Mach' mit: Volksverdummung in Bremen, Freitag, 20:00 Uhr (Allgemein)

Gast, Mittwoch, 18.09.2013, 01:56 (vor 2317 Tagen)

Fr. 20.9. 20:00 Uhr Im Dschungel des Elektro-Smogs
Soziale und rechtliche Aspekte der Elektrifizierung unserer Umwelt
Elisabeth Jess-Knecht, BUND Bremen

Michael-Kirche am Rembertiring
Kleine Meinkenstr. 4

[Hinweis: Strahlend geschädigt ]

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BUND, Jess-Knecht

Bremer Elektrosensible sucht die Einöde

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 19.09.2013, 00:28 (vor 2316 Tagen) @ Gast

Radio Bremen hat sich am 12. November 2012 mit einem Artikel für die Anti-Mobilfunk-Szene ins Zeug gelegt. Hier ein Auszug, der stellenweise schlechten weil undistanzierten Journalismus deutlich macht:

Auch die Bremerin Kathleen Giersch ist elektrosensibel. Sie leidet unter Elektrosmog, berichtet sie. Ihren Job als Akrobatin hat sie gerade an den Nagel gehängt. Der Grund: Handys im Publikum, Bühnentechnik, Kassensysteme, die Kommunikationsmittel ihrer Künstlerkollegen – alles funktioniert drahtlos und strahlt elektromagnetisch.

Kathleen Giersch brach mehrfach zusammen. In letzter Sekunde halfen nur noch Elektroschocks, um ihr Herz wieder in seinen Rhythmus zu bringen. Ihr Leben stand in diesen Augenblicken auf Messers Schneide.

Handyempfang im Haus trotz Abschirmung

Um sich zu schützen, wurde ihr Haus mit einer Graphit-Farbe zur Abschirmung gestrichen. Unter dem Dach wurde ein Kupfergewebe angebracht, spezielle Silbervorhänge schützen die Fensterhöhlen, Kathleen Giersch wohnt wie in einem faradayschen Käfig. Und trotzdem hat sie vollen Handyempfang im Haus – weil auf einem Gebäude in der Nachbarschaft ein Mobilfunkmast steht.

Wir halten fest: Im November 2012 soll Frau Giersch ihren Job als Akrobatin an den Nagel gehängt haben.

Soso.

Tatsächlich hat Frau Giersch bereits mindestens 1 Jahr zuvor umgesattelt - auf Heilpraktikerin mit Naturheilpraxis. Und so leitet die "Elektrosensible" nun bei Patienten Schwermetalle nach der Methode Dr. Klinghardt aus, den Herren kennen wir ja schon. Dass sich eine (gemäß Selbstdarstellung) Diplom-Biologin mit alternativer Quacksalberei wie "Energetische Arbeit" oder "Psychokinesiologie" einlässt, ist schon erstaunlich. Noch erstaunlicher ist, dass auf der Website der Heilpraktikerin Giersch von "Elektrosensibilität" nichts zu finden ist, nicht mal Spuren davon.

Im Radio hinterlässt die blonde Mittvierzigerin mit rosigem Teint einen sympathischen und durchaus vernünftigen Eindruck, dennoch plant sie, dem Funk nach Mecklenburg-Vorpommern zu entfliehen. Gemäß dem Problemerhaltungssatz handelt sie sich mit dem Ortswechsel jedoch neuen Unbill ein: "Als Heilpraktikerin mitten in der Pampa, da kommt auch niemand!"

Meine Meinung: Und das alles nur, weil irgendjemand Frau Giersch vor sieben Jahren den Floh ins Ohr gesetzt hat, EMF könnte in ursächlichem Zusammenhang mit ihren körperlichen Beschwerden stehen. Statt Umzug ist aus meiner Sicht die Therapie bei einem qualifizierten Psychotherapeuten die bessere Lösung. Besser, weil dauerhaft.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Diagnose-Funk, Unseriös, Manipulation, Journalisten, Becker, Heilpraktiker, Klinghardt, Quacksalber, Pseudomedizin, Kinesiologie

Bremer Elektrosensible sucht die Einöde

Alexander Lerchl @, Donnerstag, 19.09.2013, 06:09 (vor 2316 Tagen) @ H. Lamarr

Wir halten fest: Im November 2012 soll Frau Giersch ihren Job als Akrobatin an den Nagel gehängt haben.

Soso.

Ich meine, sie ist nach wie vor als Akrobatin tätig.

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

EHS mal Krankheit mal Zustand

KlaKla, Donnerstag, 19.09.2013, 12:24 (vor 2315 Tagen) @ H. Lamarr

Auch die Bremerin Kathleen Giersch ist elektrosensibel.

Je nachdem, welche Interessen vertreten werden, ist EHS eine Krankheit oder einfach nur ein bedauerlicher Zustand.

Dr. dent. Claus Scheingraber: Elektrosensibilität oder Elektrosensitivität ist die ungewollte Fähigkeit, sowohl elektrische und magnetische Felder als auch elektromagnetische Wellen wahrzunehmen, zu "spüren".

Dr. med. Wolf Bergmann: Elektrosensibilität ist die – unfreiwillige – „Fähigkeit“, derartige Belastungen des Organismus durch elektromagnetische Felder mittels körperlicher und / oder seelischer subjektiver und objektiver Beschwerden und Störungen wahrzunehmen.

Die Ergebnisse des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms werden von obigen Definitionen einfach missachtet.

Neutrale Stelle: Als Elektrosensibel werden Menschen bezeichnet, die angeben, elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder (EMF) wahrnehmen zu können, welche von elektrotechnischen Anlagen ausgehen und sich als Elektrosmog ausbreiten.

Immer weniger Leute lassen sich vor den Karren der ersichtlichen Geschäftemacher spannen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass ausgerechnet eine Heilpraktiker EHS ist.

Bedauerlich, dass der Radiosender sich nicht die Mühe macht, und neutrale Stellen zu dem Unsinn zu Wort kommen lässt. So wirkt es bei mir nur wie Werbung für eine Fragwürdige Dienstleistung aus der Esoterik.

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Meine Meinungsäußerung

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Werbung, Rentner, Bergmann, Nutznießer, Verein, Mediziner, Scheingraber, Zustand

Marcus Tullius Cicero: Cui bono?

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 19.09.2013, 13:01 (vor 2315 Tagen) @ KlaKla

Bedauerlich, dass der Radiosender sich nicht die Mühe macht, und neutrale Stellen zu dem Unsinn zu Wort kommen lässt. So wirkt es bei mir nur wie Werbung für eine Fragwürdige Dienstleistung aus der Esoterik.

Ja, die werbliche Komponente ist bei dem Artikel auf der Website von Radio Bremen schon sehr stark.

Der Artikel startet mit der Schilderung über das Leiden einer EHS und geht dann über zu den Rettern (Baubiologen). Damit ist die Geschichte schön rund.

Tatsächlich dürfte der Ablauf jedoch genau andersrum gewesen sein: Zuerst wurde der Kontakt zu oder von Baubiologin Becker aufgebaut, und die erst brachte die Kundin Giersch als Kronzeugin ins Gespräch. Wie sonst sollte ein Journalist die elektrosensible Akrobatin sonst gefunden haben?

Die Reihenfolge - erst Elektrosmog-Nutznießer, dann Elektrosmog-Opfer - ist meiner Erfahrung nach das dominierende Modell, wenn in der Presse Geschichten über "Elektrosensible" oder über Leute bringt, die sich gegenüber Elektrosmog freiwillig und kostenintensiv verbarrikadieren. In den Artikeln wird die Reihenfolge dann stets vertauscht, die beginnen alle mit einer dramatischen Episode über sogenannte Betroffene. Richtig schwierig zu durchschauen wird das, wenn der Kontaktanbahner (Elektrosmog-Nutznießer) unerwähnt bleibt. Zu seinem Schaden ist das nicht, denn der werbliche/angstschürende Aspekt kommt dann der gesamten Branche der Nutznießer zugute. Da war doch mal dieser Bericht über die "elektrosensible" Richterin aus Augsburg, die sich in den funkfreien Schluchten des Schwarzwaldes erholt. Kontaktanbahner zwischen Presse und Richterin war damals ein Mann aus Lörrach, ein verbissener Elektrosmog-Gegner, der sich mit dem Verkauf von Heilwasser etwas dazu verdient - besser gesagt, etwas dazu verdienen möchte.

Es lohnt sich immer, bei dramatischen Alarmartikeln über angebliche Opfer des Elektrosmogs nach denen zu fahnden, die von der Veröffentlichung profitieren. Das Ergebnis lässt Dramatik und Alarm nicht selten auf ein Geschäftsmodell zusammenschrumpfen.

Hintergrund
Cui bono?

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Geschäftsmodell, EHS, Elektrosmog-Panikmache

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