, 10:51 (vor 1603 Tagen) @ WindLicht

Beim Recherchieren bin ich auf "Diagnose-Funk" gestoßen und habe mir Infobroschüren und Hefte bestellt.

Ach du meine Güte, dann sind Sie ja genau bei den "Richtigen" gelandet. Suchen Sie im Forum nach "Diagnose-Funk" wenn Sie wissen wollen was ich meine und fragen Sie sich: Warum werkeln die Jungs dort so fleißig mit diesem Aufwand, was sind die Motive, welche Kompetenz steckt dahinter.

Was, wenn wir tatsächlich in 10, 20 Jahren "aufwachen" und merken, welchen Mist wir verzapft haben?! So wie es [...] in der Tabakindustrie der Fall war?

Das haben Sie schön gefragt, absolute Sicherheit aber wird es nie geben, früher waren es die Säbelzahntiger, heute sind es IS, Autos oder Flugzeuge, die uns ins Jenseits befördern. Aber man kann die Augen aufhalten und Vorsicht walten lassen. Und deshalb mache ich Sie darauf aufmerksam: "Diagnose-Funk" ist beliebtes Sprachrohr eines ehemals mächtigen Tabaklobbyisten, der heute ein bekannter Mobilfunkgegner ist und zwei alarmierende Mobilfunkstudien zu verantworten hat. So, jetzt müssen Sie nur noch wissen, dass die Tabakindustrie dabei erwischt wurde, mit "Ablenkungsforschung" (z.B. Kot von Kanarienvögeln verursacht Krebs) die Risiken des Rauchens zu relativieren. Klingelt's? Nein? Dann suchen Sie im Forum nach Postings des Teilnehmers "sektor3". Ihnen werden wahrscheinlich die Augen übergehen. Am besten fangen Sie bei den ältesten Suchergebnissen an, sonst verstehen Sie die jüngeren nicht. Sie werden häufig auf "Prof. A." (oder ähnlich) stoßen, das ist der Ex-Tabaklobbyist Prof. Franz Adlkofer.

Auch über diesen Zusammenhang Tabak- vs. Mobilfunkindustrie gibt Ihnen das Forum reichlich Auskünfte. Die sogenannte Kompetenzinitiative, auf die Sie verlinkt haben, gibt sich übrigens alle Mühe, die frühere Tätigkeit des Tabaklobbyisten zu vertuschen. Klingelt's?

Momentan sehe ich Sie noch als Rotkäppchen bei der Großmutter. Zuviel will ich Ihnen aber auch nicht zumuten, Ihnen den bösen Wolf zu zeigen. Vorschlag: Schmökern Sie nach Lust und Laune durchs Forum und stellen Sie gezielte Fragen, sobald Ihnen etwas spanisch vorkommt.

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Wohnen neben einem Funkmasten - na und?

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 02.07.2015, 00:33 (vor 1603 Tagen) @ WindLicht

Hallo,
ich bin neu hier und habe gleich eine Frage:
Könnte es sein, dass hier in dem Forum anfangs kritischer mit dem Thema Mobilfunk umgegangen wurde als es jetzt der Fall ist? Habe mal ältere Beiträge gelesen und es scheint, als sei man da noch ängstlicher mit dem Thema umgegangen-oder täusche ich mich?

Nein, Sie täuschen sich nicht. Wir (2 Erwachsene, 3 "Kinder") wohnen seit 2002 Auge in Auge mit drei Mobilfunk-Sendemasten (16, 90 und 300 Meter Abstand) in einer Münchener DG-Wohnung. Wir hatten anfangs große Angst. Unser eigentlicher Fehler aber war: Wir informierten uns bevorzugt auf Webseiten, die uns in unserer Angst bestätigten. Das tat uns gut, wir sahen uns als Opfer und wähnten uns als Teil einer großen Gemeinschaft von vermeintlich hilfsbereiten Mobilfunkgegnern, die es mit der vermeintlich gemeinen Mobilfunkindustrie aufnehmen konnte. Kurz gesagt: Wir waren "nützliche Idioten". Was danach passierte können Sie im Forum nachlesen, oder kürzer in unserer Selbstdarstellung.

Da ich neben einer MFAntenne wohne, mache ich mir schon so meine Gedanken und ich möchte hier wegziehen.

Wir waren damals aggressiver. Ein Plan war, den Mast vom Nachbardach zu flexen. Wir hätten ja nur auf dem Dachfirst 16 Meter rüberrtuschen müssen. Ein anderer Plan war, mit metallisierten Heliumballonen den Richtfunkempfang und damit den Betrieb des Masten zu stören. Ein dritter Plan sah den Einsatz eines Jammers vor (Störsender). Alles illegal. Wir haben Vodafon dann auf legale Weise einen Antennenkranz abgetrotzt. Ich erzähle Ihnen das so ausführlich, damit Sie sehen: Was Sie jetzt durchmachen, hatten wir 2002 erlebt. Wegziehen müssen Sie nur, wenn Ihr Bauch über den Verstand siegt und Sie einer Sachargumentation nicht mehr zugänglich sind. Wir wohnen inzwischen in Frieden mit unseren Masten. Sie sind nicht schön, krank aber haben sie uns und unsere Nachbarschaft nicht gemacht.

Wie ist der Stand der Dinge, was würdet ihr sagen zu dem Thema? Soll ich mich nicht verrückt machen?

Nicht verrückt machen lassen ist leichter gesagt als getan, wenn einem die Angst die Hand an die Gurgel legt. Wenn Sie ein eher rationaler Mensch sind, haben Sie gute Chancen. Denn dann müssen Ihnen Widersprüche auffallen: Z.B. wieso haben wir in München über 6000 Mobilfunkantennen aber keine einzige Anti-Mobilfunk-Bürgerinitiative mehr? Oder: Wie konnte es passieren, dass in Deutschland Sendemasten an ungefähr 80'000 Standorten eingerichtet wurde, es aber nur vereinzelt Protest gibt? Sind die anderen alle dumm oder was? Oder: Wieso werden Sendemasten bekämpft, nicht aber Handys? Oder: Warum gibt es unter etablierten Mobilfunkgegnern so viele selbsternannte Experten, die völlig fachfremd sind und über Dinge reden, die sie nicht verstehen?

Der Funkmasten ist direkt zu sehen, wenn ich aus dem Wohn- und Schlafzimmerfenster sehe.

Dies sagt noch nichts über die bei Ihnen zu erwartende Immission. Der Abstand zu einem Sendemast ist bei Abständen unter ca. 200 Meter kein einfacher Ratgeber nach der Formel: Je mehr, desto besser.

Höchstens ein paar Meter weit entfernt.

Genauer bitte! Mit Google Earth können Sie am PC Abstände (horizontal) sehr genau messen, vertikale Abstände (zur Unterkante der untersten Antenne am Mast) müssen Sie schätzen. Sind Sie auf gleicher Höhe mit den Antennen ist die Immission hoch, müssen Sie zu den Antennen nach oben schauen, kann die Immission bei Ihnen alle paar Meter Wohnung mal hoch und mal niedrig sein. Eine Messung schafft relativ schnell Klarheit, das Geld können Sie sich mMn jedoch sparen, denn auch die höchsten Werte werden weit unter Grenzwert sein. Wenn Sie aber zum Entängstigen unbedingt Messwerte brauchen, dann nur zu. Ein seriöser Messtechniker wird Ihnen Effektivwerte (RMS) nennen, andere werden versuchen, Ihnen mit Spitzenwerten (Peak) noch mehr Angst einzujagen, als Sie jetzt schon haben.

Ich habe 2 kleine Kinder hier und fühle mich so unwohl aufgrund des Gedankens, ständig "bestrahlt" zu werden.

Bedanken Sie sich bei den etablierten Mobilfunkgegnern und den Medien, dass Sie sich mit diesem Bauchgefühl herumschlagen müssen. Ihre Angst ist verständlich aber irrational. Seriöse Expertengremien prüfen weltweit regelmäßig, ob die Grenzwerte noch zeitgemäß sind. Bislang gaben die immer grünes Licht. Heißt für Sie: Keine Gefahr, wenn bei Ihnen 10 W/m² gemessen würden (Höchster Grenzwert). Nur, dieser Wert wird bei Ihnen nicht gemessen, sondern aller Voraussicht nach ein 100-, 1000- oder 10'000-mal niedrigerer Wert. Sie ängstigen sich trotzdem? Dann fragen Sie sich kritisch und ernsthaft: Warum eigentlich? Und dann prüfen Sie die Interessenlage derjenigen, die Ihnen diesen Floh ins Ohr gesetzt haben.

Ich nutze weder WLan noch schnurloses Tel. Handy nur im Notfall.

Das hört sich nicht gut an, denn es weckt bei mir spontan den Verdacht: Sie sind bereits von den Standardparolen der Anti-Mobilfunk-Szene infiziert und vermutlich eine überzeugte Mobilfunkgegnerin, die sich mit ihren gefühlten Ängsten auf der subjektiv sicheren Seite sieht und nicht wirklich daran interessiert ist, auf die Seite der Objektivität zu wechseln. Sollte meine dunkle Ahnung zutreffen, werden Sie sich hier im Forum schnell missverstanden sehen und Ihre Exkursion im Zorn abbrechen. Ich hoffe, ich täusche mich.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Interessenkonflikt, Angst, Objektivierung, Bauchgefühl, BNetzA, nützliche Idioten

Wohnen neben einem Funkmasten - na und?

WindLicht @, Donnerstag, 02.07.2015, 10:48 (vor 1603 Tagen) @ H. Lamarr

Ich versuche mal die Fragen meiner Interpretation nach zu beantworten.

"Z.B. wieso haben wir in München über 6000 Mobilfunkantennen aber keine einzige Anti-Mobilfunk-Bürgerinitiative mehr?Oder: Wie konnte es passieren, dass in Deutschland Sendemasten an ungefähr 80'000 Standorten eingerichtet wurde, es aber nur vereinzelt Protest gibt? Sind die anderen alle dumm oder was? "

Vielleicht, weil viele aufgegeben haben und irgendwann begonnen haben, das zu glauben, was sie ja eigentlich am liebsten glauben würden, nämlich, keine Bedenken mehr gegenüber der Mobilfunkstrahlen zu haben? Wie eine Art Wunschdenken. Da es immer Scharlatane geben wird, kamen diese den Menschen gerade gelegen: sie "durften" sich endlich in Sicherheit wiegen und den Mobilfunkbetreibern glauben schenken. Doch auch bei denen gibt es sie, die Scharlatane, das sollte man nicht vergessen!

Wieso werden Sendemasten bekämpft, nicht aber Handys?

Weil Mobilfunkmasten stärker strahlen als Handys, wenn diese gerade nicht in Gebrauch sind? Mobilfunkmasten strahlen ständig, Handys kann man ausstellen. Vielleicht auch, weil sich niemand freiwillig einer Zwangsbestrahlung unterziehen möchte und ein Recht auf Unversehrtheit hat? Ob und wie oft ich mein Handy nutze, kann ich selbst entscheiden- die Dauerbestrahlung eines Funkmastens aber unterliegt der Entscheidung anderer. Das ist ein großer Unterschied. Im Freien, in Bussen und Zügen hat man eben Pech gehabt. Zuhause in meinen eigenen 4 Wänden möchte ich mich (und sicherlich auch viele andere Menschen) aber sicher fühlen und nicht auf einen zudem noch hässlichen Funkmasten blicken müssen. Vielleicht werden die Sendemasten auch mit mehr Vehemenz bekämpft, weil ihre Verbreiterung Angst macht, weil ihre Errichtung doch recht plötzlich von statten ging. Handys gibt es bereits länger, man konnte sich eher an sie gewöhnen. Funkmasten sind große Dauerstrahler, die bei vielen Menschen mehr Respekt und Angst erzeugen als ein kleines Handy. Zudem sinkt der Wiederverkaufswert von Immobilien, die sich in Nähe eines Funkmastens befinden.

Warum gibt es unter etablierten Mobilfunkgegnern so viele selbsternannte Experten, die völlig fachfremd sind und über Dinge reden, die sie nicht verstehen?

Das sind einmal Menschen, die Angst haben und nach Antworten suchen, wie ich es tue. Womöglich versuchen manche dieser Leute, mit Übertreibungen oder Halbwissen, möglichst schnell möglichst viele andere auf ihre Seite zu ziehen, da sie Angst haben und sich Unterstützung erhoffen. Diese Menschen verbreitern ihr "Wissen" nicht professionell, sondern teilweise ziemlich abstrus, wodurch sie anderen irgendwann auffallen. Dadurch wird das zuvor noch kritisch betrachtete Thema Mobilfunk immer lachhafter. Die Mobilfunkbefürworter haben schließlich wieder die Oberhand und erscheinen vielen Menschen wieder seriöser und glaubhafter.
Dann sind es Menschen, die versuchen, daraus Profit zu schlagen- Geschäfte mit der Angst können heute sehr profitabel sein. Wie ich oben bereits schrieb, gibt es diese Menschen überall, ob Industrie (hier werden auch Geschäfte auf Kosten der Gesundheit gemacht, oder sieht das jemand anders?) oder Esoteriker...

Das ist also normal!!

Trotzdem überzeugt mich das nicht zu 100%. Kann das jemand nachvollziehen?

Nicht missverstehen: Ich bin per se kein Mobilfunkgegner. Ich möchte lediglich eine seriöse Antwort auf meine Fragen, ohne ins eine oder andere Extrem fallen zu müssen. Die Faktenlage ist allerdings für mich Grund genug, vorsichtig und aufmerksam zu bleiben.

Wohnen neben einem Funkmasten - na und?

Diagnose-Reflex, Donnerstag, 02.07.2015, 13:09 (vor 1603 Tagen) @ WindLicht

Liebes Windlicht,
sie brauchen sich keine Sorgen zu machen. Und wenn Sie etwas kompetentes und auch verständliches zum Thema Mobilfunk suchen, dann bestellen Sie sich für 9 Euro die CD vom Deutschen Museum in München. Hier der Link: http://www.deutsches-museum-shop.com/deutsches_museum/cd_cd-rom_dvd/6000000047566

Wenn Sie sich diese CD von kompetenten Experten angeschaut haben, werden alle Ihre Ängste verfliegen, denn dann haben Sie das Thema Mobilfunk verstanden.

Leider sehe ich nämlich in Ihren Argumentationsketten einige der unsäglichen Behauptungen der Mobilfunkgegner, mit denen diese "Kunden" ködern.
Beispiel gefällig? "Immobilienpreise fallen". Das ist z.B. Mumpitz. Heutzutage fallen die Preise, wenn man in einem Funkloch wohnt...

P.S. Irgendwo hab ich die Cd noch. Werde mal zusehen, ob ich sie Spatenpauli zukommen lassen kann...

Wohnen neben einem Funkmasten - na und?

WindLicht @, Donnerstag, 02.07.2015, 13:13 (vor 1603 Tagen) @ Diagnose-Reflex

Huch, hab ich viele Tippfehler drin. Das s hakt manchmal, daher das "allerdings" ohne s hinten. Danke für die Infos, ich werd hier mal ein bisschen schmökern und schauen, ob meine Besorgnis sich etwas relativiert.

Wohnen neben einem Funkmasten - na und?

Dr. Ratto, Donnerstag, 02.07.2015, 13:14 (vor 1603 Tagen) @ WindLicht

Weil Mobilfunkmasten stärker strahlen als Handys,

Das ja, aber sie sind zu weit weg, die Feldstärke und Flussdichte sinken mit der Entfernung sehr schnell. Die stärkste Exposition verursachen immer die eigenen in Körpernähe betriebenen Geräte.

http://www.bfs.de/DE/themen/emf/mobilfunk/basiswissen/mobiltelefon/mobiltelefon_node.html
http://www.emf-forschungsprogramm.de/akt_emf_forschung.html/dosi_HF_004.html

Jeweils immer am Ende des Artikels

.. ein Recht auf Unversehrtheit hat?

Dafür gibt es Grenzwerte,
http://www.bfs.de/DE/themen/emf/mobilfunk/schutz/recht/sendeanlagen.html

und die werden meistens nur im Bereich von 0,1 - 10% ausgeschöpft.
http://emf3.bundesnetzagentur.de/karte/Default.aspx
Vielleicht gibt es auch bei Ihnen in der Nähe ein Messpunkt.

...hässlichen Funkmasten blicken müssen.

Da haben Sie völlig Recht.

..Verbreiterung Angst macht,

Auch das ist richtig.

Ich möchte lediglich eine seriöse Antwort auf meine Fragen,

Hier entlang:
http://www.bfs.de/DE/themen/emf/mobilfunk/mobilfunk_node.html
http://www.emf-forschungsprogramm.de/
http://www.emf-forschungsprogramm.de/abschlussphase/DMF_AB.pdf

Tags:
Nahfeld, Exposition, Feldstärke, Immission, Grenzwertausschöpfung

Wohnen neben einem Funkmasten - na und?

WindLicht @, Montag, 13.07.2015, 21:41 (vor 1591 Tagen) @ Dr. Ratto

Vielen Dank für die ausführliche Antwort und die Links.

Das ja, aber sie sind zu weit weg, die Feldstärke und Flussdichte sinken mit der Entfernung sehr schnell. Die stärkste Exposition verursachen immer die eigenen in Körpernähe betriebenen Geräte.[/i]

Das weiß ich und deshalb versuche ich, mich und meine Kinder möglichst geringer Strahlung auszusetzen.

.. ein Recht auf Unversehrtheit hat?

Dafür gibt es Grenzwerte

Ja, das klingt soweit beruhigend. Dürfen die Betreiber denn eigentlich die Grenzwerte einfach erhöhen von Zeit zu Zeit? Wie oder wo kann ich das erfahren, wenn Änderungen der Strahlungsintensität vorgenommen werden sollen? Ich traue auch der Technik nicht wirklich. Was, wenn durch einen Defekt unmerklich mehr Strahlen abgegeben werden als erlaubt?

Vielleicht gibt es auch bei Ihnen in der Nähe ein Messpunkt.

Ja, gibt es. Und es behagt mir einfach nicht, im Hauptstrahl einer Funkantenne wohnen und schlafen zu müssen.

Wohnen neben einem Funkmasten - na und?

Diagnose-Reflex, Dienstag, 14.07.2015, 09:30 (vor 1591 Tagen) @ WindLicht

Liebes Windlicht,

ich habe die CD gefunden. Wenn Sie mir Ihre Adresse per PN zukommen lassen wollen, schenke ich Ihnen die CD und sende sie Ihnen zu.
Und wenn Sie diese CD verinnerlicht haben, werden Sie auch nicht mehr von "Strahlen" reden... Radiowellen hört sich doch gleich gar nicht mehr so gefährlich an, oder? Denn um nichts anderes handelt es sich dabei.

Die Grenzwerte von Funkanlagen (ob Radio, Funk oder Mobilfunk) dürfen in KEINEM Fall überschritten werden. Diese Werte sind u.a. in der Bundesimmisionschutzverordnung festgelegt. Beantragt werden die Sektorantennen meistens mit 30 Watt (vereinfacht die Bürokratie); dieser Wert wird aber in der Realität kaum erreicht. Zumeist liegt dieser Wert zwischen 5W und 15 Watt. Also fast die Werte einer Glühbirne ;) Zum Vergleich: Auf Fernsehtürmen werden Anlagen genutzt, die das Radioprogramm mit 100.000 Watt senden können.

Zusammengefasst: Die Betreiber dürfen die Grenzwerte nicht verändern, die Anlagen werden entsprechend geprüft und abgenommen und sind auch nicht in der Lage, über den beantragten Wert "hoch zu regeln". Wer etwas anderes behauptet, lügt.

Tags:
Grenzwerte, 26. BImSchV, Rundfunk, BNetzA

Wohnen neben einem Funkmasten - na und?

Dr. Ratto, Dienstag, 14.07.2015, 10:25 (vor 1591 Tagen) @ WindLicht

Ja, das klingt soweit beruhigend. Dürfen die Betreiber denn eigentlich die Grenzwerte einfach erhöhen von Zeit zu Zeit? Wie oder wo kann ich das erfahren, wenn Änderungen der Strahlungsintensität vorgenommen werden sollen? Ich traue auch der Technik nicht wirklich. Was, wenn durch einen Defekt unmerklich mehr Strahlen abgegeben werden als erlaubt?

Grenzwerte sind gesetzlich festgelegt und können von Betreibern nicht willkürlich verändert werden.

Sie basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, bei elektromagnetischen Feldern liegt eine Empfehlung der ICNIRP (International Commission on non-ionizing Radiation Protection) zugrunde. Die für Hochfrequenz ist von 1998 und ist gerade unter Revision.

Die Empfehlung basiert ausschließlich auf akuten und thermischen Effekte - da nichts anderes nachgewiesen und sauber wissenschaftlich beschrieben ist. Aus Verdachtsmomenten und Vermutungen kann man keine Grenzwerte ableiten. Der Grundgedanke ist, dass eine Erwärmung des Körpers um bis zu 1°C harmlos ist. Darauf kommt man, weil die Körpertemperatur im Tagesverlauf auf natürliche Weise um ca. 1°C schwankt und dies niemandem schadet. Am empfindlichsten ist Gehirn, Hoden und Embryo. Da wird es bereits bei ab 2-3°C sehr schnell kritisch.

Es wurde durch Messungen und Berechnungen festgestellt, dass sich Körpergewebe um 1°C innerhalb von 30 min erwärmt, wenn die Energieabsorption (Spezifische Absorptionsrate, SAR) 4 W/kg Körpergewicht beträgt. Davon wurden dann Grenzwerte berechnet. Zum Vergleich: die metabolische Umsatzrate eines Menschen wenn er ruhig sitzt ist ca. 1 W/kg, bei Arbeit wesentlich mehr.

Für eine dauerhafte Exposition durch Sendemasten nahm man einen Sicherheitsfaktor von 50 - um wissenschaftlichen Unsicherheiten Rechnung zu tragen und auch empfindliche Personen, z.B. Kinder, zu schützten. Daraus ergibt sich SAR von 0,08 W/kg, das ist der Basisgrenzwert. Flussdichten und Feldstärken, bei denen dieser maximal erreicht aber nicht überschritten werden kann, sind Frequenzabhängig wurden ebenfalls berechnet. Das sind die sog. Referenzwerte, die dann zunächst in die EU Ratsempfehlung 1999 übernommen wurden. Auf nationaler Ebene wurden sie gesetzlich festgelegt, und zwar in der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung. Die wird vom Bundeumweltministerium vorgeschlagen und muss dann durch den Bundestag und den Bundesrat. Die letzte Novelle ist vom August 2013. Das können Betreiber nicht einfach so willkürlich ändern. Die Bundesnetzagentur überwacht die Einhaltung dieser Verordnung. Jede Änderung an einer Sendeanlage muss gemeldet werden und wird in der Standortbescheinigung festgehalten, der aktuelle Stand (aber nicht die älteren Werte) sind in der EMF-Datenbank einsehbar.

Für Endgeräte, wie Handys, gibt es andere Regelungen. Diese dürfen lokal in Kopf und Rumpf 2 W/kg erreichen, in den Extremitäten bis zu 4 W/kg. Geregelt ist es in nationalen und internationalen Normen. Die Hersteller müssen durch Messungen nach Norm nachweisen, dass ihre Geräte diese Werte einhalten, sonst dürfen sie nicht verkauft werden. Der maximale Wert, der von einem Gerät erreicht werden kann, muss in der Betriebsanleitung angegeben werden. Aus Vorsorgegründen wird maximal 0,6 W/kg empfohlen.

Tags:
SAR, Handy, Feldstärke, Grenzwertausschöpfung, Standortbescheinigung, Basisstation, Novellierung, Revision

Schwierige Meinungsbildung in der Mobilfunkdebatte

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 02.07.2015, 22:09 (vor 1602 Tagen) @ WindLicht

Trotzdem überzeugt mich das nicht zu 100%. Kann das jemand nachvollziehen?

Ja, ich meine schon, dass ich das nachvollziehen kann. Sich eine unqualifizierte Meinung bilden ist ja zuweilen eine Sache von Sekunden, etwa wenn ein unsympathisch wirkender Mensch sich neben einem hinsetzt. Ganz anders isses, wenn man sich eine qualifizierte Meinung bilden will. Dann heißt es, sich hier und dort bei Pro und Kontra zu informieren, die Informationen zu bewerten und sich schließlich für Pro oder Kontra zu entscheiden. Das ganze geht nicht mit einem Klick, es ist ein mühsamer langwieriger Reifeprozess. Zum Mobilfunkgegner wurde ich spontan innerhalb von Minuten, weil uns ungefragt eine Sendemast vor die Nase gesetzt wurde. In der anderen Richtung, zurück zur Normalität, dauerte es geschlagene vier Jahre, in denen meine Frau und ich uns täglich mit dem Thema auseinander setzten und wir zunehmend misstrauischer wurden. Dann noch einmal ein bis zwei Jahre und wir waren als "Mobilfunkkritiker-Kritiker" dort angekommen, wo wir heute sind.

Wahrscheinlich haben Sie das Gefühl, wir wollen Sie auf "unsere Seite" ziehen. Sollte dies zutreffen liegt dies eher an uns, als an Ihnen. Doch was soll z.B. ich machen, nach 13 Jahren tagtäglicher Beschäftigung mit dem Thema weiß ich oft gar nicht, wie ich Leuten wie Ihnen begegnen soll, um nicht als Missionar wahrgenommen zu werden. Ich könnte Ihnen hunderte Geschichten erzählen, die ich mit der Szene erlebt habe, doch Sie müssten mir das alles glauben. Keine gute Idee. Besser: Machen Sie sich selbst ein Bild, studieren Sie Diagnose-Funk, Bürgerwelle, das IZgMF und die Seiten des Bundesamt für Strahlenschutz. Mehr kann man von Ihnen nicht verlangen, egal wo Sie sich am Ende hingezogen fühlen.

Nicht missverstehen: Ich bin per se kein Mobilfunkgegner. Ich möchte lediglich eine seriöse Antwort auf meine Fragen, ohne ins eine oder andere Extrem fallen zu müssen. Die Faktenlage ist allerding für mich Grund genug, vorsichtig und aufmerksam zu bleiben.

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Welche Qualifikation haben Sie, dass Sie glauben, die Faktenlage kompetent beurteilen zu können? Ich gehe davon aus, Sie meinen die wissenschaftliche Faktenlage. Ist es nicht eher so, dass nicht Sie diese komplexe Faktenlage beurteilen, sondern Sie den mundgerecht aufbereiteten Deutungen anderer vertrauen, z.B. Diagnose-Funk? Kann aber Diagnose-Funk die komplexe wissenschaftliche Faktenlage überhaupt kompetent beurteilen? Nein, das können die nicht. Und warum nicht? Weil dort im Vorstand samt und sonders fachfremde Leute am Werk sind, ein Baubiologe, ein Astrologe, ein gelernter Drucker, ein Verfahrenstechniker und ein Schreiner. Ouups, pardon, ich merke ich fange schon wieder an, Sie missionieren zu wollen. Also: Stopp! Wenn Sie Belege für das Unvermögen von Diagnose-Funk sehen wollen, stöbern Sie selbst im Forum, nur wenn Sie fragen, helfe ich Ihnen auf die Sprünge.

Eines noch: Unbelegte Behauptungen in die Welt setzen ist kinderleicht, z.B. die Behauptung, das IZgMF stünde auf der Lohnliste der Mobilfunkindustrie. Bislang konnte noch keiner, der dies behauptet hat, auch nur die Spur eines Beleges beibringen. Ist auch nicht nötig, Sie wissen schon, es genügt vollauf Zweifel an der Integrität des IZgMF zu wecken, um das was wir sagen zu entwerten. Ich hoffe es wird Ihnen bei Ihrer Spurensuche auffallen, dass wir in aller Regel nicht mit unbelegten Behauptungen arbeiten, sondern unsere Behauptungen nachvollziehbar belegen. Etwa meine Behauptung, Prof. Karl Richter erzähle ein Märchen über einen dahingeschiedenen Buchenwald, was den Chef der sogenannten Kompetenzinitiative sicher wieder die Fäuste ballen lässt. Das Forum ist voll mit solchen Recherchen und ich wünschte mir wirklich, wir würden beim Bohren mal nicht auf eine Lüge, eine Zitatverfälschung, eine schamlose Übertreibung oder heimliche Geschäftemacherei stoßen. Dies täte unserer begründet schlechten Meinung von der Anti-Mobilfunk-Szene sicherlich gut, ist aber noch nicht vorgekommen. Schon gut, ich hör' ja schon auf ... ;-).

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Tags:
Entwertung, Richter, Gerücht, Täuschung, Manipulation, Ko-Ini, Lügen, Zitatverfälschung, Cyber-Mobbing, Verhalten, Dossier

Von der Täuschung hin zur Realität

KlaKla, Freitag, 03.07.2015, 10:04 (vor 1602 Tagen) @ WindLicht

Vielleicht, weil viele aufgegeben haben und irgendwann begonnen haben, das zu glauben, was sie ja eigentlich am liebsten glauben würden, nämlich, keine Bedenken mehr gegenüber der Mobilfunkstrahlen zu haben? Wie eine Art Wunschdenken. Da es immer Scharlatane geben wird, kamen diese den Menschen gerade gelegen: sie "durften" sich endlich in Sicherheit wiegen und den Mobilfunkbetreibern glauben schenken. Doch auch bei denen gibt es sie, die Scharlatane, das sollte man nicht vergessen!

Ich denke, es sind die vielen Widersprüche in die sich die Frontkämpfer verstrickt haben. Seit ca. 2005 ist es mir ersichtlich, dass Nutznießer die Szene dominieren. Statt zu kooperieren und einen gemeinsamen Nenner zu finden, hat man versucht die Führungsrolle zu übernehmen. Die Bürgerwelle war schrill und nicht mehr Wandlungsfähig. Damit konnte man keinen politischen Einfluss gewinnen, was jedoch der bekundete Ansatz von Uwe Dinger* Diagnose-Funk war. Man wollte seriös auftreten, Laien einheitliche Information und Forderungen servieren. Davon profitieren die Nutznießer.

Wie sogenannte Frontleute mit anders denkenden pflegen umzugehen, wird u.a. hier ersichtlich. Statt in den Dialog zu gehen wird aufs übelste Rufschädigung betrieben, siehe Diagnose-Funk, Jörn Gutbier oder
Kompetenzinitiative (KO-Ini) Dr. Karl Richter.

Die Selbstkontrolle versagt, weil diese Frontleute befangen sind. Da fehlt es mMn nicht nur am Dialog sondern auch am Personal (Kontrolle). Beiräte in derartigen Laienorganisationen so habe ich gelernt, sind Staffage. Damit kokettiert der, der selbst keine Kompetenz vorzuweisen hat, aber mitreden will (Stichwort: Interdisziplinär).

Bis heute fehlt der Nachweis, dass Mobilfunkstrahlung unterhalb der Grenzwerte unter realistischen Bedingungen negativen Einfluss auf unsere Gesundheit hat. Teils aus kommerziellen Überlegungen heraus wird von Mobilfunkgegnern gerne der zweite vor dem ersten Schritt gemacht. Mit im Boot Umweltverbände wie der BUND oder BUND-Naturschutz.

* Uwe Dinger: Bei einer weitergehenden Vernetzung und Organisation braucht es eine klare Trennung zwischen dem "Kampf" gegen einzelne Antennenprojekte und übergeordneten Zielen (wie z.B. Grenzwertfrage). Bestehende Strukturen, Persönlichkeiten, Webseiten die die bisherigen "Leistungs- und Informationsträger" waren, werden dies auch künftig sein. Es braucht entsprechende Koordination, Zielsetzung, Organisation und Engagement der richtigen Leute(Initiativkomitee der entsprechenden "Fachkräfte").

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Von der Täuschung hin zur Realität

WindLicht @, Montag, 13.07.2015, 22:21 (vor 1591 Tagen) @ KlaKla

Ich werde mir das hier http://forum.gigaherz.ch/viewtopic.php?f=2&t=20100 zu gegebener Zeit mal alles durchlesen... Sehr interessant!

Die Bürgerwelle war schrill und nicht mehr wandlungsfähig.

Waren die Bürger nicht einfach nur in großer Alarmbereitschaft und (verständlicherweise) panisch?

Damit konnte man keinen politischen Einfluss gewinnen, was jedoch der bekundete Ansatz von Uwe Dinger* Diagnose-Funk war.

Wie sogenannte Frontleute mit anders denkenden pflegen umzugehen, wird u.a. hier ersichtlich. Statt in den Dialog zu gehen wird aufs übelste Rufschädigung betrieben, siehe Diagnose-Funk, Jörn Gutbier oder Kompetenzinitiative (KO-Ini) Dr. Karl Richter.

Das sind einfach zwei Fronten, die keine Gemeinsamkeit finden. Ich kann mir das nur so erklären, dass, wie Sie schon richtig gesagt haben, diese Leute sehr befangen sind in Ihren Ansichten.Sie sehen hinter jedem Mobilfunkbefürworter oder- anders Denkenden einen verantwortungslosen, mit der Gesundheit spielenden Menschen. Kein Wunder, dass dann die Wut vorherrscht.

Bis heute fehlt der Nachweis, dass Mobilfunkstrahlung unterhalb der Grenzwerte unter realistischen Bedingungen negativen Einfluss auf unsere Gesundheit hat.

Bis heute fehlt der Nachweis- ich würde das ja gerne 100%ig glauben, tu mich aber schwer damit, denn wie heißt es so schön: Glaube keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast?! ;-) Und was meinen Sie mit unter realistischen Bedingungen? Ich denke da an Strahlungs-Immissionen in Städten, wo Mobilfunkanlagen an jeder Ecke zu finden sind. Wer kontrolliert das?

Teils aus kommerziellen Überlegungen heraus wird von Mobilfunkgegnern gerne der zweite vor dem ersten Schritt gemacht. Mit im Boot Umweltverbände wie der BUND oder BUND-Naturschutz.

Die Mobilindustrie erscheint aber auch in ihren Schritten manchmal beängstigend schnell. Was die Mehrheit der Menschen begrüßt. Es mag sein, dass Mobilfunkgegner auch teils aus kommerziellen Überlegungen heraus handeln. Doch es könnte auch sein, dass viele der Gegner einfach wachsam sind und einen gesunden Gegenpol bilden!

[Admin: Formatierung editiert 13. Juli, 23:43 Uhr]

Von der Täuschung hin zur Realität

KlaKla, Dienstag, 14.07.2015, 10:54 (vor 1591 Tagen) @ WindLicht

Waren die Bürger nicht einfach nur in großer Alarmbereitschaft und (verständlicherweise) panisch?

Sicher, aber es hat sich über die vielen Jahre nichts verändert. Obwohl es viele neue Erkenntnisse gibt. Innerhalb der Bürgerwelle hat sich nicht mal der Vorstand verändert. Obwohl der Verein angeblich so viele Mitglieder hat und es Unzufriedenheit bei den Mitgliedern gab. Das Agieren des Vorstands erscheint mir nicht seriös, es stimmte mich nachdenklich.

Das sind einfach zwei Fronten, die keine Gemeinsamkeit finden. Ich kann mir das nur so erklären, dass, wie Sie schon richtig gesagt haben, diese Leute sehr befangen sind in Ihren Ansichten. Sie sehen hinter jedem Mobilfunkbefürworter oder- anders Denkenden einen verantwortungslosen, mit der Gesundheit spielenden Menschen. Kein Wunder, dass dann die Wut vorherrscht.

Ja, und aus der Wut kann man neue Kraft schöpfen. Das Geschehen mal aus einen anderen Blickwinkel betrachten.

Bis heute fehlt der Nachweis- ich würde das ja gerne 100%ig glauben, tu mich aber schwer damit, denn wie heißt es so schön: Glaube keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast?!

Statt glauben, sollte man sich mVn Wissen aneignen. Mit einem soliden Fundament schützt man sich vor der Beeinflussung des Alarmist, Scharlatan/Google-Experte. ;-)

Im Kreis der anerkannten Wissenschaft, werden Studien besprochen und veröffentlicht. Um zu einem Fazit zu gelangen, betrachten sie das gesamte Spektrum. Dagegen greifen Laienorganisationen nur das ab, was sie in ihrer Annahme bestätigt. (Siehe Diagnose-Funk)

Selbst ernannte Studienkritiker vermögen Laien eine Zeit lang zu blenden. Bis man die gezielte Desinformation erkennt durch eigenes Wissen. (Beispiel: selbst ernannter Studienkritiker, schwingt heute nur noch die Nazi-Keule im Schweizer Narrenhaus).

Die massive Einflussnahme vom Ex-Tabaklobbyisten auf damals führende Wissenschaftler sollte uns eine Warnung sein. So ist so eine Kooperation mVn konsequent abzulehnen. Zu groß ist die Gefahr der Instrumentalisierung.

Und was meinen Sie mit unter realistischen Bedingungen?

Überzeugte EHS behaupten, sie spüren was, weit unterhalb der Grenzwerte. Sie reagieren mit Befindlichkeitsstörungen. Aufgrund ihrer Behauptungen wurden Studien aufgelegt aber sie (die EHS) versagten der Reihe nach. Und so wurde zum Boykott dieser Studien aufgerufen. (Verwandtes Stichwort: Individualtest)

Ich denke da an Strahlungs-Immissionen in Städten, wo Mobilfunkanlagen an jeder Ecke zu finden sind. Wer kontrolliert das?

Es gibt staatliche Stellen, die über die Einhaltung der Grenzwerte wachen. Sie haben ihre Empfehlungen aufgrund anerkannter Wissenschaft gemacht. Man steht im Dialog mit unterschiedlichen Spezialisten unterschiedlicher Disziplinen. Da können Wutbürger/BI's oder deren Vereine nicht mehr mithalten. Ich denke, ihr größer Fehler ist die Dialogverweigerung und ihr dogmatisches Agieren. (Beispiel: Petitionen oder Immissionsgutachten)

Die Mobilindustrie erscheint aber auch in ihren Schritten manchmal beängstigend schnell. Was die Mehrheit der Menschen begrüßt. Es mag sein, dass Mobilfunkgegner auch teils aus kommerziellen Überlegungen heraus handeln. Doch es könnte auch sein, dass viele der Gegner einfach wachsam sind und einen gesunden Gegenpol bilden!

Ein gesunder Gegenpol ist mVn ok aber da sind wir längst drüber hinaus.

[Editiert am 01.11.2015]

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Von der Täuschung hin zur Realität

Dr. Ratto, Dienstag, 14.07.2015, 13:56 (vor 1590 Tagen) @ KlaKla

Glaube keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast?!

Eine einzelne Studie, ob gut oder schlecht, gefälscht oder nicht, hat keine Bedeutung. Bei qualitativ ordentlich durchgeführten Studien lieg die Wahrscheinlichkeit rein zufällig einen Effekt zu finden wo keiner ist unter 5% (p-Wert, Fehler 1. Art), aber nicht bei 0. Findet man nichts, ist es erst recht kein Beweis, die nicht Existenz von irgendwas kann man nicht beweisen. Bei guten Studien liegt die Wahrscheinlichkeit einen Vorhandenen Effekt irrtümlich zu übersehen bei max. 20%. (Fehler 2. Art). Deswegen sollte jedes Ergebnis unabhängig reproduziert werden.

Im Kreis der anerkannten Wissenschaft, werden Studien besprochen und veröffentlicht.

Und vor allem von Gremien, die aus vielen erfahrenen Wissenschaftlern bestehen, bewertet. Daraus wird ein Fazit gezogen. Diese Gremien legen auch immer ihre Bewertungskriterien offen und geben die Namen der beteiligten Experten und Angaben zum möglichen Interessenskonflikt an. Zeigen viele Studien von angemessener Qualität zu einem bestimmten Thema - etwa Krebs oder Schlafstörungen - in dieselbe Richtung, ist davon auszugehen dass es auch stimmt. Vor allem wenn sich mehrere Experten in der Bewertung einig sind. In den weiter untern gelisteten aktuellen Bewertungen gibt es immer eine allgemein verständliche Zusammenfassung, einzelne Studien sind aber genannt, mehr oder weniger genau beschrieben und vor allem die Qualität bewertet und diese Bewertung begründet (z.B. Mängel an der Expositionsanlagen, Fehler in der Statistik oder in den Methoden). Wenn Mobilfunkgegner etwas aus der Schublade ziehen was Angst macht, kann man nachschauen ob eine der unten genannten Übersichten diese Studie bewertet und was sie dazu sagt. Das hilft es einzuordnen.

Einen Beispiel, wie Studienbewertung aussieht, habe ich hier gemacht. Das können Laien nicht und sollten es auch lassen.

Die aktuellsten Bewertungen zu Hochfrequenz:

International Agency for Research on Cancer (IARC) kommt 2011 zum Schluss, dass hchfrequente Felder von Handys (aber nicht Masten) möglicherweise krebserregend sind. Bei deren Sprachgebrauch heißt möglich, dass es nicht ausgeschlossen ist, da es vereinzelte Hinweise gibt. In die Kategorie "wahrscheinlich krebserregend" haben es die Felder nicht geschafft. In derselben Kategorie sind auch niederfrequente Magnetfelder, die von allen elektrischen Geräten im Haushalt sowie Stromleitungen ausgehen.

Die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) hat ihre Stellungnahme zu biologischen Auswirkungen des Mobilfunks (2011) vor allem auf den Ergebnissen des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms begründet.

Der Health Council of the Netherlands hat zwei Bewertungen zu Mobilfunk und Krebs herausgegeben, eine über Humanstudien (2013) und eine über Tierstudien (2014).
Fazit: Es gibt kein nachgewiesenes Krebsrisiko, aber für Zeiträume über 13 Jahre fehlen Daten (die Technik ist nicht alt genug), deswegen kann man es nicht ausschließen. Das bedeutet dasselbe wie die Bewertung der IARC, ist für einen Laien aber wesentlich leichter zu verstehen.

Scientific Committee on Emerging and Newly Identified Health Risks (SCENIHR) hat im Januar 2015 die Opinion on Potential health effects of exposure to electromagnetic fields (EMF) veröffentlich. Hier sind alle biologischen und gesundheitlichen Auswirkungen berücksichtigt, nicht nur Krebs, und auch alle Frequenzbereiche

Der Schwedische Scientific Council on Electromagnetic Fields (SSM) hat 2015 eine Übersicht über gesundheitliche Auswirkungen aller Frequenzbereiche erstellt.

ICNIRP ist gerade dabei, die Grenzwertempfehlung zu Überarbeiten.

Die WHO ist gerade dabei, Environmental Health Criteria zu hochfrequenten Feldern zu aktualisieren. Die öffentliche Diskussion ist abgeschlossen, publiziert werden sie voraussichtlich 2016. Wie dabei vorgegangen wird und wer beteiligt ist, ist in dieser Präsentation dargestellt.

Es tut sich also was, es muss nicht jeder alles bis ins Detail verstehen. Besser, auf die WHO warten, und wenn schon nicht glauben, zumindest vertrauen.

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ICNIRP, WHO, IARC, Wissenschaft, Studie, Effekte, SSK, Studienbewertung, Vertrauen

Wohnen neben einem Funkmasten-Angst

Trebron, Montag, 06.07.2015, 20:50 (vor 1598 Tagen) @ WindLicht

Hallo Windlicht!
Darf ich mich hier auch noch anhängen?
Mit Bücher-Tipps für den Urlaub?
Sehr unterhaltsam und verständlich geschrieben sind:
- Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet: Über Risiken und Nebenwirkungen der Unstatistik
- Die Angst der Woche …
- Das Glühbirnenkomplott: Die spektakulärsten Verschwörungstheorien - und was an ihnen dran ist

Bereits nach der Lektüre von einem dieser Bücher ist man gegen Argumentationen in der Art von Diagnose Funk völlig immun. Die üblichen Horrormeldungen („99 unabhängige Studien beweisen …!“) kann man danach ganz gut einschätzen und gleich viel besser schlafen ;-) .

"Die Panik-Macher", unentgeltlich zum Download

H. Lamarr @, München, Dienstag, 14.07.2015, 11:44 (vor 1591 Tagen) @ Trebron

Auszug aus Amazon.de:

Abrechnung mit den vielen Angstmachern in den Medien

"Die Panik-Macher", 362 Seiten, Download

Das Buch "Die Panik-Macher" ist eine Abrechnung mit den vielen Angstmachern in den Medien, die den Lesern und Zuschauern winzigste Risiken als gefährlich und als "Skandal" verkaufen wollen. In 14 Kapiteln bringen der Dortmunder Wirtschaftsstatistiker Walter Krämer und der Berliner Wissenschaftsjournalist eine Fülle von Material, um nebensächlich kleine von wirklich großen Risiken zu unterscheiden. Damit liegen sie oft im Gegensatz zu "Monitor", "PlusMinus", BUND und Greenpeace.

Bestimmte Medien und Organisationen versuchen immer wieder, ihren Konsumenten Angst einzujagen. Nicht, weil eine wirkliche Gefahr droht - vielmehr müssen die Quote und der Erregungspegel stimmen. Die Masche ist immer die gleiche: Wichtige Informationen werden verschwiegen. Statt angemessen zu informieren, werden Risiken, Gefahren oder echte Schädigungen oft - zu oft - aufgeblasen und übertrieben. Geradezu heimtückisch schleicht sich so in die Köpfe das Bild einer verseuchten Umwelt, einer skrupellosen Industrie und von unfähigen Politikern ein.

Das Gegenteil ist der Fall: - Die Umwelt wir immer sauberer - Die Menschen in der westlichen Welt leben immer länger - Weitere Anstrengungen national und international werden Risiken weiter minimieren - Wir leben nicht in einer "Risiko-Gesellschaft", wie Ulrich Beck meint, sondern in einer sicheren Gesellschaft, die sich als puren Luxus eine immer größere Risikoangst leistet.

Wir behaupten und belegen: - Leben heißt, mit Risiken leben - Unterschiedliche Risiken werden unterschiedlich wahrgenommen, meist jedoch falsch und unangemessen - Die Null-Prozent-Forderung führt in den terroristischen Sicherheitsstaat - Wirksame Medikamente haben unvermeidlich Nebenwirkungen (Lipobay!) - Im Gegensatz zu den Angsthasen empfinden viele Menschen auch Lust am Risiko - Ohne Risiko kein Fortschritt - Viele Medien übertreiben Risiken und informieren systematisch falsch - Die Krebshäufigkeit nimmt nicht zu - Die wahren Killer werden kaum beachtet: Rauchen, Autos, Alkohol, Bequemlichkeit - Amalgam ist weitgehend harmlos - Tschernobyl hatte keine negativen Auswirkungen auf die Bundesrepublik - Das BSE-Risiko in der Bundesrepublik ist vernachlässigbar gering.

Die Autoren: Walter Krämer, geboren 1948, ist Professor für Wirtschaft- und Sozialstatistik an der Uni Dortmund und Autor mehrerer Bestseller ("Lexikon der populären Irrtümer" zusammen mit Götz Trenkler, "Modern Talking auf Deutsch"). Weiteres zum Autor: http://www.statistik.uni-Dortmund.de.

Gerald Mackenthun, geb. 1950, ist seit mehreren Jahren Wissenschaftsredakteur bei der DPA in Berlin. Weiteres zum Autor: http://home.t-online.de/home/Mackenthun/gerald.htm.

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"Die Panik-Macher", unentgeltlich zum Download

WindLicht @, Freitag, 17.07.2015, 12:31 (vor 1588 Tagen) @ H. Lamarr

Die Krebshäufigkeit nimmt nicht zu

Woher haben Sie diese Information? Meines Wissens nach nimmt die Krebsrate eben doch zu und das seit der industriellen Revolution.

http://www.medizinauskunft.de/artikel/diagnose/krankheiten/Krebs/20_10_krebs.php

"Die Panik-Macher", unentgeltlich zum Download

Kuddel, Freitag, 17.07.2015, 20:13 (vor 1587 Tagen) @ WindLicht
bearbeitet von Kuddel, Freitag, 17.07.2015, 21:07

Da steht: "Forscher behaupten nun..."
Es handelt sich also um eine reine Hypothese einzelner Forscher, nicht mehr.

Tatsache ist aber auch, daß sowohl die Lebenserwartung seit der industriellen Revolution stark angestiegen ist, als auch die Diagnosemöglichkeiten.

Und da die Krebsinzidenz im Alter stark ansteigt, steigen damit auch die prozentualen Fallzahlen in der Gesamtbevölkerung.

Hier ein Beispiel zum Alterseinfluss bei Hautkrebs.
http://newsroom.interpharma.ch/sites/default/files/images/articles/72dpi/krebsstatistik2009.jpg

Zwischen 1985 und heute gab es in unseren Breiten praktisch keinen signifikanten Anstieg der häufigsten Krebsarten.

http://diepresse.com/home/leben/gesundheit/1558076/WeltKrebsTag_Bald-20-Millionen-neue-Patienten-pro-Jahr-

Zum Teil gehe der enorme Anstieg auf das prognostizierte Bevölkerungswachstum und die zunehmende Lebenserwartung zurück, heißt es in dem Bericht. Außerdem würden die Bewohner aufstrebender Ländern häufig schädliche Gewohnheiten reicherer Staaten annehmen, etwa bei der Ernährung.

Wenn Krebs, so wie die "Forscher" in dem Artikel von "Medizinauskunft" behaupten, eine reine "Zivilisationskrankeit" sein soll, wie erklärt sich dann, daß manche Menschen eine genetische Disposition für bestimmte Krebsarten haben ?
Soll diese sich etwa erst in den letzten Jahrzehnten entwickelt haben ?

Und warum sollten Menschen in der Antike keinen Krebs bekommen haben, wo es auch damals schon bekannte Auslöser gab ?
Auch die Sonne schien in der Antike und es gab geographische Gebiete mit überdurchschnittlicher Radioktivität oder Schwermetallbelastung.
Strahlung und Teilchenbeschuss aus dem All gab es ebenfalls schon damals.
Die Menschen waren z.T. unterernährt (schlechte Immunabwehr)
Oder haben schon damals z.B. verbranntes Fleisch gegessen („polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe“, „Acrylamid“ , „heterozyklische Amine“,Nitrosamine.)
Krebserregender Schimmel ist ebenfalls keine Zivilasationserscheinung.
Vulkane haben giftige Asche und Feinstaub ausgeschleudert.

Ich denke schon, daß es auch damals Krebserkrankungen gegeben hat. Das einzige was es damals nicht gab, war die Diagnose "Krebs".

K

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Diagnose-Reflex, Freitag, 17.07.2015, 21:08 (vor 1587 Tagen) @ Kuddel

Lieber Kuddel,
falls Sie Belege suchen... selbst der Neandertaler hatte schon Krebs. Google liefert etliche Ergebnisse. Ein Beispiel: http://www.welt.de/wissenschaft/article116850454/Knochenkrebs-plagte-schon-die-Neandertaler.html

Glücklicherweise hab ich mittlerweile die Geschichte und Archäologie als Hobby wiederentdeckt... sonst hätte ich mich an die Meldung aus 2013 nicht erinnert. Oder humoristisch ausgedrückt: Vielleicht befinden wir uns ja auf dem "Planet der Affen"... und die Archäologen finden im Umkreis des Knochenfunds noch den dazugehörigen Mobilfunkmasten...:rotfl:

Der Mythos von der Krebsgefahr

H. Lamarr @, München, Sonntag, 19.07.2015, 18:31 (vor 1585 Tagen) @ WindLicht

> > Die Krebshäufigkeit nimmt nicht zu

Woher haben Sie diese Information?

Wieso ich? Ich habe doch nur den Klappentext des Buches bei Amazon zitiert, wenn Sie es also ganz genau wissen wollen, müssen Sie die beiden Autoren des Buches fragen ...

Meines Wissens nach nimmt die Krebsrate eben doch zu und das seit der industriellen Revolution.

... oder in deren verlinktem Buch einfach mal Kapitel 8 "Der Mythos von der Krebsgefahr" lesen. Es beginnt für Sie zunächst wie erwartet:

Zu Zeiten Kaiser Wilhelms starb einer von 20 Deutschen an Krebs. Heute ist es jeder Vierte.

Die Autoren wollen damit sagen: 1 von 20 damals, 1 von 4 heute. Wo denn nun angesichts dieser gruseligen Entwicklung der Mythos von der Krebsgefahr abgeblieben ist erfahren Sie, wenn Sie im Buch weiter lesen.

http://www.medizinauskunft.de/artikel/diagnose/krankheiten/Krebs/20_10_krebs.php

Medizinauskunft.de bemüht sich auf dieser Website richtige und vollständige Informationen zur Verfügung zu stellen, übernimmt jedoch keine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen (Quelle).

Heißt: Nie nichts genaues weiß man nicht. Praktische Übung: Rufen Sie diese Seite bei Focus Online auf und schauen/hören Sie sich das Video dort an. Den Text dort brauchen Sie dann nicht zu lesen. Okay, fertig? Gut, dann bitte hier entlang. Werfen Sie auch mal einen Blick auf das Datum der Primärquelle (Spiegel-Artikel).

Noch Fragen?

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Krebsgefahr, Mythos, Primärqelle

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