1978: IBN-Gründer Anton Schneider warnt vor Abschirmung (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 27.03.2014, 23:38 (vor 2089 Tagen)

Wer hätte das gedacht!

Dr. Anton Schneider, der Gründer des Instituts für Baubiologie, Neubeuern, (IBN) gab Bild-München ein Interview, das am 5. Dezember 1978 unter dem Titel erscheint: "Sieben Sachen, die Ihr Haus gesünder machen". Die dritte der sieben Sachen ist aus heutiger Sicht ein Sensatiönchen, denn Anton Schneider erteilt der Abschirmung von EMF eine klare Absage:

Das elektromagnetische Feld - wird in Stahlbeton-Räumen zerstört. Was zu Leistungsabfall und Depressionen führt. Und nach Forschungen des französischen Mediziners Professor Pech in der dritten Generation die Bewohner von Beton-Bunkern unfruchtbar macht.

Das war damals ein schwerer strategischer Fehler von Herrn Schneider, der Betongegner war und 1978 natürlich nicht wissen konnte, dass ab Juni 1992 der GSM-Mobilfunk für seine Zunft ein noch viel besserer Popanz werden würde, als der graue Baustoff. Heute beklagt das IBN nicht mehr die Schirmwirkung von Stahlbeton, sondern zeigt Bäckern, Schustern und Turmuhrstellern, die sich auf eigene Kosten zu Baubiologen weiterbilden lassen, wie sich die irgendwann entdeckte angebliche Schadwirkung schwächster EMF mit Ganzkörperabschirmungen gewinnbringend und heilstiftend wegdämpfen lässt.

Gefunden habe ich diesen Fleck auf der Weste des IBN in den Buch: Danielewski G., Geschäfte mit der Angst; Baubiologie zwischen Anspruch und Wirklichkeit. 1981. Beton-Verlag.

Kurios: Auch Dr. U. Warnke kommt mit seinen Bienenstudien in dem Buch vor, Danielewski hält große Stücke auf ihn.

Bislang habe ich in den 254 Seiten des Buches nur ein bisschen geblättert, aber schon jetzt ist klar: Das Imageproblem der Baubiologie kam nicht mit der Einführung des Mobilfunks. Es ist deutlich älter und die Kernkritikpunkte an der unseriösen Baubiologie haben sich in den vergangenen 35 Jahren nicht verändert.

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Warnke, Abschirmung, Bienen, Geschäftsführer, IBN, Brodeur, Kommerz, Schneider, Ewiggestriger, Popanz, Danielewski, Dinosaurier, VB, Palm, Stahlbeton, Lotz

1978: IBN-Gründer Anton Schneider warnt vor Abschirmung

Kuddel, Freitag, 28.03.2014, 21:17 (vor 2088 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Kuddel, Freitag, 28.03.2014, 21:47

Ich habe oft den Eindruck, die Alternativmedizin und die Baubiologie funktioniert geradezu "invers" zur Wissenschaft.

1) Zuerst wird eine "Diagnosemethode" (neues Messgerät) oder eine neue Behandlungsmethode erfunden.

2) Dann wird nach Hypothesen gesucht, welche Diagnose- und Behandlungsmethode mit Krankheiten in Zusammenhang bringen.

3) Man probiert Diagnose und Behandlungsmethode an willigen Patienten aus, indem man ihnen ein neuartiges "Therapiekonzept" verspricht.

4) Es wird wild an den Patienten herumprobiert, um herauszufinden, ob nicht einer "reagiert".

5) Es werden "Anscheinsbeweise" gesammelt, welche für die Hypothese(n) sprechen und die Hypothese(n) zu einer (pseudo)wissenschaftlichen, angeblich "evidenzbasiernden" wissenschaftlichen Erkenntnis geadelt.

6) Gestützt durch die "(pseudo)wissenschaftlichen" Beweise werden Behandlungsmethoden und Meßgeräte an andere Alternativmediziner und Baubiologen "verkauft", um eine breitere Kundenbasis zu erlangen.

K

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Hypothese, Pseudowissenschaft, Alternativmedizin, Uebeltäter

1978: IBN-Gründer Anton Schneider warnt vor Abschirmung

H. Lamarr @, München, Samstag, 29.03.2014, 00:33 (vor 2088 Tagen) @ Kuddel

Ich habe oft den Eindruck, die Alternativmedizin und die Baubiologie funktioniert geradezu "invers" zur Wissenschaft.

Diese Vertauschung von Anfang und Ende ist auch ein typisches Erkennungsmerkmal von Verschwörungstheorien und die grundlegende Regieanweisung für unseren Ex-Teilnehmer "wuff":

Zuerst die Folgerung, dann die Gründe

Der klassische Verschwörungstheoretiker beginnt mit einer Schlussfolgerung, zum Beispiel: “Die Bush-Administration war Nutznießer des 11/9, also steckt sie hinter den Angriffen.” Danach kommen erst die Gründe, die – bildich gesagt- das aufgestellte Kartenhaus in seine Einzelteile aufdeckt. Ein Assistent des führenden JFK-Attentats-Theoretikers Jim Garrison erläutert dessen Ermittlungsmethoden im Mordfall Kennedy wie folgt: „Meistens ordnet man die Fakten und zieht dann die Schlussfolgerungen. Doch Garrison zog eine Folgerung und ordnete anschließend die Fakten. Und wenn die Fakten nicht passten, pflegte er zu sagen, dass sie von der CIA verändert worden seien.”
(Quelle)

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Verschwörungstheorie, Troll, Nutznießer, Checkliste, Verband-Baubiologie, Entlarven, VB, Uebeltäter

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