Prof. Richter: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 07.05.2014, 00:40 (vor 2016 Tagen)

Prof. Karl Richter war als Mobilfunkgegner aktiv, lange bevor er die sogenannte Kompetenzinitiative ins Leben rief. Die Dramatik war ihm aber schon damals ans Herz gewachsen, wie sich unschwer am Titel eines seiner Werke vom Oktober 2006 erkennen lässt: Mobilfunkpolitik im Urteil ihrer Opfer - 33 saarländische Bürger und Bürgerinnen bitten die EU um Hilfe (PDF, 11 Seiten, saarländisch). Die "Opfer" bitten nicht ihren Bezirksausschuss um Hilfe, einen Stadtrat, den Bürgermeister, einen Landtagsabgeordneten, den Ministerpräsidenten des Saarlandes oder die Bundeskanzlerin, sondern gleich die EU. Das war mMn ein taktischer Fehler, sich auf belangloser kontinentaler Ebene aufzuhalten, statt gleich die UNO in Zugzwang zu bringen. Im Stil des Titels ist auch der Inhalt des PDFs. Wer es liest erlebt als Mobilfunkgegner einen Schnellkurs in Desillusion und als Skeptiker die Gewissheit, dass die Anti-Mobilfunk-Szene mit dem gegenwärtigen Personal auch in 100 Jahren noch nicht dem Sandkasten hinter sich gelassen hat, in dem sie heute so lustvoll gräbt und prachtvolle Kulissen baut.

Über die am Ende des PDFs erkennbare auffällige Clusterbildung bei den 33 "Opfern der Mobilfunkpolitik" will ich mich jetzt gar nicht auslassen, obwohl auch dies sicher eine interessante Analyse wäre. Nein, mir geht es nur um das Ehepaar, das in 66424 Homburg in der Heinrichstrasse 17 wohnt. Um die Leute nicht bloß zu stellen, erwähne ich deren Namen nicht.

Und jetzt machen wir zusammen einen Zeitsprung zurück in den Juli 2005. Damals erschien das erste Anti-Mobilfunk-Buch des Literaturprofessors, ich haben es im IZgMF-Forum treu ergeben der Leserschaft vorgestellt. Richter klagt darin, das sei nur am Rande angemerkt:

Die Familie des Autors dieser Zeilen hatte hier seit Jahrzehnten eine neue Heimat gefunden - der wir inzwischen so oft wie möglich wieder entfliehen müssen, weil wir anders die Nachbarschaft von über zwanzig Antennen gesundheitlich nicht aushalten.

Hört sich schlimm an. Doch so schlimm kann es nicht sein. Denn seit Erscheinen des Buches sind bald neun Jahre ins Land gezogen - und dennoch wohnt Richter noch immer in der Preußenstraße 11 von St. Ingbert, die auch schon 2005 sein Zuhause war. Mit dem Verzicht auf den ultimativen Schritt zur Lösung des subjektiv empfundenen Problems ist der Professor jedoch kein Einzelfall, wie z.B. hier und dort nachzulesen ist.

Sodalla, damit sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, der Sack kann zugemacht werden:

Richters Buch ist auch bei Amazon gelistet und wer hier regelmäßig mit liest, der weiß schon was jetzt kommt. Bei Büchern von Anti-Mobilfunk-Autoren ist es immer vergnüglich, sich die Rezensionen genauer anzusehen, denen in aller Regel die Begeisterung über das besprochene Werk aus den Zeilenzwischenräumen tropft. So nimmt es nicht wunder, dass Richters Buch zwar nur eine einzige Besprechung (im September 2005) erfahren hat, diese ihm aber volle Punktzahl schenkt.

Pointe 1 entdeckt, wer den Namen der Rezensentin mit dem der beiden Opfer in der Heinrichstrasse 17 zu Homburg vergleicht.

Pointe 2 entdeckt, wer sich gewahr wird, dass das, was die Rezensentin hinter ihrem Namen in Anführungszeichen nennt, ein Rufzeichen ist, genauer ein Amateurfunk-Rufzeichen. Die Rezensentin ist tatsächlich im Besitz einer (alten) C-Lizenz. Sie emittiert bei der Ausübung ihres Hobbys also eben das, wovon Prof. Richter blind überzeugt ist, es mache ihn krank. Wieder so einer dieser Widersprüche, die sich beim Betrachten der Anti-Mobilfunk-Szene regelmäßig auftun wie Abgründe. Warum die Rezensentin ihr Rufzeichen ausgerechnet bei dieser Rezension nennt, nur sie kann uns das erklären. Vielleicht wollte sie damit "Spaß" signalisieren. Denn spaßig ist auch ihre Rezension, die mit dem tatsächlichen Inhalt des Buches so wenig zu tun hat, wie der Saarländer mit dem Verständnis der Mobilfunktechnik.

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In St.-Ingbert hat man Angst vor UMTS

KlaKla, Mittwoch, 07.05.2014, 10:44 (vor 2015 Tagen) @ H. Lamarr

2003 - Die Anwohner des St. Ingberter Wohngebietes Auf Mühlental haben über 100 Unterschriften gesammelt. Die Menschen haben Angst vor immer stärkerer Strahlenbelastung. "In der Nähe der Siedlung steht nämlich der Sendemast einer Mobilfunkstation. Er wird seit Beginn der 80er Jahre Zug um Zug aufgerüstet. Wir befürchten, dass im Zuge der neuen Handy-Generation UMTS noch weiter aufgerüstet wird", heißt es in einem offenen Brief einer Bürgerinitiative. Sprecher der Initiative sind Helmut Fackler (Tonmeister und Journalist), Klaus Goebbels (Physiker), Karl Richter (Geisteswissenschaftler) und Hermann Wittebrock (Rechtsanwalt). Quelle: Yahoo-Groupe

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Geliebter Albtraum

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 07.05.2014, 11:00 (vor 2015 Tagen) @ KlaKla

Er wird seit Beginn der 80er Jahre Zug um Zug aufgerüstet.

Die Leute lebten dort also rund 25 Jahre in Frieden mit dem Antennenträger. Und dann kam ein einziger, der sich im mittlerweile erreichten Ruhestand langweilte, auf die Idee rumzumotzen :no:. Von den angeblichen 100 Mitstreitern hört man heute keinen Mucks mehr, nur der eine, der nicht mehr zurück kann, der ist noch immer auf Tour. Er lebt seinen geliebten Albtraum weiter.

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KlaKla, Mittwoch, 07.05.2014, 12:25 (vor 2015 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von KlaKla, Mittwoch, 07.05.2014, 12:41

2002 ging er in den Ruhestand. Seit 2003 pflegt er ein ungewöhnliches Hobby.
Vor Ort war er nicht erfolgreich. Seine persönlichen Einsprachen waren geprägt von Emotionen, Vorwürfen und Unterstellungen.

2006 - Seit zweieinhalb Jahren wurden alle unsere Offenen Briefe, Analysen und Appelle totgeschwiegen. Da auch Öffentlichkeit ein Grundprinzip der Demokratie ist, haben wir die meisten Zeugnisse dieser Art inzwischen öffentlich über unsere Homepage zugänglich gemacht (www.buerger-machen-mobil.de).

Wenn wunderts bei derartigen Texten

Wir sehen die Mobilfunkverantwortlichen des Saarlandes in sehr einseitiger und tendenziöser Weise (un)informiert und beraten. Nach den Erkenntnissen einer industrieunabhängigen Forschung macht sich die Regierung des Landes in großem Stil der Beihilfe zu fahrlässiger Körperverletzung und Tötung schuldig.
...
Der Politik Ihrer Regierung ist in all diesen Punkten das Gespür für unverzichtbare menschliche, soziale und kulturelle Grundwerte unserer Demokratie abhanden gekommen, auf die auch Bürger kleiner Bundesländer ein Anrecht haben.

Und hier das Antwortschreiben des Ministers auf die Vorwürfe.


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KlaKla, Mittwoch, 07.05.2014, 18:37 (vor 2015 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von KlaKla, Mittwoch, 07.05.2014, 18:56

Die Leute lebten dort also rund 25 Jahre in Frieden mit dem Antennenträger. Und dann kam ein einziger, der sich im mittlerweile erreichten Ruhestand langweilte, auf die Idee rumzumotzen :no:. Von den angeblichen 100 Mitstreitern hört man heute keinen Mucks mehr, nur der eine, der nicht mehr zurück kann, der ist noch immer auf Tour. Er lebt seinen geliebten Albtraum weiter.

Dabei ist der Standort in St. Ingbert erst vor kurzen auf/umgerüstet wurden. Standortbescheinigungs-Nr.: 710335 Datum der Erteilung: 27.03.2014 (mehr als 20 Sektoren). Und die Richters sind noch immer nicht umgezogen. Besonders schlaftrunkend wirkte er nicht in Würzburg. Vielleicht leichte Wortfindungsstörung. Lt. Dr. Spaarmanns Vortrag (2007) eine Begleiterscheinung des sogenannten Mikrowellensymdrom. :wink:

100 Jahre Elektrosmog-Panikmache

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Alles wird gut

hans, Mittwoch, 07.05.2014, 20:55 (vor 2015 Tagen) @ KlaKla

Dabei ist der Standort in St. Ingbert erst vor kurzen auf/umgerüstet wurden.

Dann kommt es schon gut. Immerhin gibt sogar Herr Jakob den folgenden Tipp:
10) Besorgen Sie sich ein Mobiltelefon der 3. Generation (3G), dieses generiert weniger Strahlung wenn es sich nahe einer passenden Basisstation befindet. Diese 3G-Telefone stellen sich selber so ein, dass sie mit der kleinstmöglichen Energie senden um die Verbindung herzustellen.
UMTS-Antenne sei Dank können nun auch die St. Ingberter mit den strahlungsreduzierten und von Herrn Jakob empfohlenen 3G Handys telefonieren.

Prof. Richter über deutsche Mobilfunk-Grenzwerte

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 07.05.2014, 13:08 (vor 2015 Tagen) @ H. Lamarr

... so wenig zu tun hat, wie der Saarländer mit dem Verständnis der Mobilfunktechnik.

Karl Richter 2003: "Die deutschen Grenzwerte liegen zehn Milliarden Mal höher, als für einen zuverlässigen Mobilfunkverkehr notwendig ist."

[*Seufz!*]. Ich darf genervt auf Herrn Nuhr verweisen: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal ...". Auch Mount Stupid passt fugenlos.

Und weiter wusste er:

Der Gesetzgeber entlarve sich eigentlich selbst, meint Richter. "Warum gelten sonst für Kindergärten und Schulen niedrigere Strahlungsgrenzwerte als für das Zuhause der Kinder?", fragt er. "Wir deuten das so, als trauten die Verantwortlichen ihren eigenen Werten nicht", wird die Antwort gleich mitgeliefert. Karl Richter wirft den politischen Parteien in diesem Punkt Versagen vor. "Mit dem Einstreichen der UMTS-Gebühren hat die Politik wohl ihr Gewissen abgegeben", sagt er.

Und heute?

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10 von 10 Punkten!

Alexander Lerchl @, Mittwoch, 07.05.2014, 18:45 (vor 2015 Tagen) @ H. Lamarr

So nimmt es nicht wunder, dass Richters Buch zwar nur eine einzige Besprechung (im September 2005) erfahren hat, diese ihm aber volle Punktzahl schenkt.

Für Ihr Posting bekommen Sie von mir 10 von 10 Punkten! ;-)

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10 von 10 Punkten!

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 08.05.2014, 10:36 (vor 2014 Tagen) @ Alexander Lerchl

Für Ihr Posting bekommen Sie von mir 10 von 10 Punkten! ;-)

:danke: Das freut mich.

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