Mobilfunkantennen strahlen hierzulande weniger als im Ausland (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 27.06.2014, 10:26 (vor 3139 Tagen)

An der genial missverständlichen Universal-Titelzeile "Mobilfunkantennen strahlen hierzulande weniger als im Ausland" können sich weltweit Leser des Landbote (Schweiz) erfreuen.

Man muss bei dieser hübschen Meldung schon genau hinschauen, um zu bemerken, dass ein ehemaliger Elektroinstallateur, der glaubt «50 Prozent unserer Kosten im Gesundheitswesen sind auf Elektrosmog zurückzuführen», mit seinem "Insti­tut für biologische Elektrotechnik" ziemlich gut wegkommt. Offensichtlich lassen sich in reichen Wohlstandsgesellschaften, die sich auch um kleinste Details der Gesundheit sorgen, mit vermeintlichen "technischen Hilfsmitteln" gute Geschäfte machen. Die Leute zahlen lieber, auch für unsinnige Einbauten, als selber aktiv etwas für die eigene Gesundheit zu tun, und z.B. um den Block zu joggen.

Der Elektroinstallateur hat ein Handy und hält nicht viel von Angst vor Mobilfunk, verkauft seinen Kunden jedoch ohne mit der Wimper zu zucken geschirmte Stromkabel und wahrscheinlich auch Esoterikgerätschaft wie Netzfreischalter.

Netzfreischalter haben es ähnlich wie die Homöopathie weitgehend geschafft. Sie sind auch in der seriösen Elektrobranche als Standardprodukt anerkannt und werden kaum noch als sinnleeres Produkt ohne Mehrwert erkannt.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Homöopathie, Netzfreischalter

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