Verbraucherzentrale NRW empfiehlt "qualifizierte Institute" (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 08.03.2015, 22:38 (vor 1561 Tagen)

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt vor Ausgaben für unsinnige Elektrosmog-Messgeräte aus Baumarkt und Versandhandel und empfiehlt stattdessen ...

Qualifizierte Institute

Mit mangelnder Technik und fehlender Qualifikation auf Smog-Jagd zu gehen, birgt das Risiko, dass es wegen diffuser Quellen allenthalben warnend blinkt und piepst. Dadurch wächst eher die Verunsicherung und die Neigung, die ganze Wohnung auf den Kopf zu stellen, beispielsweise sämtliche Stromleitungen abschirmen zu lassen.

Weitaus besser fährt deshalb nach Überzeugung der Verbraucherzentrale, wer einige Euro mehr ausgibt und ein qualifiziertes Institut beauftragt: um eine korrekte Messung, eine fachgerechte Interpretation der Daten und Empfehlungen für einen angemessenen Schutz zu bekommen. Damit lassen sich Ausgaben für überflüssige Sanierungen vermeiden.

Kommentar: Aus meiner Sicht hat der Tipp der Verbraucherzentrale NRW (kurz: VZ) einen doppelten Boden, denn genau diese Form der Empfehlung – Abraten von Eigeninitiative und Zuraten zu Expertenhilfe – kursiert in viraler Form auch in Anti-Mobilfunk-Kreisen, um echte und vermeintliche Experten im Geschäft zu halten. Dabei wäre die beste aller Empfehlungen: "Ruhe bewahren, es besteht weder Anlass für Eigeninitiative noch zur Beschäftigung von Dienstleistern, denn das Problem ist lediglich inszeniert". Doch die VZ hat sich, für mich irritierenderweise, anders entschieden. Wen aber mag sie mit einem qualifizierten Institut nun meinen: Einen Baubiologen, der kurz zuvor z.B. noch arbeitsloser Gärtner war oder einen vereidigten EMF-Sachverständigen? Die Webseite des Vereins hilft einem in dieser nahe liegenden Frage leider nicht weiter, lässt völlig offen, wohin sich der den Baumärkten abspenstig gemachte Elektrosmog-Verunsicherte denn nun wenden soll. Also musste ich forschen. In der Selbstdarstellung der VZ heißt es: Als gemeinnütziger Verein werden wir von 31 verbrauchernahen Verbänden und örtlichen Arbeitsgemeinschaften getragen. Gut, warum nicht. Doch einer dieser 31 tragenden Verbände ist der BUND, der als Elektrosmog-Panikmacher seit Jahren keine gute Figur abgibt. Zwei Landesverbände des BUND wiederum veranstalten in Mainz jährlich das "Umwelt- und Mobilfunksyposium", Mitveranstalter sind der "Verband Baubiologie" und das "Institut für für Baubiologie + Ökologie (IBN)". Wer es noch nicht weiß: Das IBN bildet gegen Gebühr jeden zum Baubiologen aus - und sorgt sich selbstverständlich auch auf übergeordneter Verbandsebene darum, dass die Berufsaussichten der frisch ausgebildeten Quereinsteiger nicht ganz auf den Hund kommen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Filz, BUND, Mobilfunksymposium, Lobbyismus, Messung, IBN, Verband-Baubiologie, Nordrhein-Westfalen, Arbeitskreis, Alarmist, Verbraucherzentrale, Verinsmeierei

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