Katholische Kirche und Elektrosmog (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 01.08.2014, 10:33 (vor 1934 Tagen)

Auszug aus Die Woche (Österreich):

Der [Salzburger] Erzbischof Alois Kothgasser erließ bereits 1997 ein Edikt. Dort heißt es konkret: "Die Belastung durch elektromagnetische Wellen wird zunehmend als gesundheitsbeeinträchtigender Faktor erkannt. In aktuellen Grenzwerten wird jedoch nicht auf Langzeitauswirkungen und besondere Sensibilitätsfaktoren (Alter, Krankheiten, angeborene und erworbene Sensibilität, ...) eingegangen. Die katholische Kirche versteht sich als Anwalt der Schwächeren (in diesem Fall vor allem von Kindern, Alten und Kranken) und will sowohl durch Bewusstseinsbildung als auch durch konkrete Entscheidungen in ihren Einflussbereichen zum Schutz dieser Personengruppen eintreten." In Folge wurde auf kirchlichen Liegenschaften der Betrieb von Mobilfunksendeanlagen nicht genehmigt.

Kommentar: Sich auf ein 17 Jahre altes Edikt zu berufen ist mMn befremdlich. Nicht nur deshalb weil offen ist, mit welcher Fachkompetenz ein Erzbischof in Fragen biologischer Wirkungen von EMF ausgestattet ist, sondern wegen der Ausblendung des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns der vergangenen 17 Jahre, der alte Befürchtungen widerlegt und neue nur in engen Grenzen zugelassen hat: Wenn überhaupt ein Risiko von Mobilfunk ausgeht, dann von den Handys, nicht von den Masten. Dies zu erkennen, erfordert die anstrengende Bezwingung eines hohen Berges, der in keiner Karte eingetragen ist, es ist der berüchtigte "Mount Stupid". Erst einmal drüberweg, sieht der Bergbezwinger alles viel klarer und kann das vermeintliche Dickicht der Mobilfunkdebatte und ihre Scheinprobleme ziemlich mühelos durchschauen.

Die Websites der diversen Anti-Mobilfunk-Vereine sind die bequemen Sessellifte, die Arglose schnell auf den Mount Stupid hinauf befördern, wo sie zutiefst beunruhigt umher irren. Den Abstieg aus der Nebelzone der Desinformation schafft zügig, wer sich bei neutralen und vor allem wirklich kompetenten Stellen informiert, z.B. beim BfS oder den Landesämtern für Umwelt.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Kirche, Einflussnahme, Mount Stupid, Spiritualität, Liegenschaften

Katholische Kirche und Elektrosmog

Radioburst, Freitag, 01.08.2014, 22:08 (vor 1934 Tagen) @ H. Lamarr

Der [Salzburger] Erzbischof Alois Kothgasser ... "Die Belastung durch elektromagnetische Wellen wird zunehmend als gesundheitsbeeinträchtigender Faktor erkannt...

Die Vorbeter der katholischen Kirche behaupten auch sonst Dinge, für die jeglicher Beweis fehlt und die nicht plausibel sind.

Kommentar: Sich auf ein 17 Jahre altes Edikt zu berufen ist mMn befremdlich...

Die Vorbeter berufen sich auf jahrtausend alte Schriften, in denen nachweisbar Unrichtigkeiten stehen, verfasst von unwissenden Männern.
Außerdem berufen sie sich auch auf Schriften über einen Wanderprediger, dessen Existenz durch keine unabhängige Quelle belegt ist und die erst lange nach dessen Tod von Unbekannten verfasst wurden.


So gesehen darf einen Herrn Kothgassers Auftreten nicht überraschen.

Katholische Kirche und Elektrosmog

H. Lamarr @, München, Freitag, 01.08.2014, 23:34 (vor 1934 Tagen) @ Radioburst

Die Vorbeter berufen sich auf jahrtausend alte Schriften, in denen nachweisbar Unrichtigkeiten stehen, verfasst von unwissenden Männern.
Außerdem berufen sie sich auch auf Schriften über einen Wanderprediger, dessen Existenz durch keine unabhängige Quelle belegt ist und die erst lange nach dessen Tod von Unbekannten verfasst wurden.

Für einen Niederbayern ganz schön atheistisch, was du da schreibst :lookaround:.

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Katholische Kirche und Elektrosmog

Trebron, Sonntag, 03.08.2014, 12:30 (vor 1932 Tagen) @ H. Lamarr

Hm, darf ich das noch mal hochholen?
Salzburg scheint ja ein besonderes Pflaster zu sein, wo die elektromagnetischen Wellen anders wirken als beim Rest der Welt ;-) .
Und dass Kirchtürme vielerorts die beste Platzierung für Sende-Antennen wären, braucht auch nicht vertieft werden.
Aber bevor hier die katholische Kirche in Österreich unnötig vorgeführt wird:
Auch in Deutschland haben die Bistümer und Landeskirchen, beraten durch ihre gut vernetzten Umwelt-Beauftragten, längst entsprechende (jedoch zurückhaltend formulierte) Regelungen getroffen. Dabei maßen sich die Kirchen keineswegs irgendwelche Fachkompetenz in Sachen Elektrosmog an. Die Vorgesetzten halten (mit ablehnenden Vorschriften) einfach den Kopf hin, um die vor Ort tätigen Geistlichen und Gemeinderats-Mitglieder aus unerfreulichen Aktionen von fanatischen Frust-Rentnern raus zu halten. Deren peinliches Agieren ist einfach nicht der Stil von Kirchen. Und Pfarrer oder Priester, die mit Plakat und Megafon eine Gegen-Demo anführen, passen irgendwie auch nicht ins Bild ;-). Da lässt man die Einnahmen durch sinnvolle Kirchturm-Vermietung lieber sausen …
Zum gerne vorgeschobenen Argument, dass Kirchen-Gebäude und ihre Türme ausschließlich für sakrale Zwecke genutzt werden dürfen, gibt es allerdings auch was zu ergänzen. Bis weit ins letzte Jahrhundert haben Kirchtürme allüberall ganz profanen Zwecken der damaligen Informations-Technologie gedient. Wofür die politischen Gemeinden heute noch vielerorts in den Kirchen-Säckel bezahlen. Die Kirchturm-Uhr und die Glocken regelten, da gut sicht- und hörbar, die zeitlichen Abläufe vor Ort und riefen bei Bedarf die Feuerwehr zum Einsatz. Diesen Service ihrer technischen Möglichkeiten stellen die „Betreiber“ von Kirchtürmen den Kommunen weiterhin in der Form in Rechnung, dass diese per Vertrag an den Wartungs- und Renovierungskosten der Türme, Uhren und Glocken anteilig beteiligt sind.
Die Antenne im Kirchturm wäre da eigentlich nur die zeitgemäße Fortführung der Tradition ;-).

Tags:
Kirchturm, Plakataktion

Katholische Kirche und Elektrosmog

H. Lamarr @, München, Sonntag, 03.08.2014, 15:38 (vor 1932 Tagen) @ Trebron

Da lässt man die Einnahmen durch sinnvolle Kirchturm-Vermietung lieber sausen …

Das aber isses, was mich auf die Palme bringt, wenn ein paar Frust-Rentner es mit unqualifizierten Argumenten und Druckmachen schaffen, vor mühelos erzielbaren Vermietungseinkünften, die dem Gemeinwohl zugute kämen (kirchl. Kindergarten, Spielgerät, Sozialdienst ...), eine Mauer der Angst zu errichten. Das ist mMn bis auf die Knochen dissozial oder eigennützig. Vermutlich muss man im öffentlichen Dienst abgehärtet worden sein, um den Sachverhalt so abgeklärt zu sehen wie Sie, mir will das (noch) nicht gelingen. Denn es geht mMn ja nicht allein darum, dass die Kirchen milde und friedfertig einem Konflikt vorsorglich aus dem Weg gehen, es geht auch um die ungute Signalwirkung auf die Bevölkerung (Mobilfunk macht evtl. doch krank), die damit verbunden und Wasser auf die Mühlen gewisser Leute ist. Die kämpferische Line von Robin Hoods Gefährten Bruder Tuck liegt mir daher mehr.

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Katholische Kirche und Elektrosmog

Trebron, Sonntag, 03.08.2014, 17:28 (vor 1932 Tagen) @ H. Lamarr

Da lässt man die Einnahmen durch sinnvolle Kirchturm-Vermietung lieber sausen …

Das aber isses, was mich auf die Palme bringt, wenn ein paar Frust-Rentner es mit unqualifizierten Argumenten und Druckmachen schaffen, vor mühelos erzielbaren Vermietungseinkünften, die dem Gemeinwohl zugute kämen (kirchl. Kindergarten, Spielgerät, Sozialdienst ...), eine Mauer der Angst zu errichten. Das ist mMn bis auf die Knochen dissozial oder eigennützig.

Volle Zustimmung, vielleicht treffen wir uns mal auf der gleichen Palme ...

Vermutlich muss man im öffentlichen Dienst abgehärtet worden sein, um den Sachverhalt so abgeklärt zu sehen wie Sie ...

Hamse schlechte Erfahrungen mit dem ÖD gemacht ;-) ?
Aber gerne im Ernst: Ich lese und schreibe hier mit, weil mir diese Wut-Rentner und ihr u.a. die kirchlichen Kindergärten schädigendes Treiben völlig gegen den Strich gehen. (Der Ober-Diagnose-Funker in Herrenberg wollte letztes Jahr als Gemeinderat einen Kindergarten gegen E-Smog abschirmen lassen. Und ist dabei auf den Bauch gefallen. Keine Mehrheit für den Grünen-Antrag.)
Ich wollte nur in aller Zurückhaltung darauf hinweisen, dass die Kirchen sich eben auf ihr Kerngeschäft (völlig egal, wie man das sieht) konzentrieren. Etwa nach dem Motto: Was juckt es die Eiche, wenn sich ein Wildschwein an ihr scheuert?

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