Der Würstltest: Ein Mikrowellenexperiment für Jedermann (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 16.12.2013, 12:36 (vor 3278 Tagen)

Wenn in weitgehend geschlossenen metallischen Zellen (Bus, Bahn, Flugzeug) mit Handys hantiert wird, kann die Strahlung nicht gut raus aus der Zelle und verstrahlt gnadenlos auch unbeteiligte Mitreisende. So oder so ähnlich lautet eines der Schreckensszenarien für Mobilfunkgegner. Zwar lässt sich hier nachlesen, dass auch in solchen Extremfällen der Grenzwert immer eingehalten wird, doch es gibt einen überzeugenderen Weg, die Angst vor der Wirkung der Strahlung zu nehmen, nämlich den Würstltest.

Benötigte Zutaten
1 x Mikrowellenofen
1 x Packung Wiener Würstl (ca. 10 Stück)
1 x Uhr mit Sekundenzeiger
3 x Hunger
1 x Senf
1 x Hund (optional)

Experiment 1
1) Legen Sie eine Wiener in den Mikrowellenofen und stellen Sie diesen auf volle Leistung.
2) Schalten Sie den Ofen ein und stoppen Sie die Zeit, bis das Würstl platzt. Es platzt, weil es dem Mikrowellenfeld im Ofen Energie durch Absorption entzieht. Diese aufgenommene Energie erwärmt das Würstl. Je mehr Energie es aufnimmt, desto heißer wird es.
3) Zeitspanne notieren und Würstl mit Senf essen.

Experiment 2
1) Legen Sie jetzt zwei Würstl in den Mikrowellenofen und wiederholen Sie das Experiment.
2) Sie werden feststellen: Bis die beiden Würstl platzen, vergeht deutlich mehr Zeit. Das liegt daran, dass jetzt bei konstantem Energieeintrag in den Garraum dort zwei Absorber dem Feld Energie entnehmen, zwei Würstl erwärmen sich daher langsamer als nur eins.
3) Guten Appetit!

Experiment 3
1) Wiederholen Sie das Experiment mit allen restlichen Würstln.
2) Stoppen Sie nach der Zeitspanne, in der nach Experiment 1 das einsame Würstl platzte, die Mikrowelle und fassen Sie die Würstl an, die jetzt in der Mikrowelle liegen. Sie werden feststellen: Diese Würstl sind bestenfalls lauwarm. Die Mikrowellenenegie im Garraum verteilt sich jetzt auf so viele Absorber, dass diese in der besagten Zeitspanne nur noch geringfügig erwärmt werden. Bei schwachem Ofen kann es sogar sein, dass die Energie im Garraum nicht mehr ausreicht, um die Würstelei auch nach langer Zeit noch zum Platzen zu bringen.
3) Guten Appetit! Falls "wuff" zur Hand, bitte füttern.

Das Experiment soll zeigen, dass bei der Gegenwart vieler Menschen die Mikrowellenabsorption jedes Einzelnen umso kleiner wird, je mehr Menschen es sind. Dies funktioniert nicht nur innerhalb metallischer Zellen so, sondern überall. Christliche Pfarrer dürfen dies als Tipp auffassen, Mobilfunkantennen gezielt in Kirchtürmen montieren zu lassen und den Gemeindeschäfchen einzuschärfen, ab sofort recht zahlreich zu den Messen zu erscheinen ;-).

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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, Grenzwert, Experiment, Absorption

Der Würstltest: Studien-Replikation wird vorbereitet

Trebron, Montag, 16.12.2013, 19:17 (vor 3278 Tagen) @ H. Lamarr

Also ich kann in meinem Labor fast alle Voraussetzung für die Replikation der Würstchen-Studie erfüllen. Da ich aus diesem Forum gelernt habe, dass bei unsauberer wissenschaftlicher Vorgehensweise sofort eine vernichtende Studienkritik einsetzt, erlaube ich mir vorab diese Fragen:
- Kann der (optionale) Hund auch durch zwei zusammen etwa gleichgewichtige Katzen ersetzt werden? Mein Nachbar hätte solche. Sonst würde ich mir ca. 20 Goldhamster besorgen.
- Muss ich bei Verwendung von nur acht Würstchen beim Mess-Ergebnis dann 20% dazu rechnen? Mein örtlicher Versorger (keine Schleichwerbung, er heißt so ähnlich wie BRUTTO) bietet nur 8er-Packs an.
- Wären Wiener Würstchen aus dieser Quelle auch politisch korrekt? Die könnten aber möglicherweise den Salzburger Vorsorgewert nicht genau einhalten.
Bin für jede Hilfe dankbar!
Trebron

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Studienkritiker

Der Würstltest: Studien-Replikation wird vorbereitet

Alexander Lerchl @, Montag, 16.12.2013, 20:26 (vor 3278 Tagen) @ Trebron

Also ich kann in meinem Labor fast alle Voraussetzung für die Replikation der Würstchen-Studie erfüllen. Da ich aus diesem Forum gelernt habe, dass bei unsauberer wissenschaftlicher Vorgehensweise sofort eine vernichtende Studienkritik einsetzt, erlaube ich mir vorab diese Fragen:
- Kann der (optionale) Hund auch durch zwei zusammen etwa gleichgewichtige Katzen ersetzt werden? Mein Nachbar hätte solche. Sonst würde ich mir ca. 20 Goldhamster besorgen.

Goldhamster sind Veggies! Katzen: kommt auf die Würstl an, meine mögen die meisten nicht, egal ob BRUTTO oder TARA :-).

- Muss ich bei Verwendung von nur acht Würstchen beim Mess-Ergebnis dann 20% dazu rechnen? Mein örtlicher Versorger (keine Schleichwerbung, er heißt so ähnlich wie BRUTTO) bietet nur 8er-Packs an.

Sollte skalierbar sein, denke ich. Ansonsten 2 Pakete kaufen, den Rest einfrieren.

- Wären Wiener Würstchen aus dieser Quelle auch politisch korrekt? Die könnten aber möglicherweise den Salzburger Vorsorgewert nicht genau einhalten.

Salzburger Würstl sollten sich eigentlich schon im Angesicht des Mikrowellenofens zerlegen. Aber vielleicht sollten Sie hier einmal ein Experiment wagen. Würstl mit / ohne Alufolie dem Ofen nähern.

Bin für jede Hilfe dankbar!
Trebron

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

Der Würstltest: Studien-Replikation wird vorbereitet

H. Lamarr @, München, Montag, 16.12.2013, 23:40 (vor 3278 Tagen) @ Trebron

- Kann der (optionale) Hund auch durch zwei zusammen etwa gleichgewichtige Katzen ersetzt werden? Mein Nachbar hätte solche. Sonst würde ich mir ca. 20 Goldhamster besorgen.

Katzen? Um Himmels Willen, NEIN. Die sterben sonst nach drei Monaten. Wieder mal nicht gewusst, was?! Ja was glauben Sie denn, wozu der Bürgerwellen-Sigi die Bevölkerung über Katzenfutter und Mikrowelle aufklärt, wenn dann doch wieder jeder macht was er will? Also, Katzen geht gar nicht und Goldhamster scheiden laut Professor L. ebenfalls aus. Fragen Sie bitte bei "wuff" nach, ob er aushelfen könnte.

- Muss ich bei Verwendung von nur acht Würstchen beim Mess-Ergebnis dann 20% dazu rechnen? Mein örtlicher Versorger (keine Schleichwerbung, er heißt so ähnlich wie BRUTTO) bietet nur 8er-Packs an.

Nein, nein, so einfach geht das nicht, sonst könnten Sie ja bei Null Würstl einfach 100 Prozent aufschlagen. Kaufen Sie acht Würstl, halbieren Sie fünf davon für das Experiment (klappt auch mit halbe Würstl oder halbe Bier, besser: halbe Würstl und halbe Bier) und verfüttern Sie den Rest an den Hund. Aber kalt!

- Wären Wiener Würstchen aus dieser Quelle auch politisch korrekt? Die könnten aber möglicherweise den Salzburger Vorsorgewert nicht genau einhalten.

Auf Anfrage gab Herrn Sebastian Kurz (ÖVP) seinen Segen für die Verwendung von Brutto-Wienern in der Mikrowelle. Er habe sich seine erste Amtshandlung als österreichischer Außenminister zwar anders vorgestellt, freue sich jedoch, dass wir überhaupt fragten und die Wiener nicht einfach so zum Platzen bringen. Er wünscht Ihnen viel Erfolg, um den Salzburger-Vorsorgewert müssten Sie sich keine Gedanken machen, der beziehe sich auf Watt pro Quadratmeter, eine gewöhnliche Mikrowelle habe jedoch nur 20 bis 30 Liter.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Würstltest in der Kritik

H. Lamarr @, München, Montag, 16.12.2013, 23:46 (vor 3278 Tagen) @ H. Lamarr

Würstltestkritikerin Eva findet den Würstltest so blöd, dass es sie juckte.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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Hirnsausen

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