Streit unter Mobilfunkgegnern: Jakob vs. hese (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 07.11.2013, 12:23 (vor 2774 Tagen)

Das hese-project hat seit Jahren sehr gute Beziehungen zu der kleinen Firma Maschek (hat u.a. ein EMF-Personendosimeter entwickelt). Ein Werbebanner auf der hese-Seite ist der sichtbare Beleg, tatsächlich ist die Zusammenarbeit tiefer, hese bekommt von Maschek unentgeltlich EMF-Personendosimeter zur leihweisen Weitergabe an Mobilfunkgegner und sogenannte Elektrosensible. Ziel des Entgegenkommens ist die diskrete Ankurbelung der Nachfrage, die bei EMF-Personendosimetern nicht den Erwartungen entspricht.

Es kann also nicht im Interesse von hese sein, wenn einer gegen Personendosimeter Front macht, wie dies Gigaherz-Präsident Jakob seit langem tut.

Als Jakob am 30. Oktober 2013 seinen Standpunkt auch im hese-Forum vertrat, kam es zu einer unerwartet heftigen Antwort des hese-projects, das in Gestalt des fiktiven Forenteilnehmers "user" verlauten ließ: Gigaherz verbreitet Stuss (obwohl nicht der Verein Gigaherz, sondern nur dessen Anführer diese Meinung hat).

Der Vorfall ist in der Anti-Mobilfunk-Szene ein Novum, normalerweise darf in dieser Szene jedweder Stuss verbreitet werden, ohne dass Mitglieder der Szene selbst sich distanzieren. Zu gering ist die Anzahl der Mitstreiter, als dass man auch nur einen einzigen durch öffentlich ausgesprochenen Tadel verlieren möchte. Die Szene will nach außen hin geschlossen wirken, ist dadurch jedoch nur anrüchig und unglaubwürdig geworden.

Geht es ums Geld, hört auch bei Mobilfunkgegnern die Freundschaft auf.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Mietmaul, Personendosimeter, Maschek

Streit unter Mobilfunkgegnern: Jakob vs. hese

charles ⌂ @, Donnerstag, 07.11.2013, 14:56 (vor 2774 Tagen) @ H. Lamarr

Anderseits ist es so dass Jakob recht hat.

Ein Dosimeter ist Spielzeug, und fern von echte Messtechnik.

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Charles Claessens
www.milieuziektes.nl

EMF-Personendosimeter messen zuviel, statt zuwenig

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 07.11.2013, 21:16 (vor 2774 Tagen) @ charles

Anderseits ist es so dass Jakob recht hat.

Ein Dosimeter ist Spielzeug, und fern von echte Messtechnik.

Das sehe ich nicht so.

Ein EMF-Personendosimeter ist mMn eine höchst sinnvolle Ergänzung zur "klassischen" Messtechnik. Diese Dosimeter schließen eine Lücke, die mit herkömmlicher Messtechnik nicht zu schließen ist, nämlich die kontinuierliche Messung der Immission bei bewegten Objekten (Menschen, Tiere, Gegenstände) in allen Lebenslagen. Personendosimeter, Breitband- und Schmalband-Messtechnik konkurrieren nicht, sie haben alle ihre speziellen Anwendungsgebiete.

Dass infolge der Trageweise eine richtungsabhängige Dämpfung stattfindet ist derzeit noch ein kleines Manko. Doch auch dies sollte in ein paar Jahren behoben sein, z.B. mit Mimo-Technik, indem anhand mehrerer Antennen die Richtung der Dämpfung bestimmt und die Auswirkung der Dämpfung rechnerisch kompensiert wird. Ist mMn nur eine Frage der Zeit und Rechenpower, bis auch dieses Problem gelöst ist. Das Maschek-Dosimeter hat schon jetzt eine Besonderheit: Es ist so konstruiert, dass beim Tragen am Oberarm der Mensch als Antenne mit in die Messungen einbezogen ist. Dadurch ist der Messfehler mit rd. ±60 Prozent relativ gering. Aber es kommt noch besser: Bei den Modellen, die das bayerische LfU unentgeltlich verleiht, wird der maximale Messfehler per Software auf den Messwert aufgeschlagen und der Messwert erst dann angezeigt. Jakobs Einwand, Personendosimeter würden zu niedrige Werte anzeigen, wird dadurch ad absurdum geführt, richtig ist, die Geräte zeigen in aller Regel ZUVIEL an (siehe diesen IZgMF-Artikel). Ob dies allein für die LfU-Geräte gilt oder allgemein für alle Modelle von Maschek, müsste erfragt werden.

Bei Messwerten weit unter Grenzwert ist es mMn albern, sich über die Abschattung aufzuregen. Es ist doch sch...egal, ob zu einem Zeitpunkt x nun 48 µW/m² auf einen einwirken oder 143 µW/m². Warum? Weil durch zeitliche und räumliche Interferenzen sowieso pausenlos Messwertschwankungen in diesen Größenordnungen und mehr vorkommen, das brauche ich Ihnen nicht zu erzählen, Sie wissen es.

Das Genörgel an EMF-Personendosimetern hat mMn ganz triviale Gründe, diese Geräte nehmen etablierten Messtechnikern und BBs Geschäft weg.

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EMF-Personendosimeter messen zuviel, statt zuwenig

Kuddel, Donnerstag, 07.11.2013, 22:02 (vor 2774 Tagen) @ H. Lamarr

Das Genörgel an EMF-Personendosimetern hat mMn ganz triviale Gründe, diese Geräte nehmen etablierten Messtechnikern und BBs Geschäft weg.

...die stille Erscheinung (kein Geknatter) und die wenig spektakulären Ergebnisse sind kaum geeignet, um Ängste zu schüren. Daher sehen Mobilfunkgegener diese Geräte nicht als Bereicherung, sondern als kontraproduktiven Fremdkörper, der ihrem "Kampf" nicht dienlich ist.
K

EMF-Personendosimeter messen zuviel, statt zuwenig

Christopher, Donnerstag, 07.11.2013, 22:51 (vor 2774 Tagen) @ H. Lamarr

Anderseits ist es so dass Jakob recht hat.

Ein Dosimeter ist Spielzeug, und fern von echte Messtechnik.

Das sehe ich nicht so.

Ein EMF-Personendosimeter ist mMn eine höchst sinnvolle Ergänzung zur "klassischen" Messtechnik. Diese Dosimeter schließen eine Lücke, die mit herkömmlicher Messtechnik nicht zu schließen ist, nämlich die kontinuierliche Messung der Immission bei bewegten Objekten (Menschen, Tiere, Gegenstände) in allen Lebenslagen. Personendosimeter, Breitband- und Schmalband-Messtechnik konkurrieren nicht, sie haben alle ihre speziellen Anwendungsgebiete.

Genau, und gerade Informationen zu der "Menge an Strahlung", der jemand ausgesetzt ist, halte ich für eminent wichtig, um die Diskussionen zu entschärfen. Einfach allein schon deswegen, weil nur Messungen über der Zeit zeigen können, wie vernachlässigbar der Einfluß entfernter Sender gegenüber anderen, bedeutenderen Quellen (an erster Stelle natürlich das eigene Handy...) ist.

Das Genörgel an EMF-Personendosimetern hat mMn ganz triviale Gründe, diese Geräte nehmen etablierten Messtechnikern und BBs Geschäft weg.

Außerdem würden Dosimeter meines Erachtens mit ziemlicher Sicherheit bestätigen, daß die ach-so-schlimmen Spitzenwertmessungen, mit denen immer rumgewedelt wird, zum einen absolute Ausnahmen sind und zum anderen selbst in extrem "verstrahlten" Wohnungen nur an den wenigsten Stellen vorkommen. Und das würde beim Angstmachen dann doch allzusehr stören.

Jakob bedient sich bei Liesenkötter und Eder

H. Lamarr @, München, Sonntag, 17.11.2013, 14:20 (vor 2764 Tagen) @ H. Lamarr

Als Jakob am 30. Oktober 2013 seinen Standpunkt auch im hese-Forum vertrat, kam es zu einer unerwartet heftigen Antwort des hese-projects, das in Gestalt des fiktiven Forenteilnehmers "user" verlauten ließ: Gigaherz verbreitet Stuss (obwohl nicht der Verein Gigaherz, sondern nur dessen Anführer diese Meinung hat).

Der Gigaherz-Präsident, eigenen Angaben zufolge der "Dorfelektriker von Schwarzenburg", windet sich jetzt nicht nur im hese-Forum, sondern auf seiner eigenen Homepage, um EMF-Personendosimeter als Teufelszeug hinzustellen.

Wenn man den Text dort liest, stellt sich einem der wirren Inhalte wegen schnell die Frage: Was will er denn nun eigentlich?

Es ist ziemlich einfältig, EMF-Personendosimeter in Verbindung mit bodennahen Messungen zu beanstanden, weil in den oberen Stockwerken von Häusern höhere Werte zu messen seien. Diese Erkenntnis (oben mehr als unten) ist trivial und gilt für jede Form von EMF-Messung, auch für die Königsklasse mit Spektrumanalysatoren.

Wie üblich sitzt der Gigaherz-Präsident eifersüchtig auf seinen Rechercheergebnissen und gönnt seinen Lesern nicht den Zugang zur Originalquelle. Mehr noch, Herr Jakob klaut sich hemmungslos Grafiken aus seinem Fundstück und hat noch nicht einmal den Anstand, die Quelle zu nennen. Das ist der schlechte Stil des Schweizers, den wir seit Jahr und Tag kennen.

Wer sich für das Original der Arbeit von Prof. Liesenkötter und Dr. Eder interessiert, ich habe es gefunden und gebe den Link gerne weiter:

http://www.hs-augsburg.de/~liese/downloads/Dosim.pdf

Die Arbeit nennt interessante Details zu dem EMF-Personendosimeter ESM-140 (Maschek) und kann, meiner Einschätzung nach, fachlich von Herrn Jakob nicht richtig verstanden werden.

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Tags:
Liesenkötter, Elektriker, Irre, Dorfelektriker

Jakob bedient sich bei Liesenkötter und Eder

Christopher, Sonntag, 17.11.2013, 19:09 (vor 2764 Tagen) @ H. Lamarr

Wenn man den Text dort liest, stellt sich einem der wirren Inhalte wegen schnell die Frage: Was will er denn nun eigentlich?

Oh, es ging mir also nicht alleine so?

Wer sich für das Original der Arbeit von Prof. Liesenkötter und Dr. Eder interessiert, ich habe es gefunden und gebe den Link gerne weiter:

http://www.hs-augsburg.de/~liese/downloads/Dosim.pdf

Die Arbeit nennt interessante Details zu dem EMF-Personendosimeter ESM-140 (Maschek) und kann, meiner Einschätzung nach, fachlich von Herrn Jakob nicht richtig verstanden werden.

Danke für den Link, der Text ist wirklich interessant zu lesen. Insbesondere weil dort viele der Kritikpunkte widerlegt werden... Ob der Text allerdings nicht richtig verstanden werden konnte oder es eher am Wollen scheiterte? Ich tendiere zu Zweiterem.
Unklar ist mir, woher Jakob seine Angaben für den Messfehler bei der "Körpernachbildung" bekommt. Im Text steht nämlich nichts dazu, ich halte "frei erfunden" oder "frei assoziiert" für plausibel. "Frei assoziiert" deswegen, weil er die Werte womöglich aus den Antennendiagrammen im Kapitel 5.2. hat - allerdings wird an keiner Stelle gesagt, daß diese sich auf die Feldverteilungen in den Grafiken in Kapitel 2.2 beziehen.
Dass er die Richtdiagramme nicht übernommen hat, ist wenig überraschend: Dort wird seine Behauptung, das Dosimeter liefere in 3/4 aller Ausrichtungen falsche Werte, auch für Laien erkennbar widerlegt: Bei 900MHz liegt die Messung in einem Winkelbereich von 150° weniger als 8dB falsch, bei 2.1GHz liegt der Fehler sogar bei einem Winkelbereich von über 180° bei weniger als 4dB...
Im selben Kapitel 5.2 findet man auch folgenden Satz, der Jakobs Kritik der Falschmessung vollends den Wind aus den Segeln nimmt: "Wahlweise ist per Software eine Kalibrierung auf den 360 Grad-Mittelwert des Richtdiagrammes einstellbar. Die Kalibrierung bezieht sich dann auf den Mittelwert des Emfangsdiagrammes über 360 Grad und rechnet damit den mittleren Körpereinfluß wieder heraus." Also was war jetzt sein Problem?

Übrigens, wenn man genau hinschaut, kann man sich auch fragen, was sein Getue soll: Die Feldstärken gehen nämlich kurz vor dem nachgebildeten Körper rapide runter.

Dass er das Bild mit dem Haus reingenommen hat, könnte ihm später noch leidtun. Dann nämlich, wenn er mal wieder behauptet, unter der Antenne sei es mindestens so gefährlich wie im Hauptstrahl...
Mir ist sowieso nicht ganz klar, warum er es reingenommen hat. In den bestrahlten Wohnungen "auf der anderen Straßenseite" kann ja auch mit Dosimeter gemessen werden. Oder fürchtet er eine Benachteiligung von Superman, der ja öfters mal in Höhe des 5. Stocks unterwegs sein soll (und das vermutlich ohne Strahlenschutzanzug)? :wink:

Es gibt noch mehr interessante Punkte aus den Feldsimulationen in dem Text, aber für heute ists genug.

Tags:
Antennendiagramm, Personendosimeter, Liesenkötter, Feldverteilung

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