Hormonstörungen unter extremer 900-MHz-Befeldung (Berichtigungen)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 25.12.2013, 19:45 (vor 2149 Tagen)

Unter Mobilfunkgegnern fand eine Studie aus dem Iran Beachtung, die bei Befeldung von Ratten mit einem 900-MHz-Signal über signifikante Störungen im Hormonhaushalt der Tiere berichtet, jedoch im Abstract über die Expositionsstärke keine Auskunft gibt.

Wie sich jetzt am Volltext der Studie herausstellt, sind die Einwände gerechtfertigt, die sich gegen die Verbreitung der Studie in Kreisen von Laien aussprechen.

Nachfolgend einige Informationen zur Exposition, die dem Volltext entnommen wurden:

  • Die Ratten wurden nicht mit einem realen GSM900-Signal befeldet, sondern mit einem unmodulierten 900-MHz-Signal (CW-Signal).
  • Strahler war eine 12-cm-Dipol-Antenne.
  • Exponiert wurden die Tiere in Kunststoffboxen, deren Abmessungen den Tieren einen Aufenthalt in minimal 20 cm und maximal 51 cm Distanz zur Antenne erlaubten.
  • Die einwirkende Immission wurde mit einem Spektrumanalysator FSH6 gemessen.
  • Im geringsten Abstand, den die Tiere einnehmen konnten, wurden 146,8 mW/cm² gemessen, im größten 22,8 mW/cm².
  • Die grob abgeschätzte Ganzkörperexposition erreichte 0,19 W/kg bis 1,22 W/kg.

Und was heißt das nun?

Das heißt, dass die Tiere, sofern die Angaben der Studie zutreffend sind, bis zu vier Stunden am Tag über 30 Tage hinweg zwischen 228 W/m² und 1468 W/m² ausgesetzt waren, je nachdem, wo sie sich gerade in der Box aufgehalten haben. Zum Vergleich: Der zulässige Grenzwert bei 900 MHz beträgt rd. 4,5 W/m², die Ratten wurden daher maximal 326-fach über Grenzwert befeldet. Kein Wunder, dass den Tieren der Hormonhaushalt entgleiste.

Allerdings habe ich Zweifel an den berichteten Werten der Exposition. Denn 900 MHz bedeuten 33 cm Wellenlänge. Eine Messung mit einem Spektrumanalysator wäre nur dann zulässig gewesen, wenn sich die Ratten im Fernfeld und nicht im reaktiven Nahfeld der Sendeantenne aufgehalten hätten. Da das Fernfeld erst bei mindestens der 2-fachen Wellenlänge beginnt (besser: 4-fach), wurde von den Forschern im Iran eine elementare Regel der HF-Messtechnik missachtet. Innerhalb des reaktiven Nahfelds gemessene Feldstärkewerte (elektrische Feldstärke) lassen sich mit üblichen Methoden (Freifeld-Wellenwiderstand) nicht fehlerfrei in Leistungsflussdichtewerte umrechnen. Die Forscher im Iran hätten statt der Leistungsflussdichtewerte die Spezifische Absorptionsrate (SAR) als dosimetrische Größe verwenden müssen.

Nicht ersichtlich ist auch, wie mit einem gewöhnlichen HF-Generator (Typ wird nicht genannt) ohne Verstärker eine so hohe Leistungsflussdichte, wie die genannte, erzielt werden konnte. Möglicherweise wurde beim Satz der Arbeit im Verlag unabsichtlich die Größe Mikrowatt (µW) gegen Milliwatt (mW) ersetzt.

Die Mobilfunkgegner die sich mit dieser Studie auseinandergesetzt haben, wissen von alledem nichts und verbreiten die Studie, nur wegen ihres Alarmpotentials, unter Laien. Dies ist mMn deshalb verantwortungslos, weil ohne genaue Kenntnis der Exposition keine einzige Mobilfunkstudie zum Alarmieren taugt. Schließlich gibt es erst dann Grund zur Sorge, wenn gesundheitlich relevante Effekte unterhalb der Grenzwerte gefunden werden. Übrig bleibt im Gedächtnis der Leser des falschen Alarms nur die vage Erinnerung, 900-MHz-Felder, wie sie beim Mobilfunk gängig sind, könnten Hormonstörungen bewirken. Von der Berichtigung hier erfahren überzeugte Mobilfunkgegner nicht zwingend etwas. Aus derartigen diffusen Angsterinnerungen speisen sich mMn die etwa 30 Prozent, die bei repräsentativen Befragungen angeben, wegen der Befeldung durch Mobilfunk besorgt zu sein - obwohl es für die Besorgnis keinerlei stichhaltigen Grund gibt.

Hintergrund
Die richtige Dosimetrie: Achillesferse von Mobilfunkstudien

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Grenzwert, Exposition, Dosimetrie, Hormonstörung, Ratten

Hormonstörungen unter extremer 900-MHz-Befeldung

charles ⌂ @, Mittwoch, 25.12.2013, 20:28 (vor 2149 Tagen) @ H. Lamarr

Ja genau.

Im Nahfeld muss auch das magnetische Feld gemessen werden.
Wie aucxh bei der TNO-Cofam Studie wurde das nicht gemacht, weil die Probanden sich im Nahfeld befanden.

Und bei richtige Befeldung muss nicht ein CW Signal benützt werden, sondern ein gepulstes Signal.

--
Charles Claessens
www.milieuziektes.nl

Hormonstörungen unter extremer 900-MHz-Befeldung

Dr. Ratto, Mittwoch, 25.12.2013, 23:48 (vor 2149 Tagen) @ H. Lamarr

Mal angenommen, die grobe Abschätzung einer Ganzkörperexposition von 0,19 - 1,22 W/kg stimmt in etwa, oder ist zumindest nicht um viele Zehnerpotenzen falsch. Für einen Menschen wäre das als Teilkörperexposition durch ein Mobiltelefon völlig in Ordnung, für Ganzkörperexpostion gilt für die allgemeine Bevölkerung ein Grenzwert von 0,04 W/kg, für beruflich Exponierte 0,8 W/kg. Für die Ratte sind infolge der Körpergröße Grenzwerte überschritten und es ist mit Effekten zu rechnen. Ein deutlicher Einfluss der Exposition (im Verhalten) ist bei Ratten erst ab 4 W/kg beschrieben. Menschen werden mit Ganzkörperexpositionen über 0,8 W/kg nicht konfrontiert [Da ist das Komma verrutscht, siehe hier, Anm. Admin].

Nun zu den biologischen Angaben aus dem Volltext:

Es wurden insgesamt 20 Ratten untersucht, die in 4 Gruppen von je 5 Tieren aufgeteilt waren. Eine Gruppenstärke von 5 ist zu gering um statistisch belastbare Ergebnisse zu erhalten.

Die Gruppen wurden frei beweglich in Käfigen über die Dauer von 30 Tagen jeweils 1, 2 oder 4 Stunden täglich Exponiert. Die "Scheinexposition" erfolgte unter ähnlichen Bedingungen in einem anderen Raum, es war also keine echte Scheinexposition (in der Expositionsanlage, aber ohne Feld), sondern eine simple Käfigkontrolle. Das entspricht nicht den qualitativen Anforderungen an eine wissenschaftliche Studie, auch minimale Unterschiede zwischen den Räumen können den Hormongehalt beeinflussen.

Die Studie war nicht verblindet. Auch das entspricht nicht den Anforderungen an eine gute wissenschaftliche Praxis.

Den Tieren wurde vor Beginn der Exposition, nach 15 Tagen und nach 30 Tagen Blut abgenommen und der Hormongehalt im Serum bestimmt. Signifikante Unterschiede wurden bei allen untersuchten Hormonen gefunden, aber nur bei einer Expositionsdauer von täglich 4 Stunden und nur nach 30 Tagen. Nach 4 Stunden täglich und 15 Tagen oder 2 Stunden täglich und 30 Tagen tat sich noch nichts. Das bedeutet, dass eine erhebliche Belastung notwendig war um den beschriebenen Effekt hervorzurufen - sollte er denn echt sein.

Betrachtet man in Abbildungen 2 und 3 die als Kolumnen mit Standardabweichungen dargestellten Ergebnisse, fällt auf, dass bei allen untersuchten Hormonen bereits vor Beginn der Exposition deutlich sichtbare Unterschiede zwischen den Gruppen vorhanden waren. Das liegt vermutlich an der geringen Tierzahl und der hohen individuellen Variabilität im Hormongehalt. In den Ergebnissen wird dazu angegeben, die Werte wären vor Expositionsbeginn ähnlich und der Unterschied wäre nicht signifikant. Bei vier von den sechs untersuchten Hormonen änderte sich deren Gehalt während der 30 Tage Exposition innerhalb der Gruppen kaum. Die Veränderung war bei exponierten und scheinexponierten Tieren zwar gering, aber manchmal gegenläufig, deswegen waren die Werte am Ende der maximalen Exposition doch signifikant unterschiedlich.

Nur bei zwei Hormonen ist in der Gruppe, die täglich 4 Stunden exponiert wurde, ein Trend zur Veränderung im Laufe der 30-tägigen Exposition rein optisch in der Abbildung 3 zu beobachten. Das luteinisierende Hormon (LH) steigt systematisch an, der Testosterongehalt sinkt. Normalerweise reguliert das LH die Produktion des Testosterons, es müssten also beide Hormone parallel ansteigen oder sinken. Die Autoren können diese Diskrepanz nicht plausibel erklären.

Die Autoren sind der Meinung, dass die beobachteten Effekte nicht-thermisch sein müssen, da die Raumtemperatur gemessen und konstant gehalten wurde. Das sagt über die Körpertemperatur der Tiere und über den Weg, den die absorbierte Energie in ihren Körpern genommen hat, nichts aus. Mit ausgeprägten thermischen Effekten ist bei Ratten erst ab etwa 4 W/kg zu rechnen.

Sollten die Ergebnisse real sein und nicht nur eine Folge der natürlichen Variabilität innerhalb und zwischen den Gruppen, wäre eine ordentliche Expositionsbestimmung anhand von anatomischen Modellen, eine richtige Scheinexposition, eine Verblindung, eine Gruppengröße von mehr als 10 Tieren und eine Kontrolle der Körpertemperatur notwendig. Eine aufwendige Geschichte, um sicher zu erfahren, dass eine wiederholte und lang andauernde Exposition oberhalb der Grenzwerte den Hormonhaushalt stören kann. Das können viele andere Umwelteinflüsse auch (angefangen mit Stress, Alkohol, Tabak...), es ist bekannt und regt niemanden auf.

Solche Experimente sollte man entweder ordentlich, oder gar nicht machen, und vorher überlegen ob es einen Sinn macht und was man aus den Ergebnissen (egal ob positiv oder negativ) für das reale Leben ableiten kann. Die Autoren selber sehen ihre Ergebnisse ganz unaufgeregt:

"Although the physiological significance of these changes remains to be clarified, it seems plausible that EMF radiation may have important effects in almost all aspects of hormonal regulation in the male reproductive system. Nevertheless, evaluating the effects of a GSM-modulated signal on reproductive hormone changes require further complementary studies."

Übersetzung (von mir): Obwohl die physiologische Bedeutung dieser Änderungen noch geklärt werden muss, scheint es plausibel, dass die Strahlung der EMF in fast allen Aspekten der hormonalen Regelung des männlichen Fortpflanzungssystems bedeutende Auswirkungen haben kann. Nichtsdestotrotz, die Bewertung der Auswirkungen des GSM-modulierten Signals auf die Veränderungen der Geschlechtshormone erfordert weitere ergänzende Studien. (fett von mir)

Im Klartext: Es könnte Effekte geben, also brauchen wir Geld für weitere Forschung! Nein, ein Interessenskonflikt besteht natürlich nicht.

Schöne Weihnachten und Prost Neujahr von der alten Ratte!

Tags:
Interessenkonflikt, Hormonstörung, Ganzkörperexposition, Verblindung

Hormonstörungen unter extremer 900-MHz-Befeldung

Alexander Lerchl @, Donnerstag, 26.12.2013, 06:51 (vor 2149 Tagen) @ Dr. Ratto

Mal angenommen, die grobe Abschätzung einer Ganzkörperexposition von 0,19 - 1,22 W/kg stimmt in etwa, oder ist zumindest nicht um viele Zehnerpotenzen falsch. Für einen Menschen wäre das als Teilkörperexposition durch ein Mobiltelefon völlig in Ordnung, für Ganzkörperexpostion gilt für die allgemeine Bevölkerung ein Grenzwert von 0,04 W/kg, für beruflich Exponierte 0,8 W/kg. Für die Ratte sind infolge der Körpergröße Grenzwerte überschritten und es ist mit Effekten zu rechnen. Ein deutlicher Einfluss der Exposition (im Verhalten) ist bei Ratten erst ab 4 W/kg beschrieben. Menschen werden mit Ganzkörperexpositionen über 0,8 W/kg nicht konfrontiert.

Die Grenzwerte sind 0,08 W/kg (Bevölkerung) bzw. 0,4 W/kg (beruflich Exponierte). Ansonsten ist die Analyse des Papers, das ich auch gelesen habe, sehr gut, danke!

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

Hormonstörungen unter extremer 900-MHz-Befeldung

Dr. Ratto, Donnerstag, 26.12.2013, 09:49 (vor 2149 Tagen) @ Alexander Lerchl

Die Grenzwerte sind 0,08 W/kg (Bevölkerung) bzw. 0,4 W/kg (beruflich Exponierte).

Tut mir Leid, war schon spät. Danke für die Korrektur.

Gewebeveränderungen unter extremer 900-MHz-Befeldung

Dr. Ratto, Donnerstag, 16.01.2014, 13:02 (vor 2127 Tagen) @ Dr. Ratto

weitere Forschung

hier ist sie:

Pathological changes associated with experimental 900-MHz electromagnetic wave exposure in rats

Es handelt sich anscheinend um dieselbe Studie und dieselben Tiere, die nach 30 Tagen Exposition und nach der Blutentnahme zur Bestimmung des Hormonspiegels für die erste Publikation getötet wurden. Die inneren Organe (Herz, Leber, linke Niere) wurden entnommen. Es wurden entzündliche krankhafte Gewebeveränderungen vor allem in der Niere gefunden.

Der letzte Satz des Abstracts "Our results demonstrate that the use of GSM-like EMF at these intensities and duration can induce pathological lesions in the heart, liver, or kidney, but these are not EMF specific."

Übersetzung und Anmerkungen in Klammern von mir: Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Nutzung von GSM-ähnlichen EMF (unmoduliert) dieser Intensität (oberhalb der Grenzwerte) und Dauer (30 Tage, 1,2, oder4 Stunden täglich) krankhafte Veränderungen im Herz, Leber oder Niere hervorrufen kann, diese sind aber nicht EMF spezifisch.

Klartext: Wenn es denn überhaupt stimmt, bekommen diejenigen, die ungepulsten EMF oberhalb des Ganzkörpergrenzwertes längerfristig ausgesetzt sind unspezifische Gewebeveränderungen in den inneren Organen. Deswegen gibt es Grenzwerte.

Ergebnisse einer Studie sollte man nicht auf mehrere Veröffentlichungen verteilen, denn es suggeriert, dass die Autoren viele Studien durchgeführt haben, die sich gegenseitig stützen. Sind die Endpunkte aber völlig unterschiedlich (hier einmal Hormone und einmal Gewebe), kann man es machen. Ich bin gespannt, wann die Ergebnisse über das Gehirn oder die rechte Niere getrennt publiziert werden. Man kann die insgesamt 20 Ratten wortwörtlich gut ausschlachten.

Diese Taktik nennt man "salami slicing" und eigentlich sollte es nicht sein. Könnte von "Salama" kommen.

Junk-Science: für Laien wie geschaffen

H. Lamarr @, München, Freitag, 17.01.2014, 12:39 (vor 2127 Tagen) @ Dr. Ratto

Diese Taktik nennt man "salami slicing" und eigentlich sollte es nicht sein. Könnte von "Salama" kommen.

Fachleute, meine ich, sollten die mindere Qualität von Studien erkennen und entsprechend bewerten können. Der Schaden, den solche Studien anrichten, dürfte im Kreis der Wissenschaft eher gering sein.

Mit dem www aber ist es gekommen, dass jetzt auch Laien den Forschern auf die Finger schauen können. Und diesen Laien, zu nennen wären unter den Mobilfunkgegnern z.B. Diagnose-Funk und Frau W., fehlt das Wissen, um Studien fachkundig bewerten zu können, gut ist eine Studie bei denen nur dann, wenn sie das erhoffte Ergebnis zeigt. Dann werden solche Studien gierig aufgesogen und in den Kommunikationskanälen der Szene verbreitet - auch wenn sie noch so schlecht und verwerflich sind. Dass ich mir das nicht aus den Fingern sauge zeigt der Umgang der Szene mit entwarnenden Studien, die konsequent ignoriert werden - auch wenn sie noch so gut sind.

Der Thron des Dilettantismus hat mMn wieder einmal unangefochten Diagnose-Funk bestiegen. Dieser Verein bedient sich ungeniert des EMF-Portals und anderer Quellen, filtert dort nach dem schlichen Kriterium "Alarm ja/nein" die Alarmstudien heraus, und verkauft das Ergebnis als "Studienreport". Was sind das nur für Leute, die aus einer ausgewogen sprudelnden Quelle (wie dem EMF-Portal) ein Zerrbild der Realität seihern und damit öffentlich hausieren gehen? Da geht schon mir als Laie der Hut hoch, weil die Manipulationsabsicht der Zensur offenkundig ist. Oder können Sie von Ihrer Warte aus irgendetwas Anständiges oder Nützliches in diesem "Studienreport" erkennen, das über die Interessen von Panikmachern hinausgeht?

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Diagnose-Funk, Unseriös, Alarmschläger, Hensinger, Moral, Panikmache, Studiensammlung, StudienReport, Junk

Junk-Science: für Laien wie geschaffen

Alexander Lerchl @, Freitag, 17.01.2014, 12:48 (vor 2127 Tagen) @ H. Lamarr

Der Thron des Dilettantismus hat mMn wieder einmal unangefochten Diagnose-Funk bestiegen. Dieser Verein bedient sich ungeniert des EMF-Portals und anderer Quellen, filtert dort nach dem schlichen Kriterium "Alarm ja/nein" die Alarmstudien heraus, und verkauft das Ergebnis als "Studienreport". Was sind das nur für Leute, die aus einer ausgewogen sprudelnden Quelle (wie dem EMF-Portal) ein Zerrbild der Realität seihern und damit öffentlich hausieren gehen? Da geht schon mir als Laie der Hut hoch, weil die Manipulationsabsicht der Zensur offenkundig ist. Oder können Sie von Ihrer Warte aus irgendetwas Anständiges oder Nützliches in diesem "Studienreport" erkennen, das über die Interessen von Panikmachern hinausgeht?

Nein.

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

Junk-Science: für Laien wie geschaffen

H. Lamarr @, München, Freitag, 17.01.2014, 13:29 (vor 2126 Tagen) @ Alexander Lerchl

Nein.

Klare Ansage. Obwohl: Sie sind gegenüber Diagnose-Funk (aus gutem Grund) befangen.

Verantwortlich für diesen "Studienreport" (vergl. "Schulmädchenreport") zeichnet Peter Hensinger, der dem verstörten Leser als "Leiter des Ressorts Wissenschaft bei Diagnose-Funk" vorgestellt wird. Der Titelwahn bei diesem Verein erinnert mich jedesmal neu an den kleinen Stephan, der sich so sehr eine Kinderpost wünschte, aber nie bekommen hat. Ich meine, damit stehe ich augenscheinlich nicht allein da. Mit ihren pompösen Titeln zeigen die Vereinsmitglieder große Sehnsucht nach Anerkennung.

Bisher ist es mir nicht gelungen, die berufliche Qualifikation herauszufinden, die Herrn Hensinger für den genannten Posten qualifizieren könnte. Selbst auf direkte Frage gab es keine Antwort, nur böse Blicke.

Bekannt ist neben einigen Gerüchten (Drucker, Deutschlehrer, Frührentner) nur die folgende Nebelschwade:

Peter Hensinger M.A., Germanist und Pädagoge, arbeitete in der Psychiatrie.

Sie haben ihn doch neulich in Bremen getroffen. Wurde bei der Verhandlung nicht nach dem Beruf Hensingers gefragt?

Hintergrund
CSU-Generalsekretär Scheuer verzichtet auf Doktortitel

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Tags:
Ressort, Junk-Science, Qualifikation, StudienReport

Junk-Science: für Laien wie geschaffen

Alexander Lerchl @, Freitag, 17.01.2014, 15:14 (vor 2126 Tagen) @ H. Lamarr

Nein.

Klare Ansage. Obwohl: Sie sind gegenüber Diagnose-Funk (aus gutem Grund) befangen.

...

Sie haben ihn doch neulich in Bremen getroffen. Wurde bei der Verhandlung nicht nach dem Beruf Hensingers gefragt?

Ich meine mich zu erinnern, dass er "Sprachwissenschaftler" sagte.

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

Junk-Science: für Laien wie geschaffen

H. Lamarr @, München, Samstag, 18.01.2014, 00:23 (vor 2126 Tagen) @ Alexander Lerchl

Ich meine mich zu erinnern, dass er "Sprachwissenschaftler" sagte.

Der Titel M.A. (Magister Artium) kam heute in einem TV-Bericht über den "kleinen" Doktortitel des CSU-Generals Scheuer gar nicht gut weg (keine Forschung, kein wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn). In der "Zeit" heißt es über den "kleinen" Doktortitel PhDr:

Von Rechts wegen gilt der PhDr. europaweit nur so viel wie ein Master oder Magister. "Wir nennen den PhDr. den kleinen Doktortitel'",sagt die Prager Professorin Barbara Köpplova. "Der PhDr. macht sich im Lebenslauf einfach besser als ein einfacher Abschluss als Magister." ­Wissenschaftlich gesehen ist er lediglich die Vorstufe zu einem Promotionsstudium, das zum vollwertigen Doktorgrad führt. Deswegen darf der Absolvent lediglich den Namenszusatz PhDr. tragen und nicht Dr.

Alle Google-Fundstellen, die Herrn Hensinger als M.A. ausweisen, datieren vom Jahr 2013. Das begann mit diesem "Forschungsbericht", in dem die vielen Eigenplagiate von Dr. Warnke drin sind. Davor war Hensinger nur der Peter. Kann es "technisch" sein, dass Herr Hensinger als Rentner seinen M.A. bei einem emeritierten Literaturprofessor gemacht hat?

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Forschungsbericht, Hensinger, Titelmania, Autodidakt, Eigenplagiat

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